Das italienische Schulsystem
1. Kindergarten und Grundschule
2. Mittelschule
3. Gymnasium
4. Fachoberschule
5. Universität
1. Kindergarten und Grundschule
Der Anfang ist der Kindergarten, oder auf Italienisch die Kindertagesstätte für Kinder von drei bis sechs Jahren. Der Kindergarten ist nicht obligatorisch, hier spielen die Kinder viel und lernen zusammen zu sein. Sie lernen die ersten sozialen Regeln und ihre Kreativität wird angeregt. Mit sechs Jahren beginnt die obligatorische Schule und die Kinder besuchen die Grundschulen. Die Grundschule dauert fünf Jahre - von sechs bis elf. In der Grundschule lernen die Kinder die Grundlagen von allem: das Wichtigste ist lesen, schreiben und rechnen. Sie haben auch Fächer wie Italienisch, Mathematik, Geschichte, Geographie,Naturwissenschaften und Englisch. Die Kinder gehen in der Regel von Montag bis Samstag vormittags zur Schule oder bis Freitag mit zwei Rückfahrten (2 Stunden mehr) am Nachmittag. Dann gibt es die privaten und öffentlichen Schulen, wie zum Beispiel von den Nonnen ( wie ich selbst) wo ich eine Nonne als Hauptlehrerin hatte.
2. Mittelschule
In Italien besuchen die Kinder nach der Grundschule (Scuola primaria) die Mittelschule, die auf Italienisch „Scuola secondaria di primo grado“ heißt. Diese Schulstufe dauert drei Jahre, normalerweise von 11 bis 14 Jahren. Die Schülerinnen und Schüler lernen viele verschiedene Fächer, zum Beispiel: Italienisch, Mathematik, Geschichte und Geografie, Naturwissenschaften (Scienze), Englisch und eine zweite Fremdsprache (meist Französisch, Spanisch oder Deutsch), Kunst (Arte e immagine), Musik (Musica), Technik (Tecnologia), Sport (Educazione fisica), Religion (Religione cattolica, freiwillig). Der Unterricht dauert normalerweise von Montag bis Samstagvormittag, aber in einigen Schulen auch nur von Montag bis Freitag. Das Schuljahr beginnt im September und endet im Juni. Am Ende jedes Jahres bekommen die Schüler Noten von 1 bis 10. Nach dem dritten Jahr gibt es eine Abschlussprüfung (Esame di Stato) mit schriftlichen und mündlichen Teilen. Wer diese Prüfung besteht, erhält das Abschlusszeugnis der Mittelschule und kann danach die Oberschule (Scuola secondaria di secondo grado) besuchen — zum Beispiel ein Liceo, eine technische oder berufliche Schule. Die Mittelschule hilft den Jugendlichen, ihr Wissen zu vertiefen, neue Interessen zu entdecken und sich auf die nächste Schulstufe vorzubereiten.
3. Gymnasium
In Italien muss man am Ende der Mittelschule eine wichtige Entscheidung für die nächsten fünf Jahre treffen. Die weiterführenden Schulen, die „Superiori“ genannt werden, bieten verschiedene Bildungswege an. Viele Jugendliche sind vierzehn Jahre alt, wenn sie wählen müssen, welchen Weg sie einschlagen wollen. Es gibt den naturwissenschaftlichen, den klassischen, den technischen und den berufsbildenden Zweig. Liceo Scientifico (Naturwissenschaftliches Gymnasium) Am Naturwissenschaftlichen Gymnasium sind die Hauptfächer Mathematik, Physik, Chemie, Biologie und Informatik, aber man lernt auch Literatur und Geschichte. Das Ziel ist es, solide naturwissenschaftliche Kenntnisse zu erwerben und sich gut auf ein technisches oder medizinisches Universitätsstudium vorzubereiten. Liceo Classico (Humanistisches Gymnasium) Wer sich mehr für Sprachen, Literatur und Geschichte interessiert, wählt oft das Humanistische Gymnasium. Dort werden Latein, Altgriechisch, Philosophie, Geschichte und italienische Literatur unterrichtet. Das Ziel ist es, analytisches Denken und sprachliche Kompetenzen zu entwickeln und die Schüler auf Universitätsstudien wie Jura, Philosophie oder Geisteswissenschaften vorzubereiten.
4. Fachoberschule
Istituto Tecnico (Technische Fachoberschule) Das Technische Institut verbindet allgemeinbildende Fächer mit technischen oder wirtschaftlichen Inhalten, zum Beispiel Wirtschaft, Technik, Informatik oder Tourismus. Dieser Bildungsweg bereitet gut auf technische Berufe oder praxisorientierte Studiengänge vor. Istituto Professionale (Berufsbildende Schule) Im Berufsbildenden Institut liegt der Schwerpunkt vor allem auf praktischen Tätigkeiten und betrieblicher Erfahrung. Die Schüler absolvieren Praktika und Berufstrainings, sodass sie nach drei oder fünf Schuljahren direkt arbeiten oder ihre Ausbildung fortsetzen können. Schlussgedanken Die Wahl der Schule ist nicht immer einfach. Die Schüler sprechen mit Eltern und Lehrern, besuchen „Open Days“ und denken über ihre Interessen und Zukunftspläne nach. Jede Schule — ob naturwissenschaftlich, humanistisch, technisch oder berufsbildend — bietet die Möglichkeit, zu wachsen und sich auf das Erwachsenenleben vorzubereiten, sei es für die Universität oder für den Beruf.
5. Universität
Nach der Oberschule können die Studenten an die Universität gehen, um ein akademisches Studium zu beginnen. In Italien ist die Universität in drei Zyklen unterteilt. Der erste Zyklus ist der „Laurea Triennale“ (Bachelor), der normalerweise drei Jahre dauert. Danach kann man den zweiten Zyklus, die „Laurea Magistrale“ (Master), machen, die zwei Jahre dauert. An der Universität gibt es viele Fakultäten, zum Beispiel Medizin, Jura, Ingenieurwesen, Wirtschaft oder Literatur. Die Studenten müssen viele Prüfungen bestehen und eine Abschlussarbeit schreiben. Die meisten Universitäten in Italien sind öffentlich, aber es gibt auch private Universitäten. In den großen Städten wie Rom, Mailand oder Bologna gibt es sehr bekannte Universitäten mit einer langen Geschichte und vielen ausländischen Studenten. Die Universität Bologna ist die älteste Universität der westlichen Welt und hat eine lange akademische Tradition. Die Universität La Sapienza in Rom ist eine der größten Europas und zieht Studenten aus der ganzen Welt an.
Das italienische Schulsystem
Alessandro Di Gennaro
Created on October 29, 2025
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Das italienische Schulsystem
1. Kindergarten und Grundschule
2. Mittelschule
3. Gymnasium
4. Fachoberschule
5. Universität
1. Kindergarten und Grundschule
Der Anfang ist der Kindergarten, oder auf Italienisch die Kindertagesstätte für Kinder von drei bis sechs Jahren. Der Kindergarten ist nicht obligatorisch, hier spielen die Kinder viel und lernen zusammen zu sein. Sie lernen die ersten sozialen Regeln und ihre Kreativität wird angeregt. Mit sechs Jahren beginnt die obligatorische Schule und die Kinder besuchen die Grundschulen. Die Grundschule dauert fünf Jahre - von sechs bis elf. In der Grundschule lernen die Kinder die Grundlagen von allem: das Wichtigste ist lesen, schreiben und rechnen. Sie haben auch Fächer wie Italienisch, Mathematik, Geschichte, Geographie,Naturwissenschaften und Englisch. Die Kinder gehen in der Regel von Montag bis Samstag vormittags zur Schule oder bis Freitag mit zwei Rückfahrten (2 Stunden mehr) am Nachmittag. Dann gibt es die privaten und öffentlichen Schulen, wie zum Beispiel von den Nonnen ( wie ich selbst) wo ich eine Nonne als Hauptlehrerin hatte.
2. Mittelschule
In Italien besuchen die Kinder nach der Grundschule (Scuola primaria) die Mittelschule, die auf Italienisch „Scuola secondaria di primo grado“ heißt. Diese Schulstufe dauert drei Jahre, normalerweise von 11 bis 14 Jahren. Die Schülerinnen und Schüler lernen viele verschiedene Fächer, zum Beispiel: Italienisch, Mathematik, Geschichte und Geografie, Naturwissenschaften (Scienze), Englisch und eine zweite Fremdsprache (meist Französisch, Spanisch oder Deutsch), Kunst (Arte e immagine), Musik (Musica), Technik (Tecnologia), Sport (Educazione fisica), Religion (Religione cattolica, freiwillig). Der Unterricht dauert normalerweise von Montag bis Samstagvormittag, aber in einigen Schulen auch nur von Montag bis Freitag. Das Schuljahr beginnt im September und endet im Juni. Am Ende jedes Jahres bekommen die Schüler Noten von 1 bis 10. Nach dem dritten Jahr gibt es eine Abschlussprüfung (Esame di Stato) mit schriftlichen und mündlichen Teilen. Wer diese Prüfung besteht, erhält das Abschlusszeugnis der Mittelschule und kann danach die Oberschule (Scuola secondaria di secondo grado) besuchen — zum Beispiel ein Liceo, eine technische oder berufliche Schule. Die Mittelschule hilft den Jugendlichen, ihr Wissen zu vertiefen, neue Interessen zu entdecken und sich auf die nächste Schulstufe vorzubereiten.
3. Gymnasium
In Italien muss man am Ende der Mittelschule eine wichtige Entscheidung für die nächsten fünf Jahre treffen. Die weiterführenden Schulen, die „Superiori“ genannt werden, bieten verschiedene Bildungswege an. Viele Jugendliche sind vierzehn Jahre alt, wenn sie wählen müssen, welchen Weg sie einschlagen wollen. Es gibt den naturwissenschaftlichen, den klassischen, den technischen und den berufsbildenden Zweig. Liceo Scientifico (Naturwissenschaftliches Gymnasium) Am Naturwissenschaftlichen Gymnasium sind die Hauptfächer Mathematik, Physik, Chemie, Biologie und Informatik, aber man lernt auch Literatur und Geschichte. Das Ziel ist es, solide naturwissenschaftliche Kenntnisse zu erwerben und sich gut auf ein technisches oder medizinisches Universitätsstudium vorzubereiten. Liceo Classico (Humanistisches Gymnasium) Wer sich mehr für Sprachen, Literatur und Geschichte interessiert, wählt oft das Humanistische Gymnasium. Dort werden Latein, Altgriechisch, Philosophie, Geschichte und italienische Literatur unterrichtet. Das Ziel ist es, analytisches Denken und sprachliche Kompetenzen zu entwickeln und die Schüler auf Universitätsstudien wie Jura, Philosophie oder Geisteswissenschaften vorzubereiten.
4. Fachoberschule
Istituto Tecnico (Technische Fachoberschule) Das Technische Institut verbindet allgemeinbildende Fächer mit technischen oder wirtschaftlichen Inhalten, zum Beispiel Wirtschaft, Technik, Informatik oder Tourismus. Dieser Bildungsweg bereitet gut auf technische Berufe oder praxisorientierte Studiengänge vor. Istituto Professionale (Berufsbildende Schule) Im Berufsbildenden Institut liegt der Schwerpunkt vor allem auf praktischen Tätigkeiten und betrieblicher Erfahrung. Die Schüler absolvieren Praktika und Berufstrainings, sodass sie nach drei oder fünf Schuljahren direkt arbeiten oder ihre Ausbildung fortsetzen können. Schlussgedanken Die Wahl der Schule ist nicht immer einfach. Die Schüler sprechen mit Eltern und Lehrern, besuchen „Open Days“ und denken über ihre Interessen und Zukunftspläne nach. Jede Schule — ob naturwissenschaftlich, humanistisch, technisch oder berufsbildend — bietet die Möglichkeit, zu wachsen und sich auf das Erwachsenenleben vorzubereiten, sei es für die Universität oder für den Beruf.
5. Universität
Nach der Oberschule können die Studenten an die Universität gehen, um ein akademisches Studium zu beginnen. In Italien ist die Universität in drei Zyklen unterteilt. Der erste Zyklus ist der „Laurea Triennale“ (Bachelor), der normalerweise drei Jahre dauert. Danach kann man den zweiten Zyklus, die „Laurea Magistrale“ (Master), machen, die zwei Jahre dauert. An der Universität gibt es viele Fakultäten, zum Beispiel Medizin, Jura, Ingenieurwesen, Wirtschaft oder Literatur. Die Studenten müssen viele Prüfungen bestehen und eine Abschlussarbeit schreiben. Die meisten Universitäten in Italien sind öffentlich, aber es gibt auch private Universitäten. In den großen Städten wie Rom, Mailand oder Bologna gibt es sehr bekannte Universitäten mit einer langen Geschichte und vielen ausländischen Studenten. Die Universität Bologna ist die älteste Universität der westlichen Welt und hat eine lange akademische Tradition. Die Universität La Sapienza in Rom ist eine der größten Europas und zieht Studenten aus der ganzen Welt an.