PROJEKTNUMMER: Κ220-VET-000155692
VET-Ressourcen-Kit
Coworking & kollaborative Arbeitsräume als Antwort auf die große Resignation und Quiet Quitting junger Berufstätiger und Unternehmer:innen!
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Einleitung:
Das RE-WORK-Projekt wurde als Reaktion auf das zunehmende Phänomen der „“Großen Resignation“ und des „quiet Quittings“ unter jungen Berufstätigen und Unternehmer:innen ins Leben gerufen. Diese Trends spiegeln eine allgemeine Abkehr von traditionellen Arbeitsformen wider und unterstreichen die Notwendigkeit innovativer Ansätze, die Motivation, Flexibilität und Zusammenarbeit fördern.
Coworking und kollaborative Arbeitsräume (CWS) bieten einen solchen Ansatz und stellen nicht nur physische Umgebungen zur Verfügung, sondern auch neue Modelle für Unternehmertum, Peer-Learning und soziale Innovation. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, hat die RE-WORK-Partnerschaft ein Ressourcen-Kit entwickelt, das darauf abzielt, die Kompetenzen von Ausbildern zu stärken und die berufliche Entwicklung junger Menschen zu fördern. Das Kit umfasst sechs miteinander verbundene Module, die sich um folgende Themen gruppieren: - Einleitung zu Coworking und kollaborativen Arbeitsräumen: Konzepte, Vorteile, Herauforderungen und Möglichkeiten.
- Bottom-up, nutzerorientiertes Coworking und CWS einschließlich bewährter Verfahren.
- Vermittlung von kollaborativen Geschäftsmodellen und Lösungen für junge Berufstätige.
- Flexible Arbeitsmethoden und innovative neue Arbeitsumgebungen.
- Selbständige Erwerbstätigkeit im kollaborativen Rahmen.
- Soziales Unternehmertum und CWS – Innovativer sozialer Wandel in der Gemeinschaft und soziale Auswirkungen.
Einleitung:
Darüber hinaus enthält das Ressourcenpaket Erfahrungsübungen zu Themen wie „Quiet Quitting“, kollaboratives Arbeiten, Sharing Economy, Co-Creation und soziales Unternehmertum sowie Unterrichtspläne und Workshop-Konzepte, die die Umsetzung in verschiedenen Schulungskontexten unterstützen. Durch die Kombination von Theorie, Praxis und anpassungsfähigen Lehrmitteln trägt dieses Ressourcenpaket zur Entwicklung resilienter, unternehmerisch denkender und sozial engagierter junger Fachkräfte bei. Im Einklang mit den Zielen von Erasmus+ soll es inklusive und innovative Antworten auf die sich wandelnde Arbeitsdynamik in Europa fördern.
AllE MODULE
Soziales Unternehmertum und CWS – Innovativer sozialer Wandel in der Gemeinschaft und soziale Auswirkungen
Coworking Konzepte, Vorteile, Herauforderungen und Möglichkeiten.
Bottom-up, nutzerorientiertes Coworking und CWS einschließlich bewährter Verfahren
Vermittlung von kollaborativen Geschäftsmodellen und Lösungen für junge Berufstätige
Flexible Arbeitsmethoden und innovative neue Arbeitsumgebungen
Selbständige Erwerbstätigkeit im kollaborativen Rahmen
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Referenzen
Einleitung:
Coworking: Konzepte, Vorteile, Herausforderungen und Möglichkeiten
Lernziele: ✅ Das Konzept und den Zweck von Coworking Spaces verstehen
✅ Die wichtigsten Vorteile wie Zusammenarbeit, Flexibilität und Gemeinschaft erkennen
✅ Herausforderungen identifizieren, denen Coworking in Bildung und Beschäftigung begegnet ✅ Kernkompetenzen erlernen, die für Coworking erforderlich sind ✅ Verknüpfung dieser Kompetenzen mit EU-Kompetenzrahmen (LifeComp, EntreComp usw.)
✅ Coworking als Modell für zukünftige, flexible und innovative Arbeit erkunden
1.1
Coworking verstehen: Zentrale Konzepte
Coworking bezeichnet Arbeitsformen in gemeinsam genutzten Räumen, in denen Berufstätige mit unterschiedlichem Hintergrund unabhängig voneinander oder auch gemeinsam arbeiten. Was Coworking Spaces (CWS) auszeichnet, ist die Kombination von Autonomie und Gemeinschaft. Es handelt sich um lebendige Ökosysteme, die aus verschiedenen Gründen junge Berufstätige, Freiberufler:innen und Start-ups anziehen. Sie sind oft darauf ausgelegt, Interaktion, Lernen und gemeinsame Ziele zu fördern, was besonders für jene wertvoll ist, die nach Stimulation jenseits der Einsamkeit ihres Homeoffice oder der Starrheit einer Unternehmensumgebung suchen.
In Coworking Spaces profitieren die Mitglieder von erweiterten Kooperationsmöglichkeiten, indem sie mit Menschen aus verschiedenen Branchen in Kontakt treten, was den Austausch von Wissen und Ideen fördert und neue Fähigkeiten und Perspektiven eröffnet. Diese Umgebungen fördern soziale Innovation und kultivieren einen Coworking-Geist, der auf Offenheit, Zusammenarbeit und Engagement in der Gemeinschaft basiert. Dieses nutzergesteuerte Modell ermöglicht es den Nutzer:innen, ihre Arbeitsumgebung so zu gestalten, dass sie ihren Bedürfnissen, Gewohnheiten und Zielen entspricht.
1.2
Was macht Coworking attraktiv?
Die Umfrageergebnisse im ReWork-Kompetenzbericht zeigen, dass junge Berufstätige nicht nur wegen der Arbeitsräume von Coworking Spaces angezogen werden, sondern auch wegen des dynamischen Ökosystems, das sie bieten. Es kann hilfreich sein, Ihren Lernenden diese Ergebnisse als reale Motivationsfaktoren zu präsentieren.Die von den Befragten genannten wichtigsten Vorteile von CWS waren die folgenden:
- Förderung des Coworking-Geistes und gemeinsamer Werte
- Interaktives Lernen
- Gemeinschaftsgefühl
- Vielfältige Perspektiven
- Partizipative Governance
- Erweiterte Möglichkeiten zur Zusammenarbeit
- Erleichterter Wissensaustausch
- Förderung sozialer Innovation
- Arbeitsautonomie und Flexibilität
Basierend auf den Erkenntnissen des Kompetenzberichts bringen CWS tatsächlich Menschen aus verschiedenen Branchen und mit unterschiedlichem Hintergrund zusammen und schaffen so vielfältige Möglichkeiten für Zusammenarbeit und gemeinsame Projekte.
Sie ermöglichen es Berufstätigen, denselben Raum zu teilen, und fördern so einen stetigen Austausch von Ideen und Erkenntnissen, der zur Entwicklung neuer Fähigkeiten und Perspektiven führen kann. Coworking-Umgebungen fungieren oft als Zentren für innovatives Denken und fördern die Entstehung neuer Ideen und sozial orientierter Geschäftspartnerschaften. Sie bieten Einzelpersonen außerdem mehr Freiheit bei der Gestaltung ihrer Arbeitszeit und der Arbeit nach ihren eigenen Vorstellungen, was zu mehr Flexibilität und Kontrolle führt.
Diese Räume fördern Werte wie Offenheit, Zusammenarbeit und Engagement in der Gemeinschaft und begünstigen eine Kultur des kollektiven Wachstums. Interaktives Lernen wird durch Workshops, Peer-Mentoring und digitale Tools gefördert, was Teamarbeit, Vernetzung und praktische Erfahrungen erleichtert.
REWORK KOMPETENZBERICHT
1.2
Was macht Coworking attraktiv?
Das gemeinschaftsorientierte Design von Coworking Spaces trägt zum Aufbau starker Verbindungen zwischen den Mitgliedern bei und fördert eine unterstützende und engagierte Arbeitskultur. Der Kontakt zu einer breiten Palette von Berufstätigen fördert die Kreativität und die Problemlösungskompetenz durch unterschiedliche Perspektiven. In einigen Fällen wenden Coworking Spaces demokratische Entscheidungsprozesse an, sodass die Mitglieder Einfluss auf die Gestaltung des Raums nehmen können. Weitere praktische Vorteile sind Kosteneinsparungen und der Zugang zu Highspeed-Internet.
Tipp
Tipp für Ausbilder:innen
Fragen Sie Ihre Lerner:innen "Was würden sie als die wichtigsten Vorteile eines gemeinsamen Arbeitsbereichs bezeichnen? Welche Art von Gemeinschaft oder Atmosphäre würde ihnen helfen, sich weiterzuentwickeln?"
Erwägen Sie den Einsatz digitaler Umfrage-Tools wie Mentimeter oder Miro Board, um Antworten zu sammeln.
1.3
Herausforderungen angehen
Sie können auf den Erkenntnissen aus den Co-Design Labs aufbauen, um Coworking-Praktiken in Ihren Berufsbildungsunterricht zu integrieren. Diese Praktiken – wie Peer Learning, flexible Zusammenarbeit und Engagement in der Praxis – bieten wirkungsvolle Möglichkeiten, um seit langem bestehende Herausforderungen in der beruflichen Aus- und Weiterbildung anzugehen, beispielsweise die Überbrückung der Kluft zwischen Ausbildung und Beschäftigung oder die Steigerung der Motivation der Lernenden.
Ein zentraler Bereich ist die Stärkung der Verknüpfungen zwischen Bildung und Arbeitsmarkt. Coworking Spaces fördern auf natürliche Weise die Interaktion mit Fachleuten aus sich schnell entwickelnden Branchen und bieten den Lernenden Einblicke in die Praxis und aktuelle Branchentrends. Sie können Coworking-Modelle in der beruflichen Aus- und Weiterbildung nutzen, um die Ausbildung besser mit den tatsächlichen Beschäftigungsanforderungen zu verknüpfen. Eine weitere Herausforderung, mit der die Berufsbildung häufig konfrontiert ist, ist die begrenzte Fokussierung auf transversale Kompetenzen. Durch Workshops, Seminare und Mentoring tragen Coworking Spaces zur Entwicklung von zentralen Kompetenzen wie digitaler Bildung, Unternehmertum und Kommunikation bei – Formate, die Sie in Ihre Berufsbildung integrieren können. Die Einbindung ähnlicher Formate in die berufliche Aus- und Weiterbildung kann die Anpassungsfähigkeit und Relevanz der Lernenden in einem sich wandelnden Arbeitsmarkt verbessern.
1.3
Herausforderungen angehen
Schließlich bieten Coworking Spaces durch die Förderung von Unternehmertum und Innovation eine echte Alternative zu herkömmlichen Karrierewegen. Durch den Zugang zu Mentor:innen, Netzwerken von Gleichgesinnten und Kontakten zu Investor:innen schaffen sie ein Umfeld, das Selbstständigkeit und Start-up-Ideen fördert. Wenn Sie die Förderung des Unternehmertums in Ihre Ausbildung integrieren, befähigen Sie die Lernenden, innovative, unabhängige Karrierewege jenseits traditioneller Berufe zu beschreiten.
Wenn Sie Ihre Lernenden auf diese Herausforderungen vorbereiten und ihnen die richtige Denkweise und die richtigen Tools an die Hand geben, ebnen Sie ihnen den Weg zum Erfolg.
1.4
Kernkompetenzen für Erfolg im Coworking
Mit der Weiterentwicklung der modernen Arbeitswelt gewinnen Coworking Spaces für junge Berufstätige, Unternehmer:innen, Freiberufler:innen und Remote-Mitarbeiter:innen zunehmend an Bedeutung. Diese gemeinsam genutzten Arbeitsräume erfordern besondere Fähigkeiten, die über technisches Fachwissen hinausgehen. Für Anbieter beruflicher Aus- und Weiterbildung (Vocational Education and Training - VET) bedeutet dieser Wandel eine Chance, aber auch eine Verantwortung, Lernende nicht nur auf bestimmte Berufe vorzubereiten, sondern sie auch dazu zu befähigen, in flexiblen, kollaborativen und innovationsorientierten Umgebungen wie Coworking Spaces aufzublühen.
Basierend auf den Ergebnissen der Umfrage Coworking & Coworking Spaces für junge Berufstätige und Unternehmer:innen, die im Kompetenzbericht* zusammengefasst sind, haben sich die folgenden Kompetenzen als wesentlich für den Erfolg im Coworking herausgestellt. Diese Erkenntnisse bieten eine klare Orientierung für die Gestaltung von Berufsbildungsprogrammen und zeigen Bereiche auf, in denen Lernende strukturierte Möglichkeiten benötigen, um diese Kompetenzen zu üben und zu entwickeln. Durch die Integration dieser Fähigkeiten in Ihre Kurse können Sie die Lernenden besser auf zukunftsorientierte Karrierewege vorbereiten und die Autonomie, Kreativität und Anpassungsfähigkeit fördern, die auf dem heutigen Arbeitsmarkt erforderlich sind.
Kompetenzbericht
Kernkompetenzen für Erfolg im Coworking
1.4
Kommunikation und Zusammenarbeit
Zeitmanagement und Organisation
Anpassungsfähigkeit und Flexibilität
Selbstmotivation und Disziplin
Coworking lebt von Interaktion. Lernende müssen in der Lage sein, effektiv mit anderen zusammenzuarbeiten, Ideen auszutauschen und zur gemeinsamen Problemlösung beizutragen. Ausgeprägte zwischenmenschliche Kommunikations- und Teamfähigkeiten sind entscheidend für den Austausch von Feedback, den Aufbau von Vertrauen und die gemeinsame Arbeit mit vielfältigen Fachleuten in geteilten Räumen.
In flexiblen, unstrukturierten Umgebungen müssen Lernende in der Lage sein, ihre Zeit selbstständig zu managen. Dazu gehört es, Aufgaben zu priorisieren, erreichbare Fristen zu setzen, trotz Ablenkungen konzentriert zu bleiben und ihre Arbeitsbelastung effektiv zu organisieren, um Ziele ohne ständige Beaufsichtigung zu erreichen.
Coworking Spaces bringen oft Menschen mit unterschiedlichen Arbeitsgewohnheiten, Tools und Routinen zusammen. Berufsbildungslernende sollten dazu ermutigt werden, sich mit Veränderungen anzufreunden, mit Unsicherheiten umzugehen und sich mit Selbstvertrauen und Resilienz an neue Umgebungen, Menschen und Arbeitsabläufe anzupassen.
Ohne traditionelle Hierarchien oder Beaufsichtigung ist Coworking auf die persönliche Motivation angewiesen. Die Lernenden müssen in der Lage sein, Initiative zu ergreifen, sich ihren Aufgaben verpflichtet zu fühlen und ohne Druck von außen produktiv zu bleiben. Die Förderung der inneren Motivation ist sowohl für die selbstständige als auch für die teamorientierte Arbeit von entscheidender Bedeutung.
1.4
Kernkompetenzen für Erfolg im Coworking
Vernetzung und Beziehungsaufbau
Einer der größten Vorteile von Coworking ist der Zugang zu einer vielfältigen beruflichen Gemeinschaft. Berufsbildungslernende sollten die Fähigkeit entwickeln, bedeutsame Beziehungen aufzubauen, sich am Peer-Learning zu beteiligen und kollaborative oder unternehmerische Möglichkeiten zu erkunden, die sich durch Vernetzung ergeben.
1.5
EU-Kompetenzabgleich im Überblick
Diese Kompetenzen stehen in engem Zusammenhang mit wichtigen europäischen Kompetenzrahmen wie EntreComp, DigiComp, GreenComp, LifeComp und der ESCO-Klassifikation, was ihre Relevanz für Berufsbildungslehrpläne in der gesamten EU unterstreicht. Die europäischen Kompetenzrahmen bieten strukturierte Leitlinien in bestimmten Bereichen:
- EntreComp fördert unternehmerisches Denken und Wertschöpfung;
- DigiComp konzentriert sich auf digitale Kompetenz für Arbeit und Leben; GreenComp unterstützt die Entwicklung von Kompetenzen im Bereich der Nachhaltigkeit; und
- LifeComp deckt persönliche, soziale und Lernkompetenzen für persönliches Wachstum und bürgerschaftliches Engagement ab.
- Ergänzend dazu dient die ESCO-Klassifikation als mehrsprachiges Referenzsystem, das für den EU-Arbeitsmarkt relevante Fähigkeiten, Kompetenzen und Berufe kategorisiert.
Ihr transversales Kompetenzmodell ist so konzipiert, dass es mit den oben genannten Rahmen in Bildungs- und Beschäftigungskontexten übereinstimmt und deren Umsetzung unterstützt.
Im Kompetenzbericht und Entwicklungsplan haben wir eine detaillierte Zuordnung der identifizierten Kompetenzen zu den europäischen Rahmen vorgenommen, um sicherzustellen, dass die identifizierten Kompetenzen sowohl im europäischen Bildungs- als auch im europäischen Arbeitsmarktkontext anerkannt und anwendbar sind.
1.5
EU-Kompetenzabgleich im Überblick
1.4
EU-Kompetenzabgleich im Überblick
Daher kann der Kompetenzbericht als ergänzendes und praktisches Tool für Berufsbildungsanbieter dienen, die ihre Ausbildungsprogramme aktualisieren oder bereichern möchten.
Tipps für Ausbilder:innen:
Tipp
Übung zum Erfassen von Fähigkeiten: Bitten Sie die Lernenden, sich mithilfe eines Flipcharts selbst in Bezug auf jede Fähigkeit zu bewerten und konkrete Möglichkeiten zur Verbesserung der Fähigkeiten mit der niedrigsten Punktzahl zu identifizieren.
Stellen Sie Fragen, die zum Nachdenken anregen: Wenn Sie die wichtigsten Fähigkeiten vorstellen, die in Coworking Spaces benötigt werden, beziehen Sie die Lernenden in eine aktive Diskussion ein, um jede Fähigkeit mit ihren eigenen Erfahrungen zu verknüpfen, und sammeln Sie die Antworten auf Miro oder in einer Wortwolke. Versuchen Sie, folgende Fragen zu stellen:
- Was erleichtert oder erschwert die Kommunikation in gemeinsamen Arbeitsräumen?
- Welche Strategien wenden Sie an, um produktiv zu bleiben, wenn niemand Ihre Arbeit beaufsichtigt?
- Wie bleiben Sie konzentriert, wenn Sie sich nicht in einem traditionellen Klassenzimmer oder Büro befinden?
- Haben Sie jemals einen Kontakt geknüpft, der zu einer beruflichen Chance geführt hat?
Fazit: Von passiver Teilnahme zu aktiver Gestaltung
1.6
Coworking Spaces sind ein Beispiel dafür, wie die Zukunft der Arbeit aussehen wird: flexibel, menschenzentriert, innovationsgetrieben. Damit die berufliche Aus- und Weiterbildung relevant bleibt, muss Ihr Unterricht die Lernenden darauf vorbereiten, sich an diesen Räumen zu beteiligen und sie mitzugestalten.
Durch die Integration von Coworking-Fähigkeiten in Ihren Lehrplan können Sie:
- die Fähigkeit junger Berufstätiger zur Zusammenarbeit und Führung stärken
- die Motivation und Unabhängigkeit der Lernenden steigern
- sie für flexible, freiberufliche oder hybride Rollen rüsten
- soziale und ökologische Verantwortung im beruflichen Kontext fördern.
Reflexion für Ausbilder:innen: Inwiefern überschneidet sich Coworking mit den Qualifikationsanforderungen Ihrer Lernenden? Welcher Aspekt der Coworking-Kultur könnte für sie neu oder herausfordernd sein?
Coworking ist nicht nur ein Trend, sondern eine Veränderung in der Denkweise. Helfen Sie Ihren Lernenden, die Veränderung anzuführen.
Bottom-up, nutzerorientiertes Coworking und CWS einschließlich bewährter Verfahren
Lernziele: Am Ende dieses Kapitels werden Sie in der Lage sein:
✅ zu erklären, was Coworking Spaces Bottom-up und nutzerorientiert macht.
✅ traditionelle Arbeitsräume mit kollaborativen, gemeinschaftsorientierten Modellen zu vergleichen.
✅ ein Coworking-Konzept zu entwerfen, das die tatsächlichen Bedürfnisse der Nutzer:innen und gemeinsame Werte widerspiegelt.
✅ in Teams mit Co-Creation-Methoden und Nutzer:innen-Personas zusammenzuarbeiten.
Aktivitäten
Einleitung: Die Relevanz von Coworking in der modernen Berufsbildung
Die Arbeitswelt verändert sich – und zwar schnell. Junge Menschen überdenken, was sie sich von ihrer Karriere erwarten. In ganz Europa wenden sich immer mehr junge Berufstätige von starren Strukturen, traditionellen Büros und Top-down-Management ab. Der Anstieg von Trends wie der „Great Resignation“ (dt. ca. „große Kündigung“) und dem „Quiet Quitting“ (dt. ca. „stille Kündigung“) zeigt uns, dass sich viele Menschen bei der Arbeit nicht mehr gesehen, geschätzt oder inspiriert fühlen (Parker & Horowitz 2022; REWORK, 2024b; Sull et al. 2022).
Coworking Spaces sind sich weiterentwickelnde Umgebungen, in denen Autonomie, Flexibilität und die Mitgestaltung durch die Nutzer:innen im Vordergrund stehen. Weitere Informationen zu Coworking finden Sie in Kapitel 1. In diesem Kapitel wird untersucht, wie Lernende an der Gestaltung dieser Umgebungen mitwirken können. Die heutige Generation sucht nach Flexibilität, Sinnhaftigkeit, Gemeinschaftsgefühl und Möglichkeiten für gemeinsames Wachstum.
Einleitung: Die Relevanz von Coworking in der modernen Berufsbildung
Coworking und kollaborative Arbeitsräume (Collaborative Workspaces - CWS) gehören zu den sichtbarsten Antworten auf diese Veränderungen – allerdings nicht jede Art von Coworking. Der Fokus liegt vielmehr auf Bottom-up, nutzerorientiertem Coworking: Arbeitsplätze, die mit und für die Menschen gestaltet sind, die sie nutzen.
Diese Räume 1) befähigen die Nutzer:innen, ihre Arbeitsumgebung mitzugestalten, 2) fördern die Zusammenarbeit, den Austausch von Feedback und gemeinsame Entscheidungsfindung und 3) fördern Fähigkeiten wie Kommunikation, Selbstmanagement und Teamarbeit.
Für Lehrkräfte in der beruflichen Aus- und Weiterbildung ist dies von Bedeutung. Denn es reicht nicht aus, nur technische Fähigkeiten zu vermitteln – wir müssen die Lernenden auch darauf vorbereiten, wie und wo sie arbeiten werden. Das bedeutet, ihnen zu vermitteln, worum es beim Coworking wirklich geht, wie man in flexiblen, gemeinsam gestalteten Arbeitsräumen aufblüht und wie man Räume und Systeme schafft, die den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen entsprechen.
Dieses Kapitel soll Ihnen dabei helfen, genau dies zu tun.
Lassen Sie uns gemeinsam erkunden, wie Coworking Ihren Lernenden nicht nur dabei helfen kann, einen Arbeitsplatz zu finden, sondern auch die Zukunft der Arbeit selbst mitzugestalten.
Was bedeutet eigentlich „Bottom-up“ und „nutzerorientiert“?
Bevor Sie Ihren Lernenden Wissen über Coworking vermitteln können, ist es wichtig zu verstehen, was diese Räume von traditionellen Arbeitsplätzen unterscheidet. Bottom-up-orientierte, nutzergesteuerte Coworking Spaces sind mehr als nur gemeinsam genutzte Schreibtische – sie werden von den Menschen geprägt, die sie nutzen. Die Mitglieder arbeiten nicht nur dort, sondern gestalten auch die Kultur mit, wählen die Tools aus und beeinflussen die Entwicklung des Raums. In einem Bottom-up-Coworking-Modell kommt die Macht nicht von oben, sondern geht von den Nutzer:innen aus. Diese Struktur wird durch Untersuchungen zu gemeinschaftsorientierten Coworking Spaces gestützt, die sich durch ihren Fokus auf gegenseitige Hilfe und demokratisches Design von unternehmerisch geführten Modellen unterscheiden (Avdikos & Iliopoulou, 2019; Stockdale & Avdikos, 2025). Freiberufler:innen, Unternehmer:innen und Remote-Arbeiter:innen bringen ihre Bedürfnisse, Ideen und Energie ein – und der Raum passt sich ihnen an. Dies erfordert eine Abkehr von traditionellen Hierarchien hin zu einem offeneren, reaktionsschnellen Führungsstil. Die Menschen werden ermutigt, Initiative zu ergreifen, Verantwortung zu teilen und den Raum gemeinsam zu verbessern.
Diese Räume folgen auch einer nutzerorientierten Denkweise. Das bedeutet, dass sie sich ständig weiterentwickeln. Es gibt keine endgültige Version – nur Feedback, Updates und kontinuierliche Veränderungen. Dieser „Beta-Raum”-Ansatz behandelt den Arbeitsraum als ein lebendiges System, das sich ständig auf der Grundlage der Bedürfnisse seiner Mitglieder verbessert. Er trägt dazu bei, ein Gefühl der Eigenverantwortung, Zugehörigkeit und Innovation zu schaffen, das in starren Büroumgebungen nicht zu finden ist. Tipp für Ausbilder:innen: Fragen Sie Ihre Lernenden: Was würde einen Raum zu „ihrem“ Raum machen? Wie würden sie einen Arbeitsplatz verändern, damit er ihren Bedürfnissen entspricht?
Das Herzstück des Ganzen: Was macht gemeinschaftlich organisiertes Coworking so besonders?
2.1
Gemeinschaftlich organisierte Coworking Spaces entstehen von der Basis aus – in der Regel initiiert von kleinen Gruppen von Berufstätigen, die auf eine kooperativere und unterstützendere Art und Weise arbeiten möchten. Diese Räume basieren auf Werten wie Kollektivismus und sozialer Innovation. Hier sind ihre Merkmale:
- Die Mitglieder helfen bei der Entscheidungsfindung und verwalten den Raum oft selbst.
- Es herrscht ein starkes Gefühl der Verbindlichkeit und gegenseitigen Unterstützung.
- Die Menschen arbeiten über Projekte, Branchen und Hintergründe hinweg zusammen.
- Die Atmosphäre ist offen, vielfältig und reich an informellem Lernen.
Bei gemeinschaftlich organisiertem Coworking geht es nicht nur darum, Mietkosten zu sparen. Es geht darum, einen gemeinsamen Raum zu schaffen, in dem Menschen sich weiterentwickeln können – sowohl beruflich als auch persönlich. Deshalb sind viele dieser Räume auf Interaktion ausgelegt, mit offenen Grundrissen, Gemeinschaftsbereichen und Veranstaltungen, die zu spontanem Austausch anregen.
Die häufigsten fünf Grundwerte sind:
Traditionelle Büros sind in der Regel fest und formell. Sie gehören oft einem einzigen Unternehmen, sind mit langfristigen Mietverträgen verbunden und werden von oben nach unten gemanagt. Die Interaktion ist begrenzt, die Privatsphäre hoch und Veränderungen vollziehen sich nur langsam. Basierend auf dem Kompetenzbericht und Entwicklungsplan sowie dem Leitfaden für bewährte Methoden haben wir festgestellt, dass Bottom-up-Coworking-Spaces (siehe auch Garrett et al. 2017; Berdicchia et al. 2023) folgende Eigenschaften aufweisen:
Anpassungs-fähig
Interaktiv
Empowering
Flexibel
Sie entscheiden, wie und wann Sie arbeiten.
Ihre Stimme und Ihre Präsenz zählen.
Der Raum entwickelt sich mit Ihnen weiter.
Sie treffen Menschen außerhalb Ihres eigenen Fachgebiets.
Gewinnorientierte Coworking Spaces verfügen zwar über ähnliche Ausstattung und Dienstleistungen, bieten jedoch nicht immer dieselbe Kultur der Teilhabe und Fürsorge. Die Befragten betonten die Bedeutung einer partizipativen Kultur, demokratischer Entscheidungsfindung und der Gemeinschaftszugehörigkeit in Coworking Spaces (REWORK, 2024a). In diesen Modellen überwiegen oft die geschäftlichen Ziele gegenüber den Beiträgen der Gemeinschaft.
Wenn Sie das Thema Coworking unterrichten, helfen Sie den Lernenden dabei zu verstehen, dass es nicht nur darum geht, wo man arbeitet. Es geht darum, wie man arbeitet – und mit wem man arbeitet. Bottom-up-Coworking bereitet sie auf eine Welt vor, in der Erfolg geteilt wird, selbstbestimmt ist und durch Vernetzung entsteht.
Leitfaden für bewährte Methoden
Kompetenzbericht und Entwicklungsplan
Lernen von den Besten: Konkrete Beispiele für Coworking und Berufsbildung in der Praxis
2.2
Es ist eine Sache, über Coworking zu sprechen, aber eine andere, es in der Praxis zu sehen. In ganz Europa gibt es bereits viele inspirierende Initiativen, die kollaborative Arbeitsräume mit beruflicher Aus- und Weiterbildung (Vocational Education and Training - VET) verbinden. Diese Beispiele zeigen, wie CWS in reale Lernumgebungen umgewandelt werden können. Hier sind einige Beispiele aus unserem Leitfaden für bewährte Methoden, den Sie auf unserer Website finden (REWORK, 2024b).
Forwardspace (Estland):
Working Space Madrid (Spanien):
Impact Hub Athens (Griechenland):
Ein dynamischer Coworking- und Innovationsraum, der sich auf soziales Unternehmertum und den Aufbau von Gemeinschaften unter jungen Berufstätigen in flexiblen, ressourcenreichen Umgebungen konzentriert. Impact Hub Athens verbindet praktisches Lernen, flexible Mitgliedschaft und projektbasierte Zusammenarbeit. Er ist dafür bekannt, dass er Lernende durch partizipative Praktiken, maßgeschneiderte Module und lokale Partnerschaften direkt in die Gestaltung des Raums einbezieht – ein starkes Beispiel für Bottom-up-Bildung in der Praxis (REWORK, 2024b).
Forwardspace befindet sich in Pärnu und bietet eine inklusive und dynamische Coworking-Umgebung mit 24/7-Zugang, Highspeed-WLAN und flexiblen Arbeitsbereichen. Es ist stark gemeinschaftsorientiert und wurde in Zusammenarbeit mit lokalen Berufstätigen, Start-ups und Investor:innen aufgebaut. Der Raum beherbergt regelmäßig Vernetzungsveranstaltungen und Schulungen und ist damit ein echtes Lern- und Kooperationszentrum, das sich an den sich wandelnden Bedürfnissen seiner Mitglieder orientiert (REWORK, 2024b).
Eine gemeinnützige, gemeinschaftsorientierte Coworking-Initiative, die Berufstätige in der Kreativ- und Technologiebranche unterstützt. Bekannt für sein Peer-Mentoring, Veranstaltungen zum Austausch von Fähigkeiten und Workshops zur beruflichen Weiterentwicklung, bietet es eine erschwingliche, einladende Umgebung. Die Nutzer:innen tragen aktiv zur Gestaltung der Dienstleistungen bei und verkörpern die Prinzipien der Zusammenarbeit, Empowerment und Barrierefreiheit (REWORK, 2024b).
Tipp
Einblick für Ausbilder:innen: Erwägen Sie, sich an Coworking Spaces in Ihrer Umgebung zu wenden. Könnten Ihre Lernenden diese besuchen, gemeinsam ein Projekt entwickeln oder sogar einen Mini-CWS auf dem Campus testen?
2.3
Coworking unterrichten: Methoden, die funktionieren
Beim Unterrichten von Bottom-up-Coworking geht es nicht nur darum, Informationen zu vermitteln, sondern eine Lernerfahrung zu schaffen, die sich wie Coworking selbst anfühlt. Das bedeutet, die Lernenden einzubeziehen, ihnen eine Stimme und Wahlmöglichkeiten zu geben und flexible, partizipative Methoden anzuwenden.
Unterrichten wie ein:e Coworker:in: Anwendung von Prinzipien der Erwachsenenbildung
2.3
Erwachsene Lernende bringen Erfahrung, Motivation und ihre eigenen Ziele mit. Diese Prinzipien (bekannt als Andragogik) passen perfekt zu Coworking-Werten wie Autonomie und Zusammenarbeit. Wie Knowles (1984) erklärt, ist Erwachsenenbildung am effektivsten, wenn sie selbstgesteuert, erfahrungsbasiert, relevant und problembezogen ist.
So funktioniert es am besten:
Jenseits des Frontalunterrichts: Passende Methoden für den Coworking-Geist
2.4
Nutzen Sie diese lernerzentrierten Ansätze, um echtes Engagement zu schaffen. Diese Methoden spiegeln zentrale Kompetenzen wider, die in der Coworking-Forschung identifiziert wurden – wie Kommunikation, Anpassungsfähigkeit und Co-Creation –, die durch Lernautonomie und Zusammenarbeit gefördert werden (Spinuzzi et al., 2019):
Diese Methoden helfen den Lernenden, die zentralen Werte des Coworkings – wie Flexibilität, gemeinsame Gestaltung und Autonomie – zu erleben und gleichzeitig wichtige Fähigkeiten zu erwerben.
Im ANHANG finden Sie zwei Übungen für die erfahrungsbasierte Ausbildung sowie einen Unterrichtsplan, die auf unserem Leitfaden für bewährte Methoden und unserem Kompetenzbericht und Fahrplan basieren.
Reflexionsfrage: Wie kann partizipatives Design in Ihrem eigenen Berufsbildungsumfeld angewendet werden?
Good Practice-Leitfaden
Kompetenz-Roadmap
Fazit: Lehren für eine kollaborative Zukunft
2.5
Bottom-up, nutzerorientiertes Coworking ist nicht nur ein Trend am Arbeitsplatz – es ist eine Antwort darauf, wie Menschen heute leben und arbeiten möchten. Es geht um Empowerment, Autonomie und Gemeinschaft. Und genau das sollte die moderne berufliche Aus- und Weiterbildung fördern. Als Lehrkraft in der beruflichen Aus- und Weiterbildung sind Sie in einer starken Position, um:
- Lernende mit Fähigkeiten für flexible, selbstbestimmte Karrieren auszustatten
- Neue Arbeitsweisen zu inspirieren, die Partizipation, Verantwortung und geteilte Führung wertschätzen
- Jungen Menschen dabei zu helfen, nicht nur Arbeitssuchende zu sein, sondern Schöpfer:innen, Mitwirkende und Gestalter:innen der Veränderung
Indem Sie Coworking-Prinzipien in Ihren Unterricht integrieren – und insbesondere indem Sie in Ihrem Klassenzimmer Bottom-up- und nutzerorientierte Ansätze vorleben –, bereiten Sie Ihre Lernenden auf mehr als nur eine Anstellung vor. Sie ermöglichen ihnen den Zugang zu sinnstiftender Arbeit, lebenslanger Anpassungsfähigkeit und einer aktiven Rolle bei der Mitgestaltung der Arbeitswelt von morgen. Die Tools sind da. Die Werte sind klar. Die Zeit ist reif.
ANHANG – ÜBUNGEN FÜR DIE ERFAHRUNGSBASIERTE AUSBILDUNG
2.6
Die im Anhang vorgestellten Übungen für die erfahrungsbasierte Ausbildung sind methodisch auf die im Re-Work Kompetenzbericht und Entwicklungsplan identifizierten Schlüsselkompetenzen abgestimmt, darunter Kommunikation, Zeitmanagement, Anpassungsfähigkeit, Selbstmotivation und Beziehungsaufbau. Diese Übungen sollen die Entwicklung genau jener übergreifenden Fähigkeiten fördern, die junge Berufstätige benötigen, um in kollaborativen, flexiblen Arbeitsumgebungen erfolgreich zu sein.
Kompetenzbericht und Entwicklungsplan
Erfahrungsbasierte Übung: Schaffung eines Beta-Raums - Gemeinsames Entwerfen eines benutzerorientierten CWS-Prototyps
2.7
Dauer: ~ 90 MinutenFormat: online, hybrid oder offlineMaterialien:
- Virtuelles Whiteboard (z. B. Miro, Padlet) oder Flipcharts
- Post-its oder Haftnotizen-Tools
- Marker
- Arbeitsblätter (Benutzerprofil, Design-Canvas)
- Optional: Ausgedruckte Beispiele für reale CWS. Vorgefertigte Nutzer:innen-Personas.
Ziel: Simulation benutzergesteuerter Designprozesse in CWS zur Förderung von Kreativität, gemeinsamer Gestaltung und kritischer Reflexion.
Lernziele:
- Die Prinzipien des Bottom-up, nutzerorientierten Coworking-Designs verstehen.
- Die Prinzipien von Co-Design, Teamarbeit und nutzerorientiertem Denken verstehen.
- Reflektieren, wie Raum, Dienstleistungen und Werte bei der Innovation von Arbeitsräumen zusammenwirken.
Beschreibung: In dieser Übung erkunden die Lernenden, was es bedeutet, einen Coworking Space zu schaffen, der sich an die tatsächlichen Bedürfnisse der Nutzer:innen anpasst. Sie wenden Bottom-up- und nutzerorientierte Designprinzipien an, indem sie einen Prototyp für einen Coworking Space von Grund auf neu entwerfen – nicht basierend auf Managemententscheidungen, sondern auf Grundlage von Nutzer:innen-Personas, die sie selbst entwerfen.
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Erfahrungsbasierte Übung: Schaffung eines Beta-Raums - Gemeinsames Entwerfen eines benutzerorientierten CWS-Prototyps
2.7
- Einführung (10 Min.): Erklären Sie, was ein Beta-Raum ist: ein Arbeitsplatz, der nie „fertig“ ist – er entwickelt sich aufgrund von Feedback ständig weiter. Erläutern Sie Bottom-up- und nutzerorientierte Prinzipien anhand eines realen Coworking-Beispiels.
- Teilen Sie die Lernenden in Gruppen von drei bis fünf Personen ein.
- Erstellung einer Nutzer:innen-Persona: Erstellen Sie in Ihren Gruppen eine:n fiktive:n Coworking-Nutzer:in mit Namen, Beruf, Zielen, Herausforderungen, Frustrationen und Anforderungen an den Arbeitsbereich. Sie haben 15 Minuten Zeit.Tipp: Sie können für diese Aufgabe eine Persona-Vorlage verwenden.
- Ramgestaltung (30 Min.): Nachdem die Lernenden eine Persona erstellt haben, entwirft die Gruppe auf dieser Grundlage ein Coworking-Konzept: Wie sieht die Raumaufteilung aus (Zonen, Ruhebereiche, Besprechungsräume)? Welche Dienstleistungen bietet der Raum (gemeinsame Mittagessen, Mentoring, Ausstattung)? Wer entscheidet was? Welche Veranstaltungen und Rituale sind in der Gemeinschaft verankert?
- Iteration (10 Min.): Die Gruppe präsentiert ihre Idee einem anderen Team, erhält schnelles Feedback und passt ihr Design auf Grundlage der Rückmeldungen an.
- Präsentation (20 Min.): Die Gruppen präsentieren nun ihr Design der gesamten Gruppe. Jede Präsentation sollte Folgendes enthalten: Was waren Ihre Designprioritäten? Wie haben die Bedürfnisse der Nutzer:innen Ihre Entscheidungen beeinflusst? Was hat Sie bei der gemeinsamen Gestaltung eines Arbeitsplatzes überrascht?
Tipp für Ausbilder:innen:
Tipp
- Sie haben nur wenig Zeit? Überspringen Sie die Präsentation und das Feedback.
- Sie unterrichten online? Nutzen Sie Breakout-Räume und ein gemeinsames Miro-Board.
- Für fortgeschrittene Lernende: Vergeben Sie „konfliktbehaftete” Nutzerpersönlichkeiten für die Gestaltung eines gemeinsamen Raums, um die Komplexität zu erhöhen.
Erfahrungsbasierte Übung: Schaffung eines Beta-Raums - Gemeinsames Entwerfen eines benutzerorientierten CWS-Prototyps
2.7
Bezug zur Praxis: Diese Übung spiegelt wider, wie sich viele echte Coworking Spaces (z. B. Impact Hub oder Working Space Madrid) entwickeln: nicht durch Top-down-Entscheidungen, sondern durch kontinuierliches Feedback der Mitglieder.
Tools:
- Miro ist eine Online-Plattform für kollaborative Whiteboards, die sich ideal für Brainstorming, Prototyping und Gruppenarbeit in Echtzeit eignet. Im Kontext von Coworking und beruflicher Aus- und Weiterbildung wird sie genutzt, um gemeinsam Coworking-Space-Layouts zu entwerfen, Dienstleistungen zu planen und Gruppenideen während Workshops oder Designübungen visuell zu organisieren. Sie fördert die interaktive Teilnahme, unabhängig davon, ob es sich um Online-, Hybrid- oder Präsenzveranstaltungen handelt. Weitere Informationen: https://miro.com.
- Padlet ist eine benutzerfreundliche virtuelle Pinnwand, auf der Lernende Haftnotizen, Bilder, Dokumente und Links posten können. Es ist ein flexibles Tool für asynchrone Zusammenarbeit, das häufig verwendet wird, um Nutzer:innen-Personas zu sammeln, Ideen auszutauschen oder Design-Inputs während Coworking-Simulationen zu dokumentieren. Dank seiner Einfachheit ist es sowohl für Einzelpersonen als auch für Gruppen effektiv. Entdecken Sie Padlet hier: https://padlet.com.
Erfahrungsbasierte Übung: Die Zukunft der Arbeit – Gestaltung von Arbeitsräumen für das Jahr 2040
2.8
Dauer: 90 MinutenFormat: Präsenzunterricht, online oder hybridMaterialien:
- Karten mit Zukunftsthemen (z. B. „KI-Mitarbeiter:innen“, „Vier-Tage-Woche“, „Klimaveränderungen“)
- Leere Designvorlagen
- Marker, Haftnotizen, digitale Whiteboards (Miro, Jamboard)
- Optional: Timer, Musik-Playlist zur Steigerung der Kreativität
Ziel: Um den Lernenden dabei zu helfen, kritisch und kreativ darüber nachzudenken, wie sich Coworking weiterentwickeln könnte, wird in dieser Übung spekulatives Design eingesetzt, um zukünftige Trends in den Bereichen Arbeit, Gesellschaft und Zusammenarbeit zu untersuchen. Die Lernenden versetzen sich in das Jahr 2040 und entwickeln eine Vision für einen Coworking Space, der zukünftige Bedürfnisse und Werte widerspiegelt – und damit den flexiblen, nutzerorientierten Charakter von Coworking unterstreicht.
Lernziele:
- Kreative Problemlösung und zukunftsorientiertes Denken üben
- Verstehen, wie externe Faktoren (Technologie, Gesellschaft, Klima) das Coworking beeinflussen
- Teamarbeit, Präsentations- und Vorstellungsfähigkeiten stärken
- Über Anpassungsfähigkeit, Nachhaltigkeit und soziale Innovation am Arbeitsplatz reflektieren
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Erfahrungsbasierte Übung: Die Zukunft der Arbeit – Gestaltung von Arbeitsräumen für das Jahr 2040
2.8
1. Kurzvorstellung der Zeitreise (10 Min.): Stellen Sie das Konzept des spekulativen Designs vor – die Nutzung von Vorstellungskraft und Fakten, um mögliche Zukunftsszenarien zu entwerfen. Präsentieren Sie zwei bis drei Zukunftstrends (z. B. mehr Freiberufler:innen, Klimaresilienz, vollständig remote arbeitende Teams).
2. Start der Zeitreise (5 Min.): Jede Gruppe zieht eine Karte mit einer Vorlage, die ein mögliches Szenario im Jahr 2040 beschreibt.
3. Designphase (40 Min.): Die Gruppen entwickeln ein Coworking-Konzept, das zu ihrem Szenario passt:
- Zielgruppe
- Raumgestaltung
- Governance und Entscheidungsfindung
- Dienstleistungen und Tools
- Gemeinschaftsrituale/Veranstaltungen
4. Präsentation (20 Min.): Jede Gruppe stellt ihr Coworking-Modell einem simulierten „Ministerium für Zukunftsarbeit“ vor.
5. Nachbesprechung (15 Min.)
- Welche Werte sind trotz des Zeitsprungs gleich geblieben?
- Wie haben sich Bottom-up-/nutzerorientierte Ideen in den Zukunftsmodellen niedergeschlagen?
- Könnten einige dieser Ideen schon jetzt umgesetzt werden?
Tipp für Ausbilder:innen:
Tipp
- Sie haben nur wenig Zeit? Geben Sie allen Gruppen das gleiche Szenario.
- Sie möchten tiefer in die Materie einsteigen? Fügen Sie eine Recherchephase mit mobilen/Internetrecherchetools hinzu.
- Für fortgeschrittene Lernende: Vergeben Sie „konfliktbehaftete” Nutzerpersönlichkeiten für die Gestaltung eines gemeinsamen Raums, um die Komplexität zu erhöhen.
Erfahrungsbasierte Übung: Die Zukunft der Arbeit – Gestaltung von Arbeitsräumen für das Jahr 2040
2.8
Bezug zur Praxis: Diese Übung spiegelt wider, wie sich viele echte Coworking Spaces (z. B. Impact Hub oder Working Space Madrid) entwickeln: nicht durch Top-down-Entscheidungen, sondern durch kontinuierliches Feedback der Mitglieder.
Tools:
- Miro ist eine Online-Plattform für kollaborative Whiteboards, die sich ideal für Brainstorming, Prototyping und Gruppenarbeit in Echtzeit eignet. Im Kontext von Coworking und beruflicher Aus- und Weiterbildung wird sie genutzt, um gemeinsam Coworking-Space-Layouts zu entwerfen, Dienstleistungen zu planen und Gruppenideen während Workshops oder Designübungen visuell zu organisieren. Sie fördert die interaktive Teilnahme, unabhängig davon, ob es sich um Online-, Hybrid- oder Präsenzveranstaltungen handelt. Weitere Informationen: https://miro.com.
- Padlet ist eine benutzerfreundliche virtuelle Pinnwand, auf der Lernende Haftnotizen, Bilder, Dokumente und Links posten können. Es ist ein flexibles Tool für asynchrone Zusammenarbeit, das häufig verwendet wird, um Nutzer:innen-Personas zu sammeln, Ideen auszutauschen oder Design-Inputs während Coworking-Simulationen zu dokumentieren. Dank seiner Einfachheit ist es sowohl für Einzelpersonen als auch für Gruppen effektiv. Entdecken Sie Padlet hier: https://padlet.com.
Workshop-Plan: Von der Idee zur Auswirkung – Gemeinsame Gestaltung eines gemeinschaftlich geführten Coworking Space
2.9
Ziel: Diese Lektion simuliert den Prozess der Planung eines gemeinschaftlich geführten Coworking Space. Die Lernenden übernehmen die Rolle von Raumgestalter:innen und entwerfen alles vom Layout bis zur Verwaltung basierend auf den Bedürfnissen der Nutzer:innen. Der Workshop legt den Schwerpunkt auf Partizipation, Empathie und praktische Anwendung – zentrale Elemente des Bottom-up-Coworking-Ansatzes.
Lernziele:
Am Ende der Einheit werden die Lernenden in der Lage sein:
- Die wichtigsten Merkmale von benutzerorientierten Coworking Spaces zu beschreiben
- Einen Coworking Space zu gestalten, der die Bedürfnisse und gemeinsamen Werte der Nutzer:innen widerspiegelt
- Zusammenarbeit, Kreativität und Projektplanung zu praktizieren
- Über die Bedeutung von Flexibilität und Gemeinschaft bei der Gestaltung von Arbeitsräumen zu reflektieren
Dauer: 2,5 bis 3 Stunden (kann auf zwei Einheiten aufgeteilt werden)
Methoden:
- Projektbasiertes Lernen
- Erfahrungsbasiertes Lernen
- Rollenspiel und Simulation
- Gruppenreflexion und Feedback
Materialien:
- Coworking-Design-Canvas oder Arbeitsblatt
- Marker, Flipcharts, Haftnotizen (oder digitale Äquivalente wie ein Miro-Board)
- Praxisnahe Fallstudien wie Forwardspace, Impact Hub Athens aus unserem Leitfaden für bewährte Methoden.
- Persona-Karten oder Profilvorlagen
- Pitch-Vorlage oder Feedback-Bogen
- Digitale Tools: Verwenden Sie bei Bedarf kollaborative Tools wie Miro oder Padlet.
Workshop-Plan: Von der Idee zur Auswirkung – Gemeinsame Gestaltung eines gemeinschaftlich geführten Coworking Space
2.9
Vorbereitungstipps:
- Richten Sie Miro-/Padlet-Boards ein oder drucken Sie Arbeitsblätter im Voraus aus.
- Bereiten Sie vier bis sechs Persona-Karten und Fragen zu Zukunftsszenarien vor.
- Richten Sie Breakout-Räume (bei Online-Veranstaltungen) oder Gruppenarbeitsbereiche ein.
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Workshop-Plan: Von der Idee zur Auswirkung – Gemeinsame Gestaltung eines gemeinschaftlich geführten Coworking Space
2.9
Tipps zur Anpassung:
Sie haben nur wenig Zeit? Stellen Sie Vorlagen mit vorgegebenen Optionen bereit, um den Entwurfsprozess zu beschleunigen. Sie können die Schritte „Iteration“ und „Synthese“ überspringen und die Lernenden ihre Ideen direkt dem „Ministerium für Zukunftsarbeit” präsentieren lassen.
Tipps für Ausbilder:innen: Fördern Sie spielerisches Denken: Innovation beginnt oft mit mutigen Ideen. Helfen Sie den Lernenden, sich voll und ganz einzubringen, indem Sie ihnen erlauben, sich eine Utopie auszudenken.
Bezug zur realen Welt: Dieser Workshop spiegelt reale Co-Design-Praktiken wider, die in Bottom-up-Coworking-Projekten wie Working Space Madrid und Impact Hub Athens verwendet werden, wo Nutzer:innen Räume gemeinsam gestalten. Er bereitet die Lernenden nicht nur auf die Nutzung von Coworking vor, sondern auch auf den Aufbau eines solchen Projekts.
Digitale Tools:
- Miro: Kollaboratives Whiteboard für Raumgestaltung und Servicemapping. https://miro.com
- Padlet: Digitale Wand zum Sammeln von Persona-Profilen. https://padlet.com
- Trello: Aufgabentafel zur Simulation von Teamrollen und Arbeitsabläufen. https://trello.com
Karten mit Zukunftstrend-Impulsen: Vision 2040
2.10
Jede Karte stellt ein Szenario vor, das sich auf die Arbeit, die Gesellschaft oder die Umwelt im Jahr 2040 auswirkt. Die Teilnehmer:innen verwenden diese Karten, um Coworking Spaces zu entwerfen, die kreativ und inklusiv auf diese Herausforderungen und Chancen reagieren.
1. KI-Mitarbeiter:innen: Bis 2040 werden KI-Tools und virtuelle Assistenten in die täglichen Arbeitsabläufe integriert sein. Einige Teams haben KI-Mitglieder, die Entscheidungen treffen, Inhalte erstellen und Aufgaben verwalten. Überlegen Sie: Wie arbeiten Menschen und KI in Ihrem Coworking Space zusammen? Welche ethischen oder emotionalen Unterstützungssysteme gibt es? 2. Vier-Tage-Woche: Die meisten Länder haben eine Vier-Tage-Woche eingeführt. Die Produktivität ist gleich geblieben, jedoch haben sich die Erwartungen in Bezug auf Erholung, Flexibilität und soziale Kontakte verändert. Überlegen Sie: Wie fördert Ihr Coworking Space tiefere Erholung, kreative Zusammenarbeit oder sinnvolle Auszeiten? 3. Klimaveränderungen: Extreme Wetterereignisse und steigende Meeresspiegel haben Millionen Menschen aus ihrer ursprünglichen Heimat vertrieben. Coworking Spaces werden zu Gemeinschaftszentren für Anpassung, Klimaresilienz und Remote-Zusammenarbeit.
Überlegen Sie: Wie bleibt Ihr Raum klimaresilient? Wie unterstützen Sie umgesiedelte Fachkräfte oder Öko-Unternehmer:innen?
Karten mit Zukunftstrend-Impulsen: Vision 2040
2.10
4. Überalterte Gesellschaft: Ein Drittel der Bürger:innen ist über 65 Jahre alt. Ältere Erwachsene arbeiten weiterhin in Teilzeit oder betreuen jüngere Fachkräfte in flexiblen Umgebungen.
Überlegen Sie: Wie können Sie Ihren Coworking Space generationsübergreifend, barrierefrei und unterstützend für Mentoring gestalten?
5. Biohacking und Human Augmentation: Implantate, Neurotechnologie und Wearables sind am Arbeitsplatz weit verbreitet. Arbeitnehmer:innen optimieren ihre Konzentration, Kreativität oder körperliche Leistungsfähigkeit.
Überlegen Sie: Wie passt sich Ihr Raum an die gesteigerte menschliche Leistungsfähigkeit und datengesteuerte Zusammenarbeit an?
6. Globale digitale Nomad:innen: Ganze Familien und Teams leben nomadisch und arbeiten von unterschiedlichen Ländern aus remote. Es gibt visafreie Zonen und Coworking-Pässe für Reisen.
Überlegen Sie: Wie können Sie Ihren Coworking Space für temporäre Mitglieder gestalten? Wie fördern Sie das Zugehörigkeitsgefühl in einer sich ständig verändernden Gemeinschaft?
7. Vollständige Automatisierung von Basisdienstleistungen: Dienstleistungen wie Reinigung, Lieferungen und Buchungen sind automatisiert. Menschen konzentrieren sich auf kreative, emotionale und strategische Arbeit.
Überlegen Sie: Wie spiegelt Ihr Raum diesen Wandel wider? Welche neuen Rollen entstehen, wenn manuelle Aufgaben wegfallen?
Karten mit Zukunftstrend-Impulsen: Vision 2040
2.10
8. Bedingungsloses Grundeinkommen: Mit dem BGE arbeiten viele Menschen aus freien Stücken und nicht mehr aus Notwendigkeit. Es gibt einen Anstieg an Leidenschaftsprojekten, Freiwilligenarbeit und kollektiver Kreativität.
Überlegen Sie: Welche Art von Arbeit zieht Ihr Raum an? Wie fördert er die intrinsische Motivation und das soziale Wohl?
9. Psychische Gesundheit an erster Stelle: Psychische Gesundheit hat denselben Stellenwert wie körperliche Sicherheit. Coworking Spaces verfügen über spezielle „Ruhezonen“ und bieten Peer-Unterstützung an.
Überlegen Sie: Wie fördert Ihr Raum emotionales Wohlbefinden, Resilienz und psychologische Sicherheit?
Karten mit Zukunftstrend-Impulsen: Vision 2040
2.10
10. Integration von VR/AR in die Arbeit: Virtuelle und erweiterte Realität sind der Standard. Einige Teams arbeiten vollständig in immersiven Umgebungen.
Überlegen Sie: Wie kombiniert Ihr Raum physische und virtuelle Zusammenarbeit? Hosten Sie hybride Welten oder digitale Zwillinge?
11. Ökosystem für lebenslanges Lernen: Arbeit und Bildung sind tief miteinander verflochten. Coworking Spaces sind auch Lernräume und bieten Mikro-Kurse, Coaching und Peer-to-Peer-Lernen an.
Überlegen Sie: Wie fördert Ihr Raum die kontinuierliche Weiterentwicklung von Fähigkeiten? Wie lernen Menschen gemeinsam?
12. Verlagerung vom Stadt- zum Landleben: Hochgeschwindigkeitsinternet und Nachhaltigkeitsanreize ziehen Menschen in ländlichere Gebiete. In Dörfern und in der Natur entstehen kleine Coworking-Zentren.
Überlegen Sie: Wie sieht Coworking in einer entlegenen oder ländlichen Umgebung aus? Welche lokalen Bezüge und Werte prägen Ihr Design?
Leitfaden für Lernende: So erstellen Sie eine Nutzer:innen-Persona für Coworking-Design
2.11
Was ist eine Persona?
Eine Persona ist eine fiktive Figur, die eine:n typische:n Nutzer:in Ihres Coworking Space repräsentiert. Es handelt sich dabei nicht um ein Klischee, sondern um eine realistische Mischung aus Zielen, Bedürfnissen, Frustrationen und Arbeitsgewohnheiten, die auf realen Personen oder imaginären Szenarien basiert. Das Erstellen von Personas hilft Ihnen dabei, sich in Ihre Nutzer:innen hineinzuversetzen, damit Sie Räume gestalten können, die tatsächlich zu ihnen passen. Coworking Spaces werden von vielfältigen Menschen mit einzigartigen Bedürfnissen genutzt: Freiberufler:innen, Remote-Mitarbeiter:innen, Kreative, Menschen, die etwas verändern wollen. Um nutzerorientierte Räume zu gestalten, müssen wir:
- Den Alltag und die Arbeitsgewohnheiten der Nutzer:innen verstehen
- Identifizieren, was ihre Produktivität fördert oder behindert
- Untersuchen, wie sich Werte wie Gemeinschaft, Flexibilität und Wohlbefinden auswirken
- Inklusive Designentscheidungen für Layout, Dienstleistungen und Governance treffen
Leitfaden für Lernende: So erstellen Sie eine Nutzer:innen-Persona für Coworking-Design
2.11
Erstellen Sie Ihre Persona
1. Geben Sie Ihrer Persona einen Namen und eine Identität: Wählen Sie einen Vornamen, fügen Sie Alter und Wohnort hinzu. Vielleicht hilft Ihnen ein Foto dabei.
2. Definieren Sie ihren Beruf und ihren Arbeitsstil: Was macht sie beruflich? Ist sie Freiberufler:in, Unternehmer:in, Student:in oder Remote-Teammitglied? Arbeitet sie lieber allein oder in Gruppen?
3. Finden Sie ihre Ziele heraus: Was motiviert sie beruflich oder persönlich? Möchten sie ein Unternehmen aufbauen, etwas bewirken, eine Gemeinschaft finden, etwas Neues lernen?
4. Identifizieren Sie Frustrationen und Schmerzpunkte: Was frustriert sie an traditionellen Arbeitsplätzen? Vor welchen Herausforderungen steht sie in Coworking-Umgebungen?
5. Erforschen Sie ihre Anforderungen an den Arbeitsraum: Benötigt sie Ruhezonen, Kreativzentren oder Telefonkabinen? Welche Dienstleistungen sind wichtig (z. B. WLAN, Veranstaltungen oder Drucker)? Hat sie besondere Bedürfnisse hinsichtlich Barrierefreiheit oder bestimmte Routinen?
6. Fügen Sie Werte und Verhaltensweisen hinzu: Was ist ihr wichtig (z. B. Nachhaltigkeit, Autonomie, Verbundenheit)? Was gibt ihr das Gefühl, willkommen, eingebunden und produktiv zu sein?
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Leitfaden für Lernende: So erstellen Sie eine Nutzer:innen-Persona für Coworking-Design
2.11
Die folgende Tabelle kann Ihnen dabei helfen, Ihre Persona zu definieren.
EINLEITUNG:
Vermittlung von kollaborativen Geschäftsmodellen und Lösungen für junge Berufstätige
Lernziele: ✅das Konzept und den Wert kollaborativer Geschäftsmodelle (CBMs) zu erklären, darunter Coworking, Hubs, Gründerzentren und Genossenschaften. ✅die Vorteile von CBMs für junge Berufstätige zu benennen, darunter Gemeinschaft, Autonomie, Wissensaustausch und Innovation.
✅die Herausforderungen und Risiken kollaborativer Ansätze zu erkennen und darüber nachzudenken, wie diese in der Praxis bewältigt werden können
✅wichtige kollaborative Fähigkeiten – Kommunikation, Anpassungsfähigkeit, Selbstmanagement, Motivation und Vernetzung – in gemeinsamen Arbeitskontexten anzuwenden
✅CBMs mit europäischen Kompetenzrahmen (LifeComp, EntreComp, DigiComp, ESCO) zu verknüpfen, um ihre Relevanz für die Beschäftigungsfähigkeit besser zu verstehen
✅ein erstes kollaboratives Geschäftskonzept oder einen Aktionsplan unter Verwendung gemeinsamer Werte und partizipativer Methoden zu entwerfen.
Aktivitäten
Warum wir Zusammenarbeit anders lehren müssen
3.1
teamorientierten Umgebungen aufzublühen, und ihnen das Selbstvertrauen zu geben, Initiative zu ergreifen und ihre eigene Karriere mitzugestalten. Laut der ReWork-Kompetenz-Roadmap versäumen es traditionelle Lernstrukturen oft, den Lernenden die transversalen und sozialen Kompetenzen zu vermitteln, die in kollaborativen Arbeitskontexten am meisten geschätzt werden, wie z. B. Selbstständigkeit, Belastbarkeit und die Fähigkeit zur gemeinsamen Gestaltung.
Die Arbeitswelt verändert sich rasant. Junge Berufstätige suchen nicht nur nach Jobs, sondern auch nach Sinn, Flexibilität und einer gesunden Work-Life-Balance. Bewegungen wie die „Great Resignation“ (dt. ca. „große Kündigung“) und das „Quiet Quitting“ (dt. ca. „stille Kündigung“) zeigen uns, dass veraltete Büromodelle nicht mehr den Bedürfnissen vieler Menschen entsprechen. Anstelle von starren Hierarchien und isolierten Schreibtischen wünschen sich die Fachkräfte von heute gemeinsame Verantwortung, Teamarbeit und Gemeinschaft sowie die Freiheit, zu arbeiten, wann und wie es ihnen am besten passt (Catacora, 2024).Hier kommen kollaborative Geschäftsmodelle (Collaborative Business Models - CBMs) ins Spiel. Diese Modelle, Coworking Spaces, -Zentren, -Inkubatoren und -Labore bieten mehr als nur physischen Raum. Sie schaffen Umgebungen, in denen Menschen Ressourcen und Ideen austauschen, Netzwerke aufbauen und gemeinsam wachsen sowie zielgerichtet und autonom arbeiten.Als Ausbilder:in in der beruflichen Aus- und Weiterbildung bereiten Sie die Lernenden nicht nur auf einen Beruf vor, sondern auf eine Zukunft in einer sich wandelnden Arbeitswelt. Das bedeutet, ihnen zu vermitteln, wie kollaborative Modelle funktionieren, ihnen die Fähigkeiten zu vermitteln, die sie benötigen, um in gemeinsamen,
Tipp für Ausbilder:innenFragen Sie die Lernenden:
Tipp
„Wie würde Ihr ideales Arbeitsumfeld aussehen?“
Ordnen Sie ihre Ideen anschließend den Merkmalen kollaborativer Modelle zu.
Was sind kollaborative Geschäftsmodelle – und warum verändern sie die Arbeitswelt?
3.2
Kollaborative Geschäftsmodelle (Collaborative Business Models – CBMs) sind eine wachsende Antwort auf die Wünsche junger Berufstätiger: Vernetzung, Flexibilität und gemeinsame Werte. Anstatt alleine oder in starren Hierarchien zu arbeiten, schließen sich Menschen CBMs an, um gemeinsam etwas aufzubauen – von Geschäftsprojekten bis hin zu kreativen Gemeinschaften.
CBMs sind Teil der Sharing Economy. Das bedeutet, dass es ihnen nicht nur um Profit geht, sondern darum, Räume, Wissen und Tools auf intelligentere und inklusivere Weise zu nutzen (Demary & Engels 2016; Petropoulos, 2017).
In unserem Leitfaden für bewährte Methoden haben wir festgestellt, dass kollaborative Geschäftsmodelle erfolgreich sind, weil sie auf gemeinsamen Werten basieren, die ein inklusives, dynamisches und menschenzentriertes Arbeitsumfeld fördern.
Im Mittelpunkt steht das Bekenntnis zu Demokratie und Selbstverwaltung, sodass alle an der Gestaltung des Raums mitwirken können. Sie fördern ein tiefes Gefühl der Verbundenheit und Zugehörigkeit und ermutigen die Mitglieder, sich persönlich in die Gemeinschaft einzubringen. Diese Räume schaffen neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit, indem sie Menschen aus verschiedenen Branchen und mit unterschiedlichen Hintergründen zusammenbringen, sodass Ideen ausgetauscht werden und wachsen können. Eine Kultur der Offenheit sorgt dafür, dass Wissen, Tools und Ressourcen frei geteilt werden, anstatt hinter verschlossenen Türen zu bleiben. Nachhaltigkeit ist ebenfalls ein wichtiger Grundsatz, wobei der Schwerpunkt auf der gemeinsamen Nutzung von Materialien und umweltbewussten Praktiken liegt. Schließlich basieren CBMs auf dem Prinzip der Barrierefreiheit, indem sie Berufstätige aus allen Gesellschaftsschichten willkommen heißen und bestrebt sind, Hindernisse für die Teilnahme zu beseitigen.
Tipp
Tipp für Ausbilder:innen: Verwenden Sie Bilder oder virtuelle Rundgänge durch Coworking Spaces, FabLabs oder Reallabore, um den Lernenden zu helfen, diese Umgebungen zu visualisieren.
Was sind kollaborative Geschäftsmodelle – und warum verändern sie die Arbeitswelt?
3.2
CBMs gibt es in vielen Formen und Größen. Hier sind einige gängige Beispiele:
Warum junge Menschen sich für kollaborative Modelle entscheiden
3.3
Junge Berufstätige wünschen sich heute mehr als nur ein Gehalt. Sie suchen nach Sinn, Flexibilität und Zugehörigkeit am Arbeitsplatz. Aus diesem Grund gewinnen kollaborative Geschäftsmodelle (CBMs) in ganz Europa an Bedeutung.
Von Coworking Spaces bis hin zu Innovationszentren bieten diese Umgebungen etwas, was traditionelle Büros oft nicht bieten können: die Möglichkeit, mit anderen zusammenzuarbeiten, sich weiterzuentwickeln und mehr als nur ein:e Mitarbeiter:in zu sein (Alton 2017; Catacora 2024).
Kollaborative Geschäftsmodelle liegen nicht nur im Trend, sie entsprechen auch den sich wandelnden Bedürfnissen junger Berufstätiger (Brooks & Weiss, 2023). Nach unseren Erkenntnissen aus dem Leitfaden für bewährte Methoden und dem Kompetenzbericht Kompetenzbericht bieten diese Räume eine Vielzahl von Vorteilen, die dazu beitragen, dass sich Lernende stärker eingebunden, befähigt und erfüllt fühlen.
Tipp
Tipp für Ausbilder:innen: Fragen Sie die Lernenden
„Welcher dieser Vorteile wäre für Sie am Arbeitsplatz am wichtigsten?“
Mehr zu kollaborativen Geschäftsmodellen finden Sie auf der nächsten Seite
Nutzen Sie ihre Antworten, um eine Diskussion darüber anzustoßen, wie wertorientierte Arbeitsplätze geschaffen werden können.
Warum junge Menschen sich für kollaborative Modelle entscheiden
3.3
- Echte Beteiligung und Entscheidungsfindung: Im Gegensatz zu traditionellen Büros beziehen viele CBMs ihre Mitglieder in Entscheidungen über die Gestaltung des Raums ein, von Veranstaltungen bis hin zur Verwaltung. Dies schafft ein tieferes Gefühl der Eigenverantwortung und Selbstbestimmung.
- Umfangreiche Lernerfahrungen: CBMs veranstalten oft Treffen zum Wissens- und Erfahrungsaustausch, Peer-Mentoring oder informelle Workshops. Das Lernen findet kontinuierlich und organisch statt, was diese Räume ideal für die persönliche und berufliche Weiterentwicklung macht.
- Gemeinsame Werte und Ziele: Viele CBMs orientieren sich an Werten wie Nachhaltigkeit, Inklusion und sozialem Unternehmertum. Für junge Menschen, die nach einer sinnvollen Tätigkeit suchen, ist ein solcher Raum nicht nur funktional, sondern auch inspirierend.
- Praktische Vorteile: Nicht zu vergessen sind die grundlegenden Vorteile – viele CBMs bieten schnelles Internet, nützliche Ausstattung und ein professionelles Arbeitsumfeld, und das oft zu geringeren Kosten als bei der Anmietung eines traditionellen Büros.
CBMs sind nicht nur beliebt, sondern auch leistungsstarke Tools zur Lösung realer Probleme am Arbeitsplatz. Durch die Schaffung einer flexiblen Work-Life-Balance, eines unterstützenden sozialen Umfelds und Möglichkeiten zum Lernen, Leiten und Innovieren tragen sie dazu bei, Burnout und Demotivation zu reduzieren. Deshalb eignen sie sich hervorragend für junge Berufstätige und sind ein wichtiges Thema für den modernen Berufsbildungsunterricht.
Schauen wir uns Vorteile kollaborativer Geschäftsmodelle an:
- Erweiterte Möglichkeiten zur Zusammenarbeit: CBMs bringen ganz natürlich Menschen aus verschiedenen Bereichen und mit unterschiedlichen Hintergründen zusammen. Diese Mischung führt zu unerwarteten Partnerschaften, kreativen Projekten und gemeinsamen Lösungen. Für junge Berufstätige ist dies eine Chance, nicht nur Kolleg:innen, sondern auch Kooperationspartner:innen zu finden.
- Sektorübergreifender Wissensaustausch: Einer der größten Vorteile ist der freie Wissensfluss. In CBMs tauschen die Menschen Tools, Strategien und Erfahrungen aus und schaffen so eine informelle, kontinuierliche und interdisziplinäre Lernkultur.
- Starkes Gemeinschaftsgefühl: Viele junge Berufstätige fühlen sich in Remote-Jobs oder traditionellen Büros isoliert. CBMs bieten etwas anderes: eine warme, einladende Umgebung, in der sie sich als Teil einer Gemeinschaft fühlen. Dieser Gemeinschaftsgeist steigert die Motivation und das Wohlbefinden (Hadley et al., 2023).
- Größere Autonomie: In CBMs gibt es keinen einheitlichen Zeitplan. Die Mitglieder wählen oft ihre eigenen Arbeitszeiten und Arbeitsmethoden. Diese Flexibilität ist ein entscheidender Faktor für Menschen, die Unabhängigkeit und Selbstbestimmung schätzen.
- Vielfältige Perspektiven fördern die Kreativität: Wenn Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Hintergründen einen Raum teilen, sehen sie Probleme und Lösungen aus neuen Blickwinkeln. Diese Vielfalt fördert Innovation und neue Denkansätze.
Welche Fähigkeiten sind erforderlich, um in kollaborativen Arbeitsumgebungen zu bestehen?
3.4
Die Arbeit in einem kollaborativen Geschäftsmodell unterscheidet sich von der Arbeit in einem traditionellen Büro und erfordert andere Fähigkeiten. In CBMs hängt der Erfolg davon ab, wie gut die Mitarbeiter:innen kommunizieren, sich selbst organisieren, sich anpassen und Beziehungen aufbauen können. Es geht nicht darum, Checklisten abzuarbeiten, sondern flexibel, proaktiv und menschenorientiert zu sein. In unserem Kompetenzbericht und der Roadmap haben wir fünf wesentliche Kompetenzgruppen identifiziert, die junge Berufstätige benötigen, um in gemeinsamen, selbstgesteuerten Arbeitsumgebungen erfolgreich zu sein. Diese Kompetenzgruppen entsprechen europaweiten Rahmenwerken wie ESCO (Europäische Kommission, 2025), LifeComp (Sala et al., 2020), DigiComp und EntreComp (Bacigalupo et al., 2016). Sehen wir uns zunächst einmal an, worum es in diesen Rahmen geht.
- ESCO (European Skills, Competences and Occupations) bietet eine mehrsprachige Klassifizierung von Fähigkeiten und Berufen. Die Ergebnisse stimmen mit ESCO-Fähigkeiten wie Zusammenarbeit, Projektgestaltung, Selbstmanagement und Unternehmertum überein, die alle in Coworking- und nutzerorientierten Kontexten von entscheidender Bedeutung sind.
- LifeComp (the European Framework for Personal, Social and Learning to Learn Competence) betont persönliche Handlungsfähigkeit, Empathie und „Lernen zu lernen“, was sich in den Werten des Coworkings wie Vertrauensbildung, Reflexion und Lernautonomie widerspiegelt.
- EntreComp (Entrepreneurship Competence Framework) ist eng mit Coworking verbunden. Es umfasst Bereiche wie die Zusammenarbeit mit anderen, das Lernen durch Erfahrung und das Ergreifen von Initiative, die in den Aktivitäten und Unterrichtsstrategien des Kapitels verankert sind.
- DigComp (Digital Competence Framework) bezieht sich insbesondere auf die hybriden/digitalen Formen des Coworking. Ergebnisse wie Zusammenarbeit durch digitale Tools, Informationskompetenz und Problemlösung in digitalen Umgebungen sind inbegriffen, wenn Coworking online erweitert wird.
Welche Fähigkeiten sind erforderlich, um in kollaborativen Arbeitsumgebungen zu bestehen?
3.4
Sehen wir uns nun die Kompetenzgruppen an und schauen wir, wie sie zu den Rahmen passen:
Kommunikation und Zusammenarbeit: In einem gemeinsamen Raum können Sie nur dann erfolgreich sein, wenn Sie klar und respektvoll kommunizieren. Ob es um die gemeinsame Planung einer Veranstaltung, die Präsentation eines Projekts oder das Geben von Feedback geht – Erfolg beginnt mit aktivem Zuhören, ehrlicher Meinungsäußerung und Teamdenken. Denken Sie über Small Talk hinaus; es geht darum, gemeinsam Ideen zu entwickeln und echte Probleme zu lösen. Passt zu: LifeComp (Kommunikation, Zusammenarbeit), EntreComp (andere mobilisieren), DigiComp (Online-Interaktion), ESCO (Soziale und kommunikative Kompetenzen)Zeit souverän nutzen – Organisation & Selbstmanagement: In CBMs gibt es keine Mikromanagement. Das ist toll, aber auch knifflig. Sie müssen Ihren Zeitplan selbst verwalten, Prioritäten klug setzen und Ergebnisse liefern, ohne in ein Burnout zu geraten.
Keine festen Arbeitszeiten? Cool. Aber können Sie Termine auch ohne Erinnerungen einhalten? Passt zu: LifeComp (Lernmanagement), EntreComp (Planung und Management), DigiComp (Organisation digitaler Informationen), ESCO (Arbeits- und Ressourcenmanagement) Flexible Denkweise – Anpassungsfähigkeit und Flow: In gemeinsamen Räumen entwickeln sich die Dinge sehr schnell – n eue Menschen, neue Tools, neue Regeln. Erfolgreich sind diejenigen, die sich anpassen, umdenken und sagen können: „Versuchen wir es anders.“ CBMs sind nicht linear. Sie können kreatives Chaos sein. Ihre Geisteshaltung ist wichtiger als Ihre Berufsbezeichnung. Passt zu: LifeComp (Flexibilität, kritisches Denken), EntreComp (Umgang mit Unsicherheit), GreenComp (Systemdenken), ESCO (Anpassung an Veränderungen)
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Welche Fähigkeiten sind erforderlich, um in kollaborativen Arbeitsumgebungen zu bestehen?
3.4
Antriebskraft – Motivation und Disziplin: CBMs sind auf Autonomie ausgelegt. Das bedeutet, dass Sie Ihr Tempo, Ihren Fokus und Ihre Ziele selbst bestimmen. Niemand sagt Ihnen, was Sie tun sollen, was befreiend und anspruchsvoll zugleich ist.
Bei Selbstmotivation geht es nicht um Hustle Culture. Es geht darum, zu wissen, was Sie antreibt, und dieses Ziel konsequent zu verfolgen.
Passt zu: LifeComp (Selbstregulierung, Wachstumsorientierung), EntreComp (Ausdauer, Vision), ESCO (Selbstmanagement, Initiative)
Beziehungen knüpfen – Netzwerken wie ein Profi: Beziehungen sind die treibende Kraft hinter CBMs. Jedes Gespräch ist eine potenzielle Zusammenarbeit. Jeder gemeinsame Kaffee könnte ein neues Projekt anstoßen. Lernen Sie, wie Sie Kontakte knüpfen, zuhören und mit anderen wachsen können - nicht nur für den Moment, sondern für Ihre gesamte Karriere. Ihre nächste große Idee könnte von der Person angestoßen werden, die zwei Schreibtische entfernt sitzt.
Passt zu: LifeComp (Empathie, Zusammenarbeit), EntreComp (Chancen erkennen), ESCO (Teambuilding, Beziehungen zur Gemeinschaft) Das sind nicht nur „nette Extras“. Sie sind der Kern der Beschäftigungsfähigkeit in modernen, flexiblen Arbeitsumgebungen. Und sie bereiten die Lernenden nicht nur auf eine Anstellung vor, sondern auch auf Unternehmertum, Teamprojekte, Freiberuflichkeit und Führungsaufgaben (Weltwirtschaftsforum, 2025).
Tipp
Tipp für Ausbilder:innen:Bitten Sie die Lernenden, sich selbst hinsichtlich dieser Fähigkeiten einzuschätzen. Fragen Sie:
„Welche dieser Fähigkeiten sind Ihre Stärken? Welche möchten Sie verbessern?“
Verfolgen Sie dann ihre Fortschritte während des Kurses.
Von echten Orten lernen: Bewährte Methoden in Aktion
3.5
Über kollaborative Geschäftsmodelle zu sprechen ist eine Sache, sie in der Praxis zu sehen jedoch eine andere. In ganz Europa verbinden echte Orte Wirtschaft, Kreativität und Bildung auf wirksame Weise miteinander. Diese Beispiele zeigen, wie CBMs zu leistungsstarken Lernlaboren für junge Berufstätige werden und wie berufliche Bildungseinrichtungen Teil dieses Ökosystems sein können. Im Folgenden finden Sie einige großartige Beispiele aus dem Re-Work-Projekt, die unserem Leitfaden für bewährte Methoden entnommen sind:
Greenbizz (Belgien): Greenbizz ist ein nachhaltiger Gründerzentrum, das die Zusammenarbeit zwischen grünen Start-ups und größeren Unternehmen fördert. Es legt Wert auf gemeinsame Infrastruktur, Coaching und Zugang zu kollaborativen Ökosystemen und steht damit im Einklang mit den Werten von CBM.
Impact Hub Athens (Griechenland): Dieses Modell integriert kollaborative Arbeitsräume direkt in die berufliche Aus- und Weiterbildung. Es umfasst partizipative Governance, Feedback-Schleifen von Lernenden und basiert auf sozialem Unternehmertum. Es bezieht Nutzer:innen und Interessensgruppen aktiv in die gemeinsame Entwicklung von Räumlichkeiten und Lehrplänen ein.
Forwardspace (Estland): Forwardspace fungiert als Coworking-Hub, der tief in das lokale Innovationsökosystem eingebettet ist. Es bietet flexible Mitgliedschaften, eine gemeinsam genutzte Infrastruktur, regelmäßige Community-Veranstaltungen und eine starke Einbindung von Interessensgruppen (einschließlich der Stadtverwaltung von Pärnu und des Tehnopol Science Park). Es basiert auf Zusammenarbeit, Nutzerbeteiligung und gemeinsamem Wachstum.
Von echten Orten lernen: Bewährte Methoden in Aktion
3.5
Was haben sie gemeinsam?
- Enge Verbindungen zu Berufsbildungseinrichtungen und Ausbildungsprogrammen
- Echte Räume für praktisches Lernen, Peer-Mentoring und Prototyping
- Engagement für Gemeinschaftsbildung, Nachhaltigkeit und Innovation
- Flexible Infrastruktur, oft auf der Grundlage von Nutzer:innen-Feedback und Bottom-up-Governance
Es handelt sich nicht nur um Arbeitsplätze, sondern um lebendige Klassenzimmer, in denen junge Menschen durch praktisches Arbeiten lernen.
Tipp
Einblick für Ausbilder:innen: Könnten Ihre Lernenden eine Verbindung zu einem solchen Coworking Space aufbauen? Erwägen Sie Besichtigungen vor Ort, Projektkooperationen oder laden Sie die Raummanager:innen zu Fragerunden ein.
Vermittlung kollaborativer Geschäftsmodelle in der Berufsbildung
3.6
Die Lernenden bringen Lebenserfahrung, Motivation und persönliche Ziele in Ihren Unterricht ein. Ihre Aufgabe ist es, ein Umfeld zu schaffen, in dem diese Stärken sich entfalten können. Das bedeutet:
- Das bereits vorhandene Wissen der Lernenden wird respektiert und als Grundlage genutzt.
- Den Lernenden wird Raum gegeben, um zu leiten, Entscheidungen zu treffen und den Lernprozess mitzugestalten.
- Die Themen werden mit ihren realen Anforderungen und Zielen verknüpft.
- Der Fokus liegt auf der Praxis, nicht nur auf der Theorie; wichtig ist, was die Lernenden anwenden können.
- Es wird ein sicherer Raum geschaffen, in dem Fehler Teil des Lernprozesses sind.
- Die Lernenden werden aktiv eingebunden – durch Diskussionen, gemeinsame Gestaltung und reale Aufgaben.
- Bei Bedarf wird Unterstützung angeboten und auf unterschiedliche Lernstile und -niveaus eingegangen.
Bei der Vermittlung von CBMs geht es nicht darum, Folien durchzugehen, sondern darum, reale Situationen zu simulieren. Kollaborative Geschäftsmodelle basieren auf gemeinsamer Gestaltung, Flexibilität und Peer-Learning - und das kann sich auch in Ihrem Unterricht widerspiegeln.
In diesem Abschnitt wird beschrieben, wie CBMs durch die Anwendung von CBMs vermittelt werden können, wobei interaktive, inklusive und von den Lernenden geleitete Ansätze zum Einsatz kommen (UNESCO International Centre for Technical and Vocational Education and Training, 2020).
Kollaborative Geschäftsmodelle basieren auf Vertrauen, gemeinsamer Verantwortung und persönlichem Wachstum, ebenso wie eine gute Ausbildung. Wenn Sie CBMs unterrichten, ist es hilfreich, weniger wie eine traditionelle Lehrkraft und eher wie ein:e Moderator:in oder Coworking-Host zu denken.
Vermittlung kollaborativer Geschäftsmodelle in der Berufsbildung
3.6
Bei diesen Punkten handelt es sich um mehr als nur Unterrichtstipps – sie spiegeln die gleiche Denkweise wider, die kollaborative Arbeitsbereiche erfolgreich macht: Autonomie, gegenseitiger Respekt und kontinuierliches Wachstum. Es gibt viele Methoden, die Ihnen beim Unterrichten von CBM helfen können.
Was steht im Weg? Herausforderungen – und was Lehrkräfte brauchen
3.7
Die Einführung kollaborativer Geschäftsmodelle in die berufliche Aus- und Weiterbildung verläuft nicht immer reibungslos. Selbst die besten Ideen brauchen die richtige Unterstützung. Der folgende Abschnitt beschreibt zentrale Herausforderungen, die Berufsbildungslehrkräfte benennen, und konkretisiert diese anhand typischer Ausprägungen.
Tipp
Tipp für Ausbilder:innen:Warten Sie nicht auf perfekte Bedingungen, sondern beginnen Sie mit einem kleinen Pilotprojekt, selbst wenn es sich nur um eine Gruppenaufgabe oder eine virtuelle CBM-Simulation handelt. Die Veränderung der Geisteshaltung beginnt mit dem Handeln.
Die Zukunft ist kollaborativ – bereiten wir die Lernenden darauf vor!
3.8
Die Arbeitswelt verändert sich. Und zwar schnell. Kollaborative Geschäftsmodelle sind dabei wegweisend und bieten jungen Berufstätigen nicht nur einen Arbeitsplatz, sondern auch eine neue Art zu arbeiten.
Bei diesen Modellen geht es nicht nur um die gemeinsame Nutzung von Räumlichkeiten. Es geht darum, Verantwortung zu teilen, Vertrauen aufzubauen, gemeinsam reale Probleme zu lösen und Gemeinschaften zu schaffen, die Lernen und Innovation fördern. Sie geben den Menschen die Freiheit, selbst zu entscheiden, wie sie arbeiten möchten, und die Möglichkeit, ihr Umfeld mitzugestalten.
Genau deshalb sind sie in der beruflichen Aus- und Weiterbildung so wichtig. Wenn wir in der Berufsbildung kollaborative Geschäftsmodelle lehren, vermitteln wir nicht nur Wissen über neue Arten von Arbeitsräumen, sondern bereiten die Lernenden darauf vor:
Flexible, nutzerorientierte Teams zu leiten und sich an ihnen zu beteiligen
Überall, wo sie arbeiten, eine Gemeinschaft und Kultur aufzubauen
Projekte mit echter Wirkung und unter Berücksichtigung echter Menschen zu entwerfen
Als Lehrkräfte passen wir uns nicht nur an; wir helfen dabei, diese Zukunft zu formen.
ANHANG I – CBM-Dilemma-Kreis – Gemeinsam schwierige Entscheidungen treffen
3.9
Zweck:
Diese Aufgabe hilft dabei, die Herausforderungen der gemeinsamen Führung und Entscheidungsfindung in CBMs anhand von realitätsnahen ethischen oder strategischen Dilemmata zu simulieren.
Lernziele:
- Die Lernenden erkunden die Dynamiken partizipativer Governance.
- Die Lernenden entwickeln kritisches Denken und Empathie.
- Die Lernenden erleben Konsensbildung in einem demokratischen Arbeitsumfeld.
Dauer: 60–75 Minuten
Format: Persönlich (im Kreis oder U-Form) oder in Online-Breakout-Räumen
Checkliste für Materialien:
- Gedruckte oder digitale Dilemma-Karten
- Rollenkarten (optional: Gründer:in, Praktikant:in, Mitglied, Manager:in usw.)
- Abstimmungskarten oder ein gemeinsames Umfrage-Tool (Mentimeter, Google Forms)
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Aufbau und Rollenzuweisung (10 Min.): Bilden Sie Gruppen. Weisen Sie Rollen zu und verteilen Sie das Dilemma (siehe unten).
2. Gruppendiskussion (30 Min.): Die Teams diskutieren das Thema, wobei jede Rolle einen Standpunkt vertritt. Versuchen Sie, einen Konsens zu finden.
3. Entscheidungsrunde (10 Min.): Jede Gruppe stellt ihre Lösung vor – und wie sie zu dieser gekommen ist (Abstimmung, Diskussion, Kompromiss).
4. Meta-Reflexion (15 Min.): Was war schwierig daran, eine Gruppenentscheidung zu treffen? Was hat geholfen? Wie haben die Rollen das Ergebnis beeinflusst?
Anleitung wird auf der nächsten Seite fortgesetzt
ANHANG I – CBM-Dilemma-Kreis – Gemeinsam schwierige Entscheidungen treffen
3.9
Anpassungstipps:
- Beginnen Sie mit einfachen Dilemmata und steigern Sie sich mit der Zeit zu komplexeren.
- Fügen Sie ein Beobachtungsblatt für die gegenseitige Bewertung hinzu.
- Sie haben nur wenig Zeit?○ Weisen Sie die Gruppen und Rollen im Voraus zu.
○ Begrenzen Sie die Diskussion auf 15 Minuten.
○ Begrenzen Sie die Reflexionszeit auf 10 Minuten.Bezug zur Praxis: Simuliert die gemeinsamen Führungsstrukturen, die in gemeinschaftlich geführten Coworking Spaces wie dem Working Space Madrid zu finden sind.
Mögliche Rollen:
Gemeinschaftsgestalter:in
Ihr Fokus liegt auf Inklusivität, Kultur und dem Wohlbefinden der Mitglieder. Sie denken immer darüber nach, wie sich Entscheidungen auf den Gemeinschaftsgeist auswirken.
Ihre Prioritäten: Harmonie, Fairness, emotionale Sicherheit
Lehrkraft/Ausbilder:in
Sie organisieren Workshops in den Räumlichkeiten. Sie möchten, dass der Lernprozess reibungslos verläuft und die Mitglieder sich weiterentwickeln.
Ihre Prioritäten: Zugang zu Räumlichkeiten, unterstützendes Umfeld, klare Zeitplanung
Raumkoordinator:in
Sie kümmern sich um den Betrieb und die Logistik. Sie sind nicht „der:die Chef:in“, aber die Leute wenden sich an Sie, wenn es um Struktur und Problemlösungen geht.
Ihre Prioritäten: Praktikabilität, Konfliktlösung, klare Entscheidungen
Freiberufler:in
Sie sind auf den Raum angewiesen, um produktiv zu sein und Kontakte zu knüpfen. Sie möchten, dass alles gut funktioniert, ruhig ist und flexibel bleibt.
Ihre Prioritäten: Konzentration, Funktionalität, minimale Störungen
Rollen werden auf der nächsten Seite fortgesetzt
ANHANG I – CBM-Dilemma-Kreis – Gemeinsam schwierige Entscheidungen treffen
3.9
Dilemma 1: Das respektlose Mitglied
Ein Mitglied ignoriert wiederholt die Gemeinschaftsregeln bezüglich Ruhezonen, lässt während Telefonaten die Tür offen und hört laute Musik. Mehrere Personen haben sich beschwert, aber diese Person leistet einen wichtigen Beitrag zu Gruppenprojekten und hat enge Freundschaften innerhalb der Gemeinschaft.
Was tun Sie?
- Konfrontieren Sie die Person direkt?
- Ändern Sie die Regeln?
- Beziehen Sie die gesamte Gemeinschaft in eine Abstimmung ein?
- Riskieren Sie, ein ansonsten wertvolles Mitglied zu verlieren?
Mögliche Rollen:
Neues Mitglied
Sie sind gerade erst beigetreten. Sie sind noch dabei, sich mit den Normen vertraut zu machen, und fühlen sich hinsichtlich Ihrer Stimme in der Gruppe noch unsicher.
Ihre Prioritäten: Klarheit, Fairness, Inklusion
Innovator:in/Start-up-Gründer:in
Sie sind dabei, ein Produkt zu entwickeln oder eine Dienstleistung auf den Markt zu bringen. Sie lieben Energie, Ressourcen und Wachstum, benötigen aber Flexibilität.
Ihre Prioritäten: Expansion, Investitionen, Geschwindigkeit, Talent
Dilemma 2: Die Kontroverse um die Expansion Ihre CBM ist voll ausgelastet. Ein Finanzier bietet Ihnen Geld für eine Expansion an, möchte aber das Branding und die Kontrolle über bestimmte Entscheidungen. Einige Mitglieder sind begeistert, andere befürchten, dass sich dadurch der Gemeinschaftsgeist verändern könnte.
Was tun Sie?
- Nehmen Sie die Finanzierung mit Bedingungen an?
- Lehnen Sie ab und bleiben Sie klein?
- Schlagen Sie einen Mittelweg vor?
- Stimmen Sie über die Finanzierung ab?
Dilmmata werden auf der nächsten Seite fortgesetzt
ANHANG I – CBM-Dilemma-Kreis – Gemeinsam schwierige Entscheidungen treffen
3.9
Dilemma 3: Der Veranstaltungsstreit
Zwei Gruppen möchten am selben Abend Veranstaltungen durchführen; die eine ist ein Programmier-Workshop, die andere eine Spoken-Word-Nacht. Der Raum kann nur eine Veranstaltung gleichzeitig ausrichten. Beide Gruppen behaupten, ihre Veranstaltung sei „von zentraler Bedeutung für die Gemeinschaft“.
Was tun Sie?
- Priorisieren Sie anhand Ihres Leitbilds?
- Wählen Sie nach dem Zufallsprinzip?
- Wechseln Sie zwischen den beiden Veranstaltungen ab?
- Überdenken Sie, wie solche Entscheidungen getroffen werden?
Dilemma 4: Überprüfung neuer Mitglieder Ein potenzielles Mitglied möchte der Gemeinschaft beitreten, aber einige Personen sind der Meinung, dass seine Werte (z. B. Arbeit im Bereich Krypto-Mining oder politische Lobbyarbeit) nicht mit denen der Gemeinschaft übereinstimmen. Es gibt keine klare Richtlinie.
Was tun Sie?
- Nehmen Sie alle auf und bleiben aufgeschlossen?
- Entwickeln Sie eine wertorientierte Prüfungsrichtlinie?
- Richten Sie einen Ausschuss zur Überprüfung der Mitglieder ein? Dilemma 5: Burnout an der Basis
Ihr Gründungsteam ist erschöpft. Die Verwaltung der Räumlichkeiten, Veranstaltungen und Konflikte ist überwältigend. Es gibt keine formelle Führungs- oder Vergütungsstruktur, aber die Gemeinschaft erwartet Unterstützung.
Was tun Sie?
- Ernennen Sie bezahlte Manager:innen?
- Wechseln Sie sich mit den Verantwortlichkeiten ab?
- Schränken Sie das Angebot des CBM ein?
ANHANG II – Hackathon zum Design eines CBM – Entwerfen Sie in 90 Minuten ein kollaboratives Geschäftsmodell
3.10
Zweck: Diese rasante Gruppenherausforderung hilft den Lernenden dabei, den Prozess der Entwicklung eines kollaborativen Geschäftsmodells von Grund auf zu simulieren. Sie spiegelt reale Start-up-Jams wider und ermutigt die Teilnehmer:innen, Kreativität, strategisches Denken und Teamarbeit zu kombinieren – allesamt wesentliche Elemente kollaborativer Geschäftsmodelle.
Durchführungsformat: Offline, online (über Breakout-Räume) oder hybrid
Material-Checkliste:
- Flipcharts, großformatiges Papier oder digitale Whiteboards (Miro, Jamboard)
- CBM-Canvas-Vorlagen (gedruckt oder digital)
- Haftnotizen oder Online-Äquivalente
- Marker oder Zeichenutensilien
- Rollenkarten, CBM-Vorlagenkarten (optional)
- Timer, Playlist mit Unterhaltungsmusik (optional)
Lernziele:
- Am Ende der Sitzung werden die Lernenden in der Lage sein:
- die Schlüsselelemente eines kollaborativen Geschäftsmodells (CBM) zu beschreiben
- die Prinzipien der gemeinsamen Gestaltung anzuwenden, um ein Arbeitsmodell mit gemeinsamen Werten zu entwerfen
- zu erkennen, wie Rollen, Werte und Entscheidungen in einem kollaborativen Kontext zusammenwirken
- Teamwork, Zeitmanagement und Pitching-Fähigkeiten anzuwendem
Geschätzte Dauer: 90 Minuten (kann verkürzt oder verlängert werden)
ANHANG II – Hackathon zum Design eines CBM – Entwerfen Sie in 90 Minuten ein kollaboratives Geschäftsmodell
3.10
1. Vorbereitung (10 Minuten)
Stellen Sie das Konzept der kollaborativen Geschäftsmodelle vor. Zeigen Sie 1–2 kurze Beispiele (z. B. Forwardspace, Working Space Madrid) mithilfe von Folien, Videos oder Schnappschüssen.
Kündigen Sie die Herausforderung an: „Ihr Team wird in 60 Minuten ein kollaboratives Unternehmen gründen, das ein reales Problem löst!“
Geben Sie den Teams eine Aufgabenstellung vor (oder lassen Sie sie selbst wählen):
- Jugendarbeitslosigkeit
- Kreatives Freelancing
- Grünes Unternehmertum
- Regeneration lokaler Gemeinschaften
- Unterstützung für digitale Nomad:innen
ANHANG II – Hackathon zum Design eines CBM – Entwerfen Sie in 90 Minuten ein kollaboratives Geschäftsmodell
3.10
Kündigen Sie die Herausforderung an: „Ihr Team wird in 90 Minuten ein gemeinschaftliches Unternehmen gründen, das ein echtes Problem löst!“
3. Entwurfsphase (50 Minuten) Die Teams entwerfen ihr CBM mithilfe der bereitgestellten Vorlage. Zu den Kategorien gehören:
- Mission und Zielgruppe: Für wen ist es gedacht? Welchen Bedarf deckt es?
- Gemeinsame Dienste und Ressourcen: Auf was haben die Mitglieder Zugriff oder was nutzen sie gemeinsam?
- Governance-Modell: Wer trifft Entscheidungen? Wie?
- Einnahme-/Finanzierungsmodell: Wie ist es finanziell nachhaltig?
- Gemeinschaftskultur: Veranstaltungen, Rituale, Feedback-Systeme
- Physischer/digitaler Raum: Wie sieht es aus und wie fühlt es sich an?
Geben Sie den Teams eine Aufgabenstellung vor (oder lassen Sie sie selbst wählen):
- Jugendarbeitslosigkeit
- Kreatives Freelancing
- Grünes Unternehmertum
- Regeneration lokaler Gemeinschaften
- Unterstützung für digitale Nomad:innen
2. Bilden Sie Teams und weisen Sie Rollen zu (5 Minuten) Teilen Sie die Teilnehmer:innen in Gruppen von drei bis fünf Personen ein. Weisen Sie ihnen informelle Rollen zu oder lassen Sie sie diese selbst wählen: 1) Moderator:in, 2) Zeitmesser:in, 3) Präsentator:in, 4) Designer:in, 5) Gemeinschaftsvertreter:in
ANHANG II – Hackathon zum Design eines CBM – Entwerfen Sie in 90 Minuten ein kollaboratives Geschäftsmodell
3.10
Encourage teams to sketch layouts, add personas, or use storytelling. 4. Präsentation und Austausch (15 Minuten) Jede Gruppe präsentiert ihr CBM in drei bis fünf Minuten vor der gesamten Gruppe oder einer „Jury” aus anderen Teilnehmer:innen. Optional kann ein Bewertungsschema verwendet werden. 5. Reflexion und Feedback (10 Minuten) Leiten Sie eine kurze Nachbesprechung mit Fragen wie:
- Welche Werte haben Ihr CBM geprägt?
- Wie hat Ihr Team Entscheidungen getroffen?
- Was würden Sie beibehalten oder ändern?
Anpassungstipps: Sie haben nur wenig Zeit? Sie können die Übung verkürzen: a. Vorbereitung: Zeigen Sie nur ein Beispiel
b. Bilden Sie Teams und weisen Sie Rollen zu: Legen Sie die Teams und Rollen im Voraus fest.
c. Entwurfsphase: Reduzieren Sie die Anzahl der CBM-Vorlagen-Kategorien auf jene, die für Ihren Inhalt am wichtigsten sind. Bieten Sie vorgefertigte Beispiele an. Beispiel: Sie könnten eine CBM-Vorlage verwenden, in der die meisten Kategorien bereits ausgefüllt sind und nur noch bestimmte Kategorien ergänzt werden müssen.
d. Präsentation und Austausch: Begrenzen Sie die Präsentationszeit.
- Online-Format? Verwenden Sie Breakout-Räume, Miro-Boards und gemeinsame Pitch-Decks.
- Für Fortgeschrittene: Fügen Sie Budgetbeschränkungen oder reale Stakeholder-Profile hinzu.
Bezug zur Praxis:
Inspiriert von Start-up-Jam-Sessions und CBM-Beschleunigern (z. B. Impact Hub Athens) spiegelt diese Aktivität wider, wie echte CBMs durch gemeinsames Design, schnelle Iteration und Feedback der Gemeinschaft entstehen.
ANHANG III – INHALT DES KOLLABORATIVEN BUSINESS MODEL CANVAS
3.11
Sie können entweder ein kollaboratives Business Model Canvas aus dem Internet herunterladen – suchen Sie dazu einfach in Ihrer Suchmaschine danach – oder Sie können versuchen, Ihr eigenes zu erstellen. Folgende Inhalte werden für das Canvas benötigt:
7. Einnahmen- und Finanzierungsmodell: Wie wird Ihr Raum finanziert oder finanziell getragen? (z. B. durch Mitgliedschaften, öffentliche Zuschüsse, Projektgebühren)
8. Partnerschaften und Ökosystem: Wer unterstützt das CBM oder steht mit ihm in Verbindung? Welche Institutionen, Netzwerke oder Partner sind miteinander verbunden?
9. Kommunikation und Engagement: Wie binden Sie Ihre Mitglieder ein? Wie werden Rückmeldungen gesammelt und umgesetzt?
10. Raum und Infrastruktur: Beschreiben Sie Ihren physischen oder digitalen Arbeitsbereich. Was ist erforderlich, um ihn inklusiv, funktional und inspirierend zu gestalten?
1. Zielgruppe/Gemeinschaft: Für wen ist dieses CBM gedacht? Welche spezifischen Gruppen oder Personen profitieren davon? Was sind ihre Bedürfnisse, Ziele oder Herausforderungen?
2. Gemeinsame Werte: Welchen Wert bietet das CBM den Mitgliedern? Welche Auswirkungen hat es in sozialer, beruflicher oder wirtschaftlicher Hinsicht?
3. Zentrale Dienstleistungen und gemeinsame Ressourcen: Was können die Mitglieder nutzen, worauf haben sie Zugriff oder was gestalten sie gemeinsam? (z. B. Tools, Mentoring, Veranstaltungen, Räume)
4. Governance und Entscheidungsfindung: Wie werden Entscheidungen getroffen? Was ist an Ihrem Modell demokratisch oder partizipativ?
5. Gemeinschaft und Kultur: Welche Werte prägen Ihren Raum? Welche Rituale, Normen oder Verhaltenskodizes unterstützen diese Kultur?
6. Lernen und Entwicklung: Wie unterstützt das CBM das Lernen, Wachstum oder die Weiterqualifizierung? (formell oder informell)
ANHANG IV – UNTERRICHTSPLAN: Von der Idee zur Auswirkung: Entwurf kollaborativer Geschäftsmodelle
3.12
Ziel: Die Lernenden verstehen, erforschen und gestalten gemeinsam kollaborative Geschäftsmodelle. Dauer: 3–4 Stunden (kann in zwei Einheiten aufgeteilt werden) Methoden: Eisbrecher, Mini-Vortrag, Galeriebesuch, gemeinsames Design, Pitching, Reflexion Benötigte Materialien: CBM-Vorlage, Flipcharts oder Miro-Board, Marker, Haftnotizen, Beispielposter, Projektor/Folien, optional Rollenkarten
Zeit
Titel
Aktivität/Anleitung/Materialien
Ziel
Vorstellung der Ziele der Einheit: „Heute werden wir untersuchen, was echte Zusammenarbeit ausmacht, und unsere eigenen CBMs entwerfen.“ Material: Folie mit Tagesplan, mündliche Erklärungena,
Begrüßung und Orientierung
10 min
Einführung
Definition von CBMs und ihren Prinzipien (Partizipation, gemeinsame Werte, Flexibilität). Präsentation von zwei bis drei kurzen Fallbeispielen (z. B. Impact Hub, Forwardspace). Material: Folien, kurzes Video, Diskussionsimpuls
Einführung in Schlüsselbegriffe und gemeinsame Werte
20 min
Was ist ein CBM?
Gruppen-Brainstorming: „Was brauche ich, um gut zu arbeiten?“ → „Was braucht mein Team?“ → „Was braucht die Welt?“ Material: Haftnotizen oder digitales Whiteboard (z. B. Miro)
Lernende mit den Werten von CBMs vertraut machen
15 min
Ich, wir, die Welt
Die Tabelle wird auf der nächsten Seite fortgesetzt.
ANHANG IV – UNTERRICHTSPLAN: Von der Idee zur Auswirkung: Entwurf kollaborativer Geschäftsmodelle
3.12
Aktivität/ Anleitung/ Materialien Nachbesprechung in Zweier- oder mit der gesamten Gruppe
Zeit
Titel
Ziel
Teams von drei bis fünf Personen füllen das CBM-Canvas aus:
- Für wen ist es gedacht?
- Welche gemeinsamen Werte werden geschaffen?
- Welche Dienstleistungen, Strukturen und Räumlichkeiten sind damit verbunden?
Der:Die Moderator:in unterstützt die Reflexion und Zusammenarbeit. Material: CBM-Vorlage
Anwendung des Wissens durch gemeinsame Gestaltung
90 min
CBM-Design-Herausforderung
Jede Gruppe präsentiert ihr CBM vor den anderen Teilnehmer:innen oder einer „Gemeinschafts-Jury”.
Die anderen geben Feedback (z. B. „Klar? Kooperativ? Kreativ?”). Material: Feedback-Bogen
Kommunikation und Analyse üben
30–45 min
Pitch & Peer-Feedback
Gruppenbesprechung: Was war am schwierigsten? Auf welche Werte hat sich Ihr Team konzentriert? Was hat Sie überrascht? Individuelle Erkenntnis: „Eine Sache, die ich von heute mitnehmen werde ...” Material (optional): Papier oder virtuelle Tafel wie Miro.
Bewertung des Prozesses und Vertiefung des Gelernten
Reflexion und Abschluss
30 min
Flexible Arbeitsmethoden und innovative neue Arbeitsumgebungen
Dieses Kapitel befasst sich mit flexiblen Arbeitsmethoden und innovativen neuen Arbeitsumgebungen im Rahmen des RE-WORK-Projekts. Basierend auf den Erkenntnissen aus AP2 (Kompetenz-Roadmap, Leitfaden für bewährte Methoden) und AP3.1 (Co-Design-Labs) soll es Ausbilder:innen in der beruflichen Aus- und Weiterbildung dabei unterstützen, junge Berufstätige auf dynamische, selbstverwaltete und gerechte Arbeitsumgebungen vorzubereiten.
Lernziele: ✅ Verständnis der wichtigsten flexiblen Arbeitsmodelle und ihrer praktischen Anwendung ✅ Identifizierung der Vorteile und Risiken flexibler Arbeitsumgebungen ✅ Untersuchung der Weiterentwicklung physischer und digitaler Arbeitsbereiche ✅ Praxis der inklusiven Planung für hybride und Remote-Teams
Von der „Great Resignation“ zur flexiblen Arbeit
4.1
Als Ausbilder:in haben Sie vermutlich bemerkt, dass sich die Arbeitswelt im Wandel befindet. Dieser Wandel vollzieht sich oft still, aber in großem Umfang. Er wird nicht allein durch neue Technologien vorangetrieben, sondern auch durch Menschen, insbesondere jüngere Generationen, die hinterfragen, wie, wo und warum sie arbeiten. Nachdem die Pandemie die Entwicklung hin zur Remote-Arbeit beschleunigt und die Fragilität traditioneller Strukturen offenbart hatte, äußerten immer mehr Berufstätige Gefühle der Entfremdung, Erschöpfung und Frustration. Sie waren nicht mehr bereit, unflexible Arbeitszeiten, Mikromanagement oder ein Arbeitsumfeld zu akzeptieren, in dem ihr Wohlbefinden keine Rolle spielte. Für viele war dies der Beginn eines tiefgreifenden Wandels, einer Neudefinition dessen, wie Arbeit aussehen und sich anfühlen sollte. Zwei Bewegungen sind zu Symbolen dieses Wandels geworden. Im Rahmen der ersten Bewegung, die weithin als „Great Resignation“ (dt. ca. „große Kündigung“) bekannt ist,
kündigten Menschen freiwillig ihren Arbeitsplatz, nicht weil es an Arbeit mangelte, sondern wegen der Qualität des Arbeitsumfelds. Die zweite Bewegung, bezeichnet als „Quiet Quitting“ (dt. ca. „stille Kündigung“), war dagegen weniger sichtbar: Die Betroffenen blieben in ihrem Job, zogen sich jedoch aus der Kultur der Arbeitsüberlastung zurück und konzentrierten sich nur noch auf das Nötigste. Beide Reaktionen spiegeln den gemeinsamen Wunsch nach Autonomie, Ausgewogenheit und einer gesünderen Beziehung zur Arbeit wider. Diese Entscheidungen sind nicht nur persönlicher Natur. Sie verändern auch die Erwartungen an Arbeitsplätze und Ausbildungssysteme. Was einst als „alternativ“ galt, wie flexible Arbeitszeiten, hybride Teams oder das Arbeiten außerhalb des Büros, wird nun zur Norm. Für Anbieter beruflicher Aus- und Weiterbildung stellt dieser Wandel sowohl eine Herausforderung als auch eine Chance dar. Einerseits bereiten traditionelle Berufsbildungswege die Lernenden oft auf feste Routinen, stabile Verträge und vorhersehbare Arbeitsplätze vor.
Von der „Great Resignation“ zur flexiblen Arbeit
4.1
Andererseits treten die Lernenden von heute in eine Welt ein, die Anpassungsfähigkeit, Unabhängigkeit und digitale Kompetenz erfordert. Um relevant zu bleiben, müssen Ausbildungsumgebungen die Flexibilität und Fluidität widerspiegeln, die Lernende zunehmend schätzen und von denen erwartet wird, dass sie sich darin zurechtfinden. Das Ziel dieses Moduls ist es, zu untersuchen, was flexible Arbeitsmethoden und innovative Arbeitsumgebungen wirklich bedeuten und wie Lehrkräfte diese Ideen in ihren Unterricht einbringen können, um die Lernenden auf eine reaktionsschnellere, resilientere Arbeitswelt vorzubereiten.
Tipp für Ausbilder:innen:Fragen Sie die Lernenden:
Tipp
„Haben Sie jemals an einem Ort gearbeitet oder gelernt, der Ihnen zu starr oder zu chaotisch vorkam? Was hat zu diesem Eindruck geführt?“
Nutzen Sie diese Fragen, um ein Gespräch über Struktur, Autonomie und die sich wandelnden Erwartungen an die moderne Arbeitswelt anzustoßen.
Wie sieht Flexibilität aus? Zentrale Modelle und Methoden
4.2
Flexibilität am Arbeitsplatz ist kein einheitliches Konzept, sondern umfasst eine breite Palette von Regelungen, die Arbeitnehmer:innen mehr Kontrolle darüber geben, wann, wo und wie sie arbeiten. Für jüngere Berufstätige bedeutet Flexibilität oft den Unterschied zwischen dem Gefühl, eingebunden zu sein, und dem Gefühl, gefangen zu sein. Wenn sie durchdacht umgesetzt wird, kann mehr Flexibilität zu einer Verbesserung der psychischen Gesundheit, einem stärkeren Gefühl der Sinnhaftigkeit und erhöhter Produktivität führen.
Es gibt kein universelles Modell. Flexibilität nimmt je nach Beruf, Branche und Länderkontext unterschiedliche Formen an. In diesem Kapitel werden einige der relevantesten neuartigen Modelle vorgestellt, wobei besonders darauf geachtet wird, wie diese das Verhalten und die Erwartungen von Berufstätigen beeinflussen.
Eine der häufigsten Formen der Flexibilität betrifft die Arbeitszeiten. Anstelle eines festen Tagesablaufs arbeiten viele Unternehmen und Freiberufler:innen mit Systemen wie:
- Gleitzeit: Die Mitarbeiter:innen wählen ihre Arbeitsbeginn- und -endzeiten innerhalb eines festgelegten Zeitraums (z. B. zwischen 7:00 und 10:00 Uhr Arbeitsbeginn und 15:00 und 18:00 Uhr Arbeitsende).
- Komprimierte Arbeitswochen: Die Vollzeitstunden werden an weniger Tagen abgeleistet, z. B. vier 10-Stunden-Tage statt fünf 8-Stunden-Tage.
- Results-Only Work Environment (ROWE – dt. ca. „ergebnisorientierte Arbeitsumgebung“): Der Fokus liegt auf dem Ergebnis statt auf den Arbeitsstunden, sodass die Mitarbeiter:innen ihre Arbeitszeiten vollständig selbst festlegen können.
Diese Modelle reagieren direkt auf die im RE-WORK-Kompetenzbericht identifizierten Qualifikationslücken, insbesondere in den Bereichen Zeitmanagement, Eigeninitiative und digitale Autonomie. Die Integration dieser Modelle in den Berufsbildungskontext hilft den Lernenden dabei, übertragbare, zukunftssichere Kompetenzen zu entwickeln. Sie erfordern von den Lernenden die Entwicklung eines ausgeprägten Zeitmanagements und Selbstdisziplin – Kompetenzen, die Sie ihnen durch kleine Projektaufgaben oder selbstverwaltete Herausforderungen vermitteln können.
Wie sieht Flexibilität aus? Zentrale Modelle und Methoden
4.2
Seit dem Jahr 2020 wird Arbeit im Homeoffice zunehmend akzeptiert. Allerdings ist die Arbeit von zuhause aus nur ein Teil des Gesamtbildes:
- Remote-Arbeit: Wird vollständig außerhalb eines traditionellen Büros ausgeführt, häufig von zuhause oder von Coworking-Spaces aus.
- Hybride Arbeit: Eine Kombination aus Büro- und Remote-Arbeit mit festen oder flexiblen Mustern (z. B. zwei Tage im Büro, drei Tage remote).
- Work from Anywhere: Ermöglicht es Mitarbeiter:innen, von jedem beliebigen Ort aus zu arbeiten – auch länderübergreifend –, sofern die Konnektivität und die Arbeitsergebnisse gewährleistet sind.
Diese Ansätze fördern die geografische Mobilität und helfen Unternehmen dabei, Talente von außerhalb ihrer unmittelbaren Region anzuwerben, werfen jedoch auch neue Fragen hinsichtlich des Teamzusammenhalts, der rechtlichen Rahmenbedingungen und der digitalen Infrastruktur auf.
Flexibilität kann auch die Art und Weise beeinflussen, wie Arbeit ausgeführt und verwaltet wird:
- Asynchrone Arbeit: Die Teammitglieder erledigen ihre Aufgaben nach ihrem eigenen Zeitplan und nicht unbedingt gleichzeitig. Diese Methode ist bei internationalen oder primär digitalen Teams verbreitet.
- Selbstverwaltete Teams: Die Gruppen arbeiten mit minimaler Aufsicht, treffen gemeinsam Entscheidungen und organisieren ihr Arbeitsaufkommen gemeinsam.
- Agile und iterative Arbeitsabläufe: Diese Methoden werden vor allem in den Bereichen Technik und Design eingesetzt und umfassen kurze Zyklen, Feedbackschleifen und schnelle Anpassungen.
In einigen Unternehmen sind die Rollen so strukturiert, dass eine Aufteilung oder Verlagerung von Verantwortlichkeiten möglich ist:
- Jobsharing: Zwei Personen teilen sich eine Vollzeitstelle und somit die Arbeitszeit, Aufgaben und Verantwortlichkeiten.
- Teilzeit- und projektbezogene Stellen: Berufstätige arbeiten weniger Stunden oder werden für bestimmte Aufgaben oder Zeiträume eingestellt, oft im Rahmen von freiberuflichen Verträgen.
Diese Modelle sind besonders relevant für Menschen, die Arbeit mit Betreuungsaufgaben, Studium oder gesundheitlichen Bedürfnissen vereinbaren müssen.
Wie sieht Flexibilität aus? Zentrale Modelle und Methoden
4.2
Flexible Regelungen bieten zwar viele Vorteile, erfordern aber auch:
- Ein hohes Maß an Selbstorganisation
- Die Fähigkeit, Grenzen zwischen Privat- und Berufsleben zu managen
- Ausgeprägte digitale Kommunikationsfähigkeiten
- Klarheit bei der Zielsetzung und Verantwortlichkeit
In diesem Sinne bedeutet Flexibilität nicht das Fehlen von Strukturen, sondern die Verlagerung der Verantwortung von Arbeitgeber:in zu Arbeitnehmer:in oder von Führungskraft zu Team.
Tipp
Tipp für Ausbilder:innenBitten Sie die Teilnehmer:innen, anzugeben, welche dieser Modelle sie direkt oder indirekt erlebt haben.
Was hat gut funktioniert? Was haben sie als schwierig empfunden?
Dies kann zu einer tiefergehenden Diskussion über Bereitschaft und Präferenzen in Bezug auf flexibles Arbeiten führen.
Den Arbeitsplatz neu denken
4.3
Früher bedeutete „zur Arbeit gehen“, an einem festen Ort anzukommen, dort für eine bestimmte Anzahl von Stunden zu arbeiten und dann wieder zu gehen. Für immer mehr Berufstätige gilt dieses Modell jedoch nicht mehr. Die Arbeit ist verteilter, dynamischer und flexibler geworden, und die Räume, in denen sie stattfindet, entwickeln sich entsprechend weiter. Diese Veränderung wirkt sich nicht nur darauf aus, wo gearbeitet wird, sondern auch darauf, wie Arbeitsplätze gestaltet sind, wie Teams interagieren und welche Umgebungen Produktivität und Wohlbefinden fördern. Bei der Neugestaltung des Arbeitsplatzes geht es darum, sich von Einheitslösungen zu verabschieden und stattdessen Umgebungen zu schaffen, die auf unterschiedliche Rollen, Bedürfnisse und Persönlichkeiten eingehen. Denken Sie über Schreibtische und Besprechungsräume hinaus. Moderne Arbeitsplätze umfassen heute flexible Bereiche für Konzentration, Kreativität, Erholung und Vernetzung. Diese Idee können Sie als Inspiration für die Gestaltung von Klassenzimmern oder Reflexionsgespräche nutzen. Unternehmen investieren in Umgebungen, die Flexibilität, Komfort und ein Gefühl der Zugehörigkeit bieten.
Den Arbeitsplatz neu denken
4.3
Zu den wichtigsten Merkmalen gehören: - Zonenlayouts: Bereiche für intensive Konzentration, informelle Zusammenarbeit, ruhige Reflexion und soziale Interaktion
- Hot Desking und geteilte Arbeitsplätze: Die Mitarbeiter:innen wählen ihren Arbeitsplatz je nach ihren täglichen Aufgaben
- Modulare Möbel: Bewegliche Schreibtische und Wände ermöglichen eine schnelle Neukonfiguration der Räume
- Biophiles Design: Einbeziehung von natürlichem Licht, Pflanzen und organischen Materialien zur Verbesserung der Stimmung und Konzentration
- Wohlfühlbereiche: Bereiche, die der Erholung, Achtsamkeit oder Bewegung gewidmet sind (z. B. Schlafplätze, Yoga-Ecken)
Darüber hinaus überdenken viele Arbeitgeber:innen den Standort völlig neu, indem sie den Zugang zu Coworking-Zentren, Gemeinschaftsarbeitsplätzen oder Satellitenbüros in der Nähe des Wohnortes ihrer Mitarbeiter:innen unterstützen. Lass uns loslegen!
Den Arbeitsplatz neu denken
4.3
Für Remote- oder Hybrid-Teams befindet sich der Arbeitsplatz häufig online. Ein gut gestalteter digitaler Arbeitsbereich kombiniert mehrere Tools, die die Zusammenarbeit in der realen Welt nachbilden – und oft sogar verbessern. Zu den Kernkomponenten gehören:
Zu den wichtigsten Elementen einer flexiblen Arbeitskultur gehören:
- Vertrauen in die Fähigkeit der Mitarbeiter:innen, sich ihre Zeit selbst einzuteilen
- Vertrauen in die Fähigkeit der Mitarbeiter:innen, sich ihre Zeit selbst einzuteilen
- Förderung eines offenen Dialogs über Arbeitsbelastung und Wohlbefinden
- Respekt für unterschiedliche Arbeitsstile und -rhythmen
Ein Arbeitsplatz, der diese Werte unterstützt, kann sich leichter an Veränderungen anpassen und seinen Mitarbeiter:innen helfen, sich darin zu entfalten.
- Projektmanagement-Plattformen (z. B. Trello, Asana, Notion)
- Kommunikationstools (z. B. Slack, MS Teams, Discord)
- Virtuelle Whiteboards und Brainstorming-Apps (z. B. Miro, Jamboard)
- Cloudbasierte Dokumentenfreigabe (z. B. Google Drive, SharePoint)
Den Arbeitsplatz neu denken
4.3
Die Neugestaltung des Arbeitsplatzes bedeutet, Umgebungen zu schaffen, die für vielfältige Körper, Köpfe und Umstände geeignet sind. Dazu gehören:
- Barrierefreiheit: Rampen, Screenreader, regulierbare Beleuchtung und Videokonferenzen mit Untertiteln
- Neurodiversitätsfreundliches Design: Reizarme Bereiche, flexible Sitzgelegenheiten, regulierbare Beleuchtung und Lautstärke
- Unterstützung für Menschen mit Betreuungsaufgaben: Kinderbetreuung vor Ort, flexible Arbeitszeiten, Remote-Optionen
- Merkmale zur Förderung des Gemeinschaftsgefühls: Gemeinsame Mahlzeiten, offene Veranstaltungen oder Räume für Peer-Mentoring
Wenn physische oder digitale Räume nicht mit Blick auf Inklusion gestaltet werden, werden sie schnell zu einem Hindernis statt zu einer Hilfe. Deshalb muss Flexibilität immer mit Gleichstellung einhergehen.
Tipp
Tipp für Ausbilder:innen: Bitten Sie die Lernenden, die räumliche Anordnung, die verfügbaren Tools, die geltenden Regeln und die allgemeine Atmosphäre zu berücksichtigen. Vergleichen Sie anschließend ihre Entwürfe und untersuchen Sie, welche Prinzipien sie gemeinsam haben und worin sie sich unterscheiden.
4.4
Vorteile und Risiken flexibler Arbeit
Flexible Arbeitsmethoden werden oft als Win-Win-Lösung dargestellt, die eine bessere Work-Life-Balance für Einzelpersonen und eine höhere Effizienz für Unternehmen bietet. Diese Vorteile bestehen zwar tatsächlich, doch bringt Flexibilität auch Herausforderungen mit sich, die auf den ersten Blick nicht immer erkennbar sind. Für Berufsbildungslernende und Berufstätige ist es wichtig, beide Seiten zu verstehen, um sich auf die Komplexität des modernen Arbeitslebens vorzubereiten. Diese duale Perspektive spiegelte sich auch in den Co-Design-Labs von AP3.1 wider, in denen die Ausbilder:innen darauf hinwiesen, wie wichtig es ist, den Lernenden beizubringen, mit Herausforderungen der Remote-Arbeit wie Isolation, unklaren Erwartungen und digitaler Müdigkeit umzugehen.
- Geografische Inklusion: Remote- und Hybridmodelle können Menschen, die in ländlichen oder unterversorgten Gebieten leben, oder Menschen mit eingeschränkter Mobilität neue Beschäftigungsmöglichkeiten eröffnen.
- Anpassungsfähigkeit an Veränderungen: Organisationen, die flexible Strukturen einführen, können sich tendenziell leichter an externe Schocks wie Krisen im Bereich der öffentlichen Gesundheit oder wirtschaftliche Turbulenzen anpassen.
Flexibles Arbeiten bietet zahlreiche Vorteile, die sowohl das persönliche als auch das berufliche Wohlbefinden verbessern können. Zu den am häufigsten genannten Vorteilen gehören:
- Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben: Die Möglichkeit, Arbeitszeiten oder -orte anzupassen, kann Einzelpersonen dabei helfen, den Beruf mit persönlichen Verpflichtungen in Einklang zu bringen, den Stress beim Pendeln zu reduzieren und mehr Kontrolle über ihren Tagesablauf zu erlangen.
- Mehr Autonomie und Motivation: Flexible Systeme fördern oft die Selbstständigkeit und geben den Mitarbeiter:innen mehr Verantwortung für ihre eigenen Leistungen. Dieses Gefühl des Vertrauens kann zu höherer Motivation und Zufriedenheit führen.
- Anziehung und Bindung von Talenten: Unternehmen, die flexible Optionen anbieten, sind oft attraktiver für jüngere Berufstätige, Eltern, pflegende Angehörige und Menschen, die nach besseren Bedingungen für ihre psychische Gesundheit suchen.
4.4
Vorteile und Risiken flexibler Arbeit
Trotz der positiven Aspekte ist Flexibilität nicht automatisch von Vorteil – und kann, wenn sie nicht richtig gehandhabt wird, neue Formen von Druck oder Ungleichheit schaffen. Zu den wichtigsten Bedenken gehören:
- Ungleicher Zugang: Nicht alle Positionen oder Branchen ermöglichen das gleiche Maß an Flexibilität. In vielen Unternehmen hängt der Zugang zu flexiblen Arbeitsmodellen nach wie vor von der Betriebszugehörigkeit oder dem Ermessen der Führungskräfte ab.
- Mangelnde Struktur: Einige Menschen blühen in flexiblen Systemen auf, während andere ohne Routine oder klare Erwartungen Schwierigkeiten haben – insbesondere zu Beginn ihrer Karriere.
- Technologieabhängigkeit: Digitale Plattformen ermöglichen Flexibilität, bergen aber auch Risiken wie Überwachung, ständige Benachrichtigungen und den Ausschluss von Menschen mit eingeschränktem digitalem Zugang oder geringen digitalen Kenntnissen.
- Verschwommene Grenzen: Ihre Lernenden spüren dies möglicherweise bereits. Wenn Arbeit „jederzeit und überall“ stattfindet, ist es leicht, den Überblick über Grenzen zu verlieren. Eine Klassendiskussion über die Work-Life Balance kann ihnen dabei helfen, persönliche Strategien zu entwickeln, bevor sie flexible Rollen übernehmen. Viele Remote-Arbeitskräfte oder Freiberufler:innen berichten von Schwierigkeiten beim „Abschalten“, was zu Burnout oder Angstzuständen führen kann.
- Isolation und Abkopplung: Der Mangel an täglicher Interaktion mit Kolleg:innen kann das Zugehörigkeitsgefühl verringern und die Zusammenarbeit erschweren, insbesondere für jüngere Fachkräfte oder neue Teammitglieder.
4.4
Vorteile und Risiken flexibler Arbeit
Ob Flexibilität als Vorteil oder als Belastung empfunden wird, hängt oft vom Kontext ab:
- Ist die Flexibilität freiwillig oder vorgeschrieben?
- Gibt es klare Erwartungen und Grenzen?
- Verfügen die Menschen über die Fähigkeiten und die Unterstützung, um mit ihrer Autonomie umzugehen?
Diese Fragen verdeutlichen, warum Flexibilität nicht als Abkürzung oder als Trend eingeführt werden sollte, sondern als Teil einer breiter angelegten Kultur des Vertrauens, der Kommunikation und des Wohlbefindens.
Tipp
Tipp für Ausbilder:innen: Bitten Sie die Lernenden, eine persönliche SWOT-Analyse (Strengths - Stärken, Weaknesses - Schwächen, Opportunities - Chancen, Threats - Risiken) zu ihren Erfahrungen oder Erwartungen in Bezug auf flexibles Arbeiten durchzuführen. Moderieren Sie anschließend eine Diskussion darüber, wie Risiken reduziert und Vorteile maximiert werden können – sowohl individuell als auch kollektiv.
Fähigkeiten für ein erfolgreiches Arbeiten in flexiblen und hybriden Kontexten
4.5
Flexible und hybride Arbeitsmodelle bieten viele Möglichkeiten, verändern aber auch die Bedeutung von „Arbeitsbereitschaft“. Es reicht nicht mehr aus, Anweisungen zu befolgen oder eine Aufgabe auszuführen. Arbeitnehmer:innen müssen nun mit Komplexität umgehen, selbstständig arbeiten und die Kommunikation aufrechterhalten, ohne physisch anwesend zu sein. Dieser Wandel erfordert sowohl neue technische als auch zwischenmenschliche Fähigkeiten, die den Erfolg in unabhängigeren, digital gestützten Umgebungen unterstützen. Diese Fähigkeiten sind besonders wichtig für junge Berufstätige, von denen viele ihre Karriere in Teams oder Positionen beginnen werden, die außerhalb traditioneller Strukturen arbeiten. Wenn Zeit und Ort nicht vorgegeben sind, ist die Fähigkeit, organisiert zu bleiben, unerlässlich.
Dazu gehört:
- die Planung und Priorisierung von Aufgaben ohne direkte Aufsicht
- die Festlegung und Einhaltung persönlicher Arbeitszeiten und Grenzen
- die Überwachung von Fortschritten und die Einhaltung von Verpflichtungen
Flexible und hybride Arbeitsmodelle bieten viele Möglichkeiten, aber es geht nicht nur um den Einsatz von Tools – es geht darum, eine digitale Präsenz aufzubauen und Verbindungen über Entfernungen hinweg aufrechtzuerhalten.
Fähigkeiten für ein erfolgreiches Arbeiten in flexiblen und hybriden Kontexten
4.5
Viele Herausforderungen der flexiblen Arbeit entstehen nicht durch mangelnde Motivation, sondern durch unklare Routinen. Es ist daher eine Kernkompetenz, Lernenden dabei zu helfen, Routinen zu entwickeln, die für sie funktionieren, und zu lernen, diese anzupassen. In hybriden und Remote-Umgebungen findet ein Großteil der Interaktion über Text, Video oder asynchrone Nachrichten statt. Arbeitnehmer:innen müssen:
- für digitale Kanäle klar und prägnant schreiben
- wissen, in welchen Situationen E-Mail, Chat oder Video die richtige Wahl ist
- ein Bewusstsein für Tonfall und Inklusion haben, wenn sie nicht von Angesicht zu Angesicht kommunizieren
- verantwortungsbewusst mit gemeinsam genutzten Dokumenten und Plattformen umgehen
Fähigkeiten für ein erfolgreiches Arbeiten in flexiblen und hybriden Kontexten
4.5
Die Zusammenarbeit in flexiblen Teams hängt von mehr ab als nur von Tools. Mitarbeiter:innen müssen in der Lage sein:
- die Bedürfnisse und Stimmungen anderer zu erkennen und darauf zu reagieren
- Empathie in der Kommunikation zu praktizieren
- proaktiv Hilfe anzubieten oder um Hilfe zu bitten
- mit kulturellen und generationsbedingten Unterschieden innerhalb von Teams umzugehen
Flexibles Arbeiten kann Distanz schaffen, weshalb es entscheidend ist, aktiv den Kontakt und die klare Kommunikation aufrechtzuerhalten – insbesondere, da es leichter zu Missverständnissen kommen kann.
Ohne ständige Aufsicht wird von den Mitarbeiter:innen oft erwartet, dass sie kleinere Probleme selbst lösen und bei Planänderungen nach Lösungen suchen. Dazu gehört:
- das Ergreifen der Initiative, um Fragen zu stellen oder Verbesserungen vorzuschlagen
- die Anpassung an neue Tools, Arbeitsabläufe oder Kundenbedürfnisse
- die Bewältigung von Unsicherheiten oder veränderten Prioritäten, ohne die Richtung zu verlieren
Fähigkeiten für ein erfolgreiches Arbeiten in flexiblen und hybriden Kontexten
4.5
Diese Verhaltensweisen zeugen von Anpassungsfähigkeit – einer der wertvollsten Eigenschaften in einem sich schnell verändernden Arbeitsumfeld. In flexiblen Umgebungen sind Ergebnisse wichtiger als Sichtbarkeit. Mitarbeiter:innen, die Vertrauen zu ihren Teams und Kund:innen aufbauen, tendieren dazu:
- ihre Arbeit konsequent und pünktlich zu erledigen
- Verzögerungen oder Probleme frühzeitig zu kommunizieren
- Transparenz über ihren Fortschritt zu wahren
- gemeinsame Fristen auch ohne Aufsicht einzuhalten
Tipp
Tipp für Ausbilder:innen: Teilen Sie die Lernenden in kleine „Remote-Teams“ ein und geben Sie ihnen eine kurze Aufgabe (z. B. Erstellung eines kurzen Pitches, Plans oder einer Infografik). Sie sollen diese Aufgabe ausschließlich mit digitalen Tools (Chat, gemeinsame Dokumente, Videoanrufe) und ohne persönliche Kommunikation erledigen. Nach der Aufgabe findet eine Nachbesprechung in der Gruppe statt: Was hat gut funktioniert? Was war schwierig? Welche Fähigkeiten waren am nützlichsten?
Inklusive und gerechte flexible Arbeit
4.6
Wenn flexible Arbeitsbedingungen jedoch nicht mit den richtigen Unterstützungsstrukturen einhergehen, kommen die Vorteile möglicherweise nur denen zugute, die folgende Voraussetzungen erfüllen:
- Eine starke Internetverbindung und digitale Geräte
- Einen ruhigen und geeigneten Arbeitsplatz zu Hause
- Vorkenntnisse im Umgang mit digitaler Kommunikation
- Selbstvertrauen in Bezug auf Selbstmanagement
Diese Voraussetzungen sind nicht gleich verteilt, daher muss die Gleichstellung aktiv gestaltet werden
In der Theorie kommt flexible Arbeit einer Vielzahl von Menschen zugute:
- Eltern und Betreuungspersonen, die familiäre Verpflichtungen wahrnehmen müssen
- Menschen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen, die unter Umständen eine barrierefreie oder kontrollierte Arbeitsumgebung benötigen
- Junge Berufstätige ohne langfristige Verträge, die Wert auf Mobilität legen
- Personen in ländlichen Gebieten mit begrenztem Zugang zu Arbeitsplätzen in Großstädten
Inklusive und gerechte flexible Arbeit
4.6
Zu den häufigsten Herausforderungen für eine gerechte Partizipation gehören:
- Digitale Kluft: Nicht jeder Mensch verfügt über einen stabilen Internetzugang oder digitale Kompetenz. Ohne Schulung und Unterstützung werden bestimmte Personengruppen von Remote- oder Hybrid-Arbeitsmodellen ausgeschlossen.
- Unsichtbare Arbeit: Care-Arbeit, emotionale Arbeit und Koordination fallen oft unverhältnismäßig stark auf Frauen oder neuere Mitarbeiter:innen zurück. In flexiblen Umgebungen kann diese Arbeit unbemerkt bleiben oder unterbewertet werden.
- Verzerrte Sichtbarkeit: Wenn Führungskräfte nur die Mitarbeiter:innen im Büro sehen, können Remote-Mitarbeiter:innen bei Beförderungen, Feedback oder Führungsrollen übersehen werden – selbst wenn ihre Leistung gleichwertig ist.
- Exklusion von neurodivergenten Menschen: Einige flexible Umgebungen führen wenn es keine klaren Normen gibt schneller zu Überreizung oder Verwirrung bei Menschen mit ADHS, Autismus oder anderen neurologischen Besonderheiten.
- Unklare Richtlinien: Ohne klare Regeln können flexible Regelungen inkonsequent werden – sie werden einigen angeboten, anderen aber nicht oder werden unvorhergesehen wieder zurückgezogen.
Inklusive und gerechte flexible Arbeit
4.6
Um flexibles Arbeiten inklusiver zu gestalten, sollten Unternehmen und Lehrkräfte folgende Punkte berücksichtigen:
- Zugang für alle: Stellen Sie sicher, dass Remote- und Hybrid-Arbeitsmodelle nicht auf bestimmte Positionen oder Einkommensklassen beschränkt sind. Stellen Sie bei Bedarf Tools, Schulungen und Infrastruktur zur Verfügung.
- Klarheit und Konsistenz: Definieren Sie Erwartungen und Rechte in Bezug auf Flexibilität. Vermeiden Sie es, Flexibilität zu einem Privileg zu machen, das allein auf Vertrauen oder Dienstalter basiert.
- Unterstützung für Zusammenarbeit: Fördern Sie Gewohnheiten und Systeme, die die Sichtbarkeit und Einbindung aller Mitarbeiter:innen gewährleisten, unabhängig von ihrem Standort oder Arbeitsplan.
- Kulturelles Bewusstsein: Berücksichtigen Sie, dass die Erfahrungen mit Flexibilität je nach Alter, Geschlecht, Kultur und Fähigkeiten unterschiedlich sind. Vermeiden Sie Annahmen darüber, was „für alle funktioniert”.
- Feedback-Schleifen: Schaffen Sie Mechanismen, die es allen Mitarbeiter:innen oder Lernenden ermöglichen, ihre Erfahrungen mit flexiblen Systemen auszutauschen, und nutzen Sie diese Rückmeldungen, um die Systeme zu verbessern.
4.7
3.5
Vermittlung von Flexibilität in der Berufsbildung
Lehrkräfte können:
- Den Lernenden Wahlmöglichkeiten bei der Erledigung ihrer Aufgaben bieten (z. B. schriftliche, visuelle oder Audioformate)
- Gegebenenfalls flexible Fristen zulassen, um das Aufgabenmanagement im realen Leben widerzuspiegeln
- Asynchrone Zusammenarbeit fördern (z. B. gemeinsame Dokumente oder Foren)
- Projektbasiertes Lernen konzipieren, das flexible, teamorientierte Arbeitsumgebungen nachahmt
- Zeiträume für Selbstreflexion und Feedback-Schleifen einbauen
Diese Strategien tragen dazu bei, ebenjene Selbstmanagement-, Kommunikations- und Autonomiekompetenzen zu entwickeln, die in flexiblen Arbeitsumgebungen erforderlich sind.
Die berufliche Aus- und Weiterbildung spielt eine entscheidende Rolle, da sie nicht nur das Wissen der Lernenden beeinflusst, sondern auch ihre Einstellung zur Arbeit prägt. Da Flexibilität in modernen Berufen immer mehr an Bedeutung gewinnt, reicht es nicht mehr aus, dass Lernende lediglich von der Existenz flexibler Arbeitsmodelle wissen; sie müssen Flexibilität während ihrer Ausbildung auch erleben und praktizieren.
Das bedeutet, dass Berufsbildungsprogramme flexibles Denken nicht nur in ihre Inhalte, sondern auch in ihre Lehransätze integrieren müssen. Dadurch werden die Lernenden auf dynamische Arbeitsplätze vorbereitet, in denen Anpassungsfähigkeit, Eigeninitiative und kontextübergreifende Zusammenarbeit unerlässlich sind.
Keine Sorge: Flexibilität zu integrieren bedeutet nicht, auf Struktur zu verzichten. Es bedeutet, den Lernenden innerhalb dieser Struktur mehr Auswahlmöglichkeiten und Handlungsfreiheit zu geben. Sie können klein anfangen, indem Sie die Lernenden beispielsweise selbst entscheiden lassen, wie sie eine Aufgabe einreichen möchten: als Video, schriftlich oder visuell.
Vermittlung von Flexibilität in der Berufsbildung
4.7
3.5
Traditional classroom models often position the educator as the sole source of instruction. Flexible thinking requires a shift toward shared responsibility and dynamic roles, such as:
- Lernende, die als Projektleiter:innen oder Peer-Mentor:innen fungieren
- Gemeinsames Erstellen von Regeln oder Zeitplänen mit den Lernenden für Gruppenaufgaben
- Rotation der Teammitglieder, um verschiedene Kooperationsstile nachzuahmen
- Förderung des selbstbestimmten Lernens für Teile des Lehrplans
Dieser Ansatz fördert das Verantwortungsbewusstsein und ermutigt die Lernenden, Verantwortung für ihre eigenen Ergebnisse zu übernehmen – eine wichtige Mentalität in hybriden und Remote-Arbeitskulturen.
Um flexibles Arbeitsverhalten zu normalisieren, können Lehrkräfte:
- Beispiele aus der Praxis von Fachkräften vorstellen, die in flexiblen Modellen arbeiten
- Rollenspiele oder Simulationen nutzen, um die Dynamik hybrider Teams zu untersuchen
- Gastredner:innen einbeziehen, die remote oder in alternativen Umgebungen arbeiten
- Coworking Spaces oder Remote-First-Unternehmen besuchen oder virtuell besichtigen
- Aktuelle Herausforderungen wie digitale Überlastung, Isolation oder Selbstmotivation diskutieren
4.7
3.5
Vermittlung von Flexibilität in der Berufsbildung
Die Sichtbarmachung der Vorteile wie auch der Grenzen von Flexibilität hilft den Lernenden, realistische Erwartungen und praktische Strategien zu entwickeln. Die Einbettung von Flexibilität ist zwar wertvoll, aber nicht immer einfach. Berufsbildungsanbieter können mit folgenden Herausforderungen konfrontiert sein:
- Feste Finanzierungs- oder politische Rahmenbedingungen, die Innovationen im Lehrplan einschränken
- Starre Stundenpläne, die an die Verfügbarkeit von physischen Unterrichtsräumen gebunden sind
- Ungleicher Zugang zu digitalen Tools für Lehrkräfte und Lernende
- Begrenzte Fortbildungsmöglichkeiten für Lehrkräfte zu flexiblen oder hybriden Unterrichtsmethoden
Das Erkennen dieser Hindernisse ermöglicht es Institutionen, sich für Veränderungen einzusetzen und in die Personalentwicklung, Infrastruktur und pädagogische Unterstützung zu investieren.
Tipp
Tipp für Ausbilder:innen: Bitten Sie die Lernenden, eine ihrer vergangenen Lernerfahrungen zu reflektieren und sie als „flexible Aufgabe“ neu zu gestalten. Was hätte remote durchgeführt werden können? Welche Optionen hätten ergänzt werden können? Wie könnten die Ergebnisse gemessen werden? Nutzen Sie dies als Gesprächseinstieg für die Anpassung des Lernens an zukünftige Arbeitsplätze.
Fallstudien: Praxisbeispiele für flexible Arbeitsumgebungen
4.8
3.5
Um flexibles Arbeiten zu verstehen, reicht Theorie allein nicht aus. Beispiele aus der Praxis helfen Lernenden und Ausbilder:innen zu erkennen, wie Flexibilität in realen Arbeitsumgebungen angewendet wird, wie sie unterschiedliche Bedürfnisse unterstützt und wo sie möglicherweise zu kurz greift. Die folgenden vier Fallstudien zeigen, wie verschiedene Organisationen in ganz Europa Flexibilität als Antwort auf die sich wandelnden Erwartungen der Arbeitnehmer:innen eingeführt haben. Jeder Fall bietet Erkenntnisse über die Vorteile, Herausforderungen und Bedingungen, die effektive Strategien für flexibles Arbeiten prägen. Diese Beispiele zeigen, dass flexible Arbeit keine Einheitslösung ist. Sie kann je nach Zielen, Ressourcen und beteiligten Personen unterschiedliche Formen annehmen. Ob Telearbeit, Coworking oder reduzierte Arbeitszeiten – der Schlüssel zu erfolgreicher Flexibilität liegt in klaren Erwartungen, inklusiven Praktiken und kontinuierlicher Kommunikation.
Fallstudie 3: Britischer Technologiesektor – Pilotprojekt der 4-Day Week Foundation
Fallstudie 1: Portugal – Telearbeit nach COVID-19 neu denken
Fallstudie 2: Estland – Coworking als Reaktion der Gemeinschaft
Link zur Studie
Link zur Studie
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ANHANG I – Übung 1: Entwurf eines fairen und flexiblen Arbeitsplans
4.9
Zweck: Diese Aufgabe ermöglicht es den Lernenden, die Komplexität der Schaffung flexibler Arbeitsvereinbarungen in einem Teamumfeld in der Praxis zu erkunden. Der Schwerpunkt liegt auf Empathie, Verhandlungsgeschick und dem Verständnis für unterschiedliche Bedürfnisse. Lernziele:
- Die Lernenden wenden Schlüsselkonzepte wie Flexibilität, Gerechtigkeit und Inklusion an.
- Die Lernenden lernen, individuelle und organisatorische Bedürfnisse in Einklang zu bringen.
- Die Lernenden üben Kommunikation, Entscheidungsfindung und Kompromissbereitschaft.
Dauer: 60 Minuten Format: Persönlich oder online
Materialcheckliste:
- Gedrucktes oder digitales Teamprofilblatt (fiktive Teammitglieder mit Bedürfnissen/Präferenzen)
- Ein Unternehmensszenario (kleines Unternehmen oder NGO)
- Vorlagen für Arbeitsvereinbarungen (visuelle Hilfsmittel zum Skizzieren von hybriden Zeitplänen, Verantwortlichkeiten usw.)
- Haftnotizen oder gemeinsames Whiteboard (z. B. Miro)
Die Anleitung wird auf der nächsten Seite fortgesetzt.
ANHANG I – Übung 1: Entwurf eines fairen und flexiblen Arbeitsplans
4.9
Schritt-für-Schritt-Anleitung: 1. Einführung und Szenario-Vorbereitung (10 Min.): Stellen Sie das Unternehmensszenario vor: Ein kleines Unternehmen möchte ein flexibleres Arbeitsmodell einführen. Die Lernenden werden als „Flexibilitäts-Taskforce“ eingesetzt, die für die Entwicklung eines Plans verantwortlich ist.
Verteilen Sie die fiktiven Teamprofile – z. B. einen Alleinerziehenden, eine neurodivergente Designerin, einen Freiberufler aus einer ländlichen Gegend, eine frischgebackene Hochschulabsolventin ohne Homeoffice-Ausstattung. 2. Gruppendiskussion – Entwurfsphase (30 Min.): Die Teams arbeiten gemeinsam an einem flexiblen Arbeitsplan, der sowohl den Unternehmenszielen als auch den individuellen Bedürfnissen gerecht wird. Sie müssen:
- einen Wochenplan entwerfen
- Kommunikationsregeln und Besprechungsnormen festlegen
- Herausforderungen in Bezug auf Inklusion und Barrierefreiheit berücksichtigen
- sich auf Leistungs- und Verantwortlichkeitsrichtlinien einigen
3. Präsentation und gegenseitige Bewertung (10 Min.): Jede Gruppe präsentiert ihren Plan vor der gesamten Lerngruppe. Andere Teams stellen Fragen oder geben Feedback: Was ist fair? Was funktioniert möglicherweise nicht? 4. Reflexion (15 Min.): Der:Die Moderator:in leitet eine Gruppendiskussion:
- Was war bei der Erstellung eines fairen Plans einfach oder schwierig?
- Wurden bestimmte Bedürfnisse gegenüber anderen priorisiert?
- Wie hat Ihr Team Flexibilität und Struktur in Einklang gebracht?
5. Optionale Ergänzungen:
- Fügen Sie in der Mitte der Designphase eine „Überraschung“ hinzu (z. B. Budgetkürzungen, plötzliche Krankmeldungen).
- Verteilen Sie Rollen innerhalb der Gruppe (z. B. Personalmanager:in, Teammitglied, externe:r Berater:in), um den Realismus zu erhöhen.
ANHANG II – Übung 2: Rollenspiel-Simulation – Konfliktmanagement in einem flexiblen Team
4.9
Diese Aktivität gibt den Lernenden die Möglichkeit zu erkunden, wie flexible Arbeitsumgebungen zu Spannungen führen können – und wie diese Spannungen durch Kommunikation, Empathie und strukturierte Entscheidungsfindung bewältigt werden können.
Sie ergänzt die Kapitel 3 (Den Arbeitsplatz neu denken), 6 (Inklusive und gerechte flexible Arbeit) und 7 (Vermittlung von Flexibilität in der Berufsbildung). Zweck: Simulation der zwischenmenschlichen und organisatorischen Herausforderungen, die entstehen, wenn unterschiedliche Erwartungen an Flexibilität aufeinanderprallen – und Üben der gemeinsamen Auflösung dieser Spannungen. Lernziele:
- Die Lernenden identifizieren konkurrierende Prioritäten in der teamorientierten flexiblen Arbeit.
- Die Lernenden üben die Problemlösung in inklusiven, hybriden Umgebungen.
- Die Lernenden entwickeln Kommunikations- und Mediationsfähigkeiten.
Dauer: 60 Minuten Durchführungsformat: Offline oder online. Kleine Gruppen (drei bis fünf Lernende) mit einem:einer Moderator:in oder Ausbilder:in. Kann für den Einsatz im Klassenzimmer oder in Workshops angepasst werden. Materialcheckliste:
- Gedruckte oder digitale Konfliktszenariokarten (unten beigefügt)
- Optionale Rollenbeschreibungen (z. B. Teamleiter:in, Personalvertreter:in, Mitarbeiter:in A, Mitarbeiter:in B)
- Ein Whiteboard, Flipchart oder gemeinsames Online-Board für die Gruppenzusammenfassung
- Timer (zur Strukturierung der Phasen)
Die Anleitung wird auf der nächsten Seite fortgesetzt.
ANHANG II – Übung 2: Rollenspiel-Simulation – Konfliktmanagement in einem flexiblen Team
4.9
Schritt-für-Schritt-Anleitung: 1. Einführung und Gruppenaufteilung (10 Min.): Teilen Sie die Lernenden in kleine Gruppen ein. Jede Gruppe erhält ein Konfliktszenario (siehe unten). Verteilen Sie die Rollen innerhalb jeder Gruppe: Alle Teilnehmer:innen schlüpfen in die Rollen der an der Situation beteiligten Personen. 2. Rollenspiel-Diskussion (25 Min.): Die Gruppen spielen die Situation in Echtzeit nach. Dabei müssen sie:
- den Anliegen und Standpunkten jeder Figur zuhören
- den Kern des Konflikts und die Werte jeder Person identifizieren
- auf eine gemeinsame, flexible Lösung hinarbeiten, die alle Bedürfnisse berücksichtigt
3. Nachbesprechung der Gruppen und Ergebnisaustausch (10 Min.): Jede Gruppe stellt ihren Fall kurz vor:
- Zu welcher Lösung sind sie gekommen (falls überhaupt)?
- Welche Strategien haben die Diskussion gefördert oder behindert?
Ermutigen Sie die Teams dazu, Skizzen anzufertigen, Personen hinzuzufügen oder Storytelling einzusetzen. 4. Reflexion in der ganzen Gruppe (20 Min.): Der:Die Moderator:in leitet eine Reflexion:
- Wie realistisch kam Ihnen der Konflikt vor?
- Was hat Sie an den anderen Rollen überrascht?
- Was sagt uns das über Flexibilität am realen Arbeitsplatz?
5. Reflexion und Feedback (10 Min.): Leiten Sie eine kurze Nachbesprechung mit Fragen wie:
- Welche Werte haben Ihr CBM geprägt?
- Wie hat Ihr Team Entscheidungen getroffen?
- Was würden Sie beibehalten oder ändern?
ANHANG II – Übung 2: Rollenspiel-Simulation – Konfliktmanagement in einem flexiblen Team
4.9
Konfliktszenariokarten Szenario 1 – „Das Montagsmeeting“
Ihr hybrides Team hält jeden Montag ein wöchentliches Präsenzmeting ab. Zwei Teammitglieder wohnen mittlerweile weiter entfernt und möchten online teilnehmen. Ein:e erfahrene:r Kolleg:in besteht darauf, dass das Meeting nur funktioniert, wenn alle im Raum sind.
Rollen: Remote-Mitarbeiter:in, erfahrene:r Mitarbeiter:in, Teamleiter:in, Personalabteilung Szenario 2 – „Verschobene Deadlines“
Die Frist für ein Projekt wurde aufgrund der Erkrankung eines:einer Mitarbeiter:in verschoben. Aufgrund der flexiblen Arbeitszeiten sind einige Teammitglieder nicht zur gleichen Zeit online, um sich zu koordinieren. Die Spannungen nehmen zu.
Rollen: Projektleiter:in, neue:r Mitarbeiter:in, Personalabteilung, externe:r Partner:in Szenario 3 – „Coworking oder Chaos?“
Drei Freiberufler:innen teilen sich einen von der Organisation bereitgestellten Coworking Space. Eine:r liebt die Ruhe, eine:r führt häufig Kundengespräche und eine:r hört bei der Arbeit Musik..
Rollen: Freiberufler:in A, Freiberufler:in B, Raummanager:in Szenario 4 – „Die Fairness-Debatte“
Ihre NGO bietet flexible Arbeitsbedingungen, aber einige Mitarbeiter:innen haben das Gefühl, dass sie mehr sichtbare Arbeit leisten, weil sie immer im Büro sind, während andere sich ausgeschlossen fühlen, wenn Entscheidungen informell vor Ort getroffen werden.
Rollen: Mitarbeiter:in im Büro, Mitarbeiter:in im Homeoffice, Manager:in
Tipp
Hinweise für Ausbilder:innen:Ermutigen Sie die Lernenden, sich voll und ganz in ihre Rolle hineinzuversetzen – und während der Simulation in ihrer Rolle zu bleiben. Kehren Sie nach der Simulation immer wieder zu Bezügen zum realen Leben zurück: „Haben Sie schon einmal etwas Ähnliches gesehen oder erlebt?“ Optional können Sie während der Diskussion „Eskalationsereignisse“ einbringen (z. B. Budgetkürzungen, Personalfluktuation, Kundenbeschwerden).
ANHANG III – UNTERRICHTSPLAN: Gemeinsame Planung für einen flexiblen Arbeitsplatz
4.9
Ziel: Am Ende dieser Einheit werden die Lernenden in der Lage sein:
- die wichtigsten Dimensionen flexibler Arbeit (Zeit, Ort, Kommunikation, Verantwortlichkeit) zu erkennen;
- die Herausforderungen von Inklusion und Gleichstellung in flexiblen Arbeitsmodellen zu verstehen;
- gemeinsam eine faire, flexible Richtlinie zu entwerfen, die auf die unterschiedlichen Bedürfnisse des Teams zugeschnitten ist;
- über die Schnittstelle zwischen Flexibilität, Produktivität und Dynamik am Arbeitsplatz zu reflektieren.
Dauer: 2,5 Stunden Benötigte Materialien:
- Gedrucktes oder digitales Teamprofilblatt (Anhang II)
- Szenario-Handout (Hintergrundinformationen zur Organisation)
- Vorlage für Gruppenarbeit (Zeitplan, Kommunikationsmatrix, Inklusionscheckliste)
- Whiteboard/Flipchart/Miro (für Zusammenfassung und Feedback)
- Timer, Marker, optionale Rollenkarten
Zeit
Titel
Aktivität / Anleitung / Materialien
Ziel
Begrüßung und Darlegung der Erwartungen. Erläutern Sie das Ziel: Erstellung eines teamorientierten flexiblen Arbeitsplans, der individuelle Bedürfnisse und Unternehmensziele in Einklang bringt. Führen Sie wichtige Begriffe ein (Flexibilität, Inklusion, Work-Life-Balance, hybrides Arbeiten, Gleichstellung).
15 min
Einführung & Rahmen
Begrüßung und Darlegung der Erwartungen
15 min
Gruppen-Brainstorming: „Was macht flexibles Arbeiten fair?“ Dokumentieren Sie Schlüsselbegriffe. Anregung zur Diskussion über gängige Annahmen und Spannungen in realen Situationen.
Warm-up Diskussion
Aufwärmdis-kussion
Vorstellung der fiktiven Organisation (z. B. eine kleine gemeinnützige Organisation, die auf hybrides Arbeiten umstellt). Zuweisung der Teams und Verteilung der Charakterprofile. Klärung der Rollen und des Ziels: Entwurf eines flexiblen, inklusiven Teamplans.
Szenarien und Gruppenaufbau vorstellen
15 min
Szenario-Einweisung & Gruppenbildung
Die Tabelle wird auf der nächsten Seite fortgesetzt.
ANHANG III – UNTERRICHTSPLAN: Gemeinsame Planung für einen flexiblen Arbeitsplatz
4.9
Ziel: Am Ende dieser Einheit werden die Lernenden in der Lage sein:
- die wichtigsten Dimensionen flexibler Arbeit (Zeit, Ort, Kommunikation, Verantwortlichkeit) zu erkennen;
- die Herausforderungen von Inklusion und Gleichstellung in flexiblen Arbeitsmodellen zu verstehen;
- gemeinsam eine faire, flexible Richtlinie zu entwerfen, die auf die unterschiedlichen Bedürfnisse des Teams zugeschnitten ist;
- über die Schnittstelle zwischen Flexibilität, Produktivität und Dynamik am Arbeitsplatz zu reflektieren.
Dauer: 2,5 Stunden Benötigte Materialien:
- Gedrucktes oder digitales Teamprofilblatt (Anhang II)
- Szenario-Handout (Hintergrundinformationen zur Organisation)
- Vorlage für Gruppenarbeit (Zeitplan, Kommunikationsmatrix, Inklusionscheckliste)
- Whiteboard/Flipchart/Miro (für Zusammenfassung und Feedback)
- Timer, Marker, optionale Rollenkarten
Zeit
Titel
Aktivität / Anleitung / Materialien
Ziel
Die Teams beginnen mit der Gestaltung von Arbeitsplänen, Besprechungsrhythmen und Kommunikationsabläufen. Verwenden Sie eine Vorlage oder ein Whiteboard-Raster, um die wöchentlichen Abläufe visuell darzustellen.
Entwurfsrunde 1 – Zeitplanung & Arbeitsstil
Entwurfsrunden
15 min
Die Teams identifizieren mindestens drei Maßnahmen zur Inklusion (z. B. technische Unterstützung für Remote-Mitarbeiter:innen, asynchrone Optionen, besprechungsfreie Tage). Sie sollten potenzielle Hindernisse und Möglichkeiten zu deren Überwindung notieren.
Entwurfsrunde 2 – Maßnahmen zur Inklusion und Barrierefreiheit
15 min
Entwurfsrunden
Konzentrieren Sie sich nun darauf, wie Erfolg und Verantwortung gemessen werden: Wie sieht „gute Arbeit leisten“ in einem flexiblen Umfeld aus? Welche Art von Kontrollen oder gemeinsamen Normen sind erforderlich?
Entwurfsrunde 3 – Leistung und Verantwortlichkeit
15 min
Entwurfsrunden
Die Tabelle wird auf der nächsten Seite fortgesetzt.
ANHANG III – UNTERRICHTSPLAN: Gemeinsame Planung für einen flexiblen Arbeitsplatz
4.9
Ziel: Am Ende dieser Einheit werden die Lernenden in der Lage sein:
- die wichtigsten Dimensionen flexibler Arbeit (Zeit, Ort, Kommunikation, Verantwortlichkeit) zu erkennen;
- die Herausforderungen von Inklusion und Gleichstellung in flexiblen Arbeitsmodellen zu verstehen;
- gemeinsam eine faire, flexible Richtlinie zu entwerfen, die auf die unterschiedlichen Bedürfnisse des Teams zugeschnitten ist;
- über die Schnittstelle zwischen Flexibilität, Produktivität und Dynamik am Arbeitsplatz zu reflektieren.
Dauer: 2,5 Stunden Benötigte Materialien:
- Gedrucktes oder digitales Teamprofilblatt (Anhang II)
- Szenario-Handout (Hintergrundinformationen zur Organisation)
- Vorlage für Gruppenarbeit (Zeitplan, Kommunikationsmatrix, Inklusionscheckliste)
- Whiteboard/Flipchart/Miro (für Zusammenfassung und Feedback)
- Timer, Marker, optionale Rollenkarten
Zeit
Titel
Aktivität / Anleitung / Materialien
Ziel
Jede Gruppe präsentiert ihren Plan (5–7 Min. pro Gruppe). Die anderen Gruppen hören zu und bereiten ihr Feedback anhand von drei Fragen vor: (1) Was ist gut? (2) Was ist unklar? (3) Was wäre in der Praxis schwierig umzusetzen?
Präsentationen – Runde 1
Präsentationen
15 min
Die Gruppen wechseln sich ab und geben sich gegenseitig Feedback oder überarbeiten ihre Pläne auf Grundlage der Rückmeldungen. Der:Die Ausbilder:in kann Herausforderungen (z. B. neue Mitarbeiter:innen mit besonderen Bedürfnissen hinsichtlich Barrierefreiheit) stellen, um adaptives Denken zu fördern.
Feedback & Iteration
15 min
Feedback & Iteration
Nachbesprechung mit der gesamten Gruppe: – Was war der schwierigste Kompromiss? – Wurden alle in Ihrer Gruppe gehört? – Wie hat die Rollendynamik Ihren Prozess beeinflusst?
Reflexion & Gruppendis-kussion
Reflexion & Gruppendis-kussion
20 min
Fassen Sie die wichtigsten Lektionen zusammen. Ermutigen Sie die Lernenden, darüber nachzudenken, wie diese Erfahrung auf reale Arbeitsplätze oder ihre eigene Ausbildungsumgebung angewendet werden könnte. Optional: Teilen Sie ein Reflexionsjournal oder eine individuelle Version des Teamplans aus.
Abschluss & Erkenntnisse
Abschluss & Erkenntnisse
10 min
EINLEITUNG:
Selbständige Erwerbstätigkeit im kollaborativen Rahmen
Dieses Modul hilft Ihnen dabei, Ihren Lernenden zu zeigen, wie Selbstständigkeit in kollaborativen Rahmen wie Coworking Spaces gedeihen kann. Sie helfen ihnen zu erkennen, dass „für sich selbst arbeiten“ nicht unbedingt „alleine arbeiten“ bedeuten muss.
Außerdem helfen Sie ihnen dabei, die Fähigkeiten zu entwickeln, die sie für ihren Erfolg benötigen: Anpassungsfähigkeit, Vernetzung, Selbstmotivation und eine kollaborative Denkweise. Dies ist Ihre Chance, auf „Quiet Quitting” und die „Great Resignation” zu reagieren, indem Sie Ihren Lernenden Tools an die Hand geben, mit deren Hilfe sie eine dynamische, vernetzte Karriere aufbauen können.
Lernziele : ✅ verschiedene Arten von kollaborativen Selbstständigkeitsmodellen (z. B. Coworking, Hubs, Genossenschaften) zu beschreiben ✅ die Vorteile und Risiken der Selbstständigkeit innerhalb kollaborativer Rahmenbedingungen zu analysieren ✅ zentrale kollaborative Kompetenzen (Kommunikation, Anpassungsfähigkeit, Selbstmotivation usw.) auf reale __Arbeitssituationen anzuwenden ✅ einen ersten Aktionsplan für die Selbstständigkeit zu entwerfen, der Coworking oder kollaborative Unterstützungsstrukturen __ einbezieht
Aktivitäten
5.1
Was sind kollaborative Rahmen – und warum helfen sie Selbstständigen?
Was ist kollaborative Selbstständigkeit? In der sich wandelnden Freelancer-Wirtschaft suchen junge Berufstätige zunehmend nach Arbeitsmodellen, die Autonomie und Vernetzung in Einklang bringen. Kollaborative Selbstständigkeit bietet einen gangbaren Weg: Einzelpersonen arbeiten für sich selbst und teilen gleichzeitig Tools, Räume, Ideen und Unterstützung mit anderen über Coworking-Zentren, Inkubatoren, Genossenschaften und Kreativlabore.
Dieses Kapitel untersucht die Vorteile und Strukturen der kollaborativen Selbstständigkeit und vermittelt Ausbilder:innen in der beruflichen Aus- und Weiterbildung das nötige Wissen, um Lernende zu einer Karriere zu führen, die sowohl unabhängig als auch vernetzt ist.
Kollaborative Rahmen verstehen Kollaborative Rahmen wie Coworking Spaces, Inkubatoren, Hubs und Makerspaces sind schnell wachsende Umgebungen, in denen Selbstständige mit anderen zusammenarbeiten und gleichzeitig Ressourcen, Ideen und Wissen austauschen können (Micek et al., 2024). Sie bieten mehr als nur physischen Raum – sie schaffen Gemeinschaften, die Zusammenarbeit und Innovation fördern. ( Bouncken, R. B., & Reuschl, A. J, 2018). Definieren wir die wichtigsten Arten von kollaborativen Rahmen:
5.1
Warum kollaborative Rahmen die Selbstständigkeit nachhaltiger und erfüllender machen
Selbstständigkeit kann Unabhängigkeit bieten, führt jedoch oft zu Herausforderungen wie Isolation und begrenzten Ressourcen. Kollaborative Rahmen wie Coworking Spaces, Inkubatoren und Hubs machen die Selbstständigkeit nachhaltiger, indem sie mehrere wichtige Vorteile bieten:
1. Unterstützung durch die Gemeinschaft: Diese Räume bekämpfen Isolation, indem sie eine unterstützende Gemeinschaft fördern, in der Selbstständige Erfahrungen austauschen, Feedback erhalten und motiviert bleiben können (The Isolation Of Self-employment: How To Combat Loneliness And Build A Support Network | Able Futures Mental Health Support Service, 2025). 2. Zugang zu gemeinsamen Ressourcen: Kollaborative Räume bieten Zugang zu Tools, Ausstattung, Mentoring und Vernetzungsmöglichkeiten, die für Selbstständige allein möglicherweise zu kostspielig sind (LinkedIn, 2024).
3. Learning By Doing: Diese Umgebungen fördern das praktische Lernen durch Workshops, Peer-Mentoring und gemeinsame Projekte und helfen Berufstätigen dabei, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln und ihre Fähigkeiten in der Praxis anzuwenden (Space, 2025). 4. Vernetzung und Zusammenarbeit: Coworking Spaces fördern den Austausch mit Berufstätigen aus verschiedenen Branchen und schaffen Möglichkeiten für Zusammenarbeit, Partnerschaften und neue Kund:innen (Coworking, 2024).
Die Liste wird auf der nächsten Seite fortgesetzt.
5.1
Warum kollaborative Rahmen die Selbstständigkeit nachhaltiger und erfüllender machen
5. Flexibilität und Autonomie: Kollaborative Rahmen bieten die Freiheit, den eigenen Zeitplan und die eigene Arbeitsumgebung zu gestalten, und geben Selbstständigen die gewünschte Autonomie ohne die starre Struktur traditioneller Büros. (Dell’Aversana y Miglioretti, 2024b) Durch das Angebot von Gemeinschaft, gemeinsamen Ressourcen und kontinuierlichem Lernen verbessern kollaborative Rahmen die Nachhaltigkeit und Erfüllung der selbstständigen Erwerbstätigkeit erheblich.
Tipp
Tipp für Ausbilder:innen:Zeigen Sie Fotos oder Videos von kollaborativen Räumen in Aktion.
5.1
Warum kollaborative Rahmen die Selbstständigkeit nachhaltiger und erfüllender machen
5. Flexibilität und Autonomie: Kollaborative Rahmen bieten die Freiheit, den eigenen Zeitplan und die eigene Arbeitsumgebung zu gestalten, und geben Selbstständigen die gewünschte Autonomie ohne die starre Struktur traditioneller Büros. (Dell’Aversana y Miglioretti, 2024b) Durch das Angebot von Gemeinschaft, gemeinsamen Ressourcen und kontinuierlichem Lernen verbessern kollaborative Rahmen die Nachhaltigkeit und Erfüllung der selbstständigen Erwerbstätigkeit erheblich.
Tipp
Tipp für Ausbilder:innen:Zeigen Sie Fotos oder Videos von kollaborativen Räumen in Aktion.
Benötigte Fähigkeiten für den Erfolg als Selbstständige:r in kollaborativen Arbeitsräumen
5.2
3.1. FÄHIGKEITEN Im Gegensatz zu traditionellen Büroumgebungen bieten kollaborative Arbeitsräume Flexibilität und Gemeinschaft, erfordern jedoch auch, dass jede einzelne Person ihre eigenen Zeitpläne und Aufgaben verwaltet. In diesem Zusammenhang gibt es fünf Kernkompetenzen, die für den Erfolg besonders wichtig sind: Kommunikation und Zusammenarbeit, Selbstmanagement, Anpassungsfähigkeit, Selbstmotivation und Vernetzung. Kommunikation und Zusammenarbeit: Dabei handelt es sich um grundlegende Kompetenzen für den Erfolg in Coworking Spaces. Eine klare Ausdrucksweise, aktives Zuhören und effektive Teamarbeit sind entscheidend für den Aufbau bedeutungsvoller Beziehungen und die maximale Nutzung gemeinsamer Ressourcen (Bouncken, R. B., & Reuschl, A. J., 2018). Selbstmanagement und Zeit: In einer kollaborativen Umgebung kontrollieren Sie Ihren Zeitplan selbst. Effektives Zeitmanagement ist notwendig, um Arbeitsaufgaben, Vernetzung und Kompetenzentwicklung in Einklang zu bringen. (Baker, S. 2017).
Anpassungsfähigkeit: Kollaborative Räume sind dynamisch und verändern sich ständig. Flexibilität und die Fähigkeit, sich an neue Menschen, Tools und Umgebungen anzupassen, sind der Schlüssel zum Erfolg in diesen Umgebungen. (Williams, J., & Miro, M. 2019). Selbstmotivation: Als Selbstständige:r ist es unerlässlich, auch ohne Aufsicht produktiv zu bleiben. Das Setzen von Zielen und das Schaffen von Anreizen helfen dabei, den Fokus und die Motivation aufrechtzuerhalten. (Pink, D. H. 2009). Vernetzung: Die Fähigkeit, in einem Coworking Space Kontakte zu knüpfen und berufliche Beziehungen aufzubauen, ist entscheidend für die Expansion Ihres Unternehmens und die Entdeckung neuer Möglichkeiten. (Laloux, F. 2014).
Grafik mit wesentlichen Fähigkeiten für die Selbstständigkeit in kollaborativen Räumen auf der nächsten Seite
Benötigte Fähigkeiten für den Erfolg als Selbstständige:r in kollaborativen Arbeitsräumen
5.2
Grundlegende Fähigkeiten für die Selbstständigkeit in kollaborativen Arbeitsräumen
Benötigte Fähigkeiten für den Erfolg als Selbstständige:r in kollaborativen Arbeitsräumen
5.2
Tipp
VERKNÜPFUNG MIT EU-RAHMEN Die folgenden EU-konformen Kompetenzen sind für den Erfolg unerlässlich:
- EntreComp: Chancen erkennen, Ressourcen mobilisieren, Ideen wertschätzen.
- LifeComp: Selbstregulierung, Empathie, Zusammenarbeit.
- ESCO: Kommunikation, digitale Zusammenarbeit, Vernetzung.
Der Erfolg in kollaborativen Arbeitsräumen als Selbstständige:r hängt von der Beherrschung dieser fünf Kernkompetenzen ab. Indem Sie sich auf Kommunikation, Zeitmanagement, Anpassungsfähigkeit, Selbstmotivation und Vernetzung konzentrieren, können Sie das Beste aus der kollaborativen Umgebung herausholen und eine erfüllende, nachhaltige Karriere aufbauen. Diese Kompetenzen helfen Ihnen nicht nur, die Herausforderungen von Coworking Spaces zu meistern, sondern ermöglichen es Ihnen auch, zu wachsen, zu lernen und wertvolle Beziehungen innerhalb der Gemeinschaft aufzubauen.
Tipp für Ausbilder:innen: Selbstbewertungsübung
Lassen Sie die Lernenden über ihre eigenen Stärken und Verbesserungsmöglichkeiten in diesen fünf Kompetenzbereichen reflektieren. Ermutigen Sie sie, herauszufinden, in welchen Kompetenzen sie sich am sichersten fühlen und in welchen sie noch Aufholbedarf haben. Dazu können Sie eine einfache Checkliste zur Selbstbewertung oder eine detailliertere SWOT-Analyse (Strenghts - Stärken, Weaknesses - Schwächen, Opportunities - Chancen, Threats - Risiken) verwenden.
Aktivitäten und Workshop im Anhang: ÜBUNG FÜR DIE ERFAHRUNGSBASIERTE AUSBILDUNG 🧩Anregung für Ausbilder:innen: Welche dieser Fähigkeiten sind bei Ihren Lernenden am wenigsten gut entwickelt? Wie kann Coworking ihnen helfen, sich zu verbessern?
Von echten Orten lernen: Bewährte Verfahren und Praxisbeispiele
5.3
4.1. Vorstellung europäischer Beispiele für kollaborative Rahmen zur Förderung der Selbstständigkeit Kollaborative Rahmen in ganz Europa liefern praktische Beispiele dafür, wie gemeinsam genutzte Räume selbstständige Fachkräfte unterstützen können. Diese Räume fördern Gemeinschaft, gemeinsames Lernen und Nachhaltigkeit und bieten gleichzeitig Ressourcen für Wachstum. Hier sind einige bemerkenswerte Beispiele: Diese Beispiele verdeutlichen die Kraft der Gemeinschaft, gemeinsamer Ressourcen und des Engagements für Nachhaltigkeit in kollaborativen Räumen, die ein unterstützendes Umfeld für selbstständige Berufstätige bieten.
Von echten Orten lernen: Bewährte Verfahren und Praxisbeispiele
5.3
Gemeinsamkeiten
Kollaborative Rahmen in ganz Europa, wie Impact Hub Athens, Greenbizz und Forwardspace, veranschaulichen, wie Coworking Spaces den Erfolg von Selbstständigen fördern können. Diese Räume bieten nicht nur wichtige Ressourcen wie Mentoring, Finanzierung und Vernetzungsmöglichkeiten, sondern fördern auch Gemeinschaft, gemeinsames Lernen und Nachhaltigkeit. Durch die Schaffung eines Umfelds, in dem gegenseitige Unterstützung, der Austausch von Fähigkeiten und umweltfreundliche Praktiken im Vordergrund stehen, ermöglichen diese kollaborativen Räume es Einzelpersonen, sich beruflich weiterzuentwickeln und gleichzeitig zu übergeordneten sozialen und ökologischen Zielen beizutragen.
Community
Zugehörigkeitsgefühl und gegenseitige Unterstützung, damit Einzelpersonen motiviert und eingebunden bleiben.
Gemeinschaft
Kontinuierliche Möglichkeiten zum Austausch von Fähigkeiten, Mentoring und Wissen.
Gemeinsames Lernen
Förderung umweltfreundlicher Praktiken und oftmals Fokus auf die Unterstützung von grünen oder sozialen Unternehmen, sodass diese nicht nur geschäftsorientiert, sondern auch sozial und ökologisch verantwortlich handeln.
Nachhaltigkeit
Lehrmethoden und Vermittlungs-strategien für dieses Thema in der Berufsbildung
5.4
Eine effektive Ausbildung im Bereich der kollaborativen Arbeitsräume erfordert einen Wandel im Ansatz, weg von traditionellen, top-down-orientierten Lehrmethoden hin zu einem eher unterstützenden, ko-kreativen Stil. In diesen Umgebungen fungieren Ausbilder:innen als Begleiter:innen, die die Lernenden dazu befähigen, gemeinsam zu forschen, zusammenzuarbeiten und Probleme zu lösen. Dieser Ansatz fördert aktives Lernen und hilft den Lernenden dabei, nicht nur in ihrem beruflichen Umfeld, sondern auch in den Bereichen Zusammenarbeit, Kommunikation und Selbstregulierung Kompetenzen aufzubauen.
3. Konzentrieren Sie sich auf erfahrungsbasiertes Lernen
Integrieren Sie Aktivitäten, bei denen die Lernenden durch praktisches Tun lernen. Nutzen Sie reale Szenarien, Fallstudien und praktische Aufgaben, die die Selbstständigkeit in kollaborativen Räumen simulieren. Dies hilft den Lernenden, praktische, umsetzbare Fähigkeiten zu erwerben. 4. Nutzen Sie projektbasierte Aufgaben
Projekte ermutigen zur Zusammenarbeit und Problemlösung. Bitten Sie die Lernenden, einen kollaborativen Arbeitsbereich zu entwerfen oder ein Geschäftsmodell zu erstellen. Dies fördert Teamarbeit und kritisches Denken und ermöglicht gleichzeitig die Anwendung theoretischer Kenntnisse in einem praktischen Kontext. 5. Integrieren Sie Rollenspiele und Debatten
Rollenspiele und Debatten helfen den Lernenden, verschiedene Perspektiven kennenzulernen und wichtige Soft Skills wie Kommunikation und Verhandlung zu üben. Simulieren Sie beispielsweise einen kollaborativen Entscheidungsprozess oder veranstalten Sie eine Debatte über die Zukunft von Coworking Spaces.
1. Agieren Sie als Moderator:in, nicht als Dozent:in
In kollaborativen Umgebungen besteht Ihre Aufgabe darin, anzuleiten und zu unterstützen, anstatt zu diktieren. Ermutigen Sie die Lernenden dazu, Ideen zu erforschen, Probleme gemeinsam zu lösen und ihre Erfahrungen auszutauschen. Dieser Ansatz fördert das Verantwortungsbewusstsein und aktives Lernen. 2. Schaffen Sie eine ko-kreative, sichere Lernumgebung
Achten Sie darauf, dass die Lernenden sich wohlfühlen, wenn sie ihre Gedanken offen mitteilen. Nutzen Sie Eisbrecher und Gruppenaktivitäten, um Vertrauen aufzubauen. Lassen Sie Fehler als Teil des Lernprozesses zu und fördern Sie konstruktives Feedback.
Lehrmethoden und Vermittlungs-strategien für dieses Thema in der Berufsbildung
5.4
Kollaboratives Forum für Freiberufler:innen
Lehrmethoden und Vermittlungs-strategien für dieses Thema in der Berufsbildung
5.4
Es werden Schlüsselkompetenzen für den Erfolg in diesen Umgebungen hervorgehoben, wie z. B. Kommunikation, Anpassungsfähigkeit, Zeitmanagement und Vernetzung. Außerdem werden praktische Ratschläge für Ausbilder:innen und Moderator:innen gegeben, um Lernenden dabei zu helfen, mithilfe von Praxisbeispielen, erfahrungsbasierten Aktivitäten und Aktionsplänen ihren Weg in die Selbstständigkeit zu finden (Europäische Kommission 2016). Das Fazit betont die Bedeutung dieser Rahmen für die Unterstützung junger Berufstätiger bei der Gestaltung einer dynamischen und resilienten Karriere in kollaborativen Umgebungen.
FAZIT Das Dokument beschreibt, wie Coworking Spaces und kollaborative Arbeitsräume jungen Berufstätigen und Unternehmer:innen, die sich den Herausforderungen des modernen Arbeitslebens stellen müssen, wichtige Unterstützung bieten können, insbesondere angesichts von Problemen wie „Quiet Quitting“ und der „Great Resignation“. Es konzentriert sich auf die Bedeutung der Förderung der Selbstständigkeit in kollaborativen Umgebungen, in denen Einzelpersonen sowohl Unabhängigkeit als auch Unterstützung durch die Gemeinschaft erlangen können (Cohen, B., & Kietzmann, J., 2014). Das Kapitel erläutert die Vorteile kollaborativer Rahmen wie Coworking Spaces, Inkubatoren und Innovationszentren, die gemeinsame Ressourcen, Vernetzungsmöglichkeiten und ein Gemeinschaftsgefühl bieten, das bei Einzelunternehmern oft fehlt. Diese Räume ermöglichen es Einzelpersonen, sich weiterzuentwickeln, indem sie Zugang zu Tools, Mentoring und Zusammenarbeit bieten und so die Selbstständigkeit nachhaltiger und erfüllender machen.
WICHTIGSTE ERKENNTNISSE
- Selbstständige Zusammenarbeit schafft ein Gleichgewicht zwischen Freiheit und Unterstützung.
- Coworking Spaces und -Zentren mindern Isolation und beschleunigen Wachstum.
- Ausbilder:innen in der beruflichen Aus- und Weiterbildung spielen eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung zentraler Kompetenzen für die Zusammenarbeit.
- Praxisnahes, partizipatives Lernen stärkt das Selbstvertrauen und die Relevanz.
Anhang - Übung für die Erfahrungsbasierte Ausbildung
5.5
Aktivität 1: Team-Radar: Erfassung unserer kollektiven Stärken
Ziel
Lernenden dabei zu helfen, ihre individuellen und gemeinsamen Stärken innerhalb eines Teams zu erkennen und zu visualisieren, und damit die Grundlage für Selbstständigkeitsinitiativen in kollaborativen Umgebungen wie Coworking Spaces zu schaffen. Lernzweck:
- Professionelles Selbstbewusstsein
- Kollaboratives Denken
- Strategische Planung in gemeinsamen Arbeitskontexten
Beschreibung
Diese angeleitete Aktivität ermöglicht es den Teilnehmer:innen, ihre persönlichen Stärken zu erfassen und mithilfe eines Netzdiagramms Synergien im Team aufzudecken. Durch Zusammenarbeit identifizieren die Lernenden gemeinsame oder sich ergänzende Fähigkeiten und reflektieren, wie diese in realen Coworking-Szenarien eingesetzt werden könnten.
Die Übung stützt sich auf erfahrungsbasiertes Lernen und zeigt, wie kollaborative Rahmen (Coworking Spaces, Inkubatoren, Hubs) nicht nur physische Ressourcen, sondern auch wertvolles Sozialkapital bieten, das eine nachhaltige selbständige Erwerbstätigkeit unterstützt. Format: Präsenz, online oder hybrid Dauer: 40 Minuten
Anhang - Übung für die Erfahrungsbasierte Ausbildung
5.5
Aktivität 1: Team-Radar: Erfassung unserer kollektiven Stärken
Anleitung:
Die Gruppe identifiziert gemeinsame oder sich ergänzende Fähigkeiten.
Bilden Sie Teams mit 4 - 5 Lernenden.
Alle tragen ihre drei wichtigsten beruflichen Fähigkeiten in ein Netzdiagramm ein.
Reflexion: Welche Projekte könnte dieses Team gemeinsam angehen? Welche Lücken bleiben bestehen? Materialien: Gedruckte oder digitale Netzdiagrammvorlage, Video oder Foto-Diashow von Coworking Spaces (z. B. Impact Hub Athens, Greenbizz, Forwardspace), Marker, Flipchart oder digitale Tools (z. B. Miro, Jamboard)
Anhang - Übung für die Erfahrungsbasierte Ausbildung
5.5
Aktivität 1: Team-Radar: Erfassung unserer kollektiven Stärken
Rolle des:der Ausbilder:in: 1. Vorbereitung (10 Min.): Beginnen Sie mit einer Einführung in das Konzept der kollaborativen Räume (Coworking, Inkubatoren, Hubs). Zeigen Sie ein Video oder eine Diashow, in der verschiedene dieser Räume vorgestellt werden. Als Beispiele können Sie Räume wie Impact Hub Athens, Greenbizz oder Forwardspace verwenden. Sie können jederzeit unseren Leitfaden für bewährte Methoden zu Rate ziehen. 2. Teambildung (5 Min.): Teilen Sie die Teilnehmer:innen in kleine Teams von vier bis fünf Personen auf. 3. Erfassung im Netzdiagramm (10 Min.): Alle Lernenden identifizieren ihre drei größten beruflichen Stärken (technische oder soziale Kompetenzen) und tragen diese in ein individuelles Netzdiagramm ein. Anschließend führen die Teams ihre Ergebnisse zu einem gemeinsamen „Team-Netzdiagramm“ zusammen.
4. Gruppensynthese (10 Min.): Die Teams analysieren die Karte ihrer gemeinsamen Kompetenzen:
- Welche Fähigkeiten haben alle gemeinsam?
- Welche sind einzigartig oder ergänzen sich?
- Welche Lücken können identifiziert werden?
5. Reflexion (5 Min.): Der:Die Moderator:in leitet eine kurze Diskussion:
- Welche Art von Projekt könnte dieses Team in einem Coworking Space starten?
- Welche Ressourcen oder Kompetenzen müssten sie noch ergänzen?
- Wie könnte sich ihr Potenzial in einer isolierten Umgebung im Vergleich zu einer kollaborativen Umgebung verändern?
Anhang - Übung für die Erfahrungsbasierte Ausbildung
5.5
Aktivität 1: Team-Radar: Erfassung unserer kollektiven Stärken
Verknüpfungen zum realen Kontext:
- Greenbizz (Belgien): Ein nachhaltiges Gründerzentrum, das grüne Start-ups unterstützt.
- Impact Hub Athens (Griechenland): Ein Ort, an dem berufliche Aus- und Weiterbildung und Coworking miteinander verschmelzen und Mentoring sowie gemeinsame Veranstaltungen angeboten werden.
- Forwardspace (Estland): Ein flexibler Coworking Space für Freiberufler:innen und junge Start-ups.
Anhang - Übung für die Erfahrungsbasierte Ausbildung
5.5
Aktivität 2: Rollenspiel zum Kompetenzaufbau: Als Freiberufler:in Prioritäten ausbalancieren
Ziel
Eine Woche im Leben eines:einer Freiberufler:in simulieren und den Lernenden helfen, die Priorisierung von Aufgaben, Zeitmanagement und das Ausbalancieren mehrerer Verantwortlichkeiten in einem kollaborativen Umfeld der selbständigen Erwerbstätigkeit zu üben. Lernzweck:
- Zeitmanagement
- Entscheidungsfindung
- Autonomie und Flexibilität
Dauer: 45 Minuten (10 Minuten Einführung, 20 Minuten Rollenspiel, 10 Minuten Diskussion) Format: In Präsenz, online oder hybrid
Description: Beschreibung: In dieser Rollenspielübung schlüpfen die Lernenden in die Rolle von Selbstständigen, die in einer Coworking-Umgebung arbeiten. Durch die Verwaltung verschiedener realistischer wöchentlicher Aufgaben – wie Kundenfristen, Vernetzungsveranstaltungen und berufliche Weiterbildung – müssen sie einen ausgewogenen Zeitplan erstellen, der sowohl ihre Ziele als auch ihre Grenzen widerspiegelt. Die Simulation ahmt die Multitasking-Realität der freiberuflichen Arbeit nach und regt die Lernenden dazu an, darüber zu reflektieren, wie sie Entscheidungen treffen, Zeit einteilen und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben gestalten. Sie fördert die Selbstdisziplin und zeigt, wie Coworking-Umgebungen Produktivität und Flexibilität fördern. Materialien: Wochenkalender-Vorlagen (Papier oder digital), Aufgabenkarten oder -listen, Timer, Haftnotizen oder Tools wie Google Kalender, Miro, Trello
Reflexion
Reflexion:Wie fühlen Sie sich mit dieser Planung?
Anhang - Übung für die Erfahrungsbasierte Ausbildung
5.5
Aktivität 2: Rollenspiel zum Kompetenzaufbau: Als Freiberufler:in Prioritäten ausbalancieren
Schritte: 1. Vorstellung der Aktivität (10 Minuten): Erklären Sie zunächst, dass die Lernenden eine Woche im Leben eines:einer Freiberufler:in nachspielen werden, in der sie mehrere Aufgaben unter einen Hut bringen müssen (Kundengespräche, Projekttermine, Coworking-Veranstaltungen, Vernetzung). 2. Bereitstellung von Szenarien (5 Minuten): Geben Sie allen Lernenden oder Gruppen eine Reihe von Aufgaben (z. B. ein Kundenprojekt abschließen, an einer Vernetzungveranstaltung teilnehmen oder Zeit für die Weiterentwicklung von Fähigkeiten einplanen, Zeit für kreative konzentrierte Arbeit reservieren, an einer von der Community organisierten Veranstaltung im Coworking Space teilnehmen). 3. Unterstützung bei der Planung (20 Minuten): Die Lernenden verwenden einen Planer (in Papierform oder digital), um ihre Woche zu organisieren. Ermutigen Sie sie dazu:
- Aufgaben mit einer geschätzten Dauer zu planen
- Aufgaben nach Dringlichkeit und Wichtigkeit zu priorisieren
- Zeit für Pausen und spontane Möglichkeiten einzuplanen
4. Nachbesprechung (10 Minuten): Lassen Sie die Lernenden nach der Planungsphase ihre Zeitpläne vorstellen und diskutieren Sie, wie sie ihre Aufgaben priorisiert haben. Stellen Sie Fragen wie „Was haben Sie als Priorität gewählt?“ und „Welche Herausforderungen gab es bei der Zeitplanung?“ „Wo haben Sie sich überfordert gefühlt?” 5. Fazit (5 Minuten): Fassen Sie die wichtigsten Erkenntnisse zur Planung von freiberuflicher Arbeit in kollaborativen Rahmen zusammen. Teilen Sie Strategien für gesunde Grenzen und praktische Tipps zum Zeitmanagement im Alltag. Vorschläge zur Anpassung:
- Sie haben nur wenig Zeit? Konzentrieren Sie sich darauf, nur ein oder zwei Aufgaben im Detail zu planen, anstatt die ganze Woche.
- Für das hybride Format: Verwenden Sie Google Kalender, damit Online-Lernende bei der Planung von Aufgaben zusammenarbeiten und Bildschirme für Feedback teilen können.
Anhang - Übung für die Erfahrungsbasierte Ausbildung
5.5
Aktivität 3: Fragerunde mit Gästen – Echte Stimmen aus Coworking Spaces
Die Einheit vertieft das Verständnis der Lernenden dafür, wie Coworking Spaces Produktivität, Vernetzung und unternehmerisches Wachstum fördern. Außerdem werden die Lernenden dazu angeregt, durchdachte Fragen zu stellen, professionelle Kommunikation zu üben und umsetzbare Erkenntnisse für ihren eigenen beruflichen Werdegang zu gewinnen. Format: In Präsenz, online oder hybrid
Dauer: 30-45 Minuten
Materialien: Gastredner:innen (online oder in Präsenz), von den Lernenden vorbereitete Fragen, Notizbücher oder digitale Notiztools, Zoom/MS Teams (bei Online-Veranstaltungen) Schritte:
1. Organisation der Sitzung: Der:Die Ausbilder:in identifiziert und lädt eine:n Coworking-Space-Manager:in oder eine:n Selbstständige:n mit Erfahrung in kollaborativen Arbeitsumgebungen ein (z. B. von Gründergarage, Espacio Colaborativo oder der Collaborative Leadership Academy).
Ziel:
Den Lernenden durch direkten Austausch mit Coworking-Manager:innen oder Selbstständigen Einblicke aus erster Hand in die Realität von Coworking und kollaborativer selbstständiger Erwerbstätigkeit zu vermitteln. Lernzweck:
- Realistische Perspektive auf Coworking
- Kritisches Hinterfragen und reflektiertes Denken
- Anwendung von gelebten Erfahrungen auf die Ziele der Lernenden
Beschreibung: In dieser interaktiven Einheit treffen die Lernenden eine:n Coworking-Space-Manager:in oder eine:n Selbstständige:n, der:die kollaborative Arbeitsumgebungen nutzt. In einer strukturierten Frage-Antwort-Runde erkunden die Teilnehmer:innen die Herausforderungen, Vorteile und praktischen Erfahrungen von Berufstätigen, die sich in der Coworking-Kultur zurechtfinden.
Die Schritte werden auf der nächsten Seite fortgesetzt.
Anhang - Übung für die Erfahrungsbasierte Ausbildung
5.5
Aktivität 3: Fragerunde mit Gästen – Echte Stimmen aus Coworking Spaces
Vorschläge zur Anpassung:
- Sie haben nur wenig Zeit? Lassen Sie die Lernenden jeweils nur drei bis fünf Fragen vorbereiten und konzentrieren Sie sich auf zentrale Themen wie Ressourcen oder Vorteile für die Gemeinschaft.
- Für das hybride Format: Laden Sie den Referenten per Videoanruf ein und lassen Sie die Teilnehmer:innen vor Ort über einen gemeinsamen Bildschirm teilnehmen.
Verknüpfungen zum realen Kontext:
- Gründergarage und Innovationswerkstatt an der Fachhochschule Kärnten (Österreich): Unternehmerlabore, die Coaching, Vernetzung und Prototyping für den Erfolg von Start-ups kombinieren.
- Collaborative Leadership Academy (Portugal) : Ein Entwicklungsraum für zukunftsorientierte, kollaborative Führungskompetenzen.
- Espacio Colaborativo (Spanien): Gegründet, um beruflicher Isolation entgegenzuwirken und den Zugang zu Netzwerken und den Austausch von Fähigkeiten zu fördern.
2. Vorbereitung von Fragen (5 Minuten): Bitten Sie die Lernenden vor der Einheit, drei bis fünf gut durchdachte Fragen zu formulieren. Vorschläge:
- Was war die größte Herausforderung, der Sie in einem Coworking Space begegnet sind?
- Welche Eigenschaften von Coworking unterstützen Ihr Unternehmen am meisten?
- Wie hat Ihnen Vernetzung geholfen, sich beruflich weiterzuentwickeln?
3. Moderation der Fragerunde (20 Minuten): Stellen Sie den:die Referent:in vor und moderieren Sie die Diskussion. Ermutigen Sie die Lernenden, ihre Fragen zu stellen und sich an der Diskussion zu beteiligen. Der:Die Ausbilder:in kann mit überbrückenden oder klärenden Fragen eingreifen, um den Gesprächsfluss aufrechtzuerhalten. 4.Reflexionsrunde (10-15 Minuten): Halten Sie nach der Fragerunde eine Nachbesprechung mit der Gruppe ab:
- Welche neuen Erkenntnisse haben Sie durch den:die Referent:in gewonnen?
- Was hat Sie überrascht?
- Wie können Sie das Gehörte auf Ihre eigene Karriereplanung anwenden?
WORKSHOP: Gestalten Sie Ihre kollaborative Karriere
5.6
Ziel:
Unterstützung der Teilnehmer:innen bei der Erstellung eines umsetzbaren Plans für die Selbstständigkeit in kollaborativen Umgebungen, wie z. B. Coworking Spaces, durch Reflexion über persönliche Ziele und Planung mit Unterstützung anderer Teilnehmer:innen.
Methode: Gruppenarbeit, Präsentation und Beispiele, Reflexion, Peer-Feedback Benötigtes Material: Vorlage für Aktionsplan, Flipcharts/Whiteboard, Timer, Haftnotizen
Digitale Tools (Google Docs/Slides , Miro und Trello)
Dauer: ca. 2 Stunden
Beschreibung: Diese praxisorientierte Einheit unterstützt die Lernenden dabei, ihre persönlichen Ziele mit einer praktischen Planung zu verbinden. Durch eine Kombination aus Gruppen-Brainstorming, individueller Reflexion und strukturiertem Peer-Feedback erstellen die Teilnehmer:innen eine Roadmap für ihre selbstständige Karriere, unterstützt durch kollaborative Tools und Umgebungen.
Lernziele:
Am Ende des Workshops sollten die Teilnehmer:innen in der Lage sein:
- die zentralen Elemente einer kollaborativen Selbstständigkeit (Gemeinschaft, Ressourcen, Netzwerke) zu verstehen.
- ihre persönlichen Ziele, Stärken und Herausforderungen bei der Gestaltung ihrer Selbstständigkeit in kollaborativen Umgebungen zu identifizieren.
- einen klaren, umsetzbaren Plan zu entwerfen, der die Schritte umreißt, die sie unternehmen müssen, um ihre selbstständige Karriere in einem kollaborativen Raum aufzubauen.
WORKSHOP: Gestalten Sie Ihre kollaborative Karriere
5.6
WORKSHOP: Gestalten Sie Ihre kollaborative Karriere
5.6
Digitale Tools:
- Miro: Ein kostenloses digitales Whiteboard-Tool, das die Zusammenarbeit erleichtert. Es ist nützlich für Online-Gruppen oder hybride Workshops, da die Teilnehmer:innen in Echtzeit Haftnotizen, Bilder und Kommentare hinzufügen können.
- Trello: Ein Taskmanagement-Tool, mit dem Sie Pinnwände, Listen und Karten zur Organisation von Aufgaben erstellen können. In diesem Workshop kann Trello verwendet werden, um die Handlungsschritte festzuhalten, die die Teilnehmer:innen nach der Einheit umsetzen müssen. Hier registrieren.
- Google Docs/Slides: Ideal zum Teilen der Aktionsplanvorlage und zur gemeinsamen Bearbeitung in Echtzeit. Es ist einfach und leicht zugänglich und eignet sich perfekt für die gemeinsame Erstellung von Aktionsplänen.
Aktionsplanvorlage: Gestaltung eines Weges in die kollaborative Selbstständigkeit
5.7
1. Persönliches Ziel:
Beschreiben Sie, wie auf dem Weg in die kollaborative Selbstständigkeit Erfolg für Sie aussieht. Berücksichtigen Sie dabei sowohl berufliche als auch persönliche Ziele. Beispiel: „Ich möchte mir eine nachhaltige freiberufliche Karriere aufbauen, indem ich einem Coworking Space beitrete, der Vernetzungsmöglichkeiten, Zugang zu Mentor:innen und ein flexibles Arbeitsumfeld bietet.“
2. Zentrale Schritte:
Welche konkreten Maßnahmen müssen Sie ergreifen, um Ihr Ziel zu erreichen? Unterteilen Sie diese in überschaubare Schritte. Beispiel: Beispiel:
Aktionsplanvorlage: Gestaltung eines Weges in die kollaborative Selbstständigkeit
5.7
Üben Sie nun:
Aktionsplanvorlage: Gestaltung eines Weges in die kollaborative Selbstständigkeit
5.7
3. Benötigte Ressourcen: Welche Ressourcen (Tools, Personen, finanzielle Mittel usw.) benötigen Sie, um jeden Schritt abzuschließen? Beispiel:
- Mitgliedschaft in einem Coworking Space
- Laptop, Internetverbindung
- LinkedIn-Konto
- Einladungen zu Mentoring-Programmen oder Vernetzungsveranstaltungen
4. Potenzielle Herausforderungen:
Auf welche Hindernisse könnten Sie bei der Umsetzung dieser Schritte stoßen? Wie können Sie diese überwinden? Beispiel:
Üben Sie:
Aktionsplanvorlage: Gestaltung eines Weges in die kollaborative Selbstständigkeit
5.7
Zeitplan: Legen Sie Fristen für jeden wichtigen Schritt fest. Berücksichtigen Sie dabei sowohl kurzfristige als auch langfristige Ziele. Nachdem Sie Ihren Aktionsplan mit einem:einer Gleichgesinnten oder Mentor:in besprochen haben, notieren Sie sich alle wichtigen Rückmeldungen oder Anpassungen, die Ihren weiteren Weg verbessern könnten.
Feedback:
Reflexion
Reflexion: Was ist Ihr unmittelbarer nächster Schritt nach der Erstellung dieses Aktionsplans? Beispiel: „Ich werde heute nach drei Coworking Spaces recherchieren und mich mit ihnen in Verbindung setzen, um weitere Informationen über flexible Mitgliedschaften zu erhalten.“
Soziales Unternehmertum und CWS – Innovativer sozialer Wandel in der Gemeinschaft und soziale Auswirkungen
Soziales Unternehmertum bietet eine sinnvolle Möglichkeit, gesellschaftlich bedeutsame und von der Gemeinschaft getragene Veränderungen zu bewirken, indem durch inklusive, gemeinschaftsorientierte Lösungen positive Veränderungen geschaffen werden. Coworking Spaces (CWS) bieten die notwendige Infrastruktur, Netzwerke und ein kooperatives Umfeld, um diese Bemühungen zu unterstützen. Dieses Kapitel hilft Ausbilder:innen in der beruflichen Aus- und Weiterbildung dabei, Lernenden neue Modelle des sozialen Wandels vorzustellen. Es fördert das Engagement in der Gemeinschaft und hilft bei der Entwicklung praktischer Fähigkeiten für die Gründung sozialer Unternehmen, die sowohl Einzelpersonen als auch den Gemeinschaften, denen sie dienen, zugutekommen.
Lernziele: ✅ Soziales Unternehmertum und seine Grundprinzipien zu definieren. ✅ Zu erkennen, wie CWS Initiativen für soziales Unternehmertum fördern und unterstützen kann. ✅ Das Potenzial von kollaborativen Arbeitsräumen für soziale Auswirkungen zu identifizieren. ✅ Ein Konzept für ein soziales Unternehmen innerhalb eines CWS zu entwickeln und zu präsentieren. ✅ Über ihre Rolle bei der Förderung von sozialer Innovation & __ inklusiven Wirtschaftssystemen zu reflektieren.
Aktivitäten
Erkennen, wie CWS soziale Unternehmensinitiativen fördern und unterstützen kann
6.1
Über das reine Angebot von Räumlichkeiten und Dienstleistungen hinaus umfasst die Rolle des Berufsbildungs-/Coworking-Teams bei der Förderung des sozialen Unternehmertums in Coworking Spaces auch die sorgfältige Beeinflussung der Organisationskultur und der Dynamik innerhalb der Gemeinschaft. Erfolgreiche Coworking Spaces dienen als „Begegnungsorte“, an denen Vertrauen, gemeinsame Ziele und informelles Lernen gezielt gefördert werden, wie Surman (2013) feststellt. Um eine Kultur der Transparenz, Wechselseitigkeit und Experimentierfreudigkeit zu fördern, müssen Teams eher vermittelnd als verwaltend agieren. Ausgeprägte Vermittlungs- und zwischenmenschliche Fähigkeiten, Systemdenken und die Fähigkeit, unterschiedliche Menschen für gemeinsame soziale Ziele zu vereinen, sind wesentliche Kompetenzen. Um ein ideales Umfeld für sozial orientierte Unternehmen zu schaffen, in dem sie entstehen, wachsen und sich innerhalb des Coworking-Ökosystems ausbreiten können, ist es außerdem unerlässlich, über ein organisch organisiertes Team zu verfügen, das flexibel, kooperativ und missionsorientiert ist.
Der Leitfaden für bewährte Methoden zeigt eindrucksvolle Beispiele für Coworking Spaces, die unternehmerische Bildung integrieren und soziale Innovation fördern:
- Gründergarage an der Fachhochschule Kärnten (Österreich): Diese Initiative bietet angehenden Unternehmer:innen praktische Unterstützung durch persönliches Mentoring, Zugang zu Prototyping-Laboren und einen Schwerpunkt auf interdisziplinärer Zusammenarbeit. Sie schlägt eine Brücke zwischen akademischem Lernen und praktischer Anwendung und ermutigt Studierende zur Entwicklung sozial verantwortlicher Geschäftsideen.
- Forwardspace (Estland): Forwardspace hat seinen Sitz in Pärnu und spielt eine wichtige Rolle bei der Unterstützung von Freiberufler:innen, Jungunternehmer:innen und Akteur:innen des Wandels. Durch Vernetzungsveranstaltungen, Innovationsprogramme und Gemeinschaftsprojekte stärkt es das lokale Innovationsökosystem und fördert eine Kultur des bürgerschaftlichen Engagements.
Erkennen, wie CWS soziale Unternehmensinitiativen fördern und unterstützen kann
6.1
Weitere Erkenntnisse aus der Re-Work-Umfrage unterstreichen den Wert von Coworking Spaces für junge Berufstätige. Zu den wichtigsten Gründen für die Mitgliedschaft in einem CWS zählen:
Diese Ergebnisse untermauern die Auffassung, dass Coworking Spaces mehr als nur gemeinsam genutzte Büros sind. Sie sind lebendige Ökosysteme, die die Fähigkeiten, Denkweisen und Verbindungen fördern, die für den Erfolg im sozialen Unternehmertum erforderlich sind. Tipp für Ausbilder:innen: Begeistern Sie Ihre Lernenden, indem Sie ihnen die dynamische Welt des Coworking näherbringen und Coworking Spaces (CWS) besuchen. Diese Umgebungen fördern soziales Unternehmertum, indem sie gemeinsame Ressourcen, Mentoring und Möglichkeiten zur Zusammenarbeit bieten. Funfact: Was haben ein Tech-Startup, ein Gemeinschaftsgarten und ein Jugendbeschäftigungsprogramm gemeinsam? Dank gemeinsamer Ressourcen und unerwarteter Zusammenarbeit können sie alle in einem Coworking Space schneller und stärker wachsen! Richtig oder falsch: Coworking Spaces bieten nur physische Büroräume, keine Möglichkeiten für Mentoring oder Zusammenarbeit. (Falsch)
Begründung: Moderne Coworking Spaces bieten viel mehr als nur Schreibtische – sie fördern Mentoring, gegenseitiges Lernen und Zusammenarbeit, die für soziales Unternehmertum von entscheidender Bedeutung sind.
Abbildung 2: Wert von Coworking Spaces für junge Berufstätige; Quelle: Re-Work-Umfrage
Ermittlung des Potenzials für soziale Auswirkungen von kollaborativen Arbeitsbereichen
6.2
CWS sind mehr als nur funktionale Arbeitsorte; wenn sie als kollaborative Gemeinschaften aufgebaut sind, können sie gezielt Bürgerbeteiligung, Innovation und die Stärkung der Gemeinschaft fördern (Spinuzzi et al., 2019). Anstatt davon auszugehen, dass soziale Auswirkungen ein Nebenprodukt der Nutzung gemeinsamer Räume sind, fördern effektive CWS soziale Auswirkungen durch die Bereitstellung vertrauensbasierter Netzwerke zur gegenseitigen Unterstützung, soziale Governance unter den Mitgliedern, Zusammenarbeit bei systemischen lokalen Herausforderungen und andere gestaltete Rahmen. Einige Räume mobilisieren beispielsweise ihre Mitglieder, um gemeinsam Gemeinschaftsinitiativen zu entwickeln, bieten spezielle Schulungen für benachteiligte Bevölkerungsgruppen an oder beteiligen sich aktiv an sozialen Innovationsinitiativen wie sozialem Wohnbau oder Programmen zur Förderung des Unternehmertums bei Jugendlichen. Somit können CWS als selbst entwickelte Multiplikatoren für soziale Auswirkungen betrachtet werden und sind nicht nur Arbeitsräume, sondern dienen als primäre Akteure für sozialen Wandel durch lokalisierte Hyperinnovation.
Der Leitfaden für bewährte Methoden stellt mehrere Wege vor, durch die CWS zu einer breiteren gesellschaftlichen Wirkung beitragen können:
- Förderung demokratischer Entscheidungsfindung und gemeinsamer Verantwortung: Viele Coworking Spaces setzen auf horizontale Führungsmodelle, die den Mitgliedern Mitsprache bei wichtigen Entscheidungen einräumen und so ein Gefühl der kollektiven Verantwortung und Handlungsfähigkeit fördern.
- Förderung von Nachhaltigkeit und umweltfreundlichen Praktiken: Beispiele wie Greenbizz Brussels und Espacio Colaborativo (Spanien) zeigen, wie CWS umweltfreundliche Infrastruktur und umweltbewusstes Handeln in ihre Grundwerte integrieren können.
- Angebot inklusiver und barrierefreier Lernmöglichkeiten: CWS dienen oft als offene Lernplattformen, die Workshops, Schulungen und Gemeinschaftsveranstaltungen für benachteiligte Bevölkerungsgruppen wie Jugendliche, Menschen mit Migrationshintergrund und arbeitslose Erwachsene anbieten.
Ermittlung des Potenzials für soziale Auswirkungen von kollaborativen Arbeitsbereichen
6.2
Über das reine Angebot von Räumlichkeiten und Dienstleistungen hinaus umfasst die Rolle des Berufsbildungs-/Coworking-Teams bei der Förderung des sozialen Unternehmertums in Coworking Spaces auch die sorgfältige Beeinflussung der Organisationskultur und der Dynamik innerhalb der Gemeinschaft. Erfolgreiche Coworking Spaces dienen als „Begegnungsorte“, an denen Vertrauen, ein gemeinsames Ziel und informelles Lernen gezielt gefördert werden, wie Surman (2013) feststellt.
Um eine Kultur der Transparenz, Reziprozität und Experimentierfreudigkeit zu fördern, müssen Teams eher als Moderator:innen denn als Administrator:innen agieren. Ausgeprägte Moderations- und zwischenmenschliche Fähigkeiten, systemisches Denken und die Fähigkeit, unterschiedliche Menschen für gemeinsame soziale Ziele zu vereinen, sind dabei wesentliche Kompetenzen. Um ein ideales Umfeld für die Entstehung, das Wachstum und die Expansion sozial orientierter Unternehmen innerhalb des Coworking-Ökosystems zu schaffen, ist ein organisch organisiertes Team unerlässlich, das flexibel, kooperativ und missionsorientiert ist.
Die Ergebnisse der Re-Work-Umfrage unterstreichen die wichtige Rolle, die Coworking Spaces bei der Förderung von Zusammenarbeit und sozialer Innovation spielen. Die Befragten hoben die folgenden Vorteile der Teilnahme an CWS hervor:
- Erweiterte Möglichkeiten zur Zusammenarbeit – angegeben von 88 Teilnehmer:innen
- Erleichterung des Wissensaustauschs – angegeben von 87 Teilnehmer:innen
- Förderung sozialer Innovationen – angegeben von 68 Teilnehmer:innen
Diese Ergebnisse unterstreichen, wie CWS als verbindende Räume fungieren, in denen Fachleute aus verschiedenen Branchen zusammenkommen, um Fachwissen, Ressourcen und Werte auszutauschen.
6.2
3. Ermittlung des Potenzials für soziale Auswirkungen von kollaborativen Arbeitsbereichen
Selbstständigkeit kann Unabhängigkeit bieten, führt jedoch oft zu Herausforderungen wie Isolation und begrenzten Ressourcen. Kollaborative Rahmenbedingungen wie Coworking Spaces, Inkubatoren und Hubs machen Selbstständigkeit nachhaltiger, indem sie mehrere wichtige Vorteile bieten:
Um das ideale Umfeld für sozial orientierte Unternehmen zu schaffen, damit diese innerhalb des Coworking-Ökosystems entstehen, wachsen und expandieren können, ist es unerlässlich, über ein organisch organisiertes Team zu verfügen, das flexibel, kooperativ und missionsorientiert ist.
Kuriosität: Wussten Sie, dass einige Coworking Spaces ihre Mitglieder über neue Initiativen abstimmen lassen oder ihnen sogar Miteigentum an den Räumlichkeiten gewähren, wodurch sie zu realen Laboratorien für Demokratie und gemeinsame Führung werden?Richtig oder falsch: Coworking Spaces können demokratische Entscheidungsfindung und gemeinsames Eigentum fördern. (Richtig) Begründung: Einige Coworking Spaces arbeiten nach kooperativen Modellen oder beziehen ihre Mitglieder in die Entscheidungsfindung ein, wodurch gemeinsames Eigentum und demokratische Praktiken gefördert werden.
Tipp für Ausbilder:innen: Zeigen Sie Ihren Lernenden, dass Coworking Spaces (CWS) mehr als nur Büros sind – sie sind Motoren für bürgerschaftliches Engagement und Innovation.
Tipp
Tip
6.3
Entwicklung und Präsentation eines Konzepts für ein soziales Unternehmen innerhalb eines CWS
Um ein erfolgreiches soziales Unternehmen in einem Coworking Space (CWS) zu gründen, braucht es mehr als nur eine Idee. Es erfordert einen methodischen, teambasierten und wirkungsorientierten Ansatz (Mitev et al., 2018). CWS-Umgebungen bieten die Ressourcen, Beziehungen und die Kultur, die erforderlich sind, um sozialbewusste Ideen in tragfähige Geschäftsvorhaben umzuwandeln. Gemäß dem Re-Work-Leitfaden für bewährte Methoden umfasst der Prozess in der Regel mehrere wichtige Phasen:
Initiativen wie die Collaborative Leadership Academy (Portugal) zeigen, wie Coworking Spaces gleichzeitig als Lernzentren für soziale Innovation dienen können. Durch strukturierte Schulungsprogramme befähigt die Akademie die Lernenden dazu, sozial verantwortliche Projekte zu entwickeln, indem sie:
- den Zugang zu erfahrenen Mentor:innen und Sozialunternehmer:innen erleichtert
- reale Herausforderungen nutzt, um erfahrungsbasiertes Lernen zu fördern
- die projektbasierte Zusammenarbeit innerhalb einer Gemeinschaft fördert
Solche Programme zeigen, wie CWS zu Inkubatoren für inklusive Führung und gemeinschaftlich verankertes Unternehmertum werden können. Aus der Perspektive der Kompetenzentwicklung betont der Re-Work-Kompetenzbericht die Relevanz des EntreComp-Rahmens für die Förderung des unternehmerischen Wachstums in Coworking Spaces.
6.3
Entwicklung und Präsentation eines Konzepts für ein soziales Unternehmen innerhalb eines CWS
Diese Fähigkeiten garantieren, dass Sozialunternehmer:innen, die in Coworking Spaces arbeiten, zusätzlich zur Gründung ihres Unternehmens darauf vorbereitet sind, ihre Auswirkungen zu skalieren, sich an Veränderungen anzupassen und inklusiv mit den Gemeinschaften zu interagieren, denen sie dienen. Coworking Spaces sind mehr als nur tatsächliche Arbeitsorte; sie sind auch reichhaltige Umgebungen für die Gründung von Unternehmen, die positive soziale Auswirkungen haben. Sie befähigen Innovator:innen dazu, selbstbewusst und zielgerichtet von der Idee zur Umsetzung überzugehen, indem sie kollaboratives Design, unternehmerische Tools und strukturiertes Lernen miteinander verbinden. CWS können eine zentrale Rolle bei der Entwicklung der nächsten Generation von gemeindezentrierten Akteur:innen des Wandels spielen, wie Programme wie die Collaborative Leadership Academy zeigen.
Zu den Kernkompetenzen, die für soziales Unternehmertum in CWS besonders relevant sind, zählen:
6.3
Entwicklung und Präsentation eines Konzepts für ein soziales Unternehmen innerhalb eines CWS
Kuriosität: Wie kann eine einfache Post-it-Übung in einem Coworking Space zur Gründung eines Unternehmens führen, das sich mit Obdachlosigkeit oder Klimawandel befasst? Alles beginnt mit Chancenanalyse und Zusammenarbeit!
Richtig oder falsch: Bei der Chancenanalyse geht es darum, ungedeckte soziale oder ökologische Bedürfnisse zu identifizieren. (Richtig)
Begründung: Die Chancenanalyse ist ein Prozess, bei dem Lücken oder Bedürfnisse in der Gesellschaft oder Umwelt ermittelt werden, die durch innovative Lösungen angegangen werden können.
Tipp
Tipp für Ausbilder:innen: Begleiten Sie Ihre Lernenden dabei, Ideen mithilfe von Coworking Spaces (CWS) als Innovationslabore in die Tat umzusetzen.
Reflexion der eigenen Rolle beim Beitrag zu sozialer Innovation und inklusiven Wirtschaftsformen
6.4
Ein wesentlicher Bestandteil des Prozesses des sozialen Unternehmertums ist die Reflexion. Sie hilft den Lernenden, soziale Probleme besser zu verstehen, ihre Rolle als Akteur:innen des Wandels zu verinnerlichen und ihr Verhalten sowohl mit individuellen als auch mit Gruppenwerten in Einklang zu bringen (Roslan, 2022). Reflexion ist keine passive Tätigkeit, sondern ermöglicht es den Menschen, ihre Erfahrungen mit allgemeineren gesellschaftlichen Zielen zu verknüpfen und ein nachhaltiges Engagement für soziale Auswirkungen zu entwickeln.
Der Verweis des Re-Work-Kompetenzberichts auf den LifeComp-Rahmen bietet eine Grundlage für die Entwicklung der für diesen introspektiven Prozess erforderlichen Fähigkeiten zur sozio-emotionalen und persönlichen Entwicklung. Zu den wesentlichen Kompetenzen gehören:
Reflexion der eigenen Rolle beim Beitrag zu sozialer Innovation und inklusiven Wirtschaftsformen
6.4
Der Leitfaden für bewährte Methoden veranschaulicht, wie diese reflexiven Kompetenzen in Coworking-Umgebungen aktiv gefördert werden:
- Impact Hub Athens (Griechenland): Durch die praktische Beteiligung an realen Projekten setzen sich die Lernenden intensiv mit den Bedürfnissen der Gemeinschaft auseinander, erleben kollaborative Problemlösung und reflektieren die sozialen Ergebnisse ihrer Arbeit innerhalb eines inklusiven Ökosystems.
- Espacio Colaborativo (Spanien): Dieser Coworking Space legt den Schwerpunkt auf persönliche Entwicklung und Empowerment, indem er gemeinsame Ressourcen, Peer-Mentoring und offene Lernmöglichkeiten anbietet. Das Umfeld fördert die berufliche und soziale Entwicklung der Einzelpersonen und trägt gleichzeitig zu einer lebendigen Gemeinschaftskultur bei.
Diese Beispiele zeigen, wie Coworking Spaces nicht nur als Aktionsplattformen dienen können,
sondern auch als reflektierende Lernumgebungen, in denen die Lernenden ihre persönlichen Werte mit kollektiven Zielen integrieren. Durch die Beteiligung an erfahrungsbasierten Aktivitäten wie Impact Mapping oder Workshops zu sozialen Werten können die Lernenden die Auswirkungen ihrer Handlungen visualisieren. Diese Übungen helfen dabei, lokale, kleine Initiativen innerhalb von Coworking Spaces mit globalen Prioritäten wie den Zielen der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals – SDGs) zu verbinden (UN, 2020). Durch angeleitete Reflexion können die Lernenden:
- die Bedeutung ihrer individuellen Beiträge erkennen
- systemische Zusammenhänge verstehen
- sich selbst als aktive Teilnehmer:innen am Aufbau inklusiver, zukunftsfähiger Wirtschaftssysteme sehen
Reflexion der eigenen Rolle beim Beitrag zu sozialer Innovation und inklusiven Wirtschaftsformen
6.4
Reflexion ist keine Ergänzung zur unternehmerischen Entwicklung, sondern ein integraler Bestandteil davon. Durch die Förderung von Empathie, kritischem Denken und gemeinschaftlicher Verantwortung ermöglichen Rahmen wie LifeComp es den Lernenden, sich zu sozialbewussten Akteur:innen des Wandels zu entwickeln. In Coworking-Umgebungen eingebettet, verwandeln reflektierende Praktiken das Lernen in Handeln und persönliche Erkenntnisse in nachhaltige soziale Auswirkungen. Tipp für Ausbilder:innen: Helfen Sie den Lernenden dabei, ihre Macht zur Veränderung zu erkennen, indem Sie Reflexion in Ihren Unterricht einbauen. Kuriosität: Was wäre, wenn ein kleines Projekt, das Sie in einem Coworking Space starten,
eine ganze Gemeinschaft inspirieren und sogar zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen beitragen könnte? Reflexion hilft Ihnen dabei, die Auswirkungen Ihrer Handlungen zu erkennen! Richtig oder falsch: Reflexion ist für Lernende nicht notwendig, um ihre Handlungsfähigkeit bei der Herbeiführung von Veränderungen zu verinnerlichen. (Falsch)
Begründung: Reflexion ist für die Lernenden unerlässlich, um ihre Rolle als Akteur:innen des Wandels zu verstehen und anzunehmen, da sie ihnen hilft, Handlungen mit Auswirkungen in Verbindung zu bringen.
Tipp
Tipp für Ausbilder:innen: Leiten Sie Ihre Schüler dazu an, Ideen mithilfe von Coworking Spaces (CWS) als Innovationslabore in die Tat umzusetzen.
6.5
Fazit
Übung 1: Das Social Startup Studio
Lernende, Ausbilder:innen und Berufsbildungsanbieter müssen verstehen, dass Coworking Spaces als Ökosysteme für soziale Innovation fungieren können. Diese Bereiche ermöglichen es den Nutzer:innen:
Die Integration von sozialem Unternehmertum in Coworking Spaces und kollaborative Arbeitsräume (CWS) ist ein revolutionärer Ansatz zur Schaffung inklusiver, kreativer und nachhaltiger Gemeinschaften und gleichzeitig eine zeitgemäße Antwort auf die sich wandelnde Dynamik der Arbeitswelt. Coworking Spaces sind in einer einzigartigen Position, um unternehmerisches Denken mit sozialem Zweck zu fördern, insbesondere bei jungen Berufstätigen, die sich in einem postpandemischen, digitalisierten und werteorientierten Arbeitsmarkt zurechtfinden müssen, wie der Kompetenzbericht und die Roadmap sowie der Leitfaden für bewährte Methoden des Re-Work-Projekts belegen.
Wir haben anhand dieser Literaturrecherche untersucht, wie soziales Unternehmertum, das auf den Ideen der Wertschöpfung, der Stärkung von Gemeinschaften und ethischer Innovation basiert, sich auf natürliche Weise in die kollaborative Infrastruktur und Kultur von CWS einfügt. Zusätzlich zu den materiellen Ressourcen bieten diese Bereiche Peer-Learning, Sozialkapital und Möglichkeiten zur praktischen Problemlösung – allesamt Faktoren, die für die Entstehung, Expansion und Wirkungssteigerung sozialer Unternehmen von entscheidender Bedeutung sind.
6.5
Fazit
Darüber hinaus können CWS durch die Abstimmung dieser Kompetenzen auf europäische Rahmen wie EntreComp, LifeComp, GreenComp, DigiComp und die ESCO-Klassifizierung sicherstellen, dass ihre Schulungen zum sozialen Unternehmertum nicht nur pädagogisch fundiert sind, sondern auch in anderen EU-Kontexten anerkannt und anwendbar sind.
Die Beispiele für bewährte Methoden – Greenbizz (Belgien), Impact Hub Athens (Griechenland), Forwardspace (Estland) und die Collaborative Leadership Academy (Portugal) – bieten solide, reproduzierbare Beispiele dafür, wie Coworking Spaces bürgerschaftliches Engagement, Lernen und Innovation fest in ihrer Struktur verankern können.
Mit jedem einzelnen Coworking Space leistet dieses Modul einen wichtigen Beitrag zur Schaffung eines resilienten, gerechten und zukunftsorientierten Europas, indem es jungen Berufstätigen geeignete Denkweisen, Ressourcen und Verbindungen zur Gemeinschaft vermittelt.
Übungen für die erfahrungs- basierte Ausbildung
6.5
Übung 1: Das soziale Startup-Studio
Die Übung betont die Relevanz für die reale Welt und ermutigt die Lernenden dazu, auf reale Beispiele zurückzugreifen, sich mit drängenden gesellschaftlichen Herausforderungen auseinanderzusetzen und gemeinsam bedeutsame Lösungen zu entwickeln. Sie fördert unternehmerisches Denken, Teamarbeit und die praktische Anwendung des Social Business Model Canvas.
Ziel: Die Lernenden durch den Prozess der Ideenfindung und Präsentation eines sozialen Unternehmens führen, das Coworking Spaces nutzt. Lernziel:
- Soziale Innovation
- Unternehmerisches Denken
- Gemeinschaftliches Engagement
Schritte:
A Einstieg (10 Min.): s ein soziales Unternehmen ausmacht B Bildung von Teams (5 Min.): Bilden Sie Teams mit drei bis fünf Mitgliedern. C Inspirationsrunde (10 Min.): Präsentieren Sie zwei bis drei Beispiele aus der Praxis für soziale Unternehmen, die Coworking Spaces nutzen (z. B. Impact Hub, Social Nest Foundation).
Beschreibung: Dieser interaktive Workshop führt die Lernenden durch den kreativen Prozess der Konzeption und Präsentation eines sozialen Unternehmens im Rahmen eines Coworking Space. In kleinen Teams untersuchen die Teilnehmer:innen, wie Coworking-Umgebungen als Katalysatoren für soziale Innovation dienen können, indem sie Ideen entwickeln, Akteur:innen des Wandels miteinander vernetzen und die Wirkung auf die Gemeinschaft verstärken.
Die Liste wird auf der nächsten Seite fortgesetzt.
Übungen für die erfahrungs-basierte Ausbildung
6.5
D Brainstorming zu sozialen Problemen (10 Min.): Jedes Team identifiziert eine lokale oder globale soziale Herausforderung, die den Mitgliedern am Herzen liegt. E Lösungsentwurf (20 Min.): Die Teams entwickeln mithilfe des Social Business Model Canvas ein Konzept für ein soziales Unternehmen, das in einem CWS angesiedelt ist. F Präsentation (5 Min./Team): Jedes Team stellt seine Idee der Gruppe vor. G Reflexion (10 Min.): Was hat Sie überrascht? Wie hat die CWS-Umgebung Ihre Idee beeinflusst?
Tipp
Anpassungstipp: Verwenden Sie bei begrenzter Zeit eine vorgefertigte Vorlage mit nur zwei bis drei Feldern, die ausgefüllt werden müssen (z. B. Wertversprechen, zentrale Aktivitäten, Partner).
Übungen für die erfahrungs-basierte Ausbildung
6.5
Klicken Sie hier, um die leere Vorlage herunterzuladen.
Übung 2: Theorie des Wandels – Von der Idee zur sozialen Veränderung
6.5
Ziel: Den Lernenden mithilfe einer Vorlage zur Theorie des Wandels zu veranschaulichen, wie ihre Handlungen in einem CWS-Umfeld zu umfassenderen sozialen Ergebnissen beitragen können. Lernziele:
- Systemdenken
- Planung langfristiger Auswirkungen
- Reflexive Praxis
(Zentrale Idee -> Aktivitäten -> Ergebnisse -> Auswirkungen -> Sozialer Wandel) untersuchen die Teilnehmer:innen, wie Coworking Spaces als Sprungbrett für bedeutende Veränderungen dienen können. Indem sie nachverfolgen, wie ihre Bemühungen zum Wohlergehen, zur Nachhaltigkeit oder zur Inklusion in der Gemeinschaft beitragen, entwickeln die Lernenden Systemdenken, vertiefen ihr Zielbewusstsein und verbinden ihre tägliche Arbeit mit übergeordneten sozialen Zielen. Es ist eine ideale Aktivität, um Bewusstsein dafür zu schaffen, wie individuelle Handlungen zu kollektiven Auswirkungen führen, insbesondere in einem kollaborativen Arbeitsbereich.
Beschreibung: Diese reflexive und visuelle Übung hilft den Lernenden dabei, den sozialen Einfluss eines Projekts oder Unternehmens von der ersten Idee bis hin zu langfristigen gesellschaftlichen Veränderungen darzustellen. Mithilfe des Impact-Map-Rahmens
Übung 2: Theorie des Wandels – Von der Idee zur sozialen Veränderung
6.5
Format: in Präsenz oder online
Dauer: ~45 Minuten
Materialien: Haftnotizen oder Miro-Board, ausgedruckte Impact-Map-Vorlagen (LINK). Schritte:
a) Einführung (5 Min.): Stellen Sie das Konzept anhand einer Vorlage zur Theorie des Wandels vor. a. (Inputs -> Aktivitäten -> Outputs -> Ergebnisse -> Auswirkungen) b) Mapping (25 Min.): Einzeln oder zu zweit wählen die Lernenden eine Initiative im Zusammenhang mit Coworking (real oder fiktiv) aus und erstellen einen Pfad zu deren Auswirkungen.
c) Galerie oder Austausch (10 Min.): Präsentieren Sie die Entwürfe und diskutieren Sie wichtige Erkenntnisse. d) Reflexion (5 Min.): Welche Veränderungen möchten Sie in Ihrer Gemeinschaft bewirken?
Tipp
Hinweis für Ausbilder:innen: Diese Übung vertieft das Verständnis dafür, wie selbst kleine Unternehmungen zu Welleneffekten in Gemeinschaften führen können.
Übung 2: Theorie des Wandels – Von der Idee zur sozialen Veränderung
Übung 2: Theorie des Wandels – Von der Idee zur sozialen Veränderung
6.5
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Workshop-Plan: „Katalysatoren für Veränderung – Aufbau sozialer Unternehmen in CWS“
6.6
Ziel: Ziel dieses Workshops ist es, den Teilnehmer:innen die Grundprinzipien des sozialen Unternehmertums näherzubringen, zu zeigen, wie Coworking und kollaborative Arbeitsräume (CWS) soziale Innovationen fördern können, und die Lernenden durch den Prozess der Entwicklung und Präsentation eines Konzepts für ein soziales Unternehmen unter Verwendung kollaborativer Tools und Peer-Feedback zu begleiten. Dauer: 2 Stunden Methoden: Mini-Vortrag mit Beispielen, Gruppen-Brainstorming und Diskussion, Fallstudienanalyse, teamorientiertes Design unter Verwendung des Business Model Canvas sowie gegenseitiges Feedback und Reflexion Materialien:
- Folien mit Beispielen
- Social Business Model Canvas
- Flipcharts und Marker (Präsenzunterricht) oder digitales Whiteboard (Online-Unterricht) Miro/Jamboard
Lernziele:
- Untersuchung der Merkmale sozialer Unternehmen.
- Verständnis dafür, wie CWS soziale Innovation fördern kann.
- Entwicklung eines Konzeptentwurfs für ein soziales Unternehmen in einem kollaborativen Raum.
Tabelle mit weiteren Informationen auf der nächsten Seite
Workshop-Plan: „Katalysatoren für Veränderung – Aufbau Sozialer Unternehmen in CWS“
6.6
Aktivität/ Anleitung/ Materialien
Zeit
Titel
Ziel
Aktivität: Eisbrecher.
Anleitung: Bitten Sie alle Teilnehmer:innen, kurz ein soziales Thema zu nennen, das ihnen am Herzen liegt. Halten Sie die Diskussion offen und urteilen Sie nicht, um die Teilnehmer:innen zum Mitmachen zu ermutigen.
Materialien: Flipchart oder Tafel, um gemeinsame Themen zu notieren (optional).
Den Ton festlegen und einen sicheren Raum schaffen
10 min
Begrüßung & Einstimmung
Aktivität: Mini-Vortrag mit Fragen und Antworten.
Anleitung: Stellen Sie die Definition, die wichtigsten Grundsätze (Zweck, Innovation, Nachhaltigkeit) und zwei bis drei reale Beispiele vor (z. B. Miro). Bitten Sie die Gruppe um kurze Reaktionen.
Materialien: Folien mit Beispielen.
Was ist soziales Unter-nehmertum?
15 min
Grundlagen-wissen vermitteln
Aktivität: Fallstudien-Diskussion.
Anleitung: Präsentieren Sie ein bis zwei inspirierende Beispiele aus dem Re-Work-Leitfaden für bewährte Methoden (z. B. Impact Hub Athens). Heben Sie hervor, wie CWS soziale Unternehmen fördern. Diskutieren Sie anschließend: „Welche Vorteile bieten CWS für Akteur:innen des Wandels in der Anfangsphase?“
Materialien: Folien, Handouts oder kurze Videos.
Persönliche Werte mit den Bedürfnissen der Gemeinschaft verknüpfen
Soziale Bedürfnisse und Chancen
15 min
Tabele wird auf der nächsten Seite fortgesetzt.
Workshop-Plan: „Katalysatoren für Veränderung – Aufbau sozialer Unternehmen in CWS“
6.6
Zeit
Titel
Ziel
Aktivität/ Anleitung/ Materialien
Aktivität: Fallstudien-Diskussion.
Anleitung: Präsentieren Sie ein bis zwei inspirierende Beispiele aus dem Re-Work-Leitfaden für bewährte Methoden (z. B. Impact Hub Athens). Heben Sie hervor, wie CWS soziale Unternehmen fördern. Diskutieren Sie anschließend: „Welche Vorteile bieten CWS für Akteur:innen des Wandels in der Anfangsphase?“
Materialien: Folien, Handouts oder kurze Videos.
Verstehen, wie CWS Auswirkungen fördern
20 min
Coworking als Sprungbrett
Aktivität: Teamprojekt unter Verwendung des Social Business Model Canvas.
Anleitung: In kleinen Gruppen (drei bis fünf Personen) wählen die Teilnehmer:innen ein soziales Thema aus und entwerfen gemeinsam ein soziales Unternehmen, das von einem CWS aus operieren würde. Verwenden Sie das Canvas, um die zentralen Elemente (Problem, Lösung, Begünstigte, Partner, Aktivitäten usw.) zu definieren.
Materialien: Ausgedruckte Social BMCs, Flipcharts, Marker (oder Miro, wenn online).
Ein Konzept für ein soziales Unternehmen entwickeln
Entwicklung einer Idee
30 min
Aktivität: Teampräsentationen.
Anleitung: Jede Gruppe hält eine drei- bis fünfminütige Präsentation ihres Unternehmenskonzepts. Bitten Sie das Publikum nach jeder Präsentation, Feedback nach der Methode „Eine Stärke / Eine Frage” zu geben.
Materialien: Timer, optional Handout „Checkliste für Präsentationen“.
Präsentation & Feedback
20 min
Teilen und Feedback erhalten
Tabele wird auf der nächsten Seite fortgesetzt.
Workshop-Plan: „Katalysatoren für Veränderung – Aufbau sozialer Unternehmen in CWS“
6.6
Zeit
Titel
Ziel
Aktivität/ Anleitung/ Materialien
Aktivität: Angeleitete Reflexion.
Anleitung: Bitten Sie die Lernenden, schriftlich oder mündlich zu formulieren: „Wie kann ich durch meine Arbeit etwas verändern?” Optional können Sie zwei bis drei Personen bitten, ihre Gedanken mit der Gruppe zu teilen. Schließen Sie mit der Aufforderung, im Rahmen der eigenen beruflichen Laufbahn auch weiterhin nach Möglichkeiten für soziales Engagement zu suchen.
Materialien: Papier oder Journale (optional).
Reflexion & Abschluss
Lerninhalte festigen
10 min
Zusammenfassung der Erkenntnisse
- Soziales Unternehmertum innerhalb von CWS befähigt junge Berufstätige dazu, sozialen Wandel voranzutreiben und gleichzeitig eine bedeutsame Karriere aufzubauen.
- CWS bietet nicht nur die Infrastruktur, sondern auch die Kultur der Zusammenarbeit und Unterstützung, die soziale Unternehmen für ihr Wachstum benötigen.
- Erfahrungsbasiertes Lernen hilft den Teilnehmer:innen dabei, Theorie und Praxis miteinander zu verbinden, und stärkt ihr Selbstvertrauen für die praktische Umsetzung ihrer Ideen.
- Ausbilder:innen spielen eine wichtige Rolle dabei, das kreative und bürgerschaftliche Potenzial der Lernenden zu erschließen.
Hinweise für Ausbilder:innen:
- Betonen Sie die Praxisnähe: Verwenden Sie lokale Beispiele oder laden Sie nach Möglichkeit sogar Gastredner:innen ein.
- Erwägen Sie, Lektüre oder Videos über Sozialunternehmer:innen bereitzustellen.
- Passen Sie die Sitzung als Veranstaltungsreihe an, wenn die Lernenden ihre Ideen weiter ausbauen möchten.
REFERENzen
Modul 1
Module 2
Referenz: RE-WORK Project. (2024). Skills roadmap for VET providers [PDF]. https://www.re-work-project.eu/results/
Weitere Referenzen anzeigen
REFERENzen
Modul 2
Module 2
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Vielen Dank!
Wir bedanken uns herzlich für Ihr Interesse an diesem Ressourcen-Kit. Es wurde im Rahmen des RE-WORK-Projekts entwickelt und soll praktische Einblicke und evidenzbasierte Ansätze zur Bewältigung der Herausforderungen der „Great Resignation“ und des „Quiet Quitting“ unter jungen Fachkräften und Unternehmern bieten. Durch die Konzentration auf Coworking und kollaborative Arbeitsräume untersucht das Projekt neue Wege zur Förderung von Engagement, Nachhaltigkeit und sinnvoller Teilhabe in der Arbeitswelt. Wir hoffen, dass Ihnen diese Materialien sowohl Wissen als auch Inspiration geboten haben, um darüber nachzudenken, zu diskutieren und sie in Ihrem eigenen beruflichen und akademischen Kontext anzuwenden. Weitere Ressourcen, Veröffentlichungen und aktuelle Informationen finden Sie auf unserer Website: www.re-work-project.eu. Sie können unsere laufenden Aktivitäten und neuesten Entwicklungen auch auf LinkedIn verfolgen, wo wir weiterhin Projektergebnisse und Erkenntnisse veröffentlichen. Ihr Interesse und Ihr Engagement sind unerlässlich, um inklusive, kooperative und nachhaltige Wege in die Arbeitswelt zu fördern.
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PROJEKTNUMMER: Κ220-VET-000155692
VET-Ressourcen-Kit
Coworking & kollaborative Arbeitsräume als Antwort auf die große Resignation und Quiet Quitting junger Berufstätiger und Unternehmer:innen!
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Einleitung:
Das RE-WORK-Projekt wurde als Reaktion auf das zunehmende Phänomen der „“Großen Resignation“ und des „quiet Quittings“ unter jungen Berufstätigen und Unternehmer:innen ins Leben gerufen. Diese Trends spiegeln eine allgemeine Abkehr von traditionellen Arbeitsformen wider und unterstreichen die Notwendigkeit innovativer Ansätze, die Motivation, Flexibilität und Zusammenarbeit fördern.
Coworking und kollaborative Arbeitsräume (CWS) bieten einen solchen Ansatz und stellen nicht nur physische Umgebungen zur Verfügung, sondern auch neue Modelle für Unternehmertum, Peer-Learning und soziale Innovation. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, hat die RE-WORK-Partnerschaft ein Ressourcen-Kit entwickelt, das darauf abzielt, die Kompetenzen von Ausbildern zu stärken und die berufliche Entwicklung junger Menschen zu fördern. Das Kit umfasst sechs miteinander verbundene Module, die sich um folgende Themen gruppieren:- Einleitung zu Coworking und kollaborativen Arbeitsräumen: Konzepte, Vorteile, Herauforderungen und Möglichkeiten.
- Bottom-up, nutzerorientiertes Coworking und CWS einschließlich bewährter Verfahren.
- Vermittlung von kollaborativen Geschäftsmodellen und Lösungen für junge Berufstätige.
- Flexible Arbeitsmethoden und innovative neue Arbeitsumgebungen.
- Selbständige Erwerbstätigkeit im kollaborativen Rahmen.
- Soziales Unternehmertum und CWS – Innovativer sozialer Wandel in der Gemeinschaft und soziale Auswirkungen.
Einleitung:
Darüber hinaus enthält das Ressourcenpaket Erfahrungsübungen zu Themen wie „Quiet Quitting“, kollaboratives Arbeiten, Sharing Economy, Co-Creation und soziales Unternehmertum sowie Unterrichtspläne und Workshop-Konzepte, die die Umsetzung in verschiedenen Schulungskontexten unterstützen. Durch die Kombination von Theorie, Praxis und anpassungsfähigen Lehrmitteln trägt dieses Ressourcenpaket zur Entwicklung resilienter, unternehmerisch denkender und sozial engagierter junger Fachkräfte bei. Im Einklang mit den Zielen von Erasmus+ soll es inklusive und innovative Antworten auf die sich wandelnde Arbeitsdynamik in Europa fördern.
AllE MODULE
Soziales Unternehmertum und CWS – Innovativer sozialer Wandel in der Gemeinschaft und soziale Auswirkungen
Coworking Konzepte, Vorteile, Herauforderungen und Möglichkeiten.
Bottom-up, nutzerorientiertes Coworking und CWS einschließlich bewährter Verfahren
Vermittlung von kollaborativen Geschäftsmodellen und Lösungen für junge Berufstätige
Flexible Arbeitsmethoden und innovative neue Arbeitsumgebungen
Selbständige Erwerbstätigkeit im kollaborativen Rahmen
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Referenzen
Einleitung:
Coworking: Konzepte, Vorteile, Herausforderungen und Möglichkeiten
Lernziele: ✅ Das Konzept und den Zweck von Coworking Spaces verstehen ✅ Die wichtigsten Vorteile wie Zusammenarbeit, Flexibilität und Gemeinschaft erkennen ✅ Herausforderungen identifizieren, denen Coworking in Bildung und Beschäftigung begegnet ✅ Kernkompetenzen erlernen, die für Coworking erforderlich sind ✅ Verknüpfung dieser Kompetenzen mit EU-Kompetenzrahmen (LifeComp, EntreComp usw.) ✅ Coworking als Modell für zukünftige, flexible und innovative Arbeit erkunden
1.1
Coworking verstehen: Zentrale Konzepte
Coworking bezeichnet Arbeitsformen in gemeinsam genutzten Räumen, in denen Berufstätige mit unterschiedlichem Hintergrund unabhängig voneinander oder auch gemeinsam arbeiten. Was Coworking Spaces (CWS) auszeichnet, ist die Kombination von Autonomie und Gemeinschaft. Es handelt sich um lebendige Ökosysteme, die aus verschiedenen Gründen junge Berufstätige, Freiberufler:innen und Start-ups anziehen. Sie sind oft darauf ausgelegt, Interaktion, Lernen und gemeinsame Ziele zu fördern, was besonders für jene wertvoll ist, die nach Stimulation jenseits der Einsamkeit ihres Homeoffice oder der Starrheit einer Unternehmensumgebung suchen. In Coworking Spaces profitieren die Mitglieder von erweiterten Kooperationsmöglichkeiten, indem sie mit Menschen aus verschiedenen Branchen in Kontakt treten, was den Austausch von Wissen und Ideen fördert und neue Fähigkeiten und Perspektiven eröffnet. Diese Umgebungen fördern soziale Innovation und kultivieren einen Coworking-Geist, der auf Offenheit, Zusammenarbeit und Engagement in der Gemeinschaft basiert. Dieses nutzergesteuerte Modell ermöglicht es den Nutzer:innen, ihre Arbeitsumgebung so zu gestalten, dass sie ihren Bedürfnissen, Gewohnheiten und Zielen entspricht.
1.2
Was macht Coworking attraktiv?
Die Umfrageergebnisse im ReWork-Kompetenzbericht zeigen, dass junge Berufstätige nicht nur wegen der Arbeitsräume von Coworking Spaces angezogen werden, sondern auch wegen des dynamischen Ökosystems, das sie bieten. Es kann hilfreich sein, Ihren Lernenden diese Ergebnisse als reale Motivationsfaktoren zu präsentieren.Die von den Befragten genannten wichtigsten Vorteile von CWS waren die folgenden:
Basierend auf den Erkenntnissen des Kompetenzberichts bringen CWS tatsächlich Menschen aus verschiedenen Branchen und mit unterschiedlichem Hintergrund zusammen und schaffen so vielfältige Möglichkeiten für Zusammenarbeit und gemeinsame Projekte. Sie ermöglichen es Berufstätigen, denselben Raum zu teilen, und fördern so einen stetigen Austausch von Ideen und Erkenntnissen, der zur Entwicklung neuer Fähigkeiten und Perspektiven führen kann. Coworking-Umgebungen fungieren oft als Zentren für innovatives Denken und fördern die Entstehung neuer Ideen und sozial orientierter Geschäftspartnerschaften. Sie bieten Einzelpersonen außerdem mehr Freiheit bei der Gestaltung ihrer Arbeitszeit und der Arbeit nach ihren eigenen Vorstellungen, was zu mehr Flexibilität und Kontrolle führt. Diese Räume fördern Werte wie Offenheit, Zusammenarbeit und Engagement in der Gemeinschaft und begünstigen eine Kultur des kollektiven Wachstums. Interaktives Lernen wird durch Workshops, Peer-Mentoring und digitale Tools gefördert, was Teamarbeit, Vernetzung und praktische Erfahrungen erleichtert.
REWORK KOMPETENZBERICHT
1.2
Was macht Coworking attraktiv?
Das gemeinschaftsorientierte Design von Coworking Spaces trägt zum Aufbau starker Verbindungen zwischen den Mitgliedern bei und fördert eine unterstützende und engagierte Arbeitskultur. Der Kontakt zu einer breiten Palette von Berufstätigen fördert die Kreativität und die Problemlösungskompetenz durch unterschiedliche Perspektiven. In einigen Fällen wenden Coworking Spaces demokratische Entscheidungsprozesse an, sodass die Mitglieder Einfluss auf die Gestaltung des Raums nehmen können. Weitere praktische Vorteile sind Kosteneinsparungen und der Zugang zu Highspeed-Internet.
Tipp
Tipp für Ausbilder:innen
Fragen Sie Ihre Lerner:innen "Was würden sie als die wichtigsten Vorteile eines gemeinsamen Arbeitsbereichs bezeichnen? Welche Art von Gemeinschaft oder Atmosphäre würde ihnen helfen, sich weiterzuentwickeln?"
Erwägen Sie den Einsatz digitaler Umfrage-Tools wie Mentimeter oder Miro Board, um Antworten zu sammeln.
1.3
Herausforderungen angehen
Sie können auf den Erkenntnissen aus den Co-Design Labs aufbauen, um Coworking-Praktiken in Ihren Berufsbildungsunterricht zu integrieren. Diese Praktiken – wie Peer Learning, flexible Zusammenarbeit und Engagement in der Praxis – bieten wirkungsvolle Möglichkeiten, um seit langem bestehende Herausforderungen in der beruflichen Aus- und Weiterbildung anzugehen, beispielsweise die Überbrückung der Kluft zwischen Ausbildung und Beschäftigung oder die Steigerung der Motivation der Lernenden.
Ein zentraler Bereich ist die Stärkung der Verknüpfungen zwischen Bildung und Arbeitsmarkt. Coworking Spaces fördern auf natürliche Weise die Interaktion mit Fachleuten aus sich schnell entwickelnden Branchen und bieten den Lernenden Einblicke in die Praxis und aktuelle Branchentrends. Sie können Coworking-Modelle in der beruflichen Aus- und Weiterbildung nutzen, um die Ausbildung besser mit den tatsächlichen Beschäftigungsanforderungen zu verknüpfen. Eine weitere Herausforderung, mit der die Berufsbildung häufig konfrontiert ist, ist die begrenzte Fokussierung auf transversale Kompetenzen. Durch Workshops, Seminare und Mentoring tragen Coworking Spaces zur Entwicklung von zentralen Kompetenzen wie digitaler Bildung, Unternehmertum und Kommunikation bei – Formate, die Sie in Ihre Berufsbildung integrieren können. Die Einbindung ähnlicher Formate in die berufliche Aus- und Weiterbildung kann die Anpassungsfähigkeit und Relevanz der Lernenden in einem sich wandelnden Arbeitsmarkt verbessern.
1.3
Herausforderungen angehen
Schließlich bieten Coworking Spaces durch die Förderung von Unternehmertum und Innovation eine echte Alternative zu herkömmlichen Karrierewegen. Durch den Zugang zu Mentor:innen, Netzwerken von Gleichgesinnten und Kontakten zu Investor:innen schaffen sie ein Umfeld, das Selbstständigkeit und Start-up-Ideen fördert. Wenn Sie die Förderung des Unternehmertums in Ihre Ausbildung integrieren, befähigen Sie die Lernenden, innovative, unabhängige Karrierewege jenseits traditioneller Berufe zu beschreiten. Wenn Sie Ihre Lernenden auf diese Herausforderungen vorbereiten und ihnen die richtige Denkweise und die richtigen Tools an die Hand geben, ebnen Sie ihnen den Weg zum Erfolg.
1.4
Kernkompetenzen für Erfolg im Coworking
Mit der Weiterentwicklung der modernen Arbeitswelt gewinnen Coworking Spaces für junge Berufstätige, Unternehmer:innen, Freiberufler:innen und Remote-Mitarbeiter:innen zunehmend an Bedeutung. Diese gemeinsam genutzten Arbeitsräume erfordern besondere Fähigkeiten, die über technisches Fachwissen hinausgehen. Für Anbieter beruflicher Aus- und Weiterbildung (Vocational Education and Training - VET) bedeutet dieser Wandel eine Chance, aber auch eine Verantwortung, Lernende nicht nur auf bestimmte Berufe vorzubereiten, sondern sie auch dazu zu befähigen, in flexiblen, kollaborativen und innovationsorientierten Umgebungen wie Coworking Spaces aufzublühen. Basierend auf den Ergebnissen der Umfrage Coworking & Coworking Spaces für junge Berufstätige und Unternehmer:innen, die im Kompetenzbericht* zusammengefasst sind, haben sich die folgenden Kompetenzen als wesentlich für den Erfolg im Coworking herausgestellt. Diese Erkenntnisse bieten eine klare Orientierung für die Gestaltung von Berufsbildungsprogrammen und zeigen Bereiche auf, in denen Lernende strukturierte Möglichkeiten benötigen, um diese Kompetenzen zu üben und zu entwickeln. Durch die Integration dieser Fähigkeiten in Ihre Kurse können Sie die Lernenden besser auf zukunftsorientierte Karrierewege vorbereiten und die Autonomie, Kreativität und Anpassungsfähigkeit fördern, die auf dem heutigen Arbeitsmarkt erforderlich sind.
Kompetenzbericht
Kernkompetenzen für Erfolg im Coworking
1.4
Kommunikation und Zusammenarbeit
Zeitmanagement und Organisation
Anpassungsfähigkeit und Flexibilität
Selbstmotivation und Disziplin
Coworking lebt von Interaktion. Lernende müssen in der Lage sein, effektiv mit anderen zusammenzuarbeiten, Ideen auszutauschen und zur gemeinsamen Problemlösung beizutragen. Ausgeprägte zwischenmenschliche Kommunikations- und Teamfähigkeiten sind entscheidend für den Austausch von Feedback, den Aufbau von Vertrauen und die gemeinsame Arbeit mit vielfältigen Fachleuten in geteilten Räumen.
In flexiblen, unstrukturierten Umgebungen müssen Lernende in der Lage sein, ihre Zeit selbstständig zu managen. Dazu gehört es, Aufgaben zu priorisieren, erreichbare Fristen zu setzen, trotz Ablenkungen konzentriert zu bleiben und ihre Arbeitsbelastung effektiv zu organisieren, um Ziele ohne ständige Beaufsichtigung zu erreichen.
Coworking Spaces bringen oft Menschen mit unterschiedlichen Arbeitsgewohnheiten, Tools und Routinen zusammen. Berufsbildungslernende sollten dazu ermutigt werden, sich mit Veränderungen anzufreunden, mit Unsicherheiten umzugehen und sich mit Selbstvertrauen und Resilienz an neue Umgebungen, Menschen und Arbeitsabläufe anzupassen.
Ohne traditionelle Hierarchien oder Beaufsichtigung ist Coworking auf die persönliche Motivation angewiesen. Die Lernenden müssen in der Lage sein, Initiative zu ergreifen, sich ihren Aufgaben verpflichtet zu fühlen und ohne Druck von außen produktiv zu bleiben. Die Förderung der inneren Motivation ist sowohl für die selbstständige als auch für die teamorientierte Arbeit von entscheidender Bedeutung.
1.4
Kernkompetenzen für Erfolg im Coworking
Vernetzung und Beziehungsaufbau
Einer der größten Vorteile von Coworking ist der Zugang zu einer vielfältigen beruflichen Gemeinschaft. Berufsbildungslernende sollten die Fähigkeit entwickeln, bedeutsame Beziehungen aufzubauen, sich am Peer-Learning zu beteiligen und kollaborative oder unternehmerische Möglichkeiten zu erkunden, die sich durch Vernetzung ergeben.
1.5
EU-Kompetenzabgleich im Überblick
Diese Kompetenzen stehen in engem Zusammenhang mit wichtigen europäischen Kompetenzrahmen wie EntreComp, DigiComp, GreenComp, LifeComp und der ESCO-Klassifikation, was ihre Relevanz für Berufsbildungslehrpläne in der gesamten EU unterstreicht. Die europäischen Kompetenzrahmen bieten strukturierte Leitlinien in bestimmten Bereichen:
- EntreComp fördert unternehmerisches Denken und Wertschöpfung;
- DigiComp konzentriert sich auf digitale Kompetenz für Arbeit und Leben; GreenComp unterstützt die Entwicklung von Kompetenzen im Bereich der Nachhaltigkeit; und
- LifeComp deckt persönliche, soziale und Lernkompetenzen für persönliches Wachstum und bürgerschaftliches Engagement ab.
- Ergänzend dazu dient die ESCO-Klassifikation als mehrsprachiges Referenzsystem, das für den EU-Arbeitsmarkt relevante Fähigkeiten, Kompetenzen und Berufe kategorisiert.
Ihr transversales Kompetenzmodell ist so konzipiert, dass es mit den oben genannten Rahmen in Bildungs- und Beschäftigungskontexten übereinstimmt und deren Umsetzung unterstützt. Im Kompetenzbericht und Entwicklungsplan haben wir eine detaillierte Zuordnung der identifizierten Kompetenzen zu den europäischen Rahmen vorgenommen, um sicherzustellen, dass die identifizierten Kompetenzen sowohl im europäischen Bildungs- als auch im europäischen Arbeitsmarktkontext anerkannt und anwendbar sind.1.5
EU-Kompetenzabgleich im Überblick
1.4
EU-Kompetenzabgleich im Überblick
Daher kann der Kompetenzbericht als ergänzendes und praktisches Tool für Berufsbildungsanbieter dienen, die ihre Ausbildungsprogramme aktualisieren oder bereichern möchten.
Tipps für Ausbilder:innen:
Tipp
Übung zum Erfassen von Fähigkeiten: Bitten Sie die Lernenden, sich mithilfe eines Flipcharts selbst in Bezug auf jede Fähigkeit zu bewerten und konkrete Möglichkeiten zur Verbesserung der Fähigkeiten mit der niedrigsten Punktzahl zu identifizieren. Stellen Sie Fragen, die zum Nachdenken anregen: Wenn Sie die wichtigsten Fähigkeiten vorstellen, die in Coworking Spaces benötigt werden, beziehen Sie die Lernenden in eine aktive Diskussion ein, um jede Fähigkeit mit ihren eigenen Erfahrungen zu verknüpfen, und sammeln Sie die Antworten auf Miro oder in einer Wortwolke. Versuchen Sie, folgende Fragen zu stellen:
Fazit: Von passiver Teilnahme zu aktiver Gestaltung
1.6
Coworking Spaces sind ein Beispiel dafür, wie die Zukunft der Arbeit aussehen wird: flexibel, menschenzentriert, innovationsgetrieben. Damit die berufliche Aus- und Weiterbildung relevant bleibt, muss Ihr Unterricht die Lernenden darauf vorbereiten, sich an diesen Räumen zu beteiligen und sie mitzugestalten. Durch die Integration von Coworking-Fähigkeiten in Ihren Lehrplan können Sie: - die Fähigkeit junger Berufstätiger zur Zusammenarbeit und Führung stärken - die Motivation und Unabhängigkeit der Lernenden steigern - sie für flexible, freiberufliche oder hybride Rollen rüsten - soziale und ökologische Verantwortung im beruflichen Kontext fördern. Reflexion für Ausbilder:innen: Inwiefern überschneidet sich Coworking mit den Qualifikationsanforderungen Ihrer Lernenden? Welcher Aspekt der Coworking-Kultur könnte für sie neu oder herausfordernd sein? Coworking ist nicht nur ein Trend, sondern eine Veränderung in der Denkweise. Helfen Sie Ihren Lernenden, die Veränderung anzuführen.
Bottom-up, nutzerorientiertes Coworking und CWS einschließlich bewährter Verfahren
Lernziele: Am Ende dieses Kapitels werden Sie in der Lage sein: ✅ zu erklären, was Coworking Spaces Bottom-up und nutzerorientiert macht. ✅ traditionelle Arbeitsräume mit kollaborativen, gemeinschaftsorientierten Modellen zu vergleichen. ✅ ein Coworking-Konzept zu entwerfen, das die tatsächlichen Bedürfnisse der Nutzer:innen und gemeinsame Werte widerspiegelt. ✅ in Teams mit Co-Creation-Methoden und Nutzer:innen-Personas zusammenzuarbeiten.
Aktivitäten
Einleitung: Die Relevanz von Coworking in der modernen Berufsbildung
Die Arbeitswelt verändert sich – und zwar schnell. Junge Menschen überdenken, was sie sich von ihrer Karriere erwarten. In ganz Europa wenden sich immer mehr junge Berufstätige von starren Strukturen, traditionellen Büros und Top-down-Management ab. Der Anstieg von Trends wie der „Great Resignation“ (dt. ca. „große Kündigung“) und dem „Quiet Quitting“ (dt. ca. „stille Kündigung“) zeigt uns, dass sich viele Menschen bei der Arbeit nicht mehr gesehen, geschätzt oder inspiriert fühlen (Parker & Horowitz 2022; REWORK, 2024b; Sull et al. 2022).
Coworking Spaces sind sich weiterentwickelnde Umgebungen, in denen Autonomie, Flexibilität und die Mitgestaltung durch die Nutzer:innen im Vordergrund stehen. Weitere Informationen zu Coworking finden Sie in Kapitel 1. In diesem Kapitel wird untersucht, wie Lernende an der Gestaltung dieser Umgebungen mitwirken können. Die heutige Generation sucht nach Flexibilität, Sinnhaftigkeit, Gemeinschaftsgefühl und Möglichkeiten für gemeinsames Wachstum.
Einleitung: Die Relevanz von Coworking in der modernen Berufsbildung
Coworking und kollaborative Arbeitsräume (Collaborative Workspaces - CWS) gehören zu den sichtbarsten Antworten auf diese Veränderungen – allerdings nicht jede Art von Coworking. Der Fokus liegt vielmehr auf Bottom-up, nutzerorientiertem Coworking: Arbeitsplätze, die mit und für die Menschen gestaltet sind, die sie nutzen. Diese Räume 1) befähigen die Nutzer:innen, ihre Arbeitsumgebung mitzugestalten, 2) fördern die Zusammenarbeit, den Austausch von Feedback und gemeinsame Entscheidungsfindung und 3) fördern Fähigkeiten wie Kommunikation, Selbstmanagement und Teamarbeit.
Für Lehrkräfte in der beruflichen Aus- und Weiterbildung ist dies von Bedeutung. Denn es reicht nicht aus, nur technische Fähigkeiten zu vermitteln – wir müssen die Lernenden auch darauf vorbereiten, wie und wo sie arbeiten werden. Das bedeutet, ihnen zu vermitteln, worum es beim Coworking wirklich geht, wie man in flexiblen, gemeinsam gestalteten Arbeitsräumen aufblüht und wie man Räume und Systeme schafft, die den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen entsprechen. Dieses Kapitel soll Ihnen dabei helfen, genau dies zu tun. Lassen Sie uns gemeinsam erkunden, wie Coworking Ihren Lernenden nicht nur dabei helfen kann, einen Arbeitsplatz zu finden, sondern auch die Zukunft der Arbeit selbst mitzugestalten.
Was bedeutet eigentlich „Bottom-up“ und „nutzerorientiert“?
Bevor Sie Ihren Lernenden Wissen über Coworking vermitteln können, ist es wichtig zu verstehen, was diese Räume von traditionellen Arbeitsplätzen unterscheidet. Bottom-up-orientierte, nutzergesteuerte Coworking Spaces sind mehr als nur gemeinsam genutzte Schreibtische – sie werden von den Menschen geprägt, die sie nutzen. Die Mitglieder arbeiten nicht nur dort, sondern gestalten auch die Kultur mit, wählen die Tools aus und beeinflussen die Entwicklung des Raums. In einem Bottom-up-Coworking-Modell kommt die Macht nicht von oben, sondern geht von den Nutzer:innen aus. Diese Struktur wird durch Untersuchungen zu gemeinschaftsorientierten Coworking Spaces gestützt, die sich durch ihren Fokus auf gegenseitige Hilfe und demokratisches Design von unternehmerisch geführten Modellen unterscheiden (Avdikos & Iliopoulou, 2019; Stockdale & Avdikos, 2025). Freiberufler:innen, Unternehmer:innen und Remote-Arbeiter:innen bringen ihre Bedürfnisse, Ideen und Energie ein – und der Raum passt sich ihnen an. Dies erfordert eine Abkehr von traditionellen Hierarchien hin zu einem offeneren, reaktionsschnellen Führungsstil. Die Menschen werden ermutigt, Initiative zu ergreifen, Verantwortung zu teilen und den Raum gemeinsam zu verbessern.
Diese Räume folgen auch einer nutzerorientierten Denkweise. Das bedeutet, dass sie sich ständig weiterentwickeln. Es gibt keine endgültige Version – nur Feedback, Updates und kontinuierliche Veränderungen. Dieser „Beta-Raum”-Ansatz behandelt den Arbeitsraum als ein lebendiges System, das sich ständig auf der Grundlage der Bedürfnisse seiner Mitglieder verbessert. Er trägt dazu bei, ein Gefühl der Eigenverantwortung, Zugehörigkeit und Innovation zu schaffen, das in starren Büroumgebungen nicht zu finden ist. Tipp für Ausbilder:innen: Fragen Sie Ihre Lernenden: Was würde einen Raum zu „ihrem“ Raum machen? Wie würden sie einen Arbeitsplatz verändern, damit er ihren Bedürfnissen entspricht?
Das Herzstück des Ganzen: Was macht gemeinschaftlich organisiertes Coworking so besonders?
2.1
Gemeinschaftlich organisierte Coworking Spaces entstehen von der Basis aus – in der Regel initiiert von kleinen Gruppen von Berufstätigen, die auf eine kooperativere und unterstützendere Art und Weise arbeiten möchten. Diese Räume basieren auf Werten wie Kollektivismus und sozialer Innovation. Hier sind ihre Merkmale:
- Die Mitglieder helfen bei der Entscheidungsfindung und verwalten den Raum oft selbst.
- Es herrscht ein starkes Gefühl der Verbindlichkeit und gegenseitigen Unterstützung.
- Die Menschen arbeiten über Projekte, Branchen und Hintergründe hinweg zusammen.
- Die Atmosphäre ist offen, vielfältig und reich an informellem Lernen.
Bei gemeinschaftlich organisiertem Coworking geht es nicht nur darum, Mietkosten zu sparen. Es geht darum, einen gemeinsamen Raum zu schaffen, in dem Menschen sich weiterentwickeln können – sowohl beruflich als auch persönlich. Deshalb sind viele dieser Räume auf Interaktion ausgelegt, mit offenen Grundrissen, Gemeinschaftsbereichen und Veranstaltungen, die zu spontanem Austausch anregen.Die häufigsten fünf Grundwerte sind:
Traditionelle Büros sind in der Regel fest und formell. Sie gehören oft einem einzigen Unternehmen, sind mit langfristigen Mietverträgen verbunden und werden von oben nach unten gemanagt. Die Interaktion ist begrenzt, die Privatsphäre hoch und Veränderungen vollziehen sich nur langsam. Basierend auf dem Kompetenzbericht und Entwicklungsplan sowie dem Leitfaden für bewährte Methoden haben wir festgestellt, dass Bottom-up-Coworking-Spaces (siehe auch Garrett et al. 2017; Berdicchia et al. 2023) folgende Eigenschaften aufweisen:
Anpassungs-fähig
Interaktiv
Empowering
Flexibel
Sie entscheiden, wie und wann Sie arbeiten.
Ihre Stimme und Ihre Präsenz zählen.
Der Raum entwickelt sich mit Ihnen weiter.
Sie treffen Menschen außerhalb Ihres eigenen Fachgebiets.
Gewinnorientierte Coworking Spaces verfügen zwar über ähnliche Ausstattung und Dienstleistungen, bieten jedoch nicht immer dieselbe Kultur der Teilhabe und Fürsorge. Die Befragten betonten die Bedeutung einer partizipativen Kultur, demokratischer Entscheidungsfindung und der Gemeinschaftszugehörigkeit in Coworking Spaces (REWORK, 2024a). In diesen Modellen überwiegen oft die geschäftlichen Ziele gegenüber den Beiträgen der Gemeinschaft. Wenn Sie das Thema Coworking unterrichten, helfen Sie den Lernenden dabei zu verstehen, dass es nicht nur darum geht, wo man arbeitet. Es geht darum, wie man arbeitet – und mit wem man arbeitet. Bottom-up-Coworking bereitet sie auf eine Welt vor, in der Erfolg geteilt wird, selbstbestimmt ist und durch Vernetzung entsteht.
Leitfaden für bewährte Methoden
Kompetenzbericht und Entwicklungsplan
Lernen von den Besten: Konkrete Beispiele für Coworking und Berufsbildung in der Praxis
2.2
Es ist eine Sache, über Coworking zu sprechen, aber eine andere, es in der Praxis zu sehen. In ganz Europa gibt es bereits viele inspirierende Initiativen, die kollaborative Arbeitsräume mit beruflicher Aus- und Weiterbildung (Vocational Education and Training - VET) verbinden. Diese Beispiele zeigen, wie CWS in reale Lernumgebungen umgewandelt werden können. Hier sind einige Beispiele aus unserem Leitfaden für bewährte Methoden, den Sie auf unserer Website finden (REWORK, 2024b).
Forwardspace (Estland):
Working Space Madrid (Spanien):
Impact Hub Athens (Griechenland):
Ein dynamischer Coworking- und Innovationsraum, der sich auf soziales Unternehmertum und den Aufbau von Gemeinschaften unter jungen Berufstätigen in flexiblen, ressourcenreichen Umgebungen konzentriert. Impact Hub Athens verbindet praktisches Lernen, flexible Mitgliedschaft und projektbasierte Zusammenarbeit. Er ist dafür bekannt, dass er Lernende durch partizipative Praktiken, maßgeschneiderte Module und lokale Partnerschaften direkt in die Gestaltung des Raums einbezieht – ein starkes Beispiel für Bottom-up-Bildung in der Praxis (REWORK, 2024b).
Forwardspace befindet sich in Pärnu und bietet eine inklusive und dynamische Coworking-Umgebung mit 24/7-Zugang, Highspeed-WLAN und flexiblen Arbeitsbereichen. Es ist stark gemeinschaftsorientiert und wurde in Zusammenarbeit mit lokalen Berufstätigen, Start-ups und Investor:innen aufgebaut. Der Raum beherbergt regelmäßig Vernetzungsveranstaltungen und Schulungen und ist damit ein echtes Lern- und Kooperationszentrum, das sich an den sich wandelnden Bedürfnissen seiner Mitglieder orientiert (REWORK, 2024b).
Eine gemeinnützige, gemeinschaftsorientierte Coworking-Initiative, die Berufstätige in der Kreativ- und Technologiebranche unterstützt. Bekannt für sein Peer-Mentoring, Veranstaltungen zum Austausch von Fähigkeiten und Workshops zur beruflichen Weiterentwicklung, bietet es eine erschwingliche, einladende Umgebung. Die Nutzer:innen tragen aktiv zur Gestaltung der Dienstleistungen bei und verkörpern die Prinzipien der Zusammenarbeit, Empowerment und Barrierefreiheit (REWORK, 2024b).
Tipp
Einblick für Ausbilder:innen: Erwägen Sie, sich an Coworking Spaces in Ihrer Umgebung zu wenden. Könnten Ihre Lernenden diese besuchen, gemeinsam ein Projekt entwickeln oder sogar einen Mini-CWS auf dem Campus testen?
2.3
Coworking unterrichten: Methoden, die funktionieren
Beim Unterrichten von Bottom-up-Coworking geht es nicht nur darum, Informationen zu vermitteln, sondern eine Lernerfahrung zu schaffen, die sich wie Coworking selbst anfühlt. Das bedeutet, die Lernenden einzubeziehen, ihnen eine Stimme und Wahlmöglichkeiten zu geben und flexible, partizipative Methoden anzuwenden.
Unterrichten wie ein:e Coworker:in: Anwendung von Prinzipien der Erwachsenenbildung
2.3
Erwachsene Lernende bringen Erfahrung, Motivation und ihre eigenen Ziele mit. Diese Prinzipien (bekannt als Andragogik) passen perfekt zu Coworking-Werten wie Autonomie und Zusammenarbeit. Wie Knowles (1984) erklärt, ist Erwachsenenbildung am effektivsten, wenn sie selbstgesteuert, erfahrungsbasiert, relevant und problembezogen ist. So funktioniert es am besten:
Jenseits des Frontalunterrichts: Passende Methoden für den Coworking-Geist
2.4
Nutzen Sie diese lernerzentrierten Ansätze, um echtes Engagement zu schaffen. Diese Methoden spiegeln zentrale Kompetenzen wider, die in der Coworking-Forschung identifiziert wurden – wie Kommunikation, Anpassungsfähigkeit und Co-Creation –, die durch Lernautonomie und Zusammenarbeit gefördert werden (Spinuzzi et al., 2019):
Diese Methoden helfen den Lernenden, die zentralen Werte des Coworkings – wie Flexibilität, gemeinsame Gestaltung und Autonomie – zu erleben und gleichzeitig wichtige Fähigkeiten zu erwerben. Im ANHANG finden Sie zwei Übungen für die erfahrungsbasierte Ausbildung sowie einen Unterrichtsplan, die auf unserem Leitfaden für bewährte Methoden und unserem Kompetenzbericht und Fahrplan basieren.
Reflexionsfrage: Wie kann partizipatives Design in Ihrem eigenen Berufsbildungsumfeld angewendet werden?
Good Practice-Leitfaden
Kompetenz-Roadmap
Fazit: Lehren für eine kollaborative Zukunft
2.5
Bottom-up, nutzerorientiertes Coworking ist nicht nur ein Trend am Arbeitsplatz – es ist eine Antwort darauf, wie Menschen heute leben und arbeiten möchten. Es geht um Empowerment, Autonomie und Gemeinschaft. Und genau das sollte die moderne berufliche Aus- und Weiterbildung fördern. Als Lehrkraft in der beruflichen Aus- und Weiterbildung sind Sie in einer starken Position, um:
- Lernende mit Fähigkeiten für flexible, selbstbestimmte Karrieren auszustatten
- Neue Arbeitsweisen zu inspirieren, die Partizipation, Verantwortung und geteilte Führung wertschätzen
- Jungen Menschen dabei zu helfen, nicht nur Arbeitssuchende zu sein, sondern Schöpfer:innen, Mitwirkende und Gestalter:innen der Veränderung
Indem Sie Coworking-Prinzipien in Ihren Unterricht integrieren – und insbesondere indem Sie in Ihrem Klassenzimmer Bottom-up- und nutzerorientierte Ansätze vorleben –, bereiten Sie Ihre Lernenden auf mehr als nur eine Anstellung vor. Sie ermöglichen ihnen den Zugang zu sinnstiftender Arbeit, lebenslanger Anpassungsfähigkeit und einer aktiven Rolle bei der Mitgestaltung der Arbeitswelt von morgen. Die Tools sind da. Die Werte sind klar. Die Zeit ist reif.ANHANG – ÜBUNGEN FÜR DIE ERFAHRUNGSBASIERTE AUSBILDUNG
2.6
Die im Anhang vorgestellten Übungen für die erfahrungsbasierte Ausbildung sind methodisch auf die im Re-Work Kompetenzbericht und Entwicklungsplan identifizierten Schlüsselkompetenzen abgestimmt, darunter Kommunikation, Zeitmanagement, Anpassungsfähigkeit, Selbstmotivation und Beziehungsaufbau. Diese Übungen sollen die Entwicklung genau jener übergreifenden Fähigkeiten fördern, die junge Berufstätige benötigen, um in kollaborativen, flexiblen Arbeitsumgebungen erfolgreich zu sein.
Kompetenzbericht und Entwicklungsplan
Erfahrungsbasierte Übung: Schaffung eines Beta-Raums - Gemeinsames Entwerfen eines benutzerorientierten CWS-Prototyps
2.7
Dauer: ~ 90 MinutenFormat: online, hybrid oder offlineMaterialien:
Ziel: Simulation benutzergesteuerter Designprozesse in CWS zur Förderung von Kreativität, gemeinsamer Gestaltung und kritischer Reflexion. Lernziele:
- Die Prinzipien des Bottom-up, nutzerorientierten Coworking-Designs verstehen.
- Die Prinzipien von Co-Design, Teamarbeit und nutzerorientiertem Denken verstehen.
- Reflektieren, wie Raum, Dienstleistungen und Werte bei der Innovation von Arbeitsräumen zusammenwirken.
Beschreibung: In dieser Übung erkunden die Lernenden, was es bedeutet, einen Coworking Space zu schaffen, der sich an die tatsächlichen Bedürfnisse der Nutzer:innen anpasst. Sie wenden Bottom-up- und nutzerorientierte Designprinzipien an, indem sie einen Prototyp für einen Coworking Space von Grund auf neu entwerfen – nicht basierend auf Managemententscheidungen, sondern auf Grundlage von Nutzer:innen-Personas, die sie selbst entwerfen.Auf der nächsten Seite geht es weiter
Erfahrungsbasierte Übung: Schaffung eines Beta-Raums - Gemeinsames Entwerfen eines benutzerorientierten CWS-Prototyps
2.7
Tipp für Ausbilder:innen:
Tipp
Erfahrungsbasierte Übung: Schaffung eines Beta-Raums - Gemeinsames Entwerfen eines benutzerorientierten CWS-Prototyps
2.7
Bezug zur Praxis: Diese Übung spiegelt wider, wie sich viele echte Coworking Spaces (z. B. Impact Hub oder Working Space Madrid) entwickeln: nicht durch Top-down-Entscheidungen, sondern durch kontinuierliches Feedback der Mitglieder. Tools:
Erfahrungsbasierte Übung: Die Zukunft der Arbeit – Gestaltung von Arbeitsräumen für das Jahr 2040
2.8
Dauer: 90 MinutenFormat: Präsenzunterricht, online oder hybridMaterialien:
Ziel: Um den Lernenden dabei zu helfen, kritisch und kreativ darüber nachzudenken, wie sich Coworking weiterentwickeln könnte, wird in dieser Übung spekulatives Design eingesetzt, um zukünftige Trends in den Bereichen Arbeit, Gesellschaft und Zusammenarbeit zu untersuchen. Die Lernenden versetzen sich in das Jahr 2040 und entwickeln eine Vision für einen Coworking Space, der zukünftige Bedürfnisse und Werte widerspiegelt – und damit den flexiblen, nutzerorientierten Charakter von Coworking unterstreicht. Lernziele:
Auf der nächsten Seite geht es weiter
Erfahrungsbasierte Übung: Die Zukunft der Arbeit – Gestaltung von Arbeitsräumen für das Jahr 2040
2.8
1. Kurzvorstellung der Zeitreise (10 Min.): Stellen Sie das Konzept des spekulativen Designs vor – die Nutzung von Vorstellungskraft und Fakten, um mögliche Zukunftsszenarien zu entwerfen. Präsentieren Sie zwei bis drei Zukunftstrends (z. B. mehr Freiberufler:innen, Klimaresilienz, vollständig remote arbeitende Teams). 2. Start der Zeitreise (5 Min.): Jede Gruppe zieht eine Karte mit einer Vorlage, die ein mögliches Szenario im Jahr 2040 beschreibt. 3. Designphase (40 Min.): Die Gruppen entwickeln ein Coworking-Konzept, das zu ihrem Szenario passt:
- Zielgruppe
- Raumgestaltung
- Governance und Entscheidungsfindung
- Dienstleistungen und Tools
- Gemeinschaftsrituale/Veranstaltungen
4. Präsentation (20 Min.): Jede Gruppe stellt ihr Coworking-Modell einem simulierten „Ministerium für Zukunftsarbeit“ vor. 5. Nachbesprechung (15 Min.)Tipp für Ausbilder:innen:
Tipp
Erfahrungsbasierte Übung: Die Zukunft der Arbeit – Gestaltung von Arbeitsräumen für das Jahr 2040
2.8
Bezug zur Praxis: Diese Übung spiegelt wider, wie sich viele echte Coworking Spaces (z. B. Impact Hub oder Working Space Madrid) entwickeln: nicht durch Top-down-Entscheidungen, sondern durch kontinuierliches Feedback der Mitglieder. Tools:
Workshop-Plan: Von der Idee zur Auswirkung – Gemeinsame Gestaltung eines gemeinschaftlich geführten Coworking Space
2.9
Ziel: Diese Lektion simuliert den Prozess der Planung eines gemeinschaftlich geführten Coworking Space. Die Lernenden übernehmen die Rolle von Raumgestalter:innen und entwerfen alles vom Layout bis zur Verwaltung basierend auf den Bedürfnissen der Nutzer:innen. Der Workshop legt den Schwerpunkt auf Partizipation, Empathie und praktische Anwendung – zentrale Elemente des Bottom-up-Coworking-Ansatzes. Lernziele: Am Ende der Einheit werden die Lernenden in der Lage sein:
- Die wichtigsten Merkmale von benutzerorientierten Coworking Spaces zu beschreiben
- Einen Coworking Space zu gestalten, der die Bedürfnisse und gemeinsamen Werte der Nutzer:innen widerspiegelt
- Zusammenarbeit, Kreativität und Projektplanung zu praktizieren
- Über die Bedeutung von Flexibilität und Gemeinschaft bei der Gestaltung von Arbeitsräumen zu reflektieren
Dauer: 2,5 bis 3 Stunden (kann auf zwei Einheiten aufgeteilt werden)Methoden:
- Projektbasiertes Lernen
- Erfahrungsbasiertes Lernen
- Rollenspiel und Simulation
- Gruppenreflexion und Feedback
Materialien:Workshop-Plan: Von der Idee zur Auswirkung – Gemeinsame Gestaltung eines gemeinschaftlich geführten Coworking Space
2.9
Vorbereitungstipps: - Richten Sie Miro-/Padlet-Boards ein oder drucken Sie Arbeitsblätter im Voraus aus. - Bereiten Sie vier bis sechs Persona-Karten und Fragen zu Zukunftsszenarien vor. - Richten Sie Breakout-Räume (bei Online-Veranstaltungen) oder Gruppenarbeitsbereiche ein.
Auf der nächsten Seite geht es weiter
Tabelle wird auf der nächsten Seite fortgesetzt.
Workshop-Plan: Von der Idee zur Auswirkung – Gemeinsame Gestaltung eines gemeinschaftlich geführten Coworking Space
2.9
Tipps zur Anpassung: Sie haben nur wenig Zeit? Stellen Sie Vorlagen mit vorgegebenen Optionen bereit, um den Entwurfsprozess zu beschleunigen. Sie können die Schritte „Iteration“ und „Synthese“ überspringen und die Lernenden ihre Ideen direkt dem „Ministerium für Zukunftsarbeit” präsentieren lassen. Tipps für Ausbilder:innen: Fördern Sie spielerisches Denken: Innovation beginnt oft mit mutigen Ideen. Helfen Sie den Lernenden, sich voll und ganz einzubringen, indem Sie ihnen erlauben, sich eine Utopie auszudenken. Bezug zur realen Welt: Dieser Workshop spiegelt reale Co-Design-Praktiken wider, die in Bottom-up-Coworking-Projekten wie Working Space Madrid und Impact Hub Athens verwendet werden, wo Nutzer:innen Räume gemeinsam gestalten. Er bereitet die Lernenden nicht nur auf die Nutzung von Coworking vor, sondern auch auf den Aufbau eines solchen Projekts. Digitale Tools:
Karten mit Zukunftstrend-Impulsen: Vision 2040
2.10
Jede Karte stellt ein Szenario vor, das sich auf die Arbeit, die Gesellschaft oder die Umwelt im Jahr 2040 auswirkt. Die Teilnehmer:innen verwenden diese Karten, um Coworking Spaces zu entwerfen, die kreativ und inklusiv auf diese Herausforderungen und Chancen reagieren. 1. KI-Mitarbeiter:innen: Bis 2040 werden KI-Tools und virtuelle Assistenten in die täglichen Arbeitsabläufe integriert sein. Einige Teams haben KI-Mitglieder, die Entscheidungen treffen, Inhalte erstellen und Aufgaben verwalten. Überlegen Sie: Wie arbeiten Menschen und KI in Ihrem Coworking Space zusammen? Welche ethischen oder emotionalen Unterstützungssysteme gibt es? 2. Vier-Tage-Woche: Die meisten Länder haben eine Vier-Tage-Woche eingeführt. Die Produktivität ist gleich geblieben, jedoch haben sich die Erwartungen in Bezug auf Erholung, Flexibilität und soziale Kontakte verändert. Überlegen Sie: Wie fördert Ihr Coworking Space tiefere Erholung, kreative Zusammenarbeit oder sinnvolle Auszeiten? 3. Klimaveränderungen: Extreme Wetterereignisse und steigende Meeresspiegel haben Millionen Menschen aus ihrer ursprünglichen Heimat vertrieben. Coworking Spaces werden zu Gemeinschaftszentren für Anpassung, Klimaresilienz und Remote-Zusammenarbeit. Überlegen Sie: Wie bleibt Ihr Raum klimaresilient? Wie unterstützen Sie umgesiedelte Fachkräfte oder Öko-Unternehmer:innen?
Karten mit Zukunftstrend-Impulsen: Vision 2040
2.10
4. Überalterte Gesellschaft: Ein Drittel der Bürger:innen ist über 65 Jahre alt. Ältere Erwachsene arbeiten weiterhin in Teilzeit oder betreuen jüngere Fachkräfte in flexiblen Umgebungen. Überlegen Sie: Wie können Sie Ihren Coworking Space generationsübergreifend, barrierefrei und unterstützend für Mentoring gestalten? 5. Biohacking und Human Augmentation: Implantate, Neurotechnologie und Wearables sind am Arbeitsplatz weit verbreitet. Arbeitnehmer:innen optimieren ihre Konzentration, Kreativität oder körperliche Leistungsfähigkeit. Überlegen Sie: Wie passt sich Ihr Raum an die gesteigerte menschliche Leistungsfähigkeit und datengesteuerte Zusammenarbeit an? 6. Globale digitale Nomad:innen: Ganze Familien und Teams leben nomadisch und arbeiten von unterschiedlichen Ländern aus remote. Es gibt visafreie Zonen und Coworking-Pässe für Reisen. Überlegen Sie: Wie können Sie Ihren Coworking Space für temporäre Mitglieder gestalten? Wie fördern Sie das Zugehörigkeitsgefühl in einer sich ständig verändernden Gemeinschaft? 7. Vollständige Automatisierung von Basisdienstleistungen: Dienstleistungen wie Reinigung, Lieferungen und Buchungen sind automatisiert. Menschen konzentrieren sich auf kreative, emotionale und strategische Arbeit. Überlegen Sie: Wie spiegelt Ihr Raum diesen Wandel wider? Welche neuen Rollen entstehen, wenn manuelle Aufgaben wegfallen?
Karten mit Zukunftstrend-Impulsen: Vision 2040
2.10
8. Bedingungsloses Grundeinkommen: Mit dem BGE arbeiten viele Menschen aus freien Stücken und nicht mehr aus Notwendigkeit. Es gibt einen Anstieg an Leidenschaftsprojekten, Freiwilligenarbeit und kollektiver Kreativität. Überlegen Sie: Welche Art von Arbeit zieht Ihr Raum an? Wie fördert er die intrinsische Motivation und das soziale Wohl? 9. Psychische Gesundheit an erster Stelle: Psychische Gesundheit hat denselben Stellenwert wie körperliche Sicherheit. Coworking Spaces verfügen über spezielle „Ruhezonen“ und bieten Peer-Unterstützung an. Überlegen Sie: Wie fördert Ihr Raum emotionales Wohlbefinden, Resilienz und psychologische Sicherheit?
Karten mit Zukunftstrend-Impulsen: Vision 2040
2.10
10. Integration von VR/AR in die Arbeit: Virtuelle und erweiterte Realität sind der Standard. Einige Teams arbeiten vollständig in immersiven Umgebungen. Überlegen Sie: Wie kombiniert Ihr Raum physische und virtuelle Zusammenarbeit? Hosten Sie hybride Welten oder digitale Zwillinge? 11. Ökosystem für lebenslanges Lernen: Arbeit und Bildung sind tief miteinander verflochten. Coworking Spaces sind auch Lernräume und bieten Mikro-Kurse, Coaching und Peer-to-Peer-Lernen an. Überlegen Sie: Wie fördert Ihr Raum die kontinuierliche Weiterentwicklung von Fähigkeiten? Wie lernen Menschen gemeinsam? 12. Verlagerung vom Stadt- zum Landleben: Hochgeschwindigkeitsinternet und Nachhaltigkeitsanreize ziehen Menschen in ländlichere Gebiete. In Dörfern und in der Natur entstehen kleine Coworking-Zentren. Überlegen Sie: Wie sieht Coworking in einer entlegenen oder ländlichen Umgebung aus? Welche lokalen Bezüge und Werte prägen Ihr Design?
Leitfaden für Lernende: So erstellen Sie eine Nutzer:innen-Persona für Coworking-Design
2.11
Was ist eine Persona? Eine Persona ist eine fiktive Figur, die eine:n typische:n Nutzer:in Ihres Coworking Space repräsentiert. Es handelt sich dabei nicht um ein Klischee, sondern um eine realistische Mischung aus Zielen, Bedürfnissen, Frustrationen und Arbeitsgewohnheiten, die auf realen Personen oder imaginären Szenarien basiert. Das Erstellen von Personas hilft Ihnen dabei, sich in Ihre Nutzer:innen hineinzuversetzen, damit Sie Räume gestalten können, die tatsächlich zu ihnen passen. Coworking Spaces werden von vielfältigen Menschen mit einzigartigen Bedürfnissen genutzt: Freiberufler:innen, Remote-Mitarbeiter:innen, Kreative, Menschen, die etwas verändern wollen. Um nutzerorientierte Räume zu gestalten, müssen wir: - Den Alltag und die Arbeitsgewohnheiten der Nutzer:innen verstehen - Identifizieren, was ihre Produktivität fördert oder behindert - Untersuchen, wie sich Werte wie Gemeinschaft, Flexibilität und Wohlbefinden auswirken - Inklusive Designentscheidungen für Layout, Dienstleistungen und Governance treffen
Leitfaden für Lernende: So erstellen Sie eine Nutzer:innen-Persona für Coworking-Design
2.11
Erstellen Sie Ihre Persona 1. Geben Sie Ihrer Persona einen Namen und eine Identität: Wählen Sie einen Vornamen, fügen Sie Alter und Wohnort hinzu. Vielleicht hilft Ihnen ein Foto dabei. 2. Definieren Sie ihren Beruf und ihren Arbeitsstil: Was macht sie beruflich? Ist sie Freiberufler:in, Unternehmer:in, Student:in oder Remote-Teammitglied? Arbeitet sie lieber allein oder in Gruppen? 3. Finden Sie ihre Ziele heraus: Was motiviert sie beruflich oder persönlich? Möchten sie ein Unternehmen aufbauen, etwas bewirken, eine Gemeinschaft finden, etwas Neues lernen? 4. Identifizieren Sie Frustrationen und Schmerzpunkte: Was frustriert sie an traditionellen Arbeitsplätzen? Vor welchen Herausforderungen steht sie in Coworking-Umgebungen? 5. Erforschen Sie ihre Anforderungen an den Arbeitsraum: Benötigt sie Ruhezonen, Kreativzentren oder Telefonkabinen? Welche Dienstleistungen sind wichtig (z. B. WLAN, Veranstaltungen oder Drucker)? Hat sie besondere Bedürfnisse hinsichtlich Barrierefreiheit oder bestimmte Routinen? 6. Fügen Sie Werte und Verhaltensweisen hinzu: Was ist ihr wichtig (z. B. Nachhaltigkeit, Autonomie, Verbundenheit)? Was gibt ihr das Gefühl, willkommen, eingebunden und produktiv zu sein?
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Leitfaden für Lernende: So erstellen Sie eine Nutzer:innen-Persona für Coworking-Design
2.11
Die folgende Tabelle kann Ihnen dabei helfen, Ihre Persona zu definieren.
EINLEITUNG:
Vermittlung von kollaborativen Geschäftsmodellen und Lösungen für junge Berufstätige
Lernziele: ✅das Konzept und den Wert kollaborativer Geschäftsmodelle (CBMs) zu erklären, darunter Coworking, Hubs, Gründerzentren und Genossenschaften. ✅die Vorteile von CBMs für junge Berufstätige zu benennen, darunter Gemeinschaft, Autonomie, Wissensaustausch und Innovation. ✅die Herausforderungen und Risiken kollaborativer Ansätze zu erkennen und darüber nachzudenken, wie diese in der Praxis bewältigt werden können ✅wichtige kollaborative Fähigkeiten – Kommunikation, Anpassungsfähigkeit, Selbstmanagement, Motivation und Vernetzung – in gemeinsamen Arbeitskontexten anzuwenden ✅CBMs mit europäischen Kompetenzrahmen (LifeComp, EntreComp, DigiComp, ESCO) zu verknüpfen, um ihre Relevanz für die Beschäftigungsfähigkeit besser zu verstehen ✅ein erstes kollaboratives Geschäftskonzept oder einen Aktionsplan unter Verwendung gemeinsamer Werte und partizipativer Methoden zu entwerfen.
Aktivitäten
Warum wir Zusammenarbeit anders lehren müssen
3.1
teamorientierten Umgebungen aufzublühen, und ihnen das Selbstvertrauen zu geben, Initiative zu ergreifen und ihre eigene Karriere mitzugestalten. Laut der ReWork-Kompetenz-Roadmap versäumen es traditionelle Lernstrukturen oft, den Lernenden die transversalen und sozialen Kompetenzen zu vermitteln, die in kollaborativen Arbeitskontexten am meisten geschätzt werden, wie z. B. Selbstständigkeit, Belastbarkeit und die Fähigkeit zur gemeinsamen Gestaltung.
Die Arbeitswelt verändert sich rasant. Junge Berufstätige suchen nicht nur nach Jobs, sondern auch nach Sinn, Flexibilität und einer gesunden Work-Life-Balance. Bewegungen wie die „Great Resignation“ (dt. ca. „große Kündigung“) und das „Quiet Quitting“ (dt. ca. „stille Kündigung“) zeigen uns, dass veraltete Büromodelle nicht mehr den Bedürfnissen vieler Menschen entsprechen. Anstelle von starren Hierarchien und isolierten Schreibtischen wünschen sich die Fachkräfte von heute gemeinsame Verantwortung, Teamarbeit und Gemeinschaft sowie die Freiheit, zu arbeiten, wann und wie es ihnen am besten passt (Catacora, 2024).Hier kommen kollaborative Geschäftsmodelle (Collaborative Business Models - CBMs) ins Spiel. Diese Modelle, Coworking Spaces, -Zentren, -Inkubatoren und -Labore bieten mehr als nur physischen Raum. Sie schaffen Umgebungen, in denen Menschen Ressourcen und Ideen austauschen, Netzwerke aufbauen und gemeinsam wachsen sowie zielgerichtet und autonom arbeiten.Als Ausbilder:in in der beruflichen Aus- und Weiterbildung bereiten Sie die Lernenden nicht nur auf einen Beruf vor, sondern auf eine Zukunft in einer sich wandelnden Arbeitswelt. Das bedeutet, ihnen zu vermitteln, wie kollaborative Modelle funktionieren, ihnen die Fähigkeiten zu vermitteln, die sie benötigen, um in gemeinsamen,
Tipp für Ausbilder:innenFragen Sie die Lernenden:
Tipp
„Wie würde Ihr ideales Arbeitsumfeld aussehen?“
Ordnen Sie ihre Ideen anschließend den Merkmalen kollaborativer Modelle zu.
Was sind kollaborative Geschäftsmodelle – und warum verändern sie die Arbeitswelt?
3.2
Kollaborative Geschäftsmodelle (Collaborative Business Models – CBMs) sind eine wachsende Antwort auf die Wünsche junger Berufstätiger: Vernetzung, Flexibilität und gemeinsame Werte. Anstatt alleine oder in starren Hierarchien zu arbeiten, schließen sich Menschen CBMs an, um gemeinsam etwas aufzubauen – von Geschäftsprojekten bis hin zu kreativen Gemeinschaften. CBMs sind Teil der Sharing Economy. Das bedeutet, dass es ihnen nicht nur um Profit geht, sondern darum, Räume, Wissen und Tools auf intelligentere und inklusivere Weise zu nutzen (Demary & Engels 2016; Petropoulos, 2017). In unserem Leitfaden für bewährte Methoden haben wir festgestellt, dass kollaborative Geschäftsmodelle erfolgreich sind, weil sie auf gemeinsamen Werten basieren, die ein inklusives, dynamisches und menschenzentriertes Arbeitsumfeld fördern.
Im Mittelpunkt steht das Bekenntnis zu Demokratie und Selbstverwaltung, sodass alle an der Gestaltung des Raums mitwirken können. Sie fördern ein tiefes Gefühl der Verbundenheit und Zugehörigkeit und ermutigen die Mitglieder, sich persönlich in die Gemeinschaft einzubringen. Diese Räume schaffen neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit, indem sie Menschen aus verschiedenen Branchen und mit unterschiedlichen Hintergründen zusammenbringen, sodass Ideen ausgetauscht werden und wachsen können. Eine Kultur der Offenheit sorgt dafür, dass Wissen, Tools und Ressourcen frei geteilt werden, anstatt hinter verschlossenen Türen zu bleiben. Nachhaltigkeit ist ebenfalls ein wichtiger Grundsatz, wobei der Schwerpunkt auf der gemeinsamen Nutzung von Materialien und umweltbewussten Praktiken liegt. Schließlich basieren CBMs auf dem Prinzip der Barrierefreiheit, indem sie Berufstätige aus allen Gesellschaftsschichten willkommen heißen und bestrebt sind, Hindernisse für die Teilnahme zu beseitigen.
Tipp
Tipp für Ausbilder:innen: Verwenden Sie Bilder oder virtuelle Rundgänge durch Coworking Spaces, FabLabs oder Reallabore, um den Lernenden zu helfen, diese Umgebungen zu visualisieren.
Was sind kollaborative Geschäftsmodelle – und warum verändern sie die Arbeitswelt?
3.2
CBMs gibt es in vielen Formen und Größen. Hier sind einige gängige Beispiele:
Warum junge Menschen sich für kollaborative Modelle entscheiden
3.3
Junge Berufstätige wünschen sich heute mehr als nur ein Gehalt. Sie suchen nach Sinn, Flexibilität und Zugehörigkeit am Arbeitsplatz. Aus diesem Grund gewinnen kollaborative Geschäftsmodelle (CBMs) in ganz Europa an Bedeutung. Von Coworking Spaces bis hin zu Innovationszentren bieten diese Umgebungen etwas, was traditionelle Büros oft nicht bieten können: die Möglichkeit, mit anderen zusammenzuarbeiten, sich weiterzuentwickeln und mehr als nur ein:e Mitarbeiter:in zu sein (Alton 2017; Catacora 2024). Kollaborative Geschäftsmodelle liegen nicht nur im Trend, sie entsprechen auch den sich wandelnden Bedürfnissen junger Berufstätiger (Brooks & Weiss, 2023). Nach unseren Erkenntnissen aus dem Leitfaden für bewährte Methoden und dem Kompetenzbericht Kompetenzbericht bieten diese Räume eine Vielzahl von Vorteilen, die dazu beitragen, dass sich Lernende stärker eingebunden, befähigt und erfüllt fühlen.
Tipp
Tipp für Ausbilder:innen: Fragen Sie die Lernenden
„Welcher dieser Vorteile wäre für Sie am Arbeitsplatz am wichtigsten?“
Mehr zu kollaborativen Geschäftsmodellen finden Sie auf der nächsten Seite
Nutzen Sie ihre Antworten, um eine Diskussion darüber anzustoßen, wie wertorientierte Arbeitsplätze geschaffen werden können.
Warum junge Menschen sich für kollaborative Modelle entscheiden
3.3
- Echte Beteiligung und Entscheidungsfindung: Im Gegensatz zu traditionellen Büros beziehen viele CBMs ihre Mitglieder in Entscheidungen über die Gestaltung des Raums ein, von Veranstaltungen bis hin zur Verwaltung. Dies schafft ein tieferes Gefühl der Eigenverantwortung und Selbstbestimmung.
- Umfangreiche Lernerfahrungen: CBMs veranstalten oft Treffen zum Wissens- und Erfahrungsaustausch, Peer-Mentoring oder informelle Workshops. Das Lernen findet kontinuierlich und organisch statt, was diese Räume ideal für die persönliche und berufliche Weiterentwicklung macht.
- Gemeinsame Werte und Ziele: Viele CBMs orientieren sich an Werten wie Nachhaltigkeit, Inklusion und sozialem Unternehmertum. Für junge Menschen, die nach einer sinnvollen Tätigkeit suchen, ist ein solcher Raum nicht nur funktional, sondern auch inspirierend.
- Praktische Vorteile: Nicht zu vergessen sind die grundlegenden Vorteile – viele CBMs bieten schnelles Internet, nützliche Ausstattung und ein professionelles Arbeitsumfeld, und das oft zu geringeren Kosten als bei der Anmietung eines traditionellen Büros.
CBMs sind nicht nur beliebt, sondern auch leistungsstarke Tools zur Lösung realer Probleme am Arbeitsplatz. Durch die Schaffung einer flexiblen Work-Life-Balance, eines unterstützenden sozialen Umfelds und Möglichkeiten zum Lernen, Leiten und Innovieren tragen sie dazu bei, Burnout und Demotivation zu reduzieren. Deshalb eignen sie sich hervorragend für junge Berufstätige und sind ein wichtiges Thema für den modernen Berufsbildungsunterricht.Schauen wir uns Vorteile kollaborativer Geschäftsmodelle an:
Welche Fähigkeiten sind erforderlich, um in kollaborativen Arbeitsumgebungen zu bestehen?
3.4
Die Arbeit in einem kollaborativen Geschäftsmodell unterscheidet sich von der Arbeit in einem traditionellen Büro und erfordert andere Fähigkeiten. In CBMs hängt der Erfolg davon ab, wie gut die Mitarbeiter:innen kommunizieren, sich selbst organisieren, sich anpassen und Beziehungen aufbauen können. Es geht nicht darum, Checklisten abzuarbeiten, sondern flexibel, proaktiv und menschenorientiert zu sein. In unserem Kompetenzbericht und der Roadmap haben wir fünf wesentliche Kompetenzgruppen identifiziert, die junge Berufstätige benötigen, um in gemeinsamen, selbstgesteuerten Arbeitsumgebungen erfolgreich zu sein. Diese Kompetenzgruppen entsprechen europaweiten Rahmenwerken wie ESCO (Europäische Kommission, 2025), LifeComp (Sala et al., 2020), DigiComp und EntreComp (Bacigalupo et al., 2016). Sehen wir uns zunächst einmal an, worum es in diesen Rahmen geht.
Welche Fähigkeiten sind erforderlich, um in kollaborativen Arbeitsumgebungen zu bestehen?
3.4
Sehen wir uns nun die Kompetenzgruppen an und schauen wir, wie sie zu den Rahmen passen:
Kommunikation und Zusammenarbeit: In einem gemeinsamen Raum können Sie nur dann erfolgreich sein, wenn Sie klar und respektvoll kommunizieren. Ob es um die gemeinsame Planung einer Veranstaltung, die Präsentation eines Projekts oder das Geben von Feedback geht – Erfolg beginnt mit aktivem Zuhören, ehrlicher Meinungsäußerung und Teamdenken. Denken Sie über Small Talk hinaus; es geht darum, gemeinsam Ideen zu entwickeln und echte Probleme zu lösen. Passt zu: LifeComp (Kommunikation, Zusammenarbeit), EntreComp (andere mobilisieren), DigiComp (Online-Interaktion), ESCO (Soziale und kommunikative Kompetenzen)Zeit souverän nutzen – Organisation & Selbstmanagement: In CBMs gibt es keine Mikromanagement. Das ist toll, aber auch knifflig. Sie müssen Ihren Zeitplan selbst verwalten, Prioritäten klug setzen und Ergebnisse liefern, ohne in ein Burnout zu geraten.
Keine festen Arbeitszeiten? Cool. Aber können Sie Termine auch ohne Erinnerungen einhalten? Passt zu: LifeComp (Lernmanagement), EntreComp (Planung und Management), DigiComp (Organisation digitaler Informationen), ESCO (Arbeits- und Ressourcenmanagement) Flexible Denkweise – Anpassungsfähigkeit und Flow: In gemeinsamen Räumen entwickeln sich die Dinge sehr schnell – n eue Menschen, neue Tools, neue Regeln. Erfolgreich sind diejenigen, die sich anpassen, umdenken und sagen können: „Versuchen wir es anders.“ CBMs sind nicht linear. Sie können kreatives Chaos sein. Ihre Geisteshaltung ist wichtiger als Ihre Berufsbezeichnung. Passt zu: LifeComp (Flexibilität, kritisches Denken), EntreComp (Umgang mit Unsicherheit), GreenComp (Systemdenken), ESCO (Anpassung an Veränderungen)
Die Liste geht auf der nächsten Seite weiter
Welche Fähigkeiten sind erforderlich, um in kollaborativen Arbeitsumgebungen zu bestehen?
3.4
Antriebskraft – Motivation und Disziplin: CBMs sind auf Autonomie ausgelegt. Das bedeutet, dass Sie Ihr Tempo, Ihren Fokus und Ihre Ziele selbst bestimmen. Niemand sagt Ihnen, was Sie tun sollen, was befreiend und anspruchsvoll zugleich ist. Bei Selbstmotivation geht es nicht um Hustle Culture. Es geht darum, zu wissen, was Sie antreibt, und dieses Ziel konsequent zu verfolgen. Passt zu: LifeComp (Selbstregulierung, Wachstumsorientierung), EntreComp (Ausdauer, Vision), ESCO (Selbstmanagement, Initiative) Beziehungen knüpfen – Netzwerken wie ein Profi: Beziehungen sind die treibende Kraft hinter CBMs. Jedes Gespräch ist eine potenzielle Zusammenarbeit. Jeder gemeinsame Kaffee könnte ein neues Projekt anstoßen. Lernen Sie, wie Sie Kontakte knüpfen, zuhören und mit anderen wachsen können - nicht nur für den Moment, sondern für Ihre gesamte Karriere. Ihre nächste große Idee könnte von der Person angestoßen werden, die zwei Schreibtische entfernt sitzt.
Passt zu: LifeComp (Empathie, Zusammenarbeit), EntreComp (Chancen erkennen), ESCO (Teambuilding, Beziehungen zur Gemeinschaft) Das sind nicht nur „nette Extras“. Sie sind der Kern der Beschäftigungsfähigkeit in modernen, flexiblen Arbeitsumgebungen. Und sie bereiten die Lernenden nicht nur auf eine Anstellung vor, sondern auch auf Unternehmertum, Teamprojekte, Freiberuflichkeit und Führungsaufgaben (Weltwirtschaftsforum, 2025).
Tipp
Tipp für Ausbilder:innen:Bitten Sie die Lernenden, sich selbst hinsichtlich dieser Fähigkeiten einzuschätzen. Fragen Sie:
„Welche dieser Fähigkeiten sind Ihre Stärken? Welche möchten Sie verbessern?“
Verfolgen Sie dann ihre Fortschritte während des Kurses.
Von echten Orten lernen: Bewährte Methoden in Aktion
3.5
Über kollaborative Geschäftsmodelle zu sprechen ist eine Sache, sie in der Praxis zu sehen jedoch eine andere. In ganz Europa verbinden echte Orte Wirtschaft, Kreativität und Bildung auf wirksame Weise miteinander. Diese Beispiele zeigen, wie CBMs zu leistungsstarken Lernlaboren für junge Berufstätige werden und wie berufliche Bildungseinrichtungen Teil dieses Ökosystems sein können. Im Folgenden finden Sie einige großartige Beispiele aus dem Re-Work-Projekt, die unserem Leitfaden für bewährte Methoden entnommen sind:
Greenbizz (Belgien): Greenbizz ist ein nachhaltiger Gründerzentrum, das die Zusammenarbeit zwischen grünen Start-ups und größeren Unternehmen fördert. Es legt Wert auf gemeinsame Infrastruktur, Coaching und Zugang zu kollaborativen Ökosystemen und steht damit im Einklang mit den Werten von CBM. Impact Hub Athens (Griechenland): Dieses Modell integriert kollaborative Arbeitsräume direkt in die berufliche Aus- und Weiterbildung. Es umfasst partizipative Governance, Feedback-Schleifen von Lernenden und basiert auf sozialem Unternehmertum. Es bezieht Nutzer:innen und Interessensgruppen aktiv in die gemeinsame Entwicklung von Räumlichkeiten und Lehrplänen ein.
Forwardspace (Estland): Forwardspace fungiert als Coworking-Hub, der tief in das lokale Innovationsökosystem eingebettet ist. Es bietet flexible Mitgliedschaften, eine gemeinsam genutzte Infrastruktur, regelmäßige Community-Veranstaltungen und eine starke Einbindung von Interessensgruppen (einschließlich der Stadtverwaltung von Pärnu und des Tehnopol Science Park). Es basiert auf Zusammenarbeit, Nutzerbeteiligung und gemeinsamem Wachstum.
Von echten Orten lernen: Bewährte Methoden in Aktion
3.5
Was haben sie gemeinsam? - Enge Verbindungen zu Berufsbildungseinrichtungen und Ausbildungsprogrammen - Echte Räume für praktisches Lernen, Peer-Mentoring und Prototyping - Engagement für Gemeinschaftsbildung, Nachhaltigkeit und Innovation - Flexible Infrastruktur, oft auf der Grundlage von Nutzer:innen-Feedback und Bottom-up-Governance Es handelt sich nicht nur um Arbeitsplätze, sondern um lebendige Klassenzimmer, in denen junge Menschen durch praktisches Arbeiten lernen.
Tipp
Einblick für Ausbilder:innen: Könnten Ihre Lernenden eine Verbindung zu einem solchen Coworking Space aufbauen? Erwägen Sie Besichtigungen vor Ort, Projektkooperationen oder laden Sie die Raummanager:innen zu Fragerunden ein.
Vermittlung kollaborativer Geschäftsmodelle in der Berufsbildung
3.6
Die Lernenden bringen Lebenserfahrung, Motivation und persönliche Ziele in Ihren Unterricht ein. Ihre Aufgabe ist es, ein Umfeld zu schaffen, in dem diese Stärken sich entfalten können. Das bedeutet: - Das bereits vorhandene Wissen der Lernenden wird respektiert und als Grundlage genutzt. - Den Lernenden wird Raum gegeben, um zu leiten, Entscheidungen zu treffen und den Lernprozess mitzugestalten. - Die Themen werden mit ihren realen Anforderungen und Zielen verknüpft. - Der Fokus liegt auf der Praxis, nicht nur auf der Theorie; wichtig ist, was die Lernenden anwenden können. - Es wird ein sicherer Raum geschaffen, in dem Fehler Teil des Lernprozesses sind. - Die Lernenden werden aktiv eingebunden – durch Diskussionen, gemeinsame Gestaltung und reale Aufgaben. - Bei Bedarf wird Unterstützung angeboten und auf unterschiedliche Lernstile und -niveaus eingegangen.
Bei der Vermittlung von CBMs geht es nicht darum, Folien durchzugehen, sondern darum, reale Situationen zu simulieren. Kollaborative Geschäftsmodelle basieren auf gemeinsamer Gestaltung, Flexibilität und Peer-Learning - und das kann sich auch in Ihrem Unterricht widerspiegeln. In diesem Abschnitt wird beschrieben, wie CBMs durch die Anwendung von CBMs vermittelt werden können, wobei interaktive, inklusive und von den Lernenden geleitete Ansätze zum Einsatz kommen (UNESCO International Centre for Technical and Vocational Education and Training, 2020). Kollaborative Geschäftsmodelle basieren auf Vertrauen, gemeinsamer Verantwortung und persönlichem Wachstum, ebenso wie eine gute Ausbildung. Wenn Sie CBMs unterrichten, ist es hilfreich, weniger wie eine traditionelle Lehrkraft und eher wie ein:e Moderator:in oder Coworking-Host zu denken.
Vermittlung kollaborativer Geschäftsmodelle in der Berufsbildung
3.6
Bei diesen Punkten handelt es sich um mehr als nur Unterrichtstipps – sie spiegeln die gleiche Denkweise wider, die kollaborative Arbeitsbereiche erfolgreich macht: Autonomie, gegenseitiger Respekt und kontinuierliches Wachstum. Es gibt viele Methoden, die Ihnen beim Unterrichten von CBM helfen können.
Was steht im Weg? Herausforderungen – und was Lehrkräfte brauchen
3.7
Die Einführung kollaborativer Geschäftsmodelle in die berufliche Aus- und Weiterbildung verläuft nicht immer reibungslos. Selbst die besten Ideen brauchen die richtige Unterstützung. Der folgende Abschnitt beschreibt zentrale Herausforderungen, die Berufsbildungslehrkräfte benennen, und konkretisiert diese anhand typischer Ausprägungen.
Tipp
Tipp für Ausbilder:innen:Warten Sie nicht auf perfekte Bedingungen, sondern beginnen Sie mit einem kleinen Pilotprojekt, selbst wenn es sich nur um eine Gruppenaufgabe oder eine virtuelle CBM-Simulation handelt. Die Veränderung der Geisteshaltung beginnt mit dem Handeln.
Die Zukunft ist kollaborativ – bereiten wir die Lernenden darauf vor!
3.8
Die Arbeitswelt verändert sich. Und zwar schnell. Kollaborative Geschäftsmodelle sind dabei wegweisend und bieten jungen Berufstätigen nicht nur einen Arbeitsplatz, sondern auch eine neue Art zu arbeiten. Bei diesen Modellen geht es nicht nur um die gemeinsame Nutzung von Räumlichkeiten. Es geht darum, Verantwortung zu teilen, Vertrauen aufzubauen, gemeinsam reale Probleme zu lösen und Gemeinschaften zu schaffen, die Lernen und Innovation fördern. Sie geben den Menschen die Freiheit, selbst zu entscheiden, wie sie arbeiten möchten, und die Möglichkeit, ihr Umfeld mitzugestalten. Genau deshalb sind sie in der beruflichen Aus- und Weiterbildung so wichtig. Wenn wir in der Berufsbildung kollaborative Geschäftsmodelle lehren, vermitteln wir nicht nur Wissen über neue Arten von Arbeitsräumen, sondern bereiten die Lernenden darauf vor:
Flexible, nutzerorientierte Teams zu leiten und sich an ihnen zu beteiligen
Überall, wo sie arbeiten, eine Gemeinschaft und Kultur aufzubauen
Projekte mit echter Wirkung und unter Berücksichtigung echter Menschen zu entwerfen
Als Lehrkräfte passen wir uns nicht nur an; wir helfen dabei, diese Zukunft zu formen.
ANHANG I – CBM-Dilemma-Kreis – Gemeinsam schwierige Entscheidungen treffen
3.9
Zweck: Diese Aufgabe hilft dabei, die Herausforderungen der gemeinsamen Führung und Entscheidungsfindung in CBMs anhand von realitätsnahen ethischen oder strategischen Dilemmata zu simulieren. Lernziele: - Die Lernenden erkunden die Dynamiken partizipativer Governance. - Die Lernenden entwickeln kritisches Denken und Empathie. - Die Lernenden erleben Konsensbildung in einem demokratischen Arbeitsumfeld. Dauer: 60–75 Minuten Format: Persönlich (im Kreis oder U-Form) oder in Online-Breakout-Räumen
Checkliste für Materialien: - Gedruckte oder digitale Dilemma-Karten - Rollenkarten (optional: Gründer:in, Praktikant:in, Mitglied, Manager:in usw.) - Abstimmungskarten oder ein gemeinsames Umfrage-Tool (Mentimeter, Google Forms) Schritt-für-Schritt-Anleitung: 1. Aufbau und Rollenzuweisung (10 Min.): Bilden Sie Gruppen. Weisen Sie Rollen zu und verteilen Sie das Dilemma (siehe unten). 2. Gruppendiskussion (30 Min.): Die Teams diskutieren das Thema, wobei jede Rolle einen Standpunkt vertritt. Versuchen Sie, einen Konsens zu finden. 3. Entscheidungsrunde (10 Min.): Jede Gruppe stellt ihre Lösung vor – und wie sie zu dieser gekommen ist (Abstimmung, Diskussion, Kompromiss). 4. Meta-Reflexion (15 Min.): Was war schwierig daran, eine Gruppenentscheidung zu treffen? Was hat geholfen? Wie haben die Rollen das Ergebnis beeinflusst?
Anleitung wird auf der nächsten Seite fortgesetzt
ANHANG I – CBM-Dilemma-Kreis – Gemeinsam schwierige Entscheidungen treffen
3.9
Anpassungstipps: - Beginnen Sie mit einfachen Dilemmata und steigern Sie sich mit der Zeit zu komplexeren. - Fügen Sie ein Beobachtungsblatt für die gegenseitige Bewertung hinzu. - Sie haben nur wenig Zeit?○ Weisen Sie die Gruppen und Rollen im Voraus zu. ○ Begrenzen Sie die Diskussion auf 15 Minuten. ○ Begrenzen Sie die Reflexionszeit auf 10 Minuten.Bezug zur Praxis: Simuliert die gemeinsamen Führungsstrukturen, die in gemeinschaftlich geführten Coworking Spaces wie dem Working Space Madrid zu finden sind.
Mögliche Rollen:
Gemeinschaftsgestalter:in Ihr Fokus liegt auf Inklusivität, Kultur und dem Wohlbefinden der Mitglieder. Sie denken immer darüber nach, wie sich Entscheidungen auf den Gemeinschaftsgeist auswirken. Ihre Prioritäten: Harmonie, Fairness, emotionale Sicherheit
Lehrkraft/Ausbilder:in Sie organisieren Workshops in den Räumlichkeiten. Sie möchten, dass der Lernprozess reibungslos verläuft und die Mitglieder sich weiterentwickeln. Ihre Prioritäten: Zugang zu Räumlichkeiten, unterstützendes Umfeld, klare Zeitplanung
Raumkoordinator:in Sie kümmern sich um den Betrieb und die Logistik. Sie sind nicht „der:die Chef:in“, aber die Leute wenden sich an Sie, wenn es um Struktur und Problemlösungen geht. Ihre Prioritäten: Praktikabilität, Konfliktlösung, klare Entscheidungen
Freiberufler:in Sie sind auf den Raum angewiesen, um produktiv zu sein und Kontakte zu knüpfen. Sie möchten, dass alles gut funktioniert, ruhig ist und flexibel bleibt. Ihre Prioritäten: Konzentration, Funktionalität, minimale Störungen
Rollen werden auf der nächsten Seite fortgesetzt
ANHANG I – CBM-Dilemma-Kreis – Gemeinsam schwierige Entscheidungen treffen
3.9
Dilemma 1: Das respektlose Mitglied Ein Mitglied ignoriert wiederholt die Gemeinschaftsregeln bezüglich Ruhezonen, lässt während Telefonaten die Tür offen und hört laute Musik. Mehrere Personen haben sich beschwert, aber diese Person leistet einen wichtigen Beitrag zu Gruppenprojekten und hat enge Freundschaften innerhalb der Gemeinschaft. Was tun Sie? - Konfrontieren Sie die Person direkt? - Ändern Sie die Regeln? - Beziehen Sie die gesamte Gemeinschaft in eine Abstimmung ein? - Riskieren Sie, ein ansonsten wertvolles Mitglied zu verlieren?
Mögliche Rollen:
Neues Mitglied Sie sind gerade erst beigetreten. Sie sind noch dabei, sich mit den Normen vertraut zu machen, und fühlen sich hinsichtlich Ihrer Stimme in der Gruppe noch unsicher. Ihre Prioritäten: Klarheit, Fairness, Inklusion
Innovator:in/Start-up-Gründer:in Sie sind dabei, ein Produkt zu entwickeln oder eine Dienstleistung auf den Markt zu bringen. Sie lieben Energie, Ressourcen und Wachstum, benötigen aber Flexibilität. Ihre Prioritäten: Expansion, Investitionen, Geschwindigkeit, Talent
Dilemma 2: Die Kontroverse um die Expansion Ihre CBM ist voll ausgelastet. Ein Finanzier bietet Ihnen Geld für eine Expansion an, möchte aber das Branding und die Kontrolle über bestimmte Entscheidungen. Einige Mitglieder sind begeistert, andere befürchten, dass sich dadurch der Gemeinschaftsgeist verändern könnte. Was tun Sie? - Nehmen Sie die Finanzierung mit Bedingungen an? - Lehnen Sie ab und bleiben Sie klein? - Schlagen Sie einen Mittelweg vor? - Stimmen Sie über die Finanzierung ab?
Dilmmata werden auf der nächsten Seite fortgesetzt
ANHANG I – CBM-Dilemma-Kreis – Gemeinsam schwierige Entscheidungen treffen
3.9
Dilemma 3: Der Veranstaltungsstreit Zwei Gruppen möchten am selben Abend Veranstaltungen durchführen; die eine ist ein Programmier-Workshop, die andere eine Spoken-Word-Nacht. Der Raum kann nur eine Veranstaltung gleichzeitig ausrichten. Beide Gruppen behaupten, ihre Veranstaltung sei „von zentraler Bedeutung für die Gemeinschaft“. Was tun Sie? - Priorisieren Sie anhand Ihres Leitbilds? - Wählen Sie nach dem Zufallsprinzip? - Wechseln Sie zwischen den beiden Veranstaltungen ab? - Überdenken Sie, wie solche Entscheidungen getroffen werden? Dilemma 4: Überprüfung neuer Mitglieder Ein potenzielles Mitglied möchte der Gemeinschaft beitreten, aber einige Personen sind der Meinung, dass seine Werte (z. B. Arbeit im Bereich Krypto-Mining oder politische Lobbyarbeit) nicht mit denen der Gemeinschaft übereinstimmen. Es gibt keine klare Richtlinie.
Was tun Sie? - Nehmen Sie alle auf und bleiben aufgeschlossen? - Entwickeln Sie eine wertorientierte Prüfungsrichtlinie? - Richten Sie einen Ausschuss zur Überprüfung der Mitglieder ein? Dilemma 5: Burnout an der Basis Ihr Gründungsteam ist erschöpft. Die Verwaltung der Räumlichkeiten, Veranstaltungen und Konflikte ist überwältigend. Es gibt keine formelle Führungs- oder Vergütungsstruktur, aber die Gemeinschaft erwartet Unterstützung. Was tun Sie? - Ernennen Sie bezahlte Manager:innen? - Wechseln Sie sich mit den Verantwortlichkeiten ab? - Schränken Sie das Angebot des CBM ein?
ANHANG II – Hackathon zum Design eines CBM – Entwerfen Sie in 90 Minuten ein kollaboratives Geschäftsmodell
3.10
Zweck: Diese rasante Gruppenherausforderung hilft den Lernenden dabei, den Prozess der Entwicklung eines kollaborativen Geschäftsmodells von Grund auf zu simulieren. Sie spiegelt reale Start-up-Jams wider und ermutigt die Teilnehmer:innen, Kreativität, strategisches Denken und Teamarbeit zu kombinieren – allesamt wesentliche Elemente kollaborativer Geschäftsmodelle.
Durchführungsformat: Offline, online (über Breakout-Räume) oder hybrid
Material-Checkliste:
Lernziele:
- Am Ende der Sitzung werden die Lernenden in der Lage sein:
- die Schlüsselelemente eines kollaborativen Geschäftsmodells (CBM) zu beschreiben
- die Prinzipien der gemeinsamen Gestaltung anzuwenden, um ein Arbeitsmodell mit gemeinsamen Werten zu entwerfen
- zu erkennen, wie Rollen, Werte und Entscheidungen in einem kollaborativen Kontext zusammenwirken
- Teamwork, Zeitmanagement und Pitching-Fähigkeiten anzuwendem
Geschätzte Dauer: 90 Minuten (kann verkürzt oder verlängert werden)ANHANG II – Hackathon zum Design eines CBM – Entwerfen Sie in 90 Minuten ein kollaboratives Geschäftsmodell
3.10
1. Vorbereitung (10 Minuten) Stellen Sie das Konzept der kollaborativen Geschäftsmodelle vor. Zeigen Sie 1–2 kurze Beispiele (z. B. Forwardspace, Working Space Madrid) mithilfe von Folien, Videos oder Schnappschüssen. Kündigen Sie die Herausforderung an: „Ihr Team wird in 60 Minuten ein kollaboratives Unternehmen gründen, das ein reales Problem löst!“ Geben Sie den Teams eine Aufgabenstellung vor (oder lassen Sie sie selbst wählen):
ANHANG II – Hackathon zum Design eines CBM – Entwerfen Sie in 90 Minuten ein kollaboratives Geschäftsmodell
3.10
Kündigen Sie die Herausforderung an: „Ihr Team wird in 90 Minuten ein gemeinschaftliches Unternehmen gründen, das ein echtes Problem löst!“
3. Entwurfsphase (50 Minuten) Die Teams entwerfen ihr CBM mithilfe der bereitgestellten Vorlage. Zu den Kategorien gehören:
Geben Sie den Teams eine Aufgabenstellung vor (oder lassen Sie sie selbst wählen):
- Jugendarbeitslosigkeit
- Kreatives Freelancing
- Grünes Unternehmertum
- Regeneration lokaler Gemeinschaften
- Unterstützung für digitale Nomad:innen
2. Bilden Sie Teams und weisen Sie Rollen zu (5 Minuten) Teilen Sie die Teilnehmer:innen in Gruppen von drei bis fünf Personen ein. Weisen Sie ihnen informelle Rollen zu oder lassen Sie sie diese selbst wählen: 1) Moderator:in, 2) Zeitmesser:in, 3) Präsentator:in, 4) Designer:in, 5) Gemeinschaftsvertreter:inANHANG II – Hackathon zum Design eines CBM – Entwerfen Sie in 90 Minuten ein kollaboratives Geschäftsmodell
3.10
Encourage teams to sketch layouts, add personas, or use storytelling. 4. Präsentation und Austausch (15 Minuten) Jede Gruppe präsentiert ihr CBM in drei bis fünf Minuten vor der gesamten Gruppe oder einer „Jury” aus anderen Teilnehmer:innen. Optional kann ein Bewertungsschema verwendet werden. 5. Reflexion und Feedback (10 Minuten) Leiten Sie eine kurze Nachbesprechung mit Fragen wie:
- Welche Werte haben Ihr CBM geprägt?
- Wie hat Ihr Team Entscheidungen getroffen?
- Was würden Sie beibehalten oder ändern?
Anpassungstipps: Sie haben nur wenig Zeit? Sie können die Übung verkürzen: a. Vorbereitung: Zeigen Sie nur ein Beispielb. Bilden Sie Teams und weisen Sie Rollen zu: Legen Sie die Teams und Rollen im Voraus fest. c. Entwurfsphase: Reduzieren Sie die Anzahl der CBM-Vorlagen-Kategorien auf jene, die für Ihren Inhalt am wichtigsten sind. Bieten Sie vorgefertigte Beispiele an. Beispiel: Sie könnten eine CBM-Vorlage verwenden, in der die meisten Kategorien bereits ausgefüllt sind und nur noch bestimmte Kategorien ergänzt werden müssen. d. Präsentation und Austausch: Begrenzen Sie die Präsentationszeit.
- Online-Format? Verwenden Sie Breakout-Räume, Miro-Boards und gemeinsame Pitch-Decks.
- Für Fortgeschrittene: Fügen Sie Budgetbeschränkungen oder reale Stakeholder-Profile hinzu.
Bezug zur Praxis: Inspiriert von Start-up-Jam-Sessions und CBM-Beschleunigern (z. B. Impact Hub Athens) spiegelt diese Aktivität wider, wie echte CBMs durch gemeinsames Design, schnelle Iteration und Feedback der Gemeinschaft entstehen.ANHANG III – INHALT DES KOLLABORATIVEN BUSINESS MODEL CANVAS
3.11
Sie können entweder ein kollaboratives Business Model Canvas aus dem Internet herunterladen – suchen Sie dazu einfach in Ihrer Suchmaschine danach – oder Sie können versuchen, Ihr eigenes zu erstellen. Folgende Inhalte werden für das Canvas benötigt:
7. Einnahmen- und Finanzierungsmodell: Wie wird Ihr Raum finanziert oder finanziell getragen? (z. B. durch Mitgliedschaften, öffentliche Zuschüsse, Projektgebühren) 8. Partnerschaften und Ökosystem: Wer unterstützt das CBM oder steht mit ihm in Verbindung? Welche Institutionen, Netzwerke oder Partner sind miteinander verbunden? 9. Kommunikation und Engagement: Wie binden Sie Ihre Mitglieder ein? Wie werden Rückmeldungen gesammelt und umgesetzt? 10. Raum und Infrastruktur: Beschreiben Sie Ihren physischen oder digitalen Arbeitsbereich. Was ist erforderlich, um ihn inklusiv, funktional und inspirierend zu gestalten?
1. Zielgruppe/Gemeinschaft: Für wen ist dieses CBM gedacht? Welche spezifischen Gruppen oder Personen profitieren davon? Was sind ihre Bedürfnisse, Ziele oder Herausforderungen? 2. Gemeinsame Werte: Welchen Wert bietet das CBM den Mitgliedern? Welche Auswirkungen hat es in sozialer, beruflicher oder wirtschaftlicher Hinsicht? 3. Zentrale Dienstleistungen und gemeinsame Ressourcen: Was können die Mitglieder nutzen, worauf haben sie Zugriff oder was gestalten sie gemeinsam? (z. B. Tools, Mentoring, Veranstaltungen, Räume) 4. Governance und Entscheidungsfindung: Wie werden Entscheidungen getroffen? Was ist an Ihrem Modell demokratisch oder partizipativ? 5. Gemeinschaft und Kultur: Welche Werte prägen Ihren Raum? Welche Rituale, Normen oder Verhaltenskodizes unterstützen diese Kultur? 6. Lernen und Entwicklung: Wie unterstützt das CBM das Lernen, Wachstum oder die Weiterqualifizierung? (formell oder informell)
ANHANG IV – UNTERRICHTSPLAN: Von der Idee zur Auswirkung: Entwurf kollaborativer Geschäftsmodelle
3.12
Ziel: Die Lernenden verstehen, erforschen und gestalten gemeinsam kollaborative Geschäftsmodelle. Dauer: 3–4 Stunden (kann in zwei Einheiten aufgeteilt werden) Methoden: Eisbrecher, Mini-Vortrag, Galeriebesuch, gemeinsames Design, Pitching, Reflexion Benötigte Materialien: CBM-Vorlage, Flipcharts oder Miro-Board, Marker, Haftnotizen, Beispielposter, Projektor/Folien, optional Rollenkarten
Zeit
Titel
Aktivität/Anleitung/Materialien
Ziel
Vorstellung der Ziele der Einheit: „Heute werden wir untersuchen, was echte Zusammenarbeit ausmacht, und unsere eigenen CBMs entwerfen.“ Material: Folie mit Tagesplan, mündliche Erklärungena,
Begrüßung und Orientierung
10 min
Einführung
Definition von CBMs und ihren Prinzipien (Partizipation, gemeinsame Werte, Flexibilität). Präsentation von zwei bis drei kurzen Fallbeispielen (z. B. Impact Hub, Forwardspace). Material: Folien, kurzes Video, Diskussionsimpuls
Einführung in Schlüsselbegriffe und gemeinsame Werte
20 min
Was ist ein CBM?
Gruppen-Brainstorming: „Was brauche ich, um gut zu arbeiten?“ → „Was braucht mein Team?“ → „Was braucht die Welt?“ Material: Haftnotizen oder digitales Whiteboard (z. B. Miro)
Lernende mit den Werten von CBMs vertraut machen
15 min
Ich, wir, die Welt
Die Tabelle wird auf der nächsten Seite fortgesetzt.
ANHANG IV – UNTERRICHTSPLAN: Von der Idee zur Auswirkung: Entwurf kollaborativer Geschäftsmodelle
3.12
Aktivität/ Anleitung/ Materialien Nachbesprechung in Zweier- oder mit der gesamten Gruppe
Zeit
Titel
Ziel
Teams von drei bis fünf Personen füllen das CBM-Canvas aus: - Für wen ist es gedacht? - Welche gemeinsamen Werte werden geschaffen? - Welche Dienstleistungen, Strukturen und Räumlichkeiten sind damit verbunden? Der:Die Moderator:in unterstützt die Reflexion und Zusammenarbeit. Material: CBM-Vorlage
Anwendung des Wissens durch gemeinsame Gestaltung
90 min
CBM-Design-Herausforderung
Jede Gruppe präsentiert ihr CBM vor den anderen Teilnehmer:innen oder einer „Gemeinschafts-Jury”. Die anderen geben Feedback (z. B. „Klar? Kooperativ? Kreativ?”). Material: Feedback-Bogen
Kommunikation und Analyse üben
30–45 min
Pitch & Peer-Feedback
Gruppenbesprechung: Was war am schwierigsten? Auf welche Werte hat sich Ihr Team konzentriert? Was hat Sie überrascht? Individuelle Erkenntnis: „Eine Sache, die ich von heute mitnehmen werde ...” Material (optional): Papier oder virtuelle Tafel wie Miro.
Bewertung des Prozesses und Vertiefung des Gelernten
Reflexion und Abschluss
30 min
Flexible Arbeitsmethoden und innovative neue Arbeitsumgebungen
Dieses Kapitel befasst sich mit flexiblen Arbeitsmethoden und innovativen neuen Arbeitsumgebungen im Rahmen des RE-WORK-Projekts. Basierend auf den Erkenntnissen aus AP2 (Kompetenz-Roadmap, Leitfaden für bewährte Methoden) und AP3.1 (Co-Design-Labs) soll es Ausbilder:innen in der beruflichen Aus- und Weiterbildung dabei unterstützen, junge Berufstätige auf dynamische, selbstverwaltete und gerechte Arbeitsumgebungen vorzubereiten.
Lernziele: ✅ Verständnis der wichtigsten flexiblen Arbeitsmodelle und ihrer praktischen Anwendung ✅ Identifizierung der Vorteile und Risiken flexibler Arbeitsumgebungen ✅ Untersuchung der Weiterentwicklung physischer und digitaler Arbeitsbereiche ✅ Praxis der inklusiven Planung für hybride und Remote-Teams
Von der „Great Resignation“ zur flexiblen Arbeit
4.1
Als Ausbilder:in haben Sie vermutlich bemerkt, dass sich die Arbeitswelt im Wandel befindet. Dieser Wandel vollzieht sich oft still, aber in großem Umfang. Er wird nicht allein durch neue Technologien vorangetrieben, sondern auch durch Menschen, insbesondere jüngere Generationen, die hinterfragen, wie, wo und warum sie arbeiten. Nachdem die Pandemie die Entwicklung hin zur Remote-Arbeit beschleunigt und die Fragilität traditioneller Strukturen offenbart hatte, äußerten immer mehr Berufstätige Gefühle der Entfremdung, Erschöpfung und Frustration. Sie waren nicht mehr bereit, unflexible Arbeitszeiten, Mikromanagement oder ein Arbeitsumfeld zu akzeptieren, in dem ihr Wohlbefinden keine Rolle spielte. Für viele war dies der Beginn eines tiefgreifenden Wandels, einer Neudefinition dessen, wie Arbeit aussehen und sich anfühlen sollte. Zwei Bewegungen sind zu Symbolen dieses Wandels geworden. Im Rahmen der ersten Bewegung, die weithin als „Great Resignation“ (dt. ca. „große Kündigung“) bekannt ist,
kündigten Menschen freiwillig ihren Arbeitsplatz, nicht weil es an Arbeit mangelte, sondern wegen der Qualität des Arbeitsumfelds. Die zweite Bewegung, bezeichnet als „Quiet Quitting“ (dt. ca. „stille Kündigung“), war dagegen weniger sichtbar: Die Betroffenen blieben in ihrem Job, zogen sich jedoch aus der Kultur der Arbeitsüberlastung zurück und konzentrierten sich nur noch auf das Nötigste. Beide Reaktionen spiegeln den gemeinsamen Wunsch nach Autonomie, Ausgewogenheit und einer gesünderen Beziehung zur Arbeit wider. Diese Entscheidungen sind nicht nur persönlicher Natur. Sie verändern auch die Erwartungen an Arbeitsplätze und Ausbildungssysteme. Was einst als „alternativ“ galt, wie flexible Arbeitszeiten, hybride Teams oder das Arbeiten außerhalb des Büros, wird nun zur Norm. Für Anbieter beruflicher Aus- und Weiterbildung stellt dieser Wandel sowohl eine Herausforderung als auch eine Chance dar. Einerseits bereiten traditionelle Berufsbildungswege die Lernenden oft auf feste Routinen, stabile Verträge und vorhersehbare Arbeitsplätze vor.
Von der „Great Resignation“ zur flexiblen Arbeit
4.1
Andererseits treten die Lernenden von heute in eine Welt ein, die Anpassungsfähigkeit, Unabhängigkeit und digitale Kompetenz erfordert. Um relevant zu bleiben, müssen Ausbildungsumgebungen die Flexibilität und Fluidität widerspiegeln, die Lernende zunehmend schätzen und von denen erwartet wird, dass sie sich darin zurechtfinden. Das Ziel dieses Moduls ist es, zu untersuchen, was flexible Arbeitsmethoden und innovative Arbeitsumgebungen wirklich bedeuten und wie Lehrkräfte diese Ideen in ihren Unterricht einbringen können, um die Lernenden auf eine reaktionsschnellere, resilientere Arbeitswelt vorzubereiten.
Tipp für Ausbilder:innen:Fragen Sie die Lernenden:
Tipp
„Haben Sie jemals an einem Ort gearbeitet oder gelernt, der Ihnen zu starr oder zu chaotisch vorkam? Was hat zu diesem Eindruck geführt?“
Nutzen Sie diese Fragen, um ein Gespräch über Struktur, Autonomie und die sich wandelnden Erwartungen an die moderne Arbeitswelt anzustoßen.
Wie sieht Flexibilität aus? Zentrale Modelle und Methoden
4.2
Flexibilität am Arbeitsplatz ist kein einheitliches Konzept, sondern umfasst eine breite Palette von Regelungen, die Arbeitnehmer:innen mehr Kontrolle darüber geben, wann, wo und wie sie arbeiten. Für jüngere Berufstätige bedeutet Flexibilität oft den Unterschied zwischen dem Gefühl, eingebunden zu sein, und dem Gefühl, gefangen zu sein. Wenn sie durchdacht umgesetzt wird, kann mehr Flexibilität zu einer Verbesserung der psychischen Gesundheit, einem stärkeren Gefühl der Sinnhaftigkeit und erhöhter Produktivität führen. Es gibt kein universelles Modell. Flexibilität nimmt je nach Beruf, Branche und Länderkontext unterschiedliche Formen an. In diesem Kapitel werden einige der relevantesten neuartigen Modelle vorgestellt, wobei besonders darauf geachtet wird, wie diese das Verhalten und die Erwartungen von Berufstätigen beeinflussen. Eine der häufigsten Formen der Flexibilität betrifft die Arbeitszeiten. Anstelle eines festen Tagesablaufs arbeiten viele Unternehmen und Freiberufler:innen mit Systemen wie:
- Gleitzeit: Die Mitarbeiter:innen wählen ihre Arbeitsbeginn- und -endzeiten innerhalb eines festgelegten Zeitraums (z. B. zwischen 7:00 und 10:00 Uhr Arbeitsbeginn und 15:00 und 18:00 Uhr Arbeitsende).
- Komprimierte Arbeitswochen: Die Vollzeitstunden werden an weniger Tagen abgeleistet, z. B. vier 10-Stunden-Tage statt fünf 8-Stunden-Tage.
- Results-Only Work Environment (ROWE – dt. ca. „ergebnisorientierte Arbeitsumgebung“): Der Fokus liegt auf dem Ergebnis statt auf den Arbeitsstunden, sodass die Mitarbeiter:innen ihre Arbeitszeiten vollständig selbst festlegen können.
Diese Modelle reagieren direkt auf die im RE-WORK-Kompetenzbericht identifizierten Qualifikationslücken, insbesondere in den Bereichen Zeitmanagement, Eigeninitiative und digitale Autonomie. Die Integration dieser Modelle in den Berufsbildungskontext hilft den Lernenden dabei, übertragbare, zukunftssichere Kompetenzen zu entwickeln. Sie erfordern von den Lernenden die Entwicklung eines ausgeprägten Zeitmanagements und Selbstdisziplin – Kompetenzen, die Sie ihnen durch kleine Projektaufgaben oder selbstverwaltete Herausforderungen vermitteln können.Wie sieht Flexibilität aus? Zentrale Modelle und Methoden
4.2
Seit dem Jahr 2020 wird Arbeit im Homeoffice zunehmend akzeptiert. Allerdings ist die Arbeit von zuhause aus nur ein Teil des Gesamtbildes:
- Remote-Arbeit: Wird vollständig außerhalb eines traditionellen Büros ausgeführt, häufig von zuhause oder von Coworking-Spaces aus.
- Hybride Arbeit: Eine Kombination aus Büro- und Remote-Arbeit mit festen oder flexiblen Mustern (z. B. zwei Tage im Büro, drei Tage remote).
- Work from Anywhere: Ermöglicht es Mitarbeiter:innen, von jedem beliebigen Ort aus zu arbeiten – auch länderübergreifend –, sofern die Konnektivität und die Arbeitsergebnisse gewährleistet sind.
Diese Ansätze fördern die geografische Mobilität und helfen Unternehmen dabei, Talente von außerhalb ihrer unmittelbaren Region anzuwerben, werfen jedoch auch neue Fragen hinsichtlich des Teamzusammenhalts, der rechtlichen Rahmenbedingungen und der digitalen Infrastruktur auf.Flexibilität kann auch die Art und Weise beeinflussen, wie Arbeit ausgeführt und verwaltet wird:
In einigen Unternehmen sind die Rollen so strukturiert, dass eine Aufteilung oder Verlagerung von Verantwortlichkeiten möglich ist:
- Jobsharing: Zwei Personen teilen sich eine Vollzeitstelle und somit die Arbeitszeit, Aufgaben und Verantwortlichkeiten.
- Teilzeit- und projektbezogene Stellen: Berufstätige arbeiten weniger Stunden oder werden für bestimmte Aufgaben oder Zeiträume eingestellt, oft im Rahmen von freiberuflichen Verträgen.
Diese Modelle sind besonders relevant für Menschen, die Arbeit mit Betreuungsaufgaben, Studium oder gesundheitlichen Bedürfnissen vereinbaren müssen.Wie sieht Flexibilität aus? Zentrale Modelle und Methoden
4.2
Flexible Regelungen bieten zwar viele Vorteile, erfordern aber auch:
- Ein hohes Maß an Selbstorganisation
- Die Fähigkeit, Grenzen zwischen Privat- und Berufsleben zu managen
- Ausgeprägte digitale Kommunikationsfähigkeiten
- Klarheit bei der Zielsetzung und Verantwortlichkeit
In diesem Sinne bedeutet Flexibilität nicht das Fehlen von Strukturen, sondern die Verlagerung der Verantwortung von Arbeitgeber:in zu Arbeitnehmer:in oder von Führungskraft zu Team.Tipp
Tipp für Ausbilder:innenBitten Sie die Teilnehmer:innen, anzugeben, welche dieser Modelle sie direkt oder indirekt erlebt haben.
Was hat gut funktioniert? Was haben sie als schwierig empfunden?
Dies kann zu einer tiefergehenden Diskussion über Bereitschaft und Präferenzen in Bezug auf flexibles Arbeiten führen.
Den Arbeitsplatz neu denken
4.3
Früher bedeutete „zur Arbeit gehen“, an einem festen Ort anzukommen, dort für eine bestimmte Anzahl von Stunden zu arbeiten und dann wieder zu gehen. Für immer mehr Berufstätige gilt dieses Modell jedoch nicht mehr. Die Arbeit ist verteilter, dynamischer und flexibler geworden, und die Räume, in denen sie stattfindet, entwickeln sich entsprechend weiter. Diese Veränderung wirkt sich nicht nur darauf aus, wo gearbeitet wird, sondern auch darauf, wie Arbeitsplätze gestaltet sind, wie Teams interagieren und welche Umgebungen Produktivität und Wohlbefinden fördern. Bei der Neugestaltung des Arbeitsplatzes geht es darum, sich von Einheitslösungen zu verabschieden und stattdessen Umgebungen zu schaffen, die auf unterschiedliche Rollen, Bedürfnisse und Persönlichkeiten eingehen. Denken Sie über Schreibtische und Besprechungsräume hinaus. Moderne Arbeitsplätze umfassen heute flexible Bereiche für Konzentration, Kreativität, Erholung und Vernetzung. Diese Idee können Sie als Inspiration für die Gestaltung von Klassenzimmern oder Reflexionsgespräche nutzen. Unternehmen investieren in Umgebungen, die Flexibilität, Komfort und ein Gefühl der Zugehörigkeit bieten.
Den Arbeitsplatz neu denken
4.3
Zu den wichtigsten Merkmalen gehören:- Zonenlayouts: Bereiche für intensive Konzentration, informelle Zusammenarbeit, ruhige Reflexion und soziale Interaktion
- Hot Desking und geteilte Arbeitsplätze: Die Mitarbeiter:innen wählen ihren Arbeitsplatz je nach ihren täglichen Aufgaben
- Modulare Möbel: Bewegliche Schreibtische und Wände ermöglichen eine schnelle Neukonfiguration der Räume
- Biophiles Design: Einbeziehung von natürlichem Licht, Pflanzen und organischen Materialien zur Verbesserung der Stimmung und Konzentration
- Wohlfühlbereiche: Bereiche, die der Erholung, Achtsamkeit oder Bewegung gewidmet sind (z. B. Schlafplätze, Yoga-Ecken)
Darüber hinaus überdenken viele Arbeitgeber:innen den Standort völlig neu, indem sie den Zugang zu Coworking-Zentren, Gemeinschaftsarbeitsplätzen oder Satellitenbüros in der Nähe des Wohnortes ihrer Mitarbeiter:innen unterstützen. Lass uns loslegen!
Den Arbeitsplatz neu denken
4.3
Für Remote- oder Hybrid-Teams befindet sich der Arbeitsplatz häufig online. Ein gut gestalteter digitaler Arbeitsbereich kombiniert mehrere Tools, die die Zusammenarbeit in der realen Welt nachbilden – und oft sogar verbessern. Zu den Kernkomponenten gehören:
Zu den wichtigsten Elementen einer flexiblen Arbeitskultur gehören:
- Vertrauen in die Fähigkeit der Mitarbeiter:innen, sich ihre Zeit selbst einzuteilen
- Vertrauen in die Fähigkeit der Mitarbeiter:innen, sich ihre Zeit selbst einzuteilen
- Förderung eines offenen Dialogs über Arbeitsbelastung und Wohlbefinden
- Respekt für unterschiedliche Arbeitsstile und -rhythmen
Ein Arbeitsplatz, der diese Werte unterstützt, kann sich leichter an Veränderungen anpassen und seinen Mitarbeiter:innen helfen, sich darin zu entfalten.Den Arbeitsplatz neu denken
4.3
Die Neugestaltung des Arbeitsplatzes bedeutet, Umgebungen zu schaffen, die für vielfältige Körper, Köpfe und Umstände geeignet sind. Dazu gehören:
- Barrierefreiheit: Rampen, Screenreader, regulierbare Beleuchtung und Videokonferenzen mit Untertiteln
- Neurodiversitätsfreundliches Design: Reizarme Bereiche, flexible Sitzgelegenheiten, regulierbare Beleuchtung und Lautstärke
- Unterstützung für Menschen mit Betreuungsaufgaben: Kinderbetreuung vor Ort, flexible Arbeitszeiten, Remote-Optionen
- Merkmale zur Förderung des Gemeinschaftsgefühls: Gemeinsame Mahlzeiten, offene Veranstaltungen oder Räume für Peer-Mentoring
Wenn physische oder digitale Räume nicht mit Blick auf Inklusion gestaltet werden, werden sie schnell zu einem Hindernis statt zu einer Hilfe. Deshalb muss Flexibilität immer mit Gleichstellung einhergehen.Tipp
Tipp für Ausbilder:innen: Bitten Sie die Lernenden, die räumliche Anordnung, die verfügbaren Tools, die geltenden Regeln und die allgemeine Atmosphäre zu berücksichtigen. Vergleichen Sie anschließend ihre Entwürfe und untersuchen Sie, welche Prinzipien sie gemeinsam haben und worin sie sich unterscheiden.
4.4
Vorteile und Risiken flexibler Arbeit
Flexible Arbeitsmethoden werden oft als Win-Win-Lösung dargestellt, die eine bessere Work-Life-Balance für Einzelpersonen und eine höhere Effizienz für Unternehmen bietet. Diese Vorteile bestehen zwar tatsächlich, doch bringt Flexibilität auch Herausforderungen mit sich, die auf den ersten Blick nicht immer erkennbar sind. Für Berufsbildungslernende und Berufstätige ist es wichtig, beide Seiten zu verstehen, um sich auf die Komplexität des modernen Arbeitslebens vorzubereiten. Diese duale Perspektive spiegelte sich auch in den Co-Design-Labs von AP3.1 wider, in denen die Ausbilder:innen darauf hinwiesen, wie wichtig es ist, den Lernenden beizubringen, mit Herausforderungen der Remote-Arbeit wie Isolation, unklaren Erwartungen und digitaler Müdigkeit umzugehen.
Flexibles Arbeiten bietet zahlreiche Vorteile, die sowohl das persönliche als auch das berufliche Wohlbefinden verbessern können. Zu den am häufigsten genannten Vorteilen gehören:
4.4
Vorteile und Risiken flexibler Arbeit
Trotz der positiven Aspekte ist Flexibilität nicht automatisch von Vorteil – und kann, wenn sie nicht richtig gehandhabt wird, neue Formen von Druck oder Ungleichheit schaffen. Zu den wichtigsten Bedenken gehören:
4.4
Vorteile und Risiken flexibler Arbeit
Ob Flexibilität als Vorteil oder als Belastung empfunden wird, hängt oft vom Kontext ab:
Diese Fragen verdeutlichen, warum Flexibilität nicht als Abkürzung oder als Trend eingeführt werden sollte, sondern als Teil einer breiter angelegten Kultur des Vertrauens, der Kommunikation und des Wohlbefindens.
Tipp
Tipp für Ausbilder:innen: Bitten Sie die Lernenden, eine persönliche SWOT-Analyse (Strengths - Stärken, Weaknesses - Schwächen, Opportunities - Chancen, Threats - Risiken) zu ihren Erfahrungen oder Erwartungen in Bezug auf flexibles Arbeiten durchzuführen. Moderieren Sie anschließend eine Diskussion darüber, wie Risiken reduziert und Vorteile maximiert werden können – sowohl individuell als auch kollektiv.
Fähigkeiten für ein erfolgreiches Arbeiten in flexiblen und hybriden Kontexten
4.5
Flexible und hybride Arbeitsmodelle bieten viele Möglichkeiten, verändern aber auch die Bedeutung von „Arbeitsbereitschaft“. Es reicht nicht mehr aus, Anweisungen zu befolgen oder eine Aufgabe auszuführen. Arbeitnehmer:innen müssen nun mit Komplexität umgehen, selbstständig arbeiten und die Kommunikation aufrechterhalten, ohne physisch anwesend zu sein. Dieser Wandel erfordert sowohl neue technische als auch zwischenmenschliche Fähigkeiten, die den Erfolg in unabhängigeren, digital gestützten Umgebungen unterstützen. Diese Fähigkeiten sind besonders wichtig für junge Berufstätige, von denen viele ihre Karriere in Teams oder Positionen beginnen werden, die außerhalb traditioneller Strukturen arbeiten. Wenn Zeit und Ort nicht vorgegeben sind, ist die Fähigkeit, organisiert zu bleiben, unerlässlich.
Dazu gehört:
- die Planung und Priorisierung von Aufgaben ohne direkte Aufsicht
- die Festlegung und Einhaltung persönlicher Arbeitszeiten und Grenzen
- die Überwachung von Fortschritten und die Einhaltung von Verpflichtungen
Flexible und hybride Arbeitsmodelle bieten viele Möglichkeiten, aber es geht nicht nur um den Einsatz von Tools – es geht darum, eine digitale Präsenz aufzubauen und Verbindungen über Entfernungen hinweg aufrechtzuerhalten.Fähigkeiten für ein erfolgreiches Arbeiten in flexiblen und hybriden Kontexten
4.5
Viele Herausforderungen der flexiblen Arbeit entstehen nicht durch mangelnde Motivation, sondern durch unklare Routinen. Es ist daher eine Kernkompetenz, Lernenden dabei zu helfen, Routinen zu entwickeln, die für sie funktionieren, und zu lernen, diese anzupassen. In hybriden und Remote-Umgebungen findet ein Großteil der Interaktion über Text, Video oder asynchrone Nachrichten statt. Arbeitnehmer:innen müssen:
Fähigkeiten für ein erfolgreiches Arbeiten in flexiblen und hybriden Kontexten
4.5
Die Zusammenarbeit in flexiblen Teams hängt von mehr ab als nur von Tools. Mitarbeiter:innen müssen in der Lage sein:
- die Bedürfnisse und Stimmungen anderer zu erkennen und darauf zu reagieren
- Empathie in der Kommunikation zu praktizieren
- proaktiv Hilfe anzubieten oder um Hilfe zu bitten
- mit kulturellen und generationsbedingten Unterschieden innerhalb von Teams umzugehen
Flexibles Arbeiten kann Distanz schaffen, weshalb es entscheidend ist, aktiv den Kontakt und die klare Kommunikation aufrechtzuerhalten – insbesondere, da es leichter zu Missverständnissen kommen kann.Ohne ständige Aufsicht wird von den Mitarbeiter:innen oft erwartet, dass sie kleinere Probleme selbst lösen und bei Planänderungen nach Lösungen suchen. Dazu gehört:
Fähigkeiten für ein erfolgreiches Arbeiten in flexiblen und hybriden Kontexten
4.5
Diese Verhaltensweisen zeugen von Anpassungsfähigkeit – einer der wertvollsten Eigenschaften in einem sich schnell verändernden Arbeitsumfeld. In flexiblen Umgebungen sind Ergebnisse wichtiger als Sichtbarkeit. Mitarbeiter:innen, die Vertrauen zu ihren Teams und Kund:innen aufbauen, tendieren dazu:
Tipp
Tipp für Ausbilder:innen: Teilen Sie die Lernenden in kleine „Remote-Teams“ ein und geben Sie ihnen eine kurze Aufgabe (z. B. Erstellung eines kurzen Pitches, Plans oder einer Infografik). Sie sollen diese Aufgabe ausschließlich mit digitalen Tools (Chat, gemeinsame Dokumente, Videoanrufe) und ohne persönliche Kommunikation erledigen. Nach der Aufgabe findet eine Nachbesprechung in der Gruppe statt: Was hat gut funktioniert? Was war schwierig? Welche Fähigkeiten waren am nützlichsten?
Inklusive und gerechte flexible Arbeit
4.6
Wenn flexible Arbeitsbedingungen jedoch nicht mit den richtigen Unterstützungsstrukturen einhergehen, kommen die Vorteile möglicherweise nur denen zugute, die folgende Voraussetzungen erfüllen:
- Eine starke Internetverbindung und digitale Geräte
- Einen ruhigen und geeigneten Arbeitsplatz zu Hause
- Vorkenntnisse im Umgang mit digitaler Kommunikation
- Selbstvertrauen in Bezug auf Selbstmanagement
Diese Voraussetzungen sind nicht gleich verteilt, daher muss die Gleichstellung aktiv gestaltet werdenIn der Theorie kommt flexible Arbeit einer Vielzahl von Menschen zugute:
Inklusive und gerechte flexible Arbeit
4.6
Zu den häufigsten Herausforderungen für eine gerechte Partizipation gehören:
Inklusive und gerechte flexible Arbeit
4.6
Um flexibles Arbeiten inklusiver zu gestalten, sollten Unternehmen und Lehrkräfte folgende Punkte berücksichtigen:
4.7
3.5
Vermittlung von Flexibilität in der Berufsbildung
Lehrkräfte können:
- Den Lernenden Wahlmöglichkeiten bei der Erledigung ihrer Aufgaben bieten (z. B. schriftliche, visuelle oder Audioformate)
- Gegebenenfalls flexible Fristen zulassen, um das Aufgabenmanagement im realen Leben widerzuspiegeln
- Asynchrone Zusammenarbeit fördern (z. B. gemeinsame Dokumente oder Foren)
- Projektbasiertes Lernen konzipieren, das flexible, teamorientierte Arbeitsumgebungen nachahmt
- Zeiträume für Selbstreflexion und Feedback-Schleifen einbauen
Diese Strategien tragen dazu bei, ebenjene Selbstmanagement-, Kommunikations- und Autonomiekompetenzen zu entwickeln, die in flexiblen Arbeitsumgebungen erforderlich sind.Die berufliche Aus- und Weiterbildung spielt eine entscheidende Rolle, da sie nicht nur das Wissen der Lernenden beeinflusst, sondern auch ihre Einstellung zur Arbeit prägt. Da Flexibilität in modernen Berufen immer mehr an Bedeutung gewinnt, reicht es nicht mehr aus, dass Lernende lediglich von der Existenz flexibler Arbeitsmodelle wissen; sie müssen Flexibilität während ihrer Ausbildung auch erleben und praktizieren. Das bedeutet, dass Berufsbildungsprogramme flexibles Denken nicht nur in ihre Inhalte, sondern auch in ihre Lehransätze integrieren müssen. Dadurch werden die Lernenden auf dynamische Arbeitsplätze vorbereitet, in denen Anpassungsfähigkeit, Eigeninitiative und kontextübergreifende Zusammenarbeit unerlässlich sind. Keine Sorge: Flexibilität zu integrieren bedeutet nicht, auf Struktur zu verzichten. Es bedeutet, den Lernenden innerhalb dieser Struktur mehr Auswahlmöglichkeiten und Handlungsfreiheit zu geben. Sie können klein anfangen, indem Sie die Lernenden beispielsweise selbst entscheiden lassen, wie sie eine Aufgabe einreichen möchten: als Video, schriftlich oder visuell.
Vermittlung von Flexibilität in der Berufsbildung
4.7
3.5
Traditional classroom models often position the educator as the sole source of instruction. Flexible thinking requires a shift toward shared responsibility and dynamic roles, such as:
- Lernende, die als Projektleiter:innen oder Peer-Mentor:innen fungieren
- Gemeinsames Erstellen von Regeln oder Zeitplänen mit den Lernenden für Gruppenaufgaben
- Rotation der Teammitglieder, um verschiedene Kooperationsstile nachzuahmen
- Förderung des selbstbestimmten Lernens für Teile des Lehrplans
Dieser Ansatz fördert das Verantwortungsbewusstsein und ermutigt die Lernenden, Verantwortung für ihre eigenen Ergebnisse zu übernehmen – eine wichtige Mentalität in hybriden und Remote-Arbeitskulturen.Um flexibles Arbeitsverhalten zu normalisieren, können Lehrkräfte:
4.7
3.5
Vermittlung von Flexibilität in der Berufsbildung
Die Sichtbarmachung der Vorteile wie auch der Grenzen von Flexibilität hilft den Lernenden, realistische Erwartungen und praktische Strategien zu entwickeln. Die Einbettung von Flexibilität ist zwar wertvoll, aber nicht immer einfach. Berufsbildungsanbieter können mit folgenden Herausforderungen konfrontiert sein:
- Feste Finanzierungs- oder politische Rahmenbedingungen, die Innovationen im Lehrplan einschränken
- Starre Stundenpläne, die an die Verfügbarkeit von physischen Unterrichtsräumen gebunden sind
- Ungleicher Zugang zu digitalen Tools für Lehrkräfte und Lernende
- Begrenzte Fortbildungsmöglichkeiten für Lehrkräfte zu flexiblen oder hybriden Unterrichtsmethoden
Das Erkennen dieser Hindernisse ermöglicht es Institutionen, sich für Veränderungen einzusetzen und in die Personalentwicklung, Infrastruktur und pädagogische Unterstützung zu investieren.Tipp
Tipp für Ausbilder:innen: Bitten Sie die Lernenden, eine ihrer vergangenen Lernerfahrungen zu reflektieren und sie als „flexible Aufgabe“ neu zu gestalten. Was hätte remote durchgeführt werden können? Welche Optionen hätten ergänzt werden können? Wie könnten die Ergebnisse gemessen werden? Nutzen Sie dies als Gesprächseinstieg für die Anpassung des Lernens an zukünftige Arbeitsplätze.
Fallstudien: Praxisbeispiele für flexible Arbeitsumgebungen
4.8
3.5
Um flexibles Arbeiten zu verstehen, reicht Theorie allein nicht aus. Beispiele aus der Praxis helfen Lernenden und Ausbilder:innen zu erkennen, wie Flexibilität in realen Arbeitsumgebungen angewendet wird, wie sie unterschiedliche Bedürfnisse unterstützt und wo sie möglicherweise zu kurz greift. Die folgenden vier Fallstudien zeigen, wie verschiedene Organisationen in ganz Europa Flexibilität als Antwort auf die sich wandelnden Erwartungen der Arbeitnehmer:innen eingeführt haben. Jeder Fall bietet Erkenntnisse über die Vorteile, Herausforderungen und Bedingungen, die effektive Strategien für flexibles Arbeiten prägen. Diese Beispiele zeigen, dass flexible Arbeit keine Einheitslösung ist. Sie kann je nach Zielen, Ressourcen und beteiligten Personen unterschiedliche Formen annehmen. Ob Telearbeit, Coworking oder reduzierte Arbeitszeiten – der Schlüssel zu erfolgreicher Flexibilität liegt in klaren Erwartungen, inklusiven Praktiken und kontinuierlicher Kommunikation.
Fallstudie 3: Britischer Technologiesektor – Pilotprojekt der 4-Day Week Foundation
Fallstudie 1: Portugal – Telearbeit nach COVID-19 neu denken
Fallstudie 2: Estland – Coworking als Reaktion der Gemeinschaft
Link zur Studie
Link zur Studie
Link zur Studie
ANHANG I – Übung 1: Entwurf eines fairen und flexiblen Arbeitsplans
4.9
Zweck: Diese Aufgabe ermöglicht es den Lernenden, die Komplexität der Schaffung flexibler Arbeitsvereinbarungen in einem Teamumfeld in der Praxis zu erkunden. Der Schwerpunkt liegt auf Empathie, Verhandlungsgeschick und dem Verständnis für unterschiedliche Bedürfnisse. Lernziele:
- Die Lernenden wenden Schlüsselkonzepte wie Flexibilität, Gerechtigkeit und Inklusion an.
- Die Lernenden lernen, individuelle und organisatorische Bedürfnisse in Einklang zu bringen.
- Die Lernenden üben Kommunikation, Entscheidungsfindung und Kompromissbereitschaft.
Dauer: 60 Minuten Format: Persönlich oder onlineMaterialcheckliste:
Die Anleitung wird auf der nächsten Seite fortgesetzt.
ANHANG I – Übung 1: Entwurf eines fairen und flexiblen Arbeitsplans
4.9
Schritt-für-Schritt-Anleitung: 1. Einführung und Szenario-Vorbereitung (10 Min.): Stellen Sie das Unternehmensszenario vor: Ein kleines Unternehmen möchte ein flexibleres Arbeitsmodell einführen. Die Lernenden werden als „Flexibilitäts-Taskforce“ eingesetzt, die für die Entwicklung eines Plans verantwortlich ist. Verteilen Sie die fiktiven Teamprofile – z. B. einen Alleinerziehenden, eine neurodivergente Designerin, einen Freiberufler aus einer ländlichen Gegend, eine frischgebackene Hochschulabsolventin ohne Homeoffice-Ausstattung. 2. Gruppendiskussion – Entwurfsphase (30 Min.): Die Teams arbeiten gemeinsam an einem flexiblen Arbeitsplan, der sowohl den Unternehmenszielen als auch den individuellen Bedürfnissen gerecht wird. Sie müssen:
3. Präsentation und gegenseitige Bewertung (10 Min.): Jede Gruppe präsentiert ihren Plan vor der gesamten Lerngruppe. Andere Teams stellen Fragen oder geben Feedback: Was ist fair? Was funktioniert möglicherweise nicht? 4. Reflexion (15 Min.): Der:Die Moderator:in leitet eine Gruppendiskussion:
- Was war bei der Erstellung eines fairen Plans einfach oder schwierig?
- Wurden bestimmte Bedürfnisse gegenüber anderen priorisiert?
- Wie hat Ihr Team Flexibilität und Struktur in Einklang gebracht?
5. Optionale Ergänzungen:ANHANG II – Übung 2: Rollenspiel-Simulation – Konfliktmanagement in einem flexiblen Team
4.9
Diese Aktivität gibt den Lernenden die Möglichkeit zu erkunden, wie flexible Arbeitsumgebungen zu Spannungen führen können – und wie diese Spannungen durch Kommunikation, Empathie und strukturierte Entscheidungsfindung bewältigt werden können. Sie ergänzt die Kapitel 3 (Den Arbeitsplatz neu denken), 6 (Inklusive und gerechte flexible Arbeit) und 7 (Vermittlung von Flexibilität in der Berufsbildung). Zweck: Simulation der zwischenmenschlichen und organisatorischen Herausforderungen, die entstehen, wenn unterschiedliche Erwartungen an Flexibilität aufeinanderprallen – und Üben der gemeinsamen Auflösung dieser Spannungen. Lernziele:
Dauer: 60 Minuten Durchführungsformat: Offline oder online. Kleine Gruppen (drei bis fünf Lernende) mit einem:einer Moderator:in oder Ausbilder:in. Kann für den Einsatz im Klassenzimmer oder in Workshops angepasst werden. Materialcheckliste:
Die Anleitung wird auf der nächsten Seite fortgesetzt.
ANHANG II – Übung 2: Rollenspiel-Simulation – Konfliktmanagement in einem flexiblen Team
4.9
Schritt-für-Schritt-Anleitung: 1. Einführung und Gruppenaufteilung (10 Min.): Teilen Sie die Lernenden in kleine Gruppen ein. Jede Gruppe erhält ein Konfliktszenario (siehe unten). Verteilen Sie die Rollen innerhalb jeder Gruppe: Alle Teilnehmer:innen schlüpfen in die Rollen der an der Situation beteiligten Personen. 2. Rollenspiel-Diskussion (25 Min.): Die Gruppen spielen die Situation in Echtzeit nach. Dabei müssen sie:
- den Anliegen und Standpunkten jeder Figur zuhören
- den Kern des Konflikts und die Werte jeder Person identifizieren
- auf eine gemeinsame, flexible Lösung hinarbeiten, die alle Bedürfnisse berücksichtigt
3. Nachbesprechung der Gruppen und Ergebnisaustausch (10 Min.): Jede Gruppe stellt ihren Fall kurz vor:- Zu welcher Lösung sind sie gekommen (falls überhaupt)?
- Welche Strategien haben die Diskussion gefördert oder behindert?
Ermutigen Sie die Teams dazu, Skizzen anzufertigen, Personen hinzuzufügen oder Storytelling einzusetzen. 4. Reflexion in der ganzen Gruppe (20 Min.): Der:Die Moderator:in leitet eine Reflexion:- Wie realistisch kam Ihnen der Konflikt vor?
- Was hat Sie an den anderen Rollen überrascht?
- Was sagt uns das über Flexibilität am realen Arbeitsplatz?
5. Reflexion und Feedback (10 Min.): Leiten Sie eine kurze Nachbesprechung mit Fragen wie:ANHANG II – Übung 2: Rollenspiel-Simulation – Konfliktmanagement in einem flexiblen Team
4.9
Konfliktszenariokarten Szenario 1 – „Das Montagsmeeting“ Ihr hybrides Team hält jeden Montag ein wöchentliches Präsenzmeting ab. Zwei Teammitglieder wohnen mittlerweile weiter entfernt und möchten online teilnehmen. Ein:e erfahrene:r Kolleg:in besteht darauf, dass das Meeting nur funktioniert, wenn alle im Raum sind. Rollen: Remote-Mitarbeiter:in, erfahrene:r Mitarbeiter:in, Teamleiter:in, Personalabteilung Szenario 2 – „Verschobene Deadlines“ Die Frist für ein Projekt wurde aufgrund der Erkrankung eines:einer Mitarbeiter:in verschoben. Aufgrund der flexiblen Arbeitszeiten sind einige Teammitglieder nicht zur gleichen Zeit online, um sich zu koordinieren. Die Spannungen nehmen zu. Rollen: Projektleiter:in, neue:r Mitarbeiter:in, Personalabteilung, externe:r Partner:in Szenario 3 – „Coworking oder Chaos?“ Drei Freiberufler:innen teilen sich einen von der Organisation bereitgestellten Coworking Space. Eine:r liebt die Ruhe, eine:r führt häufig Kundengespräche und eine:r hört bei der Arbeit Musik..
Rollen: Freiberufler:in A, Freiberufler:in B, Raummanager:in Szenario 4 – „Die Fairness-Debatte“ Ihre NGO bietet flexible Arbeitsbedingungen, aber einige Mitarbeiter:innen haben das Gefühl, dass sie mehr sichtbare Arbeit leisten, weil sie immer im Büro sind, während andere sich ausgeschlossen fühlen, wenn Entscheidungen informell vor Ort getroffen werden. Rollen: Mitarbeiter:in im Büro, Mitarbeiter:in im Homeoffice, Manager:in
Tipp
Hinweise für Ausbilder:innen:Ermutigen Sie die Lernenden, sich voll und ganz in ihre Rolle hineinzuversetzen – und während der Simulation in ihrer Rolle zu bleiben. Kehren Sie nach der Simulation immer wieder zu Bezügen zum realen Leben zurück: „Haben Sie schon einmal etwas Ähnliches gesehen oder erlebt?“ Optional können Sie während der Diskussion „Eskalationsereignisse“ einbringen (z. B. Budgetkürzungen, Personalfluktuation, Kundenbeschwerden).
ANHANG III – UNTERRICHTSPLAN: Gemeinsame Planung für einen flexiblen Arbeitsplatz
4.9
Ziel: Am Ende dieser Einheit werden die Lernenden in der Lage sein:
- die wichtigsten Dimensionen flexibler Arbeit (Zeit, Ort, Kommunikation, Verantwortlichkeit) zu erkennen;
- die Herausforderungen von Inklusion und Gleichstellung in flexiblen Arbeitsmodellen zu verstehen;
- gemeinsam eine faire, flexible Richtlinie zu entwerfen, die auf die unterschiedlichen Bedürfnisse des Teams zugeschnitten ist;
- über die Schnittstelle zwischen Flexibilität, Produktivität und Dynamik am Arbeitsplatz zu reflektieren.
Dauer: 2,5 Stunden Benötigte Materialien:Zeit
Titel
Aktivität / Anleitung / Materialien
Ziel
Begrüßung und Darlegung der Erwartungen. Erläutern Sie das Ziel: Erstellung eines teamorientierten flexiblen Arbeitsplans, der individuelle Bedürfnisse und Unternehmensziele in Einklang bringt. Führen Sie wichtige Begriffe ein (Flexibilität, Inklusion, Work-Life-Balance, hybrides Arbeiten, Gleichstellung).
15 min
Einführung & Rahmen
Begrüßung und Darlegung der Erwartungen
15 min
Gruppen-Brainstorming: „Was macht flexibles Arbeiten fair?“ Dokumentieren Sie Schlüsselbegriffe. Anregung zur Diskussion über gängige Annahmen und Spannungen in realen Situationen.
Warm-up Diskussion
Aufwärmdis-kussion
Vorstellung der fiktiven Organisation (z. B. eine kleine gemeinnützige Organisation, die auf hybrides Arbeiten umstellt). Zuweisung der Teams und Verteilung der Charakterprofile. Klärung der Rollen und des Ziels: Entwurf eines flexiblen, inklusiven Teamplans.
Szenarien und Gruppenaufbau vorstellen
15 min
Szenario-Einweisung & Gruppenbildung
Die Tabelle wird auf der nächsten Seite fortgesetzt.
ANHANG III – UNTERRICHTSPLAN: Gemeinsame Planung für einen flexiblen Arbeitsplatz
4.9
Ziel: Am Ende dieser Einheit werden die Lernenden in der Lage sein:
- die wichtigsten Dimensionen flexibler Arbeit (Zeit, Ort, Kommunikation, Verantwortlichkeit) zu erkennen;
- die Herausforderungen von Inklusion und Gleichstellung in flexiblen Arbeitsmodellen zu verstehen;
- gemeinsam eine faire, flexible Richtlinie zu entwerfen, die auf die unterschiedlichen Bedürfnisse des Teams zugeschnitten ist;
- über die Schnittstelle zwischen Flexibilität, Produktivität und Dynamik am Arbeitsplatz zu reflektieren.
Dauer: 2,5 Stunden Benötigte Materialien:Zeit
Titel
Aktivität / Anleitung / Materialien
Ziel
Die Teams beginnen mit der Gestaltung von Arbeitsplänen, Besprechungsrhythmen und Kommunikationsabläufen. Verwenden Sie eine Vorlage oder ein Whiteboard-Raster, um die wöchentlichen Abläufe visuell darzustellen.
Entwurfsrunde 1 – Zeitplanung & Arbeitsstil
Entwurfsrunden
15 min
Die Teams identifizieren mindestens drei Maßnahmen zur Inklusion (z. B. technische Unterstützung für Remote-Mitarbeiter:innen, asynchrone Optionen, besprechungsfreie Tage). Sie sollten potenzielle Hindernisse und Möglichkeiten zu deren Überwindung notieren.
Entwurfsrunde 2 – Maßnahmen zur Inklusion und Barrierefreiheit
15 min
Entwurfsrunden
Konzentrieren Sie sich nun darauf, wie Erfolg und Verantwortung gemessen werden: Wie sieht „gute Arbeit leisten“ in einem flexiblen Umfeld aus? Welche Art von Kontrollen oder gemeinsamen Normen sind erforderlich?
Entwurfsrunde 3 – Leistung und Verantwortlichkeit
15 min
Entwurfsrunden
Die Tabelle wird auf der nächsten Seite fortgesetzt.
ANHANG III – UNTERRICHTSPLAN: Gemeinsame Planung für einen flexiblen Arbeitsplatz
4.9
Ziel: Am Ende dieser Einheit werden die Lernenden in der Lage sein:
- die wichtigsten Dimensionen flexibler Arbeit (Zeit, Ort, Kommunikation, Verantwortlichkeit) zu erkennen;
- die Herausforderungen von Inklusion und Gleichstellung in flexiblen Arbeitsmodellen zu verstehen;
- gemeinsam eine faire, flexible Richtlinie zu entwerfen, die auf die unterschiedlichen Bedürfnisse des Teams zugeschnitten ist;
- über die Schnittstelle zwischen Flexibilität, Produktivität und Dynamik am Arbeitsplatz zu reflektieren.
Dauer: 2,5 Stunden Benötigte Materialien:Zeit
Titel
Aktivität / Anleitung / Materialien
Ziel
Jede Gruppe präsentiert ihren Plan (5–7 Min. pro Gruppe). Die anderen Gruppen hören zu und bereiten ihr Feedback anhand von drei Fragen vor: (1) Was ist gut? (2) Was ist unklar? (3) Was wäre in der Praxis schwierig umzusetzen?
Präsentationen – Runde 1
Präsentationen
15 min
Die Gruppen wechseln sich ab und geben sich gegenseitig Feedback oder überarbeiten ihre Pläne auf Grundlage der Rückmeldungen. Der:Die Ausbilder:in kann Herausforderungen (z. B. neue Mitarbeiter:innen mit besonderen Bedürfnissen hinsichtlich Barrierefreiheit) stellen, um adaptives Denken zu fördern.
Feedback & Iteration
15 min
Feedback & Iteration
Nachbesprechung mit der gesamten Gruppe: – Was war der schwierigste Kompromiss? – Wurden alle in Ihrer Gruppe gehört? – Wie hat die Rollendynamik Ihren Prozess beeinflusst?
Reflexion & Gruppendis-kussion
Reflexion & Gruppendis-kussion
20 min
Fassen Sie die wichtigsten Lektionen zusammen. Ermutigen Sie die Lernenden, darüber nachzudenken, wie diese Erfahrung auf reale Arbeitsplätze oder ihre eigene Ausbildungsumgebung angewendet werden könnte. Optional: Teilen Sie ein Reflexionsjournal oder eine individuelle Version des Teamplans aus.
Abschluss & Erkenntnisse
Abschluss & Erkenntnisse
10 min
EINLEITUNG:
Selbständige Erwerbstätigkeit im kollaborativen Rahmen
Dieses Modul hilft Ihnen dabei, Ihren Lernenden zu zeigen, wie Selbstständigkeit in kollaborativen Rahmen wie Coworking Spaces gedeihen kann. Sie helfen ihnen zu erkennen, dass „für sich selbst arbeiten“ nicht unbedingt „alleine arbeiten“ bedeuten muss. Außerdem helfen Sie ihnen dabei, die Fähigkeiten zu entwickeln, die sie für ihren Erfolg benötigen: Anpassungsfähigkeit, Vernetzung, Selbstmotivation und eine kollaborative Denkweise. Dies ist Ihre Chance, auf „Quiet Quitting” und die „Great Resignation” zu reagieren, indem Sie Ihren Lernenden Tools an die Hand geben, mit deren Hilfe sie eine dynamische, vernetzte Karriere aufbauen können.
Lernziele : ✅ verschiedene Arten von kollaborativen Selbstständigkeitsmodellen (z. B. Coworking, Hubs, Genossenschaften) zu beschreiben ✅ die Vorteile und Risiken der Selbstständigkeit innerhalb kollaborativer Rahmenbedingungen zu analysieren ✅ zentrale kollaborative Kompetenzen (Kommunikation, Anpassungsfähigkeit, Selbstmotivation usw.) auf reale __Arbeitssituationen anzuwenden ✅ einen ersten Aktionsplan für die Selbstständigkeit zu entwerfen, der Coworking oder kollaborative Unterstützungsstrukturen __ einbezieht
Aktivitäten
5.1
Was sind kollaborative Rahmen – und warum helfen sie Selbstständigen?
Was ist kollaborative Selbstständigkeit? In der sich wandelnden Freelancer-Wirtschaft suchen junge Berufstätige zunehmend nach Arbeitsmodellen, die Autonomie und Vernetzung in Einklang bringen. Kollaborative Selbstständigkeit bietet einen gangbaren Weg: Einzelpersonen arbeiten für sich selbst und teilen gleichzeitig Tools, Räume, Ideen und Unterstützung mit anderen über Coworking-Zentren, Inkubatoren, Genossenschaften und Kreativlabore. Dieses Kapitel untersucht die Vorteile und Strukturen der kollaborativen Selbstständigkeit und vermittelt Ausbilder:innen in der beruflichen Aus- und Weiterbildung das nötige Wissen, um Lernende zu einer Karriere zu führen, die sowohl unabhängig als auch vernetzt ist.
Kollaborative Rahmen verstehen Kollaborative Rahmen wie Coworking Spaces, Inkubatoren, Hubs und Makerspaces sind schnell wachsende Umgebungen, in denen Selbstständige mit anderen zusammenarbeiten und gleichzeitig Ressourcen, Ideen und Wissen austauschen können (Micek et al., 2024). Sie bieten mehr als nur physischen Raum – sie schaffen Gemeinschaften, die Zusammenarbeit und Innovation fördern. ( Bouncken, R. B., & Reuschl, A. J, 2018). Definieren wir die wichtigsten Arten von kollaborativen Rahmen:
5.1
Warum kollaborative Rahmen die Selbstständigkeit nachhaltiger und erfüllender machen
Selbstständigkeit kann Unabhängigkeit bieten, führt jedoch oft zu Herausforderungen wie Isolation und begrenzten Ressourcen. Kollaborative Rahmen wie Coworking Spaces, Inkubatoren und Hubs machen die Selbstständigkeit nachhaltiger, indem sie mehrere wichtige Vorteile bieten:
1. Unterstützung durch die Gemeinschaft: Diese Räume bekämpfen Isolation, indem sie eine unterstützende Gemeinschaft fördern, in der Selbstständige Erfahrungen austauschen, Feedback erhalten und motiviert bleiben können (The Isolation Of Self-employment: How To Combat Loneliness And Build A Support Network | Able Futures Mental Health Support Service, 2025). 2. Zugang zu gemeinsamen Ressourcen: Kollaborative Räume bieten Zugang zu Tools, Ausstattung, Mentoring und Vernetzungsmöglichkeiten, die für Selbstständige allein möglicherweise zu kostspielig sind (LinkedIn, 2024).
3. Learning By Doing: Diese Umgebungen fördern das praktische Lernen durch Workshops, Peer-Mentoring und gemeinsame Projekte und helfen Berufstätigen dabei, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln und ihre Fähigkeiten in der Praxis anzuwenden (Space, 2025). 4. Vernetzung und Zusammenarbeit: Coworking Spaces fördern den Austausch mit Berufstätigen aus verschiedenen Branchen und schaffen Möglichkeiten für Zusammenarbeit, Partnerschaften und neue Kund:innen (Coworking, 2024).
Die Liste wird auf der nächsten Seite fortgesetzt.
5.1
Warum kollaborative Rahmen die Selbstständigkeit nachhaltiger und erfüllender machen
5. Flexibilität und Autonomie: Kollaborative Rahmen bieten die Freiheit, den eigenen Zeitplan und die eigene Arbeitsumgebung zu gestalten, und geben Selbstständigen die gewünschte Autonomie ohne die starre Struktur traditioneller Büros. (Dell’Aversana y Miglioretti, 2024b) Durch das Angebot von Gemeinschaft, gemeinsamen Ressourcen und kontinuierlichem Lernen verbessern kollaborative Rahmen die Nachhaltigkeit und Erfüllung der selbstständigen Erwerbstätigkeit erheblich.
Tipp
Tipp für Ausbilder:innen:Zeigen Sie Fotos oder Videos von kollaborativen Räumen in Aktion.
5.1
Warum kollaborative Rahmen die Selbstständigkeit nachhaltiger und erfüllender machen
5. Flexibilität und Autonomie: Kollaborative Rahmen bieten die Freiheit, den eigenen Zeitplan und die eigene Arbeitsumgebung zu gestalten, und geben Selbstständigen die gewünschte Autonomie ohne die starre Struktur traditioneller Büros. (Dell’Aversana y Miglioretti, 2024b) Durch das Angebot von Gemeinschaft, gemeinsamen Ressourcen und kontinuierlichem Lernen verbessern kollaborative Rahmen die Nachhaltigkeit und Erfüllung der selbstständigen Erwerbstätigkeit erheblich.
Tipp
Tipp für Ausbilder:innen:Zeigen Sie Fotos oder Videos von kollaborativen Räumen in Aktion.
Benötigte Fähigkeiten für den Erfolg als Selbstständige:r in kollaborativen Arbeitsräumen
5.2
3.1. FÄHIGKEITEN Im Gegensatz zu traditionellen Büroumgebungen bieten kollaborative Arbeitsräume Flexibilität und Gemeinschaft, erfordern jedoch auch, dass jede einzelne Person ihre eigenen Zeitpläne und Aufgaben verwaltet. In diesem Zusammenhang gibt es fünf Kernkompetenzen, die für den Erfolg besonders wichtig sind: Kommunikation und Zusammenarbeit, Selbstmanagement, Anpassungsfähigkeit, Selbstmotivation und Vernetzung. Kommunikation und Zusammenarbeit: Dabei handelt es sich um grundlegende Kompetenzen für den Erfolg in Coworking Spaces. Eine klare Ausdrucksweise, aktives Zuhören und effektive Teamarbeit sind entscheidend für den Aufbau bedeutungsvoller Beziehungen und die maximale Nutzung gemeinsamer Ressourcen (Bouncken, R. B., & Reuschl, A. J., 2018). Selbstmanagement und Zeit: In einer kollaborativen Umgebung kontrollieren Sie Ihren Zeitplan selbst. Effektives Zeitmanagement ist notwendig, um Arbeitsaufgaben, Vernetzung und Kompetenzentwicklung in Einklang zu bringen. (Baker, S. 2017).
Anpassungsfähigkeit: Kollaborative Räume sind dynamisch und verändern sich ständig. Flexibilität und die Fähigkeit, sich an neue Menschen, Tools und Umgebungen anzupassen, sind der Schlüssel zum Erfolg in diesen Umgebungen. (Williams, J., & Miro, M. 2019). Selbstmotivation: Als Selbstständige:r ist es unerlässlich, auch ohne Aufsicht produktiv zu bleiben. Das Setzen von Zielen und das Schaffen von Anreizen helfen dabei, den Fokus und die Motivation aufrechtzuerhalten. (Pink, D. H. 2009). Vernetzung: Die Fähigkeit, in einem Coworking Space Kontakte zu knüpfen und berufliche Beziehungen aufzubauen, ist entscheidend für die Expansion Ihres Unternehmens und die Entdeckung neuer Möglichkeiten. (Laloux, F. 2014).
Grafik mit wesentlichen Fähigkeiten für die Selbstständigkeit in kollaborativen Räumen auf der nächsten Seite
Benötigte Fähigkeiten für den Erfolg als Selbstständige:r in kollaborativen Arbeitsräumen
5.2
Grundlegende Fähigkeiten für die Selbstständigkeit in kollaborativen Arbeitsräumen
Benötigte Fähigkeiten für den Erfolg als Selbstständige:r in kollaborativen Arbeitsräumen
5.2
Tipp
VERKNÜPFUNG MIT EU-RAHMEN Die folgenden EU-konformen Kompetenzen sind für den Erfolg unerlässlich:
- EntreComp: Chancen erkennen, Ressourcen mobilisieren, Ideen wertschätzen.
- LifeComp: Selbstregulierung, Empathie, Zusammenarbeit.
- ESCO: Kommunikation, digitale Zusammenarbeit, Vernetzung.
Der Erfolg in kollaborativen Arbeitsräumen als Selbstständige:r hängt von der Beherrschung dieser fünf Kernkompetenzen ab. Indem Sie sich auf Kommunikation, Zeitmanagement, Anpassungsfähigkeit, Selbstmotivation und Vernetzung konzentrieren, können Sie das Beste aus der kollaborativen Umgebung herausholen und eine erfüllende, nachhaltige Karriere aufbauen. Diese Kompetenzen helfen Ihnen nicht nur, die Herausforderungen von Coworking Spaces zu meistern, sondern ermöglichen es Ihnen auch, zu wachsen, zu lernen und wertvolle Beziehungen innerhalb der Gemeinschaft aufzubauen.Tipp für Ausbilder:innen: Selbstbewertungsübung Lassen Sie die Lernenden über ihre eigenen Stärken und Verbesserungsmöglichkeiten in diesen fünf Kompetenzbereichen reflektieren. Ermutigen Sie sie, herauszufinden, in welchen Kompetenzen sie sich am sichersten fühlen und in welchen sie noch Aufholbedarf haben. Dazu können Sie eine einfache Checkliste zur Selbstbewertung oder eine detailliertere SWOT-Analyse (Strenghts - Stärken, Weaknesses - Schwächen, Opportunities - Chancen, Threats - Risiken) verwenden. Aktivitäten und Workshop im Anhang: ÜBUNG FÜR DIE ERFAHRUNGSBASIERTE AUSBILDUNG 🧩Anregung für Ausbilder:innen: Welche dieser Fähigkeiten sind bei Ihren Lernenden am wenigsten gut entwickelt? Wie kann Coworking ihnen helfen, sich zu verbessern?
Von echten Orten lernen: Bewährte Verfahren und Praxisbeispiele
5.3
4.1. Vorstellung europäischer Beispiele für kollaborative Rahmen zur Förderung der Selbstständigkeit Kollaborative Rahmen in ganz Europa liefern praktische Beispiele dafür, wie gemeinsam genutzte Räume selbstständige Fachkräfte unterstützen können. Diese Räume fördern Gemeinschaft, gemeinsames Lernen und Nachhaltigkeit und bieten gleichzeitig Ressourcen für Wachstum. Hier sind einige bemerkenswerte Beispiele: Diese Beispiele verdeutlichen die Kraft der Gemeinschaft, gemeinsamer Ressourcen und des Engagements für Nachhaltigkeit in kollaborativen Räumen, die ein unterstützendes Umfeld für selbstständige Berufstätige bieten.
Von echten Orten lernen: Bewährte Verfahren und Praxisbeispiele
5.3
Gemeinsamkeiten
Kollaborative Rahmen in ganz Europa, wie Impact Hub Athens, Greenbizz und Forwardspace, veranschaulichen, wie Coworking Spaces den Erfolg von Selbstständigen fördern können. Diese Räume bieten nicht nur wichtige Ressourcen wie Mentoring, Finanzierung und Vernetzungsmöglichkeiten, sondern fördern auch Gemeinschaft, gemeinsames Lernen und Nachhaltigkeit. Durch die Schaffung eines Umfelds, in dem gegenseitige Unterstützung, der Austausch von Fähigkeiten und umweltfreundliche Praktiken im Vordergrund stehen, ermöglichen diese kollaborativen Räume es Einzelpersonen, sich beruflich weiterzuentwickeln und gleichzeitig zu übergeordneten sozialen und ökologischen Zielen beizutragen.
Community
Zugehörigkeitsgefühl und gegenseitige Unterstützung, damit Einzelpersonen motiviert und eingebunden bleiben.
Gemeinschaft
Kontinuierliche Möglichkeiten zum Austausch von Fähigkeiten, Mentoring und Wissen.
Gemeinsames Lernen
Förderung umweltfreundlicher Praktiken und oftmals Fokus auf die Unterstützung von grünen oder sozialen Unternehmen, sodass diese nicht nur geschäftsorientiert, sondern auch sozial und ökologisch verantwortlich handeln.
Nachhaltigkeit
Lehrmethoden und Vermittlungs-strategien für dieses Thema in der Berufsbildung
5.4
Eine effektive Ausbildung im Bereich der kollaborativen Arbeitsräume erfordert einen Wandel im Ansatz, weg von traditionellen, top-down-orientierten Lehrmethoden hin zu einem eher unterstützenden, ko-kreativen Stil. In diesen Umgebungen fungieren Ausbilder:innen als Begleiter:innen, die die Lernenden dazu befähigen, gemeinsam zu forschen, zusammenzuarbeiten und Probleme zu lösen. Dieser Ansatz fördert aktives Lernen und hilft den Lernenden dabei, nicht nur in ihrem beruflichen Umfeld, sondern auch in den Bereichen Zusammenarbeit, Kommunikation und Selbstregulierung Kompetenzen aufzubauen.
3. Konzentrieren Sie sich auf erfahrungsbasiertes Lernen Integrieren Sie Aktivitäten, bei denen die Lernenden durch praktisches Tun lernen. Nutzen Sie reale Szenarien, Fallstudien und praktische Aufgaben, die die Selbstständigkeit in kollaborativen Räumen simulieren. Dies hilft den Lernenden, praktische, umsetzbare Fähigkeiten zu erwerben. 4. Nutzen Sie projektbasierte Aufgaben Projekte ermutigen zur Zusammenarbeit und Problemlösung. Bitten Sie die Lernenden, einen kollaborativen Arbeitsbereich zu entwerfen oder ein Geschäftsmodell zu erstellen. Dies fördert Teamarbeit und kritisches Denken und ermöglicht gleichzeitig die Anwendung theoretischer Kenntnisse in einem praktischen Kontext. 5. Integrieren Sie Rollenspiele und Debatten Rollenspiele und Debatten helfen den Lernenden, verschiedene Perspektiven kennenzulernen und wichtige Soft Skills wie Kommunikation und Verhandlung zu üben. Simulieren Sie beispielsweise einen kollaborativen Entscheidungsprozess oder veranstalten Sie eine Debatte über die Zukunft von Coworking Spaces.
1. Agieren Sie als Moderator:in, nicht als Dozent:in In kollaborativen Umgebungen besteht Ihre Aufgabe darin, anzuleiten und zu unterstützen, anstatt zu diktieren. Ermutigen Sie die Lernenden dazu, Ideen zu erforschen, Probleme gemeinsam zu lösen und ihre Erfahrungen auszutauschen. Dieser Ansatz fördert das Verantwortungsbewusstsein und aktives Lernen. 2. Schaffen Sie eine ko-kreative, sichere Lernumgebung Achten Sie darauf, dass die Lernenden sich wohlfühlen, wenn sie ihre Gedanken offen mitteilen. Nutzen Sie Eisbrecher und Gruppenaktivitäten, um Vertrauen aufzubauen. Lassen Sie Fehler als Teil des Lernprozesses zu und fördern Sie konstruktives Feedback.
Lehrmethoden und Vermittlungs-strategien für dieses Thema in der Berufsbildung
5.4
Kollaboratives Forum für Freiberufler:innen
Lehrmethoden und Vermittlungs-strategien für dieses Thema in der Berufsbildung
5.4
Es werden Schlüsselkompetenzen für den Erfolg in diesen Umgebungen hervorgehoben, wie z. B. Kommunikation, Anpassungsfähigkeit, Zeitmanagement und Vernetzung. Außerdem werden praktische Ratschläge für Ausbilder:innen und Moderator:innen gegeben, um Lernenden dabei zu helfen, mithilfe von Praxisbeispielen, erfahrungsbasierten Aktivitäten und Aktionsplänen ihren Weg in die Selbstständigkeit zu finden (Europäische Kommission 2016). Das Fazit betont die Bedeutung dieser Rahmen für die Unterstützung junger Berufstätiger bei der Gestaltung einer dynamischen und resilienten Karriere in kollaborativen Umgebungen.
FAZIT Das Dokument beschreibt, wie Coworking Spaces und kollaborative Arbeitsräume jungen Berufstätigen und Unternehmer:innen, die sich den Herausforderungen des modernen Arbeitslebens stellen müssen, wichtige Unterstützung bieten können, insbesondere angesichts von Problemen wie „Quiet Quitting“ und der „Great Resignation“. Es konzentriert sich auf die Bedeutung der Förderung der Selbstständigkeit in kollaborativen Umgebungen, in denen Einzelpersonen sowohl Unabhängigkeit als auch Unterstützung durch die Gemeinschaft erlangen können (Cohen, B., & Kietzmann, J., 2014). Das Kapitel erläutert die Vorteile kollaborativer Rahmen wie Coworking Spaces, Inkubatoren und Innovationszentren, die gemeinsame Ressourcen, Vernetzungsmöglichkeiten und ein Gemeinschaftsgefühl bieten, das bei Einzelunternehmern oft fehlt. Diese Räume ermöglichen es Einzelpersonen, sich weiterzuentwickeln, indem sie Zugang zu Tools, Mentoring und Zusammenarbeit bieten und so die Selbstständigkeit nachhaltiger und erfüllender machen.
WICHTIGSTE ERKENNTNISSE
Anhang - Übung für die Erfahrungsbasierte Ausbildung
5.5
Aktivität 1: Team-Radar: Erfassung unserer kollektiven Stärken
Ziel Lernenden dabei zu helfen, ihre individuellen und gemeinsamen Stärken innerhalb eines Teams zu erkennen und zu visualisieren, und damit die Grundlage für Selbstständigkeitsinitiativen in kollaborativen Umgebungen wie Coworking Spaces zu schaffen. Lernzweck:
- Professionelles Selbstbewusstsein
- Kollaboratives Denken
- Strategische Planung in gemeinsamen Arbeitskontexten
Beschreibung Diese angeleitete Aktivität ermöglicht es den Teilnehmer:innen, ihre persönlichen Stärken zu erfassen und mithilfe eines Netzdiagramms Synergien im Team aufzudecken. Durch Zusammenarbeit identifizieren die Lernenden gemeinsame oder sich ergänzende Fähigkeiten und reflektieren, wie diese in realen Coworking-Szenarien eingesetzt werden könnten.Die Übung stützt sich auf erfahrungsbasiertes Lernen und zeigt, wie kollaborative Rahmen (Coworking Spaces, Inkubatoren, Hubs) nicht nur physische Ressourcen, sondern auch wertvolles Sozialkapital bieten, das eine nachhaltige selbständige Erwerbstätigkeit unterstützt. Format: Präsenz, online oder hybrid Dauer: 40 Minuten
Anhang - Übung für die Erfahrungsbasierte Ausbildung
5.5
Aktivität 1: Team-Radar: Erfassung unserer kollektiven Stärken
Anleitung:
Die Gruppe identifiziert gemeinsame oder sich ergänzende Fähigkeiten.
Bilden Sie Teams mit 4 - 5 Lernenden.
Alle tragen ihre drei wichtigsten beruflichen Fähigkeiten in ein Netzdiagramm ein.
Reflexion: Welche Projekte könnte dieses Team gemeinsam angehen? Welche Lücken bleiben bestehen? Materialien: Gedruckte oder digitale Netzdiagrammvorlage, Video oder Foto-Diashow von Coworking Spaces (z. B. Impact Hub Athens, Greenbizz, Forwardspace), Marker, Flipchart oder digitale Tools (z. B. Miro, Jamboard)
Anhang - Übung für die Erfahrungsbasierte Ausbildung
5.5
Aktivität 1: Team-Radar: Erfassung unserer kollektiven Stärken
Rolle des:der Ausbilder:in: 1. Vorbereitung (10 Min.): Beginnen Sie mit einer Einführung in das Konzept der kollaborativen Räume (Coworking, Inkubatoren, Hubs). Zeigen Sie ein Video oder eine Diashow, in der verschiedene dieser Räume vorgestellt werden. Als Beispiele können Sie Räume wie Impact Hub Athens, Greenbizz oder Forwardspace verwenden. Sie können jederzeit unseren Leitfaden für bewährte Methoden zu Rate ziehen. 2. Teambildung (5 Min.): Teilen Sie die Teilnehmer:innen in kleine Teams von vier bis fünf Personen auf. 3. Erfassung im Netzdiagramm (10 Min.): Alle Lernenden identifizieren ihre drei größten beruflichen Stärken (technische oder soziale Kompetenzen) und tragen diese in ein individuelles Netzdiagramm ein. Anschließend führen die Teams ihre Ergebnisse zu einem gemeinsamen „Team-Netzdiagramm“ zusammen.
4. Gruppensynthese (10 Min.): Die Teams analysieren die Karte ihrer gemeinsamen Kompetenzen:
5. Reflexion (5 Min.): Der:Die Moderator:in leitet eine kurze Diskussion:
Anhang - Übung für die Erfahrungsbasierte Ausbildung
5.5
Aktivität 1: Team-Radar: Erfassung unserer kollektiven Stärken
Verknüpfungen zum realen Kontext:
Anhang - Übung für die Erfahrungsbasierte Ausbildung
5.5
Aktivität 2: Rollenspiel zum Kompetenzaufbau: Als Freiberufler:in Prioritäten ausbalancieren
Ziel Eine Woche im Leben eines:einer Freiberufler:in simulieren und den Lernenden helfen, die Priorisierung von Aufgaben, Zeitmanagement und das Ausbalancieren mehrerer Verantwortlichkeiten in einem kollaborativen Umfeld der selbständigen Erwerbstätigkeit zu üben. Lernzweck:
- Zeitmanagement
- Entscheidungsfindung
- Autonomie und Flexibilität
Dauer: 45 Minuten (10 Minuten Einführung, 20 Minuten Rollenspiel, 10 Minuten Diskussion) Format: In Präsenz, online oder hybridDescription: Beschreibung: In dieser Rollenspielübung schlüpfen die Lernenden in die Rolle von Selbstständigen, die in einer Coworking-Umgebung arbeiten. Durch die Verwaltung verschiedener realistischer wöchentlicher Aufgaben – wie Kundenfristen, Vernetzungsveranstaltungen und berufliche Weiterbildung – müssen sie einen ausgewogenen Zeitplan erstellen, der sowohl ihre Ziele als auch ihre Grenzen widerspiegelt. Die Simulation ahmt die Multitasking-Realität der freiberuflichen Arbeit nach und regt die Lernenden dazu an, darüber zu reflektieren, wie sie Entscheidungen treffen, Zeit einteilen und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben gestalten. Sie fördert die Selbstdisziplin und zeigt, wie Coworking-Umgebungen Produktivität und Flexibilität fördern. Materialien: Wochenkalender-Vorlagen (Papier oder digital), Aufgabenkarten oder -listen, Timer, Haftnotizen oder Tools wie Google Kalender, Miro, Trello
Reflexion
Reflexion:Wie fühlen Sie sich mit dieser Planung?
Anhang - Übung für die Erfahrungsbasierte Ausbildung
5.5
Aktivität 2: Rollenspiel zum Kompetenzaufbau: Als Freiberufler:in Prioritäten ausbalancieren
Schritte: 1. Vorstellung der Aktivität (10 Minuten): Erklären Sie zunächst, dass die Lernenden eine Woche im Leben eines:einer Freiberufler:in nachspielen werden, in der sie mehrere Aufgaben unter einen Hut bringen müssen (Kundengespräche, Projekttermine, Coworking-Veranstaltungen, Vernetzung). 2. Bereitstellung von Szenarien (5 Minuten): Geben Sie allen Lernenden oder Gruppen eine Reihe von Aufgaben (z. B. ein Kundenprojekt abschließen, an einer Vernetzungveranstaltung teilnehmen oder Zeit für die Weiterentwicklung von Fähigkeiten einplanen, Zeit für kreative konzentrierte Arbeit reservieren, an einer von der Community organisierten Veranstaltung im Coworking Space teilnehmen). 3. Unterstützung bei der Planung (20 Minuten): Die Lernenden verwenden einen Planer (in Papierform oder digital), um ihre Woche zu organisieren. Ermutigen Sie sie dazu:
4. Nachbesprechung (10 Minuten): Lassen Sie die Lernenden nach der Planungsphase ihre Zeitpläne vorstellen und diskutieren Sie, wie sie ihre Aufgaben priorisiert haben. Stellen Sie Fragen wie „Was haben Sie als Priorität gewählt?“ und „Welche Herausforderungen gab es bei der Zeitplanung?“ „Wo haben Sie sich überfordert gefühlt?” 5. Fazit (5 Minuten): Fassen Sie die wichtigsten Erkenntnisse zur Planung von freiberuflicher Arbeit in kollaborativen Rahmen zusammen. Teilen Sie Strategien für gesunde Grenzen und praktische Tipps zum Zeitmanagement im Alltag. Vorschläge zur Anpassung:
Anhang - Übung für die Erfahrungsbasierte Ausbildung
5.5
Aktivität 3: Fragerunde mit Gästen – Echte Stimmen aus Coworking Spaces
Die Einheit vertieft das Verständnis der Lernenden dafür, wie Coworking Spaces Produktivität, Vernetzung und unternehmerisches Wachstum fördern. Außerdem werden die Lernenden dazu angeregt, durchdachte Fragen zu stellen, professionelle Kommunikation zu üben und umsetzbare Erkenntnisse für ihren eigenen beruflichen Werdegang zu gewinnen. Format: In Präsenz, online oder hybrid Dauer: 30-45 Minuten Materialien: Gastredner:innen (online oder in Präsenz), von den Lernenden vorbereitete Fragen, Notizbücher oder digitale Notiztools, Zoom/MS Teams (bei Online-Veranstaltungen) Schritte: 1. Organisation der Sitzung: Der:Die Ausbilder:in identifiziert und lädt eine:n Coworking-Space-Manager:in oder eine:n Selbstständige:n mit Erfahrung in kollaborativen Arbeitsumgebungen ein (z. B. von Gründergarage, Espacio Colaborativo oder der Collaborative Leadership Academy).
Ziel: Den Lernenden durch direkten Austausch mit Coworking-Manager:innen oder Selbstständigen Einblicke aus erster Hand in die Realität von Coworking und kollaborativer selbstständiger Erwerbstätigkeit zu vermitteln. Lernzweck:
- Realistische Perspektive auf Coworking
- Kritisches Hinterfragen und reflektiertes Denken
- Anwendung von gelebten Erfahrungen auf die Ziele der Lernenden
Beschreibung: In dieser interaktiven Einheit treffen die Lernenden eine:n Coworking-Space-Manager:in oder eine:n Selbstständige:n, der:die kollaborative Arbeitsumgebungen nutzt. In einer strukturierten Frage-Antwort-Runde erkunden die Teilnehmer:innen die Herausforderungen, Vorteile und praktischen Erfahrungen von Berufstätigen, die sich in der Coworking-Kultur zurechtfinden.Die Schritte werden auf der nächsten Seite fortgesetzt.
Anhang - Übung für die Erfahrungsbasierte Ausbildung
5.5
Aktivität 3: Fragerunde mit Gästen – Echte Stimmen aus Coworking Spaces
Vorschläge zur Anpassung:
- Sie haben nur wenig Zeit? Lassen Sie die Lernenden jeweils nur drei bis fünf Fragen vorbereiten und konzentrieren Sie sich auf zentrale Themen wie Ressourcen oder Vorteile für die Gemeinschaft.
- Für das hybride Format: Laden Sie den Referenten per Videoanruf ein und lassen Sie die Teilnehmer:innen vor Ort über einen gemeinsamen Bildschirm teilnehmen.
Verknüpfungen zum realen Kontext:2. Vorbereitung von Fragen (5 Minuten): Bitten Sie die Lernenden vor der Einheit, drei bis fünf gut durchdachte Fragen zu formulieren. Vorschläge:
- Was war die größte Herausforderung, der Sie in einem Coworking Space begegnet sind?
- Welche Eigenschaften von Coworking unterstützen Ihr Unternehmen am meisten?
- Wie hat Ihnen Vernetzung geholfen, sich beruflich weiterzuentwickeln?
3. Moderation der Fragerunde (20 Minuten): Stellen Sie den:die Referent:in vor und moderieren Sie die Diskussion. Ermutigen Sie die Lernenden, ihre Fragen zu stellen und sich an der Diskussion zu beteiligen. Der:Die Ausbilder:in kann mit überbrückenden oder klärenden Fragen eingreifen, um den Gesprächsfluss aufrechtzuerhalten. 4.Reflexionsrunde (10-15 Minuten): Halten Sie nach der Fragerunde eine Nachbesprechung mit der Gruppe ab:WORKSHOP: Gestalten Sie Ihre kollaborative Karriere
5.6
Ziel: Unterstützung der Teilnehmer:innen bei der Erstellung eines umsetzbaren Plans für die Selbstständigkeit in kollaborativen Umgebungen, wie z. B. Coworking Spaces, durch Reflexion über persönliche Ziele und Planung mit Unterstützung anderer Teilnehmer:innen.
Methode: Gruppenarbeit, Präsentation und Beispiele, Reflexion, Peer-Feedback Benötigtes Material: Vorlage für Aktionsplan, Flipcharts/Whiteboard, Timer, Haftnotizen Digitale Tools (Google Docs/Slides , Miro und Trello) Dauer: ca. 2 Stunden Beschreibung: Diese praxisorientierte Einheit unterstützt die Lernenden dabei, ihre persönlichen Ziele mit einer praktischen Planung zu verbinden. Durch eine Kombination aus Gruppen-Brainstorming, individueller Reflexion und strukturiertem Peer-Feedback erstellen die Teilnehmer:innen eine Roadmap für ihre selbstständige Karriere, unterstützt durch kollaborative Tools und Umgebungen.
Lernziele: Am Ende des Workshops sollten die Teilnehmer:innen in der Lage sein:
WORKSHOP: Gestalten Sie Ihre kollaborative Karriere
5.6
WORKSHOP: Gestalten Sie Ihre kollaborative Karriere
5.6
Digitale Tools:
Aktionsplanvorlage: Gestaltung eines Weges in die kollaborative Selbstständigkeit
5.7
1. Persönliches Ziel: Beschreiben Sie, wie auf dem Weg in die kollaborative Selbstständigkeit Erfolg für Sie aussieht. Berücksichtigen Sie dabei sowohl berufliche als auch persönliche Ziele. Beispiel: „Ich möchte mir eine nachhaltige freiberufliche Karriere aufbauen, indem ich einem Coworking Space beitrete, der Vernetzungsmöglichkeiten, Zugang zu Mentor:innen und ein flexibles Arbeitsumfeld bietet.“
2. Zentrale Schritte: Welche konkreten Maßnahmen müssen Sie ergreifen, um Ihr Ziel zu erreichen? Unterteilen Sie diese in überschaubare Schritte. Beispiel: Beispiel:
Aktionsplanvorlage: Gestaltung eines Weges in die kollaborative Selbstständigkeit
5.7
Üben Sie nun:
Aktionsplanvorlage: Gestaltung eines Weges in die kollaborative Selbstständigkeit
5.7
3. Benötigte Ressourcen: Welche Ressourcen (Tools, Personen, finanzielle Mittel usw.) benötigen Sie, um jeden Schritt abzuschließen? Beispiel:
- Mitgliedschaft in einem Coworking Space
- Laptop, Internetverbindung
- LinkedIn-Konto
- Einladungen zu Mentoring-Programmen oder Vernetzungsveranstaltungen
4. Potenzielle Herausforderungen: Auf welche Hindernisse könnten Sie bei der Umsetzung dieser Schritte stoßen? Wie können Sie diese überwinden? Beispiel:Üben Sie:
Aktionsplanvorlage: Gestaltung eines Weges in die kollaborative Selbstständigkeit
5.7
Zeitplan: Legen Sie Fristen für jeden wichtigen Schritt fest. Berücksichtigen Sie dabei sowohl kurzfristige als auch langfristige Ziele. Nachdem Sie Ihren Aktionsplan mit einem:einer Gleichgesinnten oder Mentor:in besprochen haben, notieren Sie sich alle wichtigen Rückmeldungen oder Anpassungen, die Ihren weiteren Weg verbessern könnten.
Feedback:
Reflexion
Reflexion: Was ist Ihr unmittelbarer nächster Schritt nach der Erstellung dieses Aktionsplans? Beispiel: „Ich werde heute nach drei Coworking Spaces recherchieren und mich mit ihnen in Verbindung setzen, um weitere Informationen über flexible Mitgliedschaften zu erhalten.“
Soziales Unternehmertum und CWS – Innovativer sozialer Wandel in der Gemeinschaft und soziale Auswirkungen
Soziales Unternehmertum bietet eine sinnvolle Möglichkeit, gesellschaftlich bedeutsame und von der Gemeinschaft getragene Veränderungen zu bewirken, indem durch inklusive, gemeinschaftsorientierte Lösungen positive Veränderungen geschaffen werden. Coworking Spaces (CWS) bieten die notwendige Infrastruktur, Netzwerke und ein kooperatives Umfeld, um diese Bemühungen zu unterstützen. Dieses Kapitel hilft Ausbilder:innen in der beruflichen Aus- und Weiterbildung dabei, Lernenden neue Modelle des sozialen Wandels vorzustellen. Es fördert das Engagement in der Gemeinschaft und hilft bei der Entwicklung praktischer Fähigkeiten für die Gründung sozialer Unternehmen, die sowohl Einzelpersonen als auch den Gemeinschaften, denen sie dienen, zugutekommen.
Lernziele: ✅ Soziales Unternehmertum und seine Grundprinzipien zu definieren. ✅ Zu erkennen, wie CWS Initiativen für soziales Unternehmertum fördern und unterstützen kann. ✅ Das Potenzial von kollaborativen Arbeitsräumen für soziale Auswirkungen zu identifizieren. ✅ Ein Konzept für ein soziales Unternehmen innerhalb eines CWS zu entwickeln und zu präsentieren. ✅ Über ihre Rolle bei der Förderung von sozialer Innovation & __ inklusiven Wirtschaftssystemen zu reflektieren.
Aktivitäten
Erkennen, wie CWS soziale Unternehmensinitiativen fördern und unterstützen kann
6.1
Über das reine Angebot von Räumlichkeiten und Dienstleistungen hinaus umfasst die Rolle des Berufsbildungs-/Coworking-Teams bei der Förderung des sozialen Unternehmertums in Coworking Spaces auch die sorgfältige Beeinflussung der Organisationskultur und der Dynamik innerhalb der Gemeinschaft. Erfolgreiche Coworking Spaces dienen als „Begegnungsorte“, an denen Vertrauen, gemeinsame Ziele und informelles Lernen gezielt gefördert werden, wie Surman (2013) feststellt. Um eine Kultur der Transparenz, Wechselseitigkeit und Experimentierfreudigkeit zu fördern, müssen Teams eher vermittelnd als verwaltend agieren. Ausgeprägte Vermittlungs- und zwischenmenschliche Fähigkeiten, Systemdenken und die Fähigkeit, unterschiedliche Menschen für gemeinsame soziale Ziele zu vereinen, sind wesentliche Kompetenzen. Um ein ideales Umfeld für sozial orientierte Unternehmen zu schaffen, in dem sie entstehen, wachsen und sich innerhalb des Coworking-Ökosystems ausbreiten können, ist es außerdem unerlässlich, über ein organisch organisiertes Team zu verfügen, das flexibel, kooperativ und missionsorientiert ist.
Der Leitfaden für bewährte Methoden zeigt eindrucksvolle Beispiele für Coworking Spaces, die unternehmerische Bildung integrieren und soziale Innovation fördern:
Erkennen, wie CWS soziale Unternehmensinitiativen fördern und unterstützen kann
6.1
Weitere Erkenntnisse aus der Re-Work-Umfrage unterstreichen den Wert von Coworking Spaces für junge Berufstätige. Zu den wichtigsten Gründen für die Mitgliedschaft in einem CWS zählen:
Diese Ergebnisse untermauern die Auffassung, dass Coworking Spaces mehr als nur gemeinsam genutzte Büros sind. Sie sind lebendige Ökosysteme, die die Fähigkeiten, Denkweisen und Verbindungen fördern, die für den Erfolg im sozialen Unternehmertum erforderlich sind. Tipp für Ausbilder:innen: Begeistern Sie Ihre Lernenden, indem Sie ihnen die dynamische Welt des Coworking näherbringen und Coworking Spaces (CWS) besuchen. Diese Umgebungen fördern soziales Unternehmertum, indem sie gemeinsame Ressourcen, Mentoring und Möglichkeiten zur Zusammenarbeit bieten. Funfact: Was haben ein Tech-Startup, ein Gemeinschaftsgarten und ein Jugendbeschäftigungsprogramm gemeinsam? Dank gemeinsamer Ressourcen und unerwarteter Zusammenarbeit können sie alle in einem Coworking Space schneller und stärker wachsen! Richtig oder falsch: Coworking Spaces bieten nur physische Büroräume, keine Möglichkeiten für Mentoring oder Zusammenarbeit. (Falsch) Begründung: Moderne Coworking Spaces bieten viel mehr als nur Schreibtische – sie fördern Mentoring, gegenseitiges Lernen und Zusammenarbeit, die für soziales Unternehmertum von entscheidender Bedeutung sind.
Abbildung 2: Wert von Coworking Spaces für junge Berufstätige; Quelle: Re-Work-Umfrage
Ermittlung des Potenzials für soziale Auswirkungen von kollaborativen Arbeitsbereichen
6.2
CWS sind mehr als nur funktionale Arbeitsorte; wenn sie als kollaborative Gemeinschaften aufgebaut sind, können sie gezielt Bürgerbeteiligung, Innovation und die Stärkung der Gemeinschaft fördern (Spinuzzi et al., 2019). Anstatt davon auszugehen, dass soziale Auswirkungen ein Nebenprodukt der Nutzung gemeinsamer Räume sind, fördern effektive CWS soziale Auswirkungen durch die Bereitstellung vertrauensbasierter Netzwerke zur gegenseitigen Unterstützung, soziale Governance unter den Mitgliedern, Zusammenarbeit bei systemischen lokalen Herausforderungen und andere gestaltete Rahmen. Einige Räume mobilisieren beispielsweise ihre Mitglieder, um gemeinsam Gemeinschaftsinitiativen zu entwickeln, bieten spezielle Schulungen für benachteiligte Bevölkerungsgruppen an oder beteiligen sich aktiv an sozialen Innovationsinitiativen wie sozialem Wohnbau oder Programmen zur Förderung des Unternehmertums bei Jugendlichen. Somit können CWS als selbst entwickelte Multiplikatoren für soziale Auswirkungen betrachtet werden und sind nicht nur Arbeitsräume, sondern dienen als primäre Akteure für sozialen Wandel durch lokalisierte Hyperinnovation.
Der Leitfaden für bewährte Methoden stellt mehrere Wege vor, durch die CWS zu einer breiteren gesellschaftlichen Wirkung beitragen können:
Ermittlung des Potenzials für soziale Auswirkungen von kollaborativen Arbeitsbereichen
6.2
Über das reine Angebot von Räumlichkeiten und Dienstleistungen hinaus umfasst die Rolle des Berufsbildungs-/Coworking-Teams bei der Förderung des sozialen Unternehmertums in Coworking Spaces auch die sorgfältige Beeinflussung der Organisationskultur und der Dynamik innerhalb der Gemeinschaft. Erfolgreiche Coworking Spaces dienen als „Begegnungsorte“, an denen Vertrauen, ein gemeinsames Ziel und informelles Lernen gezielt gefördert werden, wie Surman (2013) feststellt. Um eine Kultur der Transparenz, Reziprozität und Experimentierfreudigkeit zu fördern, müssen Teams eher als Moderator:innen denn als Administrator:innen agieren. Ausgeprägte Moderations- und zwischenmenschliche Fähigkeiten, systemisches Denken und die Fähigkeit, unterschiedliche Menschen für gemeinsame soziale Ziele zu vereinen, sind dabei wesentliche Kompetenzen. Um ein ideales Umfeld für die Entstehung, das Wachstum und die Expansion sozial orientierter Unternehmen innerhalb des Coworking-Ökosystems zu schaffen, ist ein organisch organisiertes Team unerlässlich, das flexibel, kooperativ und missionsorientiert ist.
Die Ergebnisse der Re-Work-Umfrage unterstreichen die wichtige Rolle, die Coworking Spaces bei der Förderung von Zusammenarbeit und sozialer Innovation spielen. Die Befragten hoben die folgenden Vorteile der Teilnahme an CWS hervor:
- Erweiterte Möglichkeiten zur Zusammenarbeit – angegeben von 88 Teilnehmer:innen
- Erleichterung des Wissensaustauschs – angegeben von 87 Teilnehmer:innen
- Förderung sozialer Innovationen – angegeben von 68 Teilnehmer:innen
Diese Ergebnisse unterstreichen, wie CWS als verbindende Räume fungieren, in denen Fachleute aus verschiedenen Branchen zusammenkommen, um Fachwissen, Ressourcen und Werte auszutauschen.6.2
3. Ermittlung des Potenzials für soziale Auswirkungen von kollaborativen Arbeitsbereichen
Selbstständigkeit kann Unabhängigkeit bieten, führt jedoch oft zu Herausforderungen wie Isolation und begrenzten Ressourcen. Kollaborative Rahmenbedingungen wie Coworking Spaces, Inkubatoren und Hubs machen Selbstständigkeit nachhaltiger, indem sie mehrere wichtige Vorteile bieten:
Um das ideale Umfeld für sozial orientierte Unternehmen zu schaffen, damit diese innerhalb des Coworking-Ökosystems entstehen, wachsen und expandieren können, ist es unerlässlich, über ein organisch organisiertes Team zu verfügen, das flexibel, kooperativ und missionsorientiert ist.
Kuriosität: Wussten Sie, dass einige Coworking Spaces ihre Mitglieder über neue Initiativen abstimmen lassen oder ihnen sogar Miteigentum an den Räumlichkeiten gewähren, wodurch sie zu realen Laboratorien für Demokratie und gemeinsame Führung werden?Richtig oder falsch: Coworking Spaces können demokratische Entscheidungsfindung und gemeinsames Eigentum fördern. (Richtig) Begründung: Einige Coworking Spaces arbeiten nach kooperativen Modellen oder beziehen ihre Mitglieder in die Entscheidungsfindung ein, wodurch gemeinsames Eigentum und demokratische Praktiken gefördert werden.
Tipp für Ausbilder:innen: Zeigen Sie Ihren Lernenden, dass Coworking Spaces (CWS) mehr als nur Büros sind – sie sind Motoren für bürgerschaftliches Engagement und Innovation.
Tipp
Tip
6.3
Entwicklung und Präsentation eines Konzepts für ein soziales Unternehmen innerhalb eines CWS
Um ein erfolgreiches soziales Unternehmen in einem Coworking Space (CWS) zu gründen, braucht es mehr als nur eine Idee. Es erfordert einen methodischen, teambasierten und wirkungsorientierten Ansatz (Mitev et al., 2018). CWS-Umgebungen bieten die Ressourcen, Beziehungen und die Kultur, die erforderlich sind, um sozialbewusste Ideen in tragfähige Geschäftsvorhaben umzuwandeln. Gemäß dem Re-Work-Leitfaden für bewährte Methoden umfasst der Prozess in der Regel mehrere wichtige Phasen:
Initiativen wie die Collaborative Leadership Academy (Portugal) zeigen, wie Coworking Spaces gleichzeitig als Lernzentren für soziale Innovation dienen können. Durch strukturierte Schulungsprogramme befähigt die Akademie die Lernenden dazu, sozial verantwortliche Projekte zu entwickeln, indem sie:
- den Zugang zu erfahrenen Mentor:innen und Sozialunternehmer:innen erleichtert
- reale Herausforderungen nutzt, um erfahrungsbasiertes Lernen zu fördern
- die projektbasierte Zusammenarbeit innerhalb einer Gemeinschaft fördert
Solche Programme zeigen, wie CWS zu Inkubatoren für inklusive Führung und gemeinschaftlich verankertes Unternehmertum werden können. Aus der Perspektive der Kompetenzentwicklung betont der Re-Work-Kompetenzbericht die Relevanz des EntreComp-Rahmens für die Förderung des unternehmerischen Wachstums in Coworking Spaces.6.3
Entwicklung und Präsentation eines Konzepts für ein soziales Unternehmen innerhalb eines CWS
Diese Fähigkeiten garantieren, dass Sozialunternehmer:innen, die in Coworking Spaces arbeiten, zusätzlich zur Gründung ihres Unternehmens darauf vorbereitet sind, ihre Auswirkungen zu skalieren, sich an Veränderungen anzupassen und inklusiv mit den Gemeinschaften zu interagieren, denen sie dienen. Coworking Spaces sind mehr als nur tatsächliche Arbeitsorte; sie sind auch reichhaltige Umgebungen für die Gründung von Unternehmen, die positive soziale Auswirkungen haben. Sie befähigen Innovator:innen dazu, selbstbewusst und zielgerichtet von der Idee zur Umsetzung überzugehen, indem sie kollaboratives Design, unternehmerische Tools und strukturiertes Lernen miteinander verbinden. CWS können eine zentrale Rolle bei der Entwicklung der nächsten Generation von gemeindezentrierten Akteur:innen des Wandels spielen, wie Programme wie die Collaborative Leadership Academy zeigen.
Zu den Kernkompetenzen, die für soziales Unternehmertum in CWS besonders relevant sind, zählen:
6.3
Entwicklung und Präsentation eines Konzepts für ein soziales Unternehmen innerhalb eines CWS
Kuriosität: Wie kann eine einfache Post-it-Übung in einem Coworking Space zur Gründung eines Unternehmens führen, das sich mit Obdachlosigkeit oder Klimawandel befasst? Alles beginnt mit Chancenanalyse und Zusammenarbeit! Richtig oder falsch: Bei der Chancenanalyse geht es darum, ungedeckte soziale oder ökologische Bedürfnisse zu identifizieren. (Richtig) Begründung: Die Chancenanalyse ist ein Prozess, bei dem Lücken oder Bedürfnisse in der Gesellschaft oder Umwelt ermittelt werden, die durch innovative Lösungen angegangen werden können.
Tipp
Tipp für Ausbilder:innen: Begleiten Sie Ihre Lernenden dabei, Ideen mithilfe von Coworking Spaces (CWS) als Innovationslabore in die Tat umzusetzen.
Reflexion der eigenen Rolle beim Beitrag zu sozialer Innovation und inklusiven Wirtschaftsformen
6.4
Ein wesentlicher Bestandteil des Prozesses des sozialen Unternehmertums ist die Reflexion. Sie hilft den Lernenden, soziale Probleme besser zu verstehen, ihre Rolle als Akteur:innen des Wandels zu verinnerlichen und ihr Verhalten sowohl mit individuellen als auch mit Gruppenwerten in Einklang zu bringen (Roslan, 2022). Reflexion ist keine passive Tätigkeit, sondern ermöglicht es den Menschen, ihre Erfahrungen mit allgemeineren gesellschaftlichen Zielen zu verknüpfen und ein nachhaltiges Engagement für soziale Auswirkungen zu entwickeln. Der Verweis des Re-Work-Kompetenzberichts auf den LifeComp-Rahmen bietet eine Grundlage für die Entwicklung der für diesen introspektiven Prozess erforderlichen Fähigkeiten zur sozio-emotionalen und persönlichen Entwicklung. Zu den wesentlichen Kompetenzen gehören:
Reflexion der eigenen Rolle beim Beitrag zu sozialer Innovation und inklusiven Wirtschaftsformen
6.4
Der Leitfaden für bewährte Methoden veranschaulicht, wie diese reflexiven Kompetenzen in Coworking-Umgebungen aktiv gefördert werden:
- Impact Hub Athens (Griechenland): Durch die praktische Beteiligung an realen Projekten setzen sich die Lernenden intensiv mit den Bedürfnissen der Gemeinschaft auseinander, erleben kollaborative Problemlösung und reflektieren die sozialen Ergebnisse ihrer Arbeit innerhalb eines inklusiven Ökosystems.
- Espacio Colaborativo (Spanien): Dieser Coworking Space legt den Schwerpunkt auf persönliche Entwicklung und Empowerment, indem er gemeinsame Ressourcen, Peer-Mentoring und offene Lernmöglichkeiten anbietet. Das Umfeld fördert die berufliche und soziale Entwicklung der Einzelpersonen und trägt gleichzeitig zu einer lebendigen Gemeinschaftskultur bei.
Diese Beispiele zeigen, wie Coworking Spaces nicht nur als Aktionsplattformen dienen können,sondern auch als reflektierende Lernumgebungen, in denen die Lernenden ihre persönlichen Werte mit kollektiven Zielen integrieren. Durch die Beteiligung an erfahrungsbasierten Aktivitäten wie Impact Mapping oder Workshops zu sozialen Werten können die Lernenden die Auswirkungen ihrer Handlungen visualisieren. Diese Übungen helfen dabei, lokale, kleine Initiativen innerhalb von Coworking Spaces mit globalen Prioritäten wie den Zielen der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals – SDGs) zu verbinden (UN, 2020). Durch angeleitete Reflexion können die Lernenden:
Reflexion der eigenen Rolle beim Beitrag zu sozialer Innovation und inklusiven Wirtschaftsformen
6.4
Reflexion ist keine Ergänzung zur unternehmerischen Entwicklung, sondern ein integraler Bestandteil davon. Durch die Förderung von Empathie, kritischem Denken und gemeinschaftlicher Verantwortung ermöglichen Rahmen wie LifeComp es den Lernenden, sich zu sozialbewussten Akteur:innen des Wandels zu entwickeln. In Coworking-Umgebungen eingebettet, verwandeln reflektierende Praktiken das Lernen in Handeln und persönliche Erkenntnisse in nachhaltige soziale Auswirkungen. Tipp für Ausbilder:innen: Helfen Sie den Lernenden dabei, ihre Macht zur Veränderung zu erkennen, indem Sie Reflexion in Ihren Unterricht einbauen. Kuriosität: Was wäre, wenn ein kleines Projekt, das Sie in einem Coworking Space starten,
eine ganze Gemeinschaft inspirieren und sogar zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen beitragen könnte? Reflexion hilft Ihnen dabei, die Auswirkungen Ihrer Handlungen zu erkennen! Richtig oder falsch: Reflexion ist für Lernende nicht notwendig, um ihre Handlungsfähigkeit bei der Herbeiführung von Veränderungen zu verinnerlichen. (Falsch) Begründung: Reflexion ist für die Lernenden unerlässlich, um ihre Rolle als Akteur:innen des Wandels zu verstehen und anzunehmen, da sie ihnen hilft, Handlungen mit Auswirkungen in Verbindung zu bringen.
Tipp
Tipp für Ausbilder:innen: Leiten Sie Ihre Schüler dazu an, Ideen mithilfe von Coworking Spaces (CWS) als Innovationslabore in die Tat umzusetzen.
6.5
Fazit
Übung 1: Das Social Startup Studio
Lernende, Ausbilder:innen und Berufsbildungsanbieter müssen verstehen, dass Coworking Spaces als Ökosysteme für soziale Innovation fungieren können. Diese Bereiche ermöglichen es den Nutzer:innen:
Die Integration von sozialem Unternehmertum in Coworking Spaces und kollaborative Arbeitsräume (CWS) ist ein revolutionärer Ansatz zur Schaffung inklusiver, kreativer und nachhaltiger Gemeinschaften und gleichzeitig eine zeitgemäße Antwort auf die sich wandelnde Dynamik der Arbeitswelt. Coworking Spaces sind in einer einzigartigen Position, um unternehmerisches Denken mit sozialem Zweck zu fördern, insbesondere bei jungen Berufstätigen, die sich in einem postpandemischen, digitalisierten und werteorientierten Arbeitsmarkt zurechtfinden müssen, wie der Kompetenzbericht und die Roadmap sowie der Leitfaden für bewährte Methoden des Re-Work-Projekts belegen. Wir haben anhand dieser Literaturrecherche untersucht, wie soziales Unternehmertum, das auf den Ideen der Wertschöpfung, der Stärkung von Gemeinschaften und ethischer Innovation basiert, sich auf natürliche Weise in die kollaborative Infrastruktur und Kultur von CWS einfügt. Zusätzlich zu den materiellen Ressourcen bieten diese Bereiche Peer-Learning, Sozialkapital und Möglichkeiten zur praktischen Problemlösung – allesamt Faktoren, die für die Entstehung, Expansion und Wirkungssteigerung sozialer Unternehmen von entscheidender Bedeutung sind.
6.5
Fazit
Darüber hinaus können CWS durch die Abstimmung dieser Kompetenzen auf europäische Rahmen wie EntreComp, LifeComp, GreenComp, DigiComp und die ESCO-Klassifizierung sicherstellen, dass ihre Schulungen zum sozialen Unternehmertum nicht nur pädagogisch fundiert sind, sondern auch in anderen EU-Kontexten anerkannt und anwendbar sind. Die Beispiele für bewährte Methoden – Greenbizz (Belgien), Impact Hub Athens (Griechenland), Forwardspace (Estland) und die Collaborative Leadership Academy (Portugal) – bieten solide, reproduzierbare Beispiele dafür, wie Coworking Spaces bürgerschaftliches Engagement, Lernen und Innovation fest in ihrer Struktur verankern können. Mit jedem einzelnen Coworking Space leistet dieses Modul einen wichtigen Beitrag zur Schaffung eines resilienten, gerechten und zukunftsorientierten Europas, indem es jungen Berufstätigen geeignete Denkweisen, Ressourcen und Verbindungen zur Gemeinschaft vermittelt.
Übungen für die erfahrungs- basierte Ausbildung
6.5
Übung 1: Das soziale Startup-Studio
Die Übung betont die Relevanz für die reale Welt und ermutigt die Lernenden dazu, auf reale Beispiele zurückzugreifen, sich mit drängenden gesellschaftlichen Herausforderungen auseinanderzusetzen und gemeinsam bedeutsame Lösungen zu entwickeln. Sie fördert unternehmerisches Denken, Teamarbeit und die praktische Anwendung des Social Business Model Canvas.
Ziel: Die Lernenden durch den Prozess der Ideenfindung und Präsentation eines sozialen Unternehmens führen, das Coworking Spaces nutzt. Lernziel:
Schritte: A Einstieg (10 Min.): s ein soziales Unternehmen ausmacht B Bildung von Teams (5 Min.): Bilden Sie Teams mit drei bis fünf Mitgliedern. C Inspirationsrunde (10 Min.): Präsentieren Sie zwei bis drei Beispiele aus der Praxis für soziale Unternehmen, die Coworking Spaces nutzen (z. B. Impact Hub, Social Nest Foundation).
Beschreibung: Dieser interaktive Workshop führt die Lernenden durch den kreativen Prozess der Konzeption und Präsentation eines sozialen Unternehmens im Rahmen eines Coworking Space. In kleinen Teams untersuchen die Teilnehmer:innen, wie Coworking-Umgebungen als Katalysatoren für soziale Innovation dienen können, indem sie Ideen entwickeln, Akteur:innen des Wandels miteinander vernetzen und die Wirkung auf die Gemeinschaft verstärken.
Die Liste wird auf der nächsten Seite fortgesetzt.
Übungen für die erfahrungs-basierte Ausbildung
6.5
D Brainstorming zu sozialen Problemen (10 Min.): Jedes Team identifiziert eine lokale oder globale soziale Herausforderung, die den Mitgliedern am Herzen liegt. E Lösungsentwurf (20 Min.): Die Teams entwickeln mithilfe des Social Business Model Canvas ein Konzept für ein soziales Unternehmen, das in einem CWS angesiedelt ist. F Präsentation (5 Min./Team): Jedes Team stellt seine Idee der Gruppe vor. G Reflexion (10 Min.): Was hat Sie überrascht? Wie hat die CWS-Umgebung Ihre Idee beeinflusst?
Tipp
Anpassungstipp: Verwenden Sie bei begrenzter Zeit eine vorgefertigte Vorlage mit nur zwei bis drei Feldern, die ausgefüllt werden müssen (z. B. Wertversprechen, zentrale Aktivitäten, Partner).
Übungen für die erfahrungs-basierte Ausbildung
6.5
Klicken Sie hier, um die leere Vorlage herunterzuladen.
Übung 2: Theorie des Wandels – Von der Idee zur sozialen Veränderung
6.5
Ziel: Den Lernenden mithilfe einer Vorlage zur Theorie des Wandels zu veranschaulichen, wie ihre Handlungen in einem CWS-Umfeld zu umfassenderen sozialen Ergebnissen beitragen können. Lernziele:
(Zentrale Idee -> Aktivitäten -> Ergebnisse -> Auswirkungen -> Sozialer Wandel) untersuchen die Teilnehmer:innen, wie Coworking Spaces als Sprungbrett für bedeutende Veränderungen dienen können. Indem sie nachverfolgen, wie ihre Bemühungen zum Wohlergehen, zur Nachhaltigkeit oder zur Inklusion in der Gemeinschaft beitragen, entwickeln die Lernenden Systemdenken, vertiefen ihr Zielbewusstsein und verbinden ihre tägliche Arbeit mit übergeordneten sozialen Zielen. Es ist eine ideale Aktivität, um Bewusstsein dafür zu schaffen, wie individuelle Handlungen zu kollektiven Auswirkungen führen, insbesondere in einem kollaborativen Arbeitsbereich.
Beschreibung: Diese reflexive und visuelle Übung hilft den Lernenden dabei, den sozialen Einfluss eines Projekts oder Unternehmens von der ersten Idee bis hin zu langfristigen gesellschaftlichen Veränderungen darzustellen. Mithilfe des Impact-Map-Rahmens
Übung 2: Theorie des Wandels – Von der Idee zur sozialen Veränderung
6.5
Format: in Präsenz oder online Dauer: ~45 Minuten Materialien: Haftnotizen oder Miro-Board, ausgedruckte Impact-Map-Vorlagen (LINK). Schritte: a) Einführung (5 Min.): Stellen Sie das Konzept anhand einer Vorlage zur Theorie des Wandels vor. a. (Inputs -> Aktivitäten -> Outputs -> Ergebnisse -> Auswirkungen) b) Mapping (25 Min.): Einzeln oder zu zweit wählen die Lernenden eine Initiative im Zusammenhang mit Coworking (real oder fiktiv) aus und erstellen einen Pfad zu deren Auswirkungen.
c) Galerie oder Austausch (10 Min.): Präsentieren Sie die Entwürfe und diskutieren Sie wichtige Erkenntnisse. d) Reflexion (5 Min.): Welche Veränderungen möchten Sie in Ihrer Gemeinschaft bewirken?
Tipp
Hinweis für Ausbilder:innen: Diese Übung vertieft das Verständnis dafür, wie selbst kleine Unternehmungen zu Welleneffekten in Gemeinschaften führen können.
Übung 2: Theorie des Wandels – Von der Idee zur sozialen Veränderung
Übung 2: Theorie des Wandels – Von der Idee zur sozialen Veränderung
6.5
Klicken Sie hier, um die leere Vorlage herunterzuladen.
Workshop-Plan: „Katalysatoren für Veränderung – Aufbau sozialer Unternehmen in CWS“
6.6
Ziel: Ziel dieses Workshops ist es, den Teilnehmer:innen die Grundprinzipien des sozialen Unternehmertums näherzubringen, zu zeigen, wie Coworking und kollaborative Arbeitsräume (CWS) soziale Innovationen fördern können, und die Lernenden durch den Prozess der Entwicklung und Präsentation eines Konzepts für ein soziales Unternehmen unter Verwendung kollaborativer Tools und Peer-Feedback zu begleiten. Dauer: 2 Stunden Methoden: Mini-Vortrag mit Beispielen, Gruppen-Brainstorming und Diskussion, Fallstudienanalyse, teamorientiertes Design unter Verwendung des Business Model Canvas sowie gegenseitiges Feedback und Reflexion Materialien:
Lernziele:
Tabelle mit weiteren Informationen auf der nächsten Seite
Workshop-Plan: „Katalysatoren für Veränderung – Aufbau Sozialer Unternehmen in CWS“
6.6
Aktivität/ Anleitung/ Materialien
Zeit
Titel
Ziel
Aktivität: Eisbrecher. Anleitung: Bitten Sie alle Teilnehmer:innen, kurz ein soziales Thema zu nennen, das ihnen am Herzen liegt. Halten Sie die Diskussion offen und urteilen Sie nicht, um die Teilnehmer:innen zum Mitmachen zu ermutigen. Materialien: Flipchart oder Tafel, um gemeinsame Themen zu notieren (optional).
Den Ton festlegen und einen sicheren Raum schaffen
10 min
Begrüßung & Einstimmung
Aktivität: Mini-Vortrag mit Fragen und Antworten. Anleitung: Stellen Sie die Definition, die wichtigsten Grundsätze (Zweck, Innovation, Nachhaltigkeit) und zwei bis drei reale Beispiele vor (z. B. Miro). Bitten Sie die Gruppe um kurze Reaktionen. Materialien: Folien mit Beispielen.
Was ist soziales Unter-nehmertum?
15 min
Grundlagen-wissen vermitteln
Aktivität: Fallstudien-Diskussion. Anleitung: Präsentieren Sie ein bis zwei inspirierende Beispiele aus dem Re-Work-Leitfaden für bewährte Methoden (z. B. Impact Hub Athens). Heben Sie hervor, wie CWS soziale Unternehmen fördern. Diskutieren Sie anschließend: „Welche Vorteile bieten CWS für Akteur:innen des Wandels in der Anfangsphase?“ Materialien: Folien, Handouts oder kurze Videos.
Persönliche Werte mit den Bedürfnissen der Gemeinschaft verknüpfen
Soziale Bedürfnisse und Chancen
15 min
Tabele wird auf der nächsten Seite fortgesetzt.
Workshop-Plan: „Katalysatoren für Veränderung – Aufbau sozialer Unternehmen in CWS“
6.6
Zeit
Titel
Ziel
Aktivität/ Anleitung/ Materialien
Aktivität: Fallstudien-Diskussion. Anleitung: Präsentieren Sie ein bis zwei inspirierende Beispiele aus dem Re-Work-Leitfaden für bewährte Methoden (z. B. Impact Hub Athens). Heben Sie hervor, wie CWS soziale Unternehmen fördern. Diskutieren Sie anschließend: „Welche Vorteile bieten CWS für Akteur:innen des Wandels in der Anfangsphase?“ Materialien: Folien, Handouts oder kurze Videos.
Verstehen, wie CWS Auswirkungen fördern
20 min
Coworking als Sprungbrett
Aktivität: Teamprojekt unter Verwendung des Social Business Model Canvas. Anleitung: In kleinen Gruppen (drei bis fünf Personen) wählen die Teilnehmer:innen ein soziales Thema aus und entwerfen gemeinsam ein soziales Unternehmen, das von einem CWS aus operieren würde. Verwenden Sie das Canvas, um die zentralen Elemente (Problem, Lösung, Begünstigte, Partner, Aktivitäten usw.) zu definieren. Materialien: Ausgedruckte Social BMCs, Flipcharts, Marker (oder Miro, wenn online).
Ein Konzept für ein soziales Unternehmen entwickeln
Entwicklung einer Idee
30 min
Aktivität: Teampräsentationen. Anleitung: Jede Gruppe hält eine drei- bis fünfminütige Präsentation ihres Unternehmenskonzepts. Bitten Sie das Publikum nach jeder Präsentation, Feedback nach der Methode „Eine Stärke / Eine Frage” zu geben. Materialien: Timer, optional Handout „Checkliste für Präsentationen“.
Präsentation & Feedback
20 min
Teilen und Feedback erhalten
Tabele wird auf der nächsten Seite fortgesetzt.
Workshop-Plan: „Katalysatoren für Veränderung – Aufbau sozialer Unternehmen in CWS“
6.6
Zeit
Titel
Ziel
Aktivität/ Anleitung/ Materialien
Aktivität: Angeleitete Reflexion. Anleitung: Bitten Sie die Lernenden, schriftlich oder mündlich zu formulieren: „Wie kann ich durch meine Arbeit etwas verändern?” Optional können Sie zwei bis drei Personen bitten, ihre Gedanken mit der Gruppe zu teilen. Schließen Sie mit der Aufforderung, im Rahmen der eigenen beruflichen Laufbahn auch weiterhin nach Möglichkeiten für soziales Engagement zu suchen. Materialien: Papier oder Journale (optional).
Reflexion & Abschluss
Lerninhalte festigen
10 min
Zusammenfassung der Erkenntnisse
Hinweise für Ausbilder:innen:
REFERENzen
Modul 1
Module 2
Referenz: RE-WORK Project. (2024). Skills roadmap for VET providers [PDF]. https://www.re-work-project.eu/results/
Weitere Referenzen anzeigen
REFERENzen
Modul 2
Module 2
Avdikos, V., Iliopoulou, E. (2019). Community-Led Coworking Spaces: From Co-location to Collaboration and Collectivization. In: Gill, R., Pratt, A.C., Virani, T.E. (eds) Creative Hubs in Question. Dynamics of Virtual Work. Palgrave Macmillan, Cham. https://doi.org/10.1007/978-3-030-10653-9_6 Berdicchia, D., Fortezza, F. & Masino, G. (2023). The key to happiness in collaborative workplaces. Evidence from coworking spaces. Rev Manag Sci 17, 1213–1242. https://doi.org/10.1007/s11846-022-00558-0 Garrett, L. E., Spreitzer, G. M., & Bacevice, P. A. (2017). Co-constructing a sense of community at work: The emergence of community in coworking spaces. Organization Studies, 38(6), 821–842. https://doi.org/10.1177/0170840616685354 Knowles, M. S. (1984). Andragogy in Action. Applying Modern Principles of Adult Education. San Francisco, CA: Jossey Bass. Parker, K., & Horowitz, J. M. (2022). Majority of workers who quit a job in 2021 cite low pay, no opportunities for advancement, feeling disrespected. Pew Research Center (9th March). https://www.pewresearch.org/short-reads/2022/03/09/majority-of-workers-who-quit-a-job-in-2021-cite-low-pay-no-opportunities-for-advancement-feeling-disrespected/ REWORK. (2024a). Good practice guide and Recommendations for VET providers. https://www.re-work-project.eu/results/#flipbook-df_483/3/ REWORK. (2024b). Skills Report & Roadmap. https://www.re-work-project.eu/results/#flipbook-df_491/1/ Spinuzzi, C., Bodrožić, Z., Scaratti, G., & Ivaldi, S. (2018). “Coworking Is About Community”: But What Is “Community” in Coworking? Journal of Business and Technical Communication, 33(2), 112-140. https://doi.org/10.1177/1050651918816357 (Original work published 2019) Stockdale, C. & Avdikos, V. (2025). Transformative social innovation and rural collaborative workspaces: assembling community economies in Austria and Greece. Open Res Europe 4:205. https://doi.org/10.12688/openreseurope.18007.2. Sull, D., Sull, C., & Zweig, B. (2022). Toxic Culture Is Driving the Great Resignation. MIT Sloan Management Review (11th January). https://sloanreview.mit.edu/article/toxic-culture-is-driving-the-great-resignation/
REFERENzen
Modul 3
Module 2
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REFERENzen
Modul 4
Module 2
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REFERENzen
Modul 4
Module 2
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REFERENzen
Modul 5
Module 2
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Modul 5
Module 2
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Modul 6
Module 2
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Modul 6
Module 2
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Vielen Dank!
Wir bedanken uns herzlich für Ihr Interesse an diesem Ressourcen-Kit. Es wurde im Rahmen des RE-WORK-Projekts entwickelt und soll praktische Einblicke und evidenzbasierte Ansätze zur Bewältigung der Herausforderungen der „Great Resignation“ und des „Quiet Quitting“ unter jungen Fachkräften und Unternehmern bieten. Durch die Konzentration auf Coworking und kollaborative Arbeitsräume untersucht das Projekt neue Wege zur Förderung von Engagement, Nachhaltigkeit und sinnvoller Teilhabe in der Arbeitswelt. Wir hoffen, dass Ihnen diese Materialien sowohl Wissen als auch Inspiration geboten haben, um darüber nachzudenken, zu diskutieren und sie in Ihrem eigenen beruflichen und akademischen Kontext anzuwenden. Weitere Ressourcen, Veröffentlichungen und aktuelle Informationen finden Sie auf unserer Website: www.re-work-project.eu. Sie können unsere laufenden Aktivitäten und neuesten Entwicklungen auch auf LinkedIn verfolgen, wo wir weiterhin Projektergebnisse und Erkenntnisse veröffentlichen. Ihr Interesse und Ihr Engagement sind unerlässlich, um inklusive, kooperative und nachhaltige Wege in die Arbeitswelt zu fördern.
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