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Das Delir Verstehen

Universitätsklinikum Ulm

Created on April 21, 2026

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Das Delir Verstehen

Patienteninformationen für Betroffene und Angehörige

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Kontakt Grüne Damen & Herren & Delirexpert:innen

InfovideoDr. Schulte-Kemna

8 Tippsfür Angehörige

8 Tipps für Angehörige

Auf Basis des Forschungsprojekts des UK Ulm: "TRADE -TRAnsport und DElir älterer Menschen - u.a. Agaplesion Bethesda Klinik Ulm

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1. Tipp:

Ortswechsel begleiten

Der Weg ins Krankenhaus, Verlegungen auf andere Stationen oder die Rückkehr nach Hause können Unruhe und Verwirrung verstärken. Angehörige oder eine bekannte Bezugsperson kann Sicherheit vermitteln, Orientierung geben und dabei helfen, neue Situationen besser einzuordnen. Zudem kann sie wichtige Informationen weitergeben, Fragen klären und als Bindeglied zwischen Patient und dem Gesundheitsfachpersonal dienen. Dies trägt dazu bei, Stress zu reduzieren und einen Ortswechsel für alle Beteiligten vertrauter zu gestalten

Leitfragen

2. Tipp:

Vertrautheit schaffen

Vertraute Elemente können bei einem Delir Angst und Unruhe reduzieren, das Wohlbefinden steigern und die Zusammenarbeit mit dem Behandlungsteam erleichtern. Wichtig ist, die Umgebung so ruhig und überschaubar wie möglich zu gestalten und Reize nicht zu überladen. Wenige, aber vertraute Dinge sind oft hilfreicher als viele neue Eindrücke. • Familienfotos, Bilder vom Haustier • Lieblingsdecke, Kissen, vertrauter Gegenstand • Regelmäßige Besuche möglichst zu ähnlichen Zeiten • Bekannte Rituale aus dem Alltag

Leitfragen

3. Tipp:

Information weitergeben

Für die Behandlung ist es hilfreich, wenn das Team weiß, ob schon einmal ein Delir bestand, ob eine Demenz vorliegt, welche Medikamente eingenommen werden und welche Besonderheiten im Alltag wichtig sind.

Infos

Leitfragen

4. Tipp:

Orientierung Fördern

Im Krankenhaus verschwimmen Zeit, Ort und Situation leicht. Kleine Hilfen können helfen, die Orientierung zu stabilisieren. Konkrete Unterstützung:

  • Brille und Hörgerät mitbringen
  • Kalender oder gut lesbare Uhr aufstellen
  • Bei Besuchen ruhig wiederholen: welcher Tag, welcher Ort, warum der Aufenthalt gerade stattfindet
  • Einfache, klare Hinweise statt vieler Informationen auf einmal

Leitfragen

5. Tipp

Kommunikation Anpassen

Bei Delir helfen kurze Sätze, ein ruhiger Tonfall und Geduld. Zu viele Reize, Diskussionen oder Korrekturen können eher überfordern.

Infos

6. Tipp

Alltag Gestalten

Bekannte, einfache Beschäftigungen können helfen, den Tag zu strukturieren und Sicherheit zu geben. Wichtig ist, dass sie nicht überfordern.

  • Vorlesen
  • Über vertraute Themen sprechen
  • Zeitung anschauen
  • Kleine Spiele oder einfache Beschäftigungen

Leitfragen

7. Tipp:

Bewegung Fördern

Wenn es medizinisch möglich ist, kann Bewegung helfen, den Tag zu strukturieren und den Zustand zu stabilisieren. Wichtig ist aber, dass Angehörige vorher Rücksprache mit Pflege oder Ärzten halten. • Zu kleinen Wegen motivieren • Bei Spaziergängen auf der Station begleiten • Zu leichter Aktivität ermuntern • Nur nach Rücksprache mit dem Team

Leitfragen

8. Tipp

Essen und Trinken

Mahlzeiten sind nicht nur für die Versorgung wichtig, sondern auch für Struktur, Kontakt und Sicherheit. Angehörige können bei Mahlzeiten unterstützen, Gesellschaft leisten und wichtige Hilfsmittel mitbringen. Auch hier gilt: vorher mit dem Team klären, was erlaubt und sinnvoll ist.

Leitfragen

Kontakt

Grüne Damen & Herren

Die Grünen Damen & Herren stehen den Patientinnen und Patienten sowie ihren Angehörigen mit Aufmerksamkeit und mitmenschlicher Nähe zur Seite.

gruene.damen@uniklinik-ulm.de

Delirexpert:innen

Unsere Delirexpert:innen stehen für alle Fragen rund um das Thema Delir zur Verfügung und sind telefonisch erreichbar.

  • 0731 / 500-45534
  • 0731/500-45535
  1. Gab es früher schon einmal ein Delir oder starke Verwirrtheit?
  2. Welche Medikamente nimmt die Person regelmäßig?
  3. Gibt es Schlafmittel, Beruhigungsmittel oder Alkoholgewohnheiten, die relevant sind?
  4. Bestehen Demenz, Gedächtnisprobleme oder andere kognitive Einschränkungen?
  5. Braucht die Person zu Hause Unterstützung beim Essen, Gehen oder bei der Orientierung?
  6. Was ist im Verhalten aktuell anders als sonst?
  1. Kann ich den Weg ins Krankenhaus oder zurück begleiten?
  2. Weiß die Person, wo sie gerade hinfährt und warum?
  3. Wer ist beim nächsten Ortswechsel ansprechbar und dabei?
  4. Gibt es bei Verlegungen Informationen, die ich der neuen Station direkt sagen sollte?

Leitfragen:
  1. Ist Bewegung in der aktuellen Situation erlaubt?
  2. Welche Art von Aktivität ist heute sinnvoll?
  3. Braucht die Person Unterstützung oder Aufsicht?
  4. Gibt es Sturzrisiken, die ich beachten muss?

  • Trägt die Person die richtige Brille und ihr Hörgerät?
  • Ist für sie sichtbar, welcher Tag und welche Uhrzeit ungefähr ist?
  • Weiß sie, in welchem Krankenhaus und auf welcher Station sie ist?
  • Weiß sie, warum sie gerade dort ist?

Praktische Hinweise:
  1. Langsam und deutlich sprechen
  2. Pro Satz nur eine Information
  3. Einfache Fragen stellen
  4. Blickkontakt halten
  5. Nicht drängen oder hektisch werden
  6. Sicherheit und Zuversicht vermitteln

Das sollten Sie als Angehörige möglichst weitergeben:
  • Frühere Delir-Episoden
  • Demenz oder kognitive Einschränkungen
  • Seh- oder Hörprobleme
  • Schlafgewohnheiten
  • Alkohol- oder Schlafmittelkonsum
  • Regelmäßige Medikamente
  • Unterstützungsbedarf im Alltag
  • Auffällige Verhaltensänderungen

Leitfragen

  1. Was aus dem Alltag gibt der Person normalerweise Sicherheit?
  2. Welche Gegenstände oder Rituale sind besonders vertraut?
  3. Welche Person beruhigt oder orientiert am besten?

Leitfragen:
  1. Darf die Person aktuell normal essen und trinken?
  2. Welche Konsistenz oder Kostform ist erlaubt?
  3. Hat sie ihre Zahnprothese oder andere Hilfsmittel?
  4. Hilft Gesellschaft dabei, dass mehr gegessen oder getrunken wird?

Leitfragen:
  1. Was macht die Person normalerweise gern?
  2. Welche Beschäftigung beruhigt eher, statt zusätzlich zu stressen?
  3. Gibt es ein tägliches Ritual, das wir auf der Station fortsetzen können?