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Transcript

Eine gewaltige Rundreise

est. 199214. Ausgabe

Mai/Juni 2023

Wir folgten den Spuren der griechischen Antike und gingen vor Ort den Ursprüngen unserer europäischen Kultur nach.

Kulturell prägend

Ab 26. Mai ging es per Bus nach Ancona, per Fähre nach Igoumenitsa, dann rund um das griechische Festland und von Patras aus wieder zurück.

Wie immer führte uns die Studienfahrt zu den wahrhaft klassischen Orten wie Delphi, Olympia und natürlich Athen. Doch nicht nur das: Griechenland bot uns „zwischendurch“ Gelegenheit für Kreativität. So ist während und nach der Fahrt diese Online-Zeitung entstanden, die unsere Reise in kurzen Texten und schönen Bildern dokumentiert. Viel Vergnügen!

30 Jahre Griechenlandfahrt! Nachdem sich Dieter Friedel im Jahr 1992 erstmals mit einer kleinen Gruppe aufgemacht hatte, begaben sich heuer 35 „Griechen“ und „Nichtgriechen“ – darunter sogar zwei „waschechte“ Griechinnen – zum vierzehnten Mal auf die Reise. Und ja: Wir hatten einiges nachzuholen. Darum waren diesmal auch „Ehemalige“ dabei.

Wir feiern Jubiläum!

GRIECHENLAND

Fähre nach Igoumenitsa

Nach einer kurzen Erkundung der Fähre nach Griechenland und der Suche nach einem geeigneten Schlafplatz konnte wir uns endlich entspannen. Ob mit Kartenspielen, Chillen mit Freunden, dem Genießen der Aussicht auf dem Deck oder einfach Schlafen - jeder hat auf der Fahrt einen guten Zeitvertreib gefunden.

Ankunft

Ankunft in Igoumenitsa, dem größten Hafen im Westen Griechenlands. Hier sind wir nach der ca. 18 stündigen Fahrt mit der Fähre gleich in den Bus gestiegen, um uns auf den Weg zu unserem ersten Reiseziel zu machen.

Das Heimatdorf von Frau Lobe und ihrer Cousine Vaia. Mehr Ruhe und Entspanntheit geht nicht! Wir waren mitten in den Bergen, umgeben von lieben, gastfreundlichen Menschen und irgendwie ganz weit weg von Stress und Alltag.

Dodona

Koumaria

Das älteste Heiligtum auf dem griechischen Festland. Hier hat man die Antwort auf seine Fragen aus dem Rauschen des Laubes der Heiligen Eiche und dem Gurren der Tauben erhalten - vielleicht keine schlechte Alternative zu Mr. Google ...

Thermopylen

Meteora-Klöster

An diesem Engpass schaffte es König Leonidas 480 v. Chr., mit 300 Spartanern das riesige Heer der Perser so lange aufzuhalten, bis die übrigen Griechen ihre Verteidigung organisiert hatten. Das Denkmal ehrt die Gefallenen.

Die Meteoraklöster schweben nahe Kalambaka auf hohen Sandsteinfelsen und gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe. Sechs der ursprünglich 24 Klöster, sind noch erhalten und werden von Mönchen und Nonnen bewohnt. Unter anderem Agia Triada und Metamorphosis, welche wir auf unserer Reise besucht haben.

Delphi

Delphi: Orakel, Machtzentrum, Nabel der Welt. Von Ödipus bis Krösus waren fast alle Berühmtheiten der Antike hier, um sich von der Priesterin Pythia die Zukunft voraussagen zu lassen. Die Antworten des Orakels waren jedoch leider nicht immer so eindeutig, wie es sich die Fragensteller erhofft hatten …

Frau Lobe sucht sich selbst

Wir warteten in Delphi alle sehr lange auf Frau Lobe, die angetrieben vom Motto "Erkenne dich selbst" auf die Suche nach sich selbst ging. Sie sucht heute noch.

Akropolis

Die Akropolis, ein Wahrzeichen für Griechenland und die antike Welt. Die Akropolis ist aber nicht nur der imposante Tempel der Athene, sondern der ganze Berg, der 156 Meter über der Stadt alle Blicke auf sich zieht. Heute sind auf der Akropolis noch zwei der berühmtesten Gebäude zu besichtigen. Nachdem man durch die Propyläen die ingesamt 3,04 Hektar große Bergspitze betritt, sticht einem natürlich der Parthenon ins Auge.

Der Parthenon, ein der Athene zum Dank für den Sieg über die Perser geweihter Tempel, ist einer der größten seiner Zeit. Aus Mamor erbaut gilt er als ein architektonisches Wunderwerk, da er so gebaut ist, dass er von unten noch größer und imposanter aussieht, als wenn man direkt davor steht. Früher befand sich im Inneren die Athena Parthenos, eine 13 Meter hohe Statue der Athene aus Elfenbein und Gold, vom Bildhauer Phidias geschaffen. Neben dem Athene-Tempel ist auch das Erechtheion bekannt. Dieses erkennt man durch die Säulen, die Mädchen darstellen, die Korai. Davor steht der sagenumwobene Olivenbaum, den Athene der Stadt geschenkt haben soll, um ihre Schutzgöttin zu werden.

Zwischenstopp: Meer

Poseidontempel

Auf dem Weg zum Kap Sounion hatten wir das erste Mal Zeit, ins Meer zu springen und zu baden.

Ein ganz besonderes Highlight war der malerische Sonnenuntergang am Kap Sounion. Warum der Tempel Poseidon geweiht ist, erklärte der führende Poseidon-Experte Peter: "Weißt du, dieser Tempel da von Poseidon steht da, weil da das Meer ist. Und wenn jeder schlau ist, dann weiß jeder, dass Poseidon der Gott des Meeres ist."

Klokultur:

Aphrodite-Tempel:

Korinth

Die damalige Klokultur war deutlich zwangloser und schamloser als heutzutage. Aufgrund der unmittelbaren Nähe der Sitznachbarn entwickelte sich die Latrine allmählich zu einem sozialen Treffpunkt, an dem sowohl Neuigkeiten ausgetauscht, als auch „ Geschäfte“ erledigt wurden.

Bis zu 1000 Dienerinnen der Göttin sollen im Aphrodite Tempel dem Gewerbe der Tempelprostitution nachgegangen sein und somit so dem antiken Korinth finanzielle Stabilität gewährleistet haben.

Rednertribüne:

Vor der antiken Rednertribühne (Bema) soll auch Apostel Paulus zu den Korinthern gesprochen und u.a. so den christlichen Glauben verbreitet haben.

Dionysos-Theater

Das Dionysos-Theater in Athen offenbart Jahrhunderte voller künstlerischer Meisterleistungen und Publikumsbegeisterung. Von atemberaubenden Inszenierungen antiker Tragödien bis hin zu bahnbrechenden zeitgenössischen Stücken erfüllte das Theater seinen Ruf als pulsierendes Zentrum der griechischen Kultur und schuf unvergessliche Momente für Theaterliebhaber aus aller Welt.Die Zusammenarbeit mit renommierten Regisseuren und talentierten Schauspielern führte zu einer Reihe von unvergesslichen Aufführungen, die das Publikum in Staunen versetzten. Nicht nur die Aufführungen selbst, sondern auch das rege kulturelle Leben rund um das Theater sorgten für eine beispiellose Atmosphäre. Mit interaktiven Workshops, Diskussionsforen und Festivals, die sich der Förderung des Theatererlebnisses widmeten, öffnete das Dionysos-Theater seine Türen für die Gemeinschaft und schuf einen Raum, in dem die Magie des Theaters für alle erlebbar wurde.

Leider wurden auch ein paar von uns auf der Reise krank - leider etwa 2000 Jahre zu spät. Zu der Zeit war nämlich im nächsten Ziel unserer Reise - Epidauros - noch Hochbetrieb. Zahlreiche Kranke wurden zum Heiligtum gebracht, wo ihnen im Schlaf der Gott Asklepios erschien und ihnen die Heilung verkündete. Unsere Kranken wurden zum Glück auch ohne göttliche Hilfe wieder gesund. Vielmehr war ihre Heilung "Krankenschwester" Herrn Mathaus zu verdanken.

Das Heiligtum von Epidauros

Tolo ist zwar nicht antik, aber darum nicht weniger schön. Wir übernachteten in einem Hotel direkt am Meer, das perfekt zum Baden war (bis auf die Seeigel). Und am Abend machten wir dann mit einer in Athen gekauften Gitarre Musik am Steg.

Tolo

Theater von Epidauros

Das Theater von Epidauros ist eines der am besten erhaltenen Theater der Welt. Es wurde im 4. Jahrhundert v. Chr. erbaut, ursprünglich mit nur 34 Rängen, in der Römerzeit wurden dann aber weitere 21 Ränge hinzugefügt. Somit hatten ca. 14.000 Zuschauer Platz. In diesem Weltkulturerbe wollten wir uns selbst von seiner besonderen Akustik überzeugen, die dadurch entsteht, dass die nach innen gewölbten Kalkstein-Sitzreihen tiefe Töne herausfiltern und hohe Töne über weite Strecken tragen. Dazu haben wir ausprobiert, ob man das Fallenlassen einer Münze in der Mitte des Theaters noch auf dem 55. Rang hört. Es hat tatsächlich funktioniert!

Mykene

Schon der Eingang von Mykene ist beeindruckend. Durch das berühmte Löwentor betritt man die Stadt, die von Zyklopen erbaut worden sein soll und später angeblich der Schauplatz der grausamen Atridensage wurde: Angefangen mit Tantalos, der seinen Sohn Pelops den Göttern vorsetzte, über Pelops' Söhne Atreus und Thyestes,

die einander abgrundtief hassten, bis hin zu Menelaos und seinem Bruder Agamemnon, den Anführern der Griechen im Trojanischen Krieg. Ihr Finale findet die Atridensage, als Agamemnon von seiner Frau und ihrem Liebhaber umgebracht wird und Agamemnons Sohn Orest vor der Wahl steht: Soll er seinen Vater rächen und seine Mutter töten oder nicht?Bei unserem Mykenebesuch ging es zum Glück nicht ganz so blutig zu und (soweit bekannt) hat auch keiner der anwesenden Elternteile seine Kinder geschlachtet.

Woher hat Herakles eigentlich sein berühmtes Löwenfell? Natürlich von der ersten seiner 12 Taten, bei der er den Nemeischen Löwen umbringen musste. Und so konnten wir viele tausend Jahre später ein völlig monsterfreies Nemea besichtigen.

Nemea

Olympia

Abfahrt

Nach einer sehr ereignisreichen Woche ging unsere Griechenland-Reise auch schon zu Ende. Egal ob einem die tollen Sehenswürdigkeiten, die beeindruckende Landschaft, das griechische Essen oder einfach nur die neuen Eindrücke am besten gefallen haben - für jeden von uns war diese Fahrt auf jeden Fall ein besonderes Erlebnis.