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Geschlechtergleichheit

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Created on January 12, 2026

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Führungspositionen

Weltweit sind nur rund 27 % der Mitglieder nationaler Parlamente Frauen – trotz Quotenregelungen in vielen Ländern. Auch in Führungspositionen ist die Ungleichheit groß: Nur etwa 28 % der Top-Management-Jobs sind weiblich besetzt, obwohl Frauen fast 40 % der Erwerbstätigen stellen. Die COVID-19-Pandemie hat bestehende Ungleichheiten verschärft und Fortschritte bei der Gleichstellung gefährdet. Besonders betroffen: Frauen in Führungsrollen und Unternehmerinnen.

Was fordert SDG 5? SDG 5 verlangt die volle und wirksame Teilhabe von Frauen an Führungspositionen und Entscheidungsprozessen – in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Gesundheit

Frauen leben weltweit im Durchschnitt länger als Männer – etwa 73 Jahre –, doch in einigen Regionen Afrikas liegt die Lebenserwartung deutlich niedriger. Jährlich sterben rund 287.000 Frauen an Komplikationen während der Schwangerschaft oder Geburt, vor allem in Ländern mit schlechter medizinischer Versorgung. Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen und eine der führenden Todesursachen zwischen 20 und 59 Jahren. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache bei Frauen, werden aber oft unterschätzt, weil die Medizin lange den männlichen Körper als Norm genommen hat. Medikamente und Therapien sind häufig nicht ausreichend auf Frauen abgestimmt – mit gefährlichen Folgen.

Was fordert SDG 5? SDG 5 verlangt die Beendigung aller Formen von Diskriminierung gegen Frauen und Mädchen und den gleichberechtigten Zugang zu Gesundheitsversorgung. Das bedeutet:

  • Müttersterblichkeit deutlich senken
  • Geschlechtsspezifische Unterschiede in der Medizin berücksichtigen
  • Frauen weltweit eine faire Chance auf Gesundheit und medizinische Betreuung geben

Bisher erzielte Erfolge

Trotz Rückschlägen durch die Pandemie gibt es Fortschritte:

  • Das Bewusstsein für Gleichberechtigung wächst – sichtbar in Debatten über gendergerechte Sprache und Frauenquoten.
  • Frauen leisten einen entscheidenden Beitrag in der Gesundheitsversorgung: 70 % der Pflegekräfte weltweit sind Frauen.
  • Der Anteil von Frauen in Parlamenten stieg von 17 % (2010) auf 26,9 % (2024).

Was fordert SDG 5? SDG 5 verlangt, diese Fortschritte auszubauen: volle Gleichberechtigung, gleiche Chancen in Politik und Beruf und die Anerkennung der Rolle von Frauen in allen Bereichen der Gesellschaft.

Haushalt und Familie

Weltweit leisten Frauen den Großteil der unbezahlten Arbeit: Sie verbringen dreimal so viel Zeit wie Männer mit Kinderbetreuung, Pflege und Hausarbeit. Diese Arbeit wird nicht bezahlt – dadurch haben Frauen weniger Zeit für Bildung und Erwerbstätigkeit, was oft zu finanzieller Abhängigkeit führt. Während der Pandemie stieg die Belastung weiter: Frauen übernahmen den größten Anteil an zusätzlicher Care-Arbeit, und viele verließen den Arbeitsmarkt, um Kinder zu betreuen.

Was fordert SDG 5? SDG 5 verlangt die Anerkennung und gerechte Verteilung unbezahlter Care-Arbeit, z. B. durch bessere Infrastruktur, soziale Sicherung und gleiche Chancen für Frauen und Männer.

Kinderehe

Weltweit werden jedes Jahr Millionen Mädchen unter 18 Jahren zur Heirat gezwungen – oft aufgrund von Armut, fehlender Bildungschancen und gesellschaftlichen Normen. Trotz Fortschritten bleibt das Problem groß: Schätzungen zufolge könnten bis 2030 über 100 Millionen Mädchen betroffen sein, wenn keine zusätzlichen Maßnahmen ergriffen werden. Kinderehen gefährden die Gesundheit, Bildung und Zukunft von Mädchen und sind ein zentrales Hindernis für Geschlechtergerechtigkeit. SDG 5 fordert: Alle Formen von Diskriminierung und Gewalt gegen Frauen und Mädchen beenden – dazu gehört auch die Abschaffung von Kinderehen.

ArbeitplATZ

Die unbereinigte Lohnlücke („gender pay gap“) liegt in Deutschland bei rund 18 % – Frauen verdienen pro Arbeitsstunde deutlich weniger als Männer. Besonders betroffen sind Mütter, die oft schlechtere Chancen auf gut bezahlte Jobs haben. Maßnahmen wie Elternzeit für beide Eltern sollen helfen, diese Ungleichheit zu verringern. In MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) arbeiten überwiegend Männer – diese Jobs bieten höhere Einkommen und mehr Sicherheit. Frauen sind dagegen europaweit überdurchschnittlich häufig im Niedriglohnsektor beschäftigt.

Was fordert SDG 5? SDG 5 verlangt gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit, den Abbau von Diskriminierung und gleiche Chancen in allen Berufsfeldern.

Recht am eigenen Körper

Millionen Frauen und Mädchen können nicht frei über ihren Körper entscheiden – ob sie verhüten, medizinische Versorgung nutzen oder sexuelle Kontakte ablehnen. Ein geringes Bildungsniveau verstärkt die fehlende Kenntnis über grundlegende Rechte. Gewalt ist laut WHO eines der größten Gesundheitsrisiken für Frauen. Die Folgen sind gravierend: Depressionen, soziale Isolation und wirtschaftliche Abhängigkeit.

Was fordert SDG 5? SDG 5 verlangt die Beendigung aller Formen von Gewalt gegen Frauen und Mädchen, den Schutz ihrer sexuellen und reproduktiven Rechte sowie den Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung.

Geschichte der Gleichberechtigung in Deutschland

Die Gleichberechtigung von Frauen und Männern ist in Deutschland das Ergebnis langer Kämpfe und politischer Veränderungen. Wichtige Meilensteine:

  • 1919: Einführung des Frauenwahlrechts – Frauen dürfen wählen und gewählt werden.
  • 1958: Frauen dürfen ihr eigenes Vermögen verwalten.
  • 1977: Abschaffung des „Ehemann-Vetos“ – Frauen können ohne Zustimmung des Mannes berufstätig sein.
  • 1994: Das Grundgesetz verpflichtet den Staat zur aktiven Förderung der Gleichberechtigung.
  • 2005: Zum ersten Mal steht eine Frau an der Spitze der Bundesregierung.

Bezug zu SDG 5: Diese Schritte zeigen, wie wichtig gesetzliche Veränderungen für Gleichberechtigung sind. SDG 5 fordert, weltweit gleiche Rechte und Chancen für alle Geschlechter zu verwirklichen.

Gleichberechtigung weltweit

In vielen Ländern sind Frauen noch immer stark benachteiligt – trotz Fortschritten.

Beispiele:

  • In einigen Regionen dürfen Frauen nicht selbst über ihre Gesundheitsversorgung entscheiden.
  • In Afghanistan wurden nach der Machtübernahme der Taliban grundlegende Frauenrechte wieder abgeschafft.
  • In Subsahara-Afrika sind rund 34 % der Frauen vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet.
  • Weltweit sind nur etwa 47 % der Erwerbstätigen Frauen – oft, weil unbezahlte Haus- und Care-Arbeit überwiegend von Frauen übernommen wird.

Was fordert SDG 5? SDG 5 verlangt die volle Gleichberechtigung von Frauen und Männern, das Ende von Kinderehen und Diskriminierung sowie gleiche Chancen in Bildung, Arbeit und Gesundheit.

Bildung

Weltweit verbessern sich die Bildungschancen für Mädchen, doch große Unterschiede bestehen weiterhin – vor allem im globalen Süden. Hindernisse sind Armut, traditionelle Rollenbilder, frühe Heirat, Schwangerschaft, unsichere Schulwege und fehlende weibliche Vorbilder. Auch LGBTQ+-Personen erleben im Schulalltag oft Diskriminierung und Gewalt. Bildung ist entscheidend: Sie schützt vor Hunger und Krankheit, verbessert die Überlebenschancen von Kindern und stärkt Frauen, ihre Rechte wahrzunehmen und sich vor Ausbeutung zu schützen.

Was fordert SDG 5? SDG 5 verlangt gleiche Bildungschancen für Mädchen und Jungen, den Abbau von Diskriminierung und die Förderung von Frauen als Vorbilder

Gleichberechtigung aller sexuellen Orientierungen

In Deutschland ist die Ehe für alle seit 2017 erlaubt – ein wichtiger Schritt für Gleichberechtigung.Weltweit sieht die Lage jedoch anders aus:

  • In 64 Ländern sind gleichgeschlechtliche Beziehungen strafbar. In 11 Ländern droht sogar die Todesstrafe.
  • Diskriminierung und Gewalt gegen LGBTQ+-Personen sind weiterhin weit verbreitet.

Was fordert SDG 5?SDG 5 verlangt die Beendigung aller Formen von Diskriminierung – unabhängig von Geschlecht oder sexueller Orientierung – und gleiche Rechte für alle Menschen.

Rechte in Alltag und Politik

In vielen Regionen der Welt sind Frauen noch immer in ihren Rechten eingeschränkt.

Beispiele:

  • Erst seit 2018 dürfen Frauen in Saudi-Arabien offiziell Auto fahren.
  • In einigen Ländern ist es Frauen nicht erlaubt, ohne Zustimmung oder Begleitung eines männlichen Familienmitglieds das Haus zu verlassen.
  • Weltweit übernehmen Frauen nach der Geburt eines Kindes meist die Hauptverantwortung für die Betreuung – oft ohne gesellschaftliche oder staatliche Unterstützung.
  • Aktuell werden nur rund 13 % der Länder weltweit von einer Frau als Staats- oder Regierungschefin geführt.
Was fordert SDG 5? SDG 5 verlangt die volle und wirksame Teilhabe von Frauen an politischen, wirtschaftlichen und öffentlichen Entscheidungsprozessen sowie gleiche Rechte im Alltag.