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Quiz für Patient:innen

Stiftung Patientensicherheit Schweiz

Created on September 8, 2025

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Transcript

Für Patient:innen

Patient:innensicherheit?!

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START!

Frage 1

Händehygiene

Richtige Antwort 1

Händehygiene
Händewaschen, Händedesinfektion und Hautpflege Nebst dem Händewaschen und der Händedesinfektion ist die Pflege der Hände wichtig, um die Regeneration der Haut zu unterstützen. Die Pflege mit rückfettenden Cremes hilft, die Hautbarriere zu erhalten. Eine gesunde Haut ist auch eine Voraussetzung für den Infektionsschutz, denn wenn die Haut der Hände geschädigt ist, ist die Händedesinfektion weniger effektiv. Zudem können sich Erreger leichter einnisten und auf Patient:innen übertragen werden.

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Quellen:

  • WHO Guidelines on Hand Hygiene in Health Care: First Global Patient Safety Challenge Clean Care Is Safer Care. (2009). World Health Organization.
  • World Health Organization, World Hand Hygiene Day-Campaign: www.who.int/campaigns/world-hand-hygiene-day

Frage 2

Händehygiene

Richtige Antwort 2

Händehygiene
Bis zu 95- 99.999% Alkoholbasierte Händedesinfektionsmittel sind bei richtiger Anwendung hochwirksam. Sie können bis zu 99,999 % der transienten Keime auf der Haut abtöten oder inaktivieren und sind somit deutlich effektiver als Händewaschen mit Seife.

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Quelle: Kampf, G., & Kramer, A. (2004). Epidemiologic background of hand hygiene and evaluation of the most important agents for scrubs and rubs. Clinical microbiology reviews, 17(4), 863–893. https://doi.org/10.1128/CMR.17.4.863-893.2004

Frage 3

Sepsis

Richtige Antwort 3

Sepsis
Sepsis ist eine lebensbedrohliche Komplikation einer Infektion, bei der die körpereigene Abwehrreaktion fehlreguliert wird und es zur Schädigung eigener Organe kommt. Sepsis entsteht, wenn die körpereigene Abwehrreaktion auf eine Infektion ausser Kontrolle gerät. Dabei werden nicht nur die Erreger bekämpft, sondern auch körpereigenes Gewebe und Organe geschädigt. Dies kann zu Schock, Multiorganversagen und letztlich zum Tod führen – insbesondere, wenn die Symptome nicht frühzeitig erkannt und sofort behandelt werden. Sepsis ist eine der häufigsten und tödlichsten Komplikationen bei Infektionen weltweit und kann durch bakterielle, aber auch durch virale Infektionen wie COVID-19 ausgelöst werden.

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Quelle: World Sepsis Day Organisation: www.worldsepsisday.org

Frage 4

Sepsis

Richtige Antwort 4

Sepsis
Folgende Symptome können auf eine Sepsis hinweisen:
  • Plötzliche Verwirrtheit, Unruhe
  • Müdigkeit und Apathie
  • Fieber und Schüttelfrost
  • wenig oder kein Urin (trockene Windel)
  • Atemnot oder schnelle, schwere Atmung
  • Extremes Krankheitsgefühl ("Ich glaube, ich sterbe")
  • Schneller Puls, tiefer Blutdruck
  • Marmorierte und/oder kühle, fleckige Haut an Armen und Beinen

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Quelle: World Sepsis Day Organisation: www.worldsepsisday.org

Frage 5

Medikationssicherheit

Richtige Antwort 5

Medikationssicherheit
Manche Patient:innengruppen tragen besondere Risiken in Bezug auf die Medikationssicherheit – z. B. durch notwendige individuelle Dosierungsanpassung, Kommunikationshürden oder komplexe Therapiesituationen. Gerade bei Kindern, älteren Menschen, Menschen mit Sprach- oder Verständnisschwierigkeiten sowie Personen mit Polypharmazie sind sorgfältige Prozesse besonders wichtig.

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Quellen:
  • WHO (2022): Medication Safety in High-Risk Situations – Technical Reporthttps://www.who.int/publications/i/item/medication-safety-in-high-risk-situations
  • Institute for Safe Medication Practices (ISMP). ISMP Targeted Medication Safety Best Practices for Hospitals. ISMP; 2024. https://www.ismp.org/guidelines/best-practices-hospitals.

Frage 6

Medikationssicherheit

Richtige Antwort 6

Medikationssicherheit
Polypharmazie bezeichnet die gleichzeitige Einnahme von fünf oder mehr Medikamenten und betrifft insbesondere ältere Menschen. In der Schweiz erhielten im Jahr 2021 mehr als die Hälfte der Personen über 75 Jahre fünf oder mehr Medikamente gleichzeitig verschrieben.Polypharmazie ist nicht grundsätzlich problematisch. In vielen Fällen ist sie medizinisch sinnvoll und entspricht den Empfehlungen in Leitlinien, zum Beispiel bei Herzinsuffizienz oder Diabetes. Gleichzeitig steigt mit der Anzahl eingenommener Medikamente das Risiko für unerwünschte Wirkungen, Wechselwirkungen und Anwendungsfehler. Deshalb ist eine regelmässige und koordinierte Überprüfung der Gesamtmedikation wichtig, um die Sicherheit und Wirksamkeit der Therapie zu gewährleisten. Auch Kinder können betroffen sein. Im Jahr 2021 waren sechs Prozent der unter 18-Jährigen in der Schweiz von Polypharmazie betroffen. Bei ihnen ist besondere Vorsicht geboten, da es weniger evidenzbasierte Daten für die sichere Anwendung von Medikamenten im Kindesalter gibt.

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Quelle: Twerenbold, S., Schur, N., Wittwer, N., Schneider, C., Marxer, C., Spöndlin, J., Schwenkglenks, M., & Meier, C. R. (2022). Helsana-Arzneimittelreport für die Schweiz 2022 Auswertungsergebnisse der Helsana Arzneimitteldaten aus den Jahren 2018 bis 2021. https://www.helsana.ch/de/helsana-gruppe/medien-publikationen/helsana-reports/arzneimittelreport.html

Frage 7

Risikogruppe Kinder

Richtige Antwort 7

Risikogruppe Kinder
Emotionale Sicherheit ist ein wesentlicher Bestandteil in der pädiatrischen Versorgung, da sie Vertrauen schafft, Angst und Stress reduziert, die Kooperationsbereitschaft des Kindes fördert und psychische Traumata in Zusammenhang mit der Behandlung vorbeugen kann. Emotionale Sicherheit allein garantiert zwar keine Heilung und steht in keinem direkten Zusammenhang mit den Spitalkosten, sie stellt jedoch einen eigenständigen Wert in der Beziehung des Kindes und seiner Familie zur Gesundheitsversorgung dar.

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Frage 8

Risikogruppe Kinder

Richtige Antwort 8

Risikogruppe Kinder
Eine gute Vorgehensweise ist es, dem Kind eine aktive und angemessene Rolle zu geben – etwa durch die Wahl einer bequemen Position oder kleiner Entscheidungen. Dies stärkt sein Gefühl von Kontrolle und Sicherheit. Erklärungen sollten altersgerecht und in verständlicher Sprache erfolgen; das Kind darf weder mit zu vielen technischen Details überfordert noch komplett ignoriert werden. Ablenkung kann ergänzend eingesetzt werden, ersetzt aber nicht die Erklärungen.

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Was meint Unconscious Bias?

Unconscious Bias
Unconscious Bias („unbewusste oder implizite Vorurteile“) beschreibt negative Assoziationen oder Einstellungen gegenüber Angehörigen spezifischer Gruppen, die tief verwurzelt und reflexartig unsere Wahrnehmung, unser Verhalten, unsere Interaktionen und Entscheidungen beeinflussen. Dieser Vorgang erfolgt unwillentlich und unbewusst – also ohne dass die handelnde Person sich dessen bewusst ist – und steht oft im Widerspruch zu bewusst vertretenen Einstellungen oder Haltungen. Im Kontext des Gesundheitswesens kann dies zu ungewollter Ungleichbehandlung und Benachteiligung von Patient:innen führen, beispielsweise aufgrund von Merkmalen wie Alter, Geschlecht, Hautfarbe, oder sexueller Orientierung, etc.

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Quellen:

  • ZHAW Gesundheit (Institut für Public Health), URL: https://www.zhaw.ch/de/gesundheit/forschung/themendossiers/unconscious-bias (Stand: 22.07.2025)
  • Meidert, U., Dönnges, G., Bucher, T., Wieber, F., & Gerber-Grote, A. (2023). Unconscious Bias among Health Professionals: A Scoping Review. International Journal of Environmental Research and Public Health, 20(16), 6569. https://doi.org/10.3390/ijerph20166569

Frage 9

Unconscious Bias
Eine 35-jährige Frau mit körperlicher Behinderung (Rollstuhl), Migrationshintergrund und eingeschränkten Sprachkenntnissen kommt mit Unterbauchschmerzen in die Notaufnahme. Sie wird von ihrer Ehefrau begleitet. Trotz medizinischer Indikation erfolgt keine gynäkologische Untersuchung. Sie wird mit Schmerzmitteln entlassen - ohne weitere Diagnostik.

Richtige Antwort 9

Unconscious Bias
  • Gender Bias – weil gynäkologische Beschwerden von Frauen tendenziell weniger ernst genommen oder bagatellisiert werden.
  • Ableismus – weil die körperliche Behinderung möglicherweise dazu führte, dass ihre Beschwerden vorschnell als Teil ihrer Vorerkrankung gewertet wurden.
  • Heteronormativität – Die Anwesenheit der Ehefrau könnte unbewusst zu Irritation oder Distanz im medizinischen Team geführt haben.
  • Rassismus – Die Herkunft oder sprachliche Barrieren könnten unbewusst zu Vorannahmen über Kompetenz, Kooperation oder Bildungsniveau geführt haben.
  • Intersektionalität – weil mehrere Merkmale gleichzeitig (Behinderung, Sprache, kultureller Hintergrund, Geschlecht) zur Benachteiligung beigetragen haben könnten.
Unbewusste Vorurteile wirken nicht isoliert, sondern häufig intersektional – das heisst: Sie entstehen und verstärken sich durch das Zusammenspiel mehrerer Merkmale wie bspw. Geschlecht, Hautfarbe, Sprache, sozioökonomischer Status oder religiöser Zugehörigkeit.

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Quelle:

  • Bowleg, L. (2012). The problem with the phrase women and minorities: Intersectionality—an important theoretical framework for public health. American Journal of Public Health, 102(7), 1267–1273. https://doi.org/10.2105/AJPH.2012.300750

Frage 10

Kommunikationsbarrieren
Ein Pflegefachmann erklärt einer Patientin die Einnahme ihres neuen Blutdruckmedikaments. Um sicherzugehen, dass die Patientin die Information verstanden hat, sagt er:"Könnten Sie mir bitte in Ihren eigenen Worten erklären, wie und wann Sie das Medikament einnehmen werden?"

Richtige Antwort 10

Kommunikationsbarrieren

Bei der Teach-Back-Methode wiederholt die Patientin die Information mit eigenen Worten. So kann die Fachperson überprüfen, ob das Verständnis korrekt ist, und bei Bedarf nachjustieren.

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Quelle:

  • Ha Dinh, T. T., Bonner, A., Clark, R., Ramsbotham, J., & Hines, S. (2016). The effectiveness of the teach-back method on adherence and self-management in health education for people with chronic disease: a systematic review. JBI database of systematic reviews and implementation reports, 14(1), 210–247. https://doi.org/10.11124/jbisrir-2016-2296

Bonusfrage

Richtige Antwort

PatBox.ch ist die nationale Meldeplattform für Patient:innen und Angehörige. Dort können anonyme Meldungen eingereicht werden, die von den Teams der Stiftung Patientensicherheit Schweiz und der Schweizerischen Patientenorganisation SPO gelesen und ausgewertet werden – mit dem Ziel, die Sicherheit von Patient:innen im Schweizer Gesundheitswesen zu verbessern. Die Schweizerische Patientenorganisation SPO bietet Patient:innen zudem individuelle Beratungen sowie die Beurteilung ihrer medizinischen und zahnmedizinischen Akten an. Die Stiftung Patientensicherheit Schweiz ist die Ansprechpartnerin für Gesundheitsfachpersonen, -institutionen und Fachverbände. Sie setzt nationale Projekte zur Verbesserung der Patient:innensicherheit um – darunter die Aktionswoche Patient:innensicherheit, in deren Rahmen auch dieses Quiz entstanden ist.

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Quiz geschafft!

Weiterführende Informationen zur Stiftung unter: www.patientensicherheit.ch
Weiterführende Informationen zur Aktionswoche Patient:innensicherheit 2025 unter: www.patientensicherheit.ch/aktionswoche-patientensicherheit
Haben Sie während eines Spitalaufenthalts, im Pflegeheim, bei der Pflege zu Hause, in einer Praxis oder Apotheke etwas erlebt, das Sie verunsichert hat? Melden Sie Ihr Erlebnis oder Ihren Vorfall unter:

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