Mutter & Neugeborenes
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Erläuterung
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Beipackzettel enthalten oft pauschale Warnungen und sind für eine differenzierte Bewertung in Schwangerschaft und Stillzeit nicht ausreichend. Verlässliche Informationen liefern evidenzbasierte Quellen wie die Webseite der Schweizerischen Akademie Perinatale Pharmakologie SAPPinfo.ch oder die deutsche Seite Embryotox.de sowie der fachliche Austausch mit Expert:innen. Eine Google-Suche ist hingegen nicht geeignet, da sie häufig unzuverlässige oder nicht überprüfte Inhalte liefert.
Weiter
Quelle:
Amann, W., Winter, S., & Schaefer, C. (2021). Medikamentöse Therapie in Schwangerschaft und Stillzeit. Deutsches Ärzteblatt International, 118(1-02), 11-18. https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/pdf/10.1055/s-0034-1396224.pdf
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Erläuterung
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Präeklampsie ist definiert durch das erstmalige Auftreten einer arteriellen Hypertonie (≥140/90mmHg an mindestens 4 Stunden auseinanderliegenden Messungen) oder eine Blutdruckerhöhung > 160/110 mmHg in kürzerem Abstand nach der 20. Schwangerschaftswoche plus
- entweder eine Proteinurie oder
- eines der folgenden Organsymptome:
- Thrombozytopenie (< 100 000/µl)
- Nierenversagen (Kreatinin > 1,1 mg/dl oder Verdopplung)
- Leberfunktionsstörung (Transaminasen > 2× oberer Normwert)
- Lungenödem
- Neurologische Symptome (Sehstörungen, persistierende Kopfschmerzen)
Häufige Symptome sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Sehstörungen (Augenflimmern), rechtsseitige Oberbauchschmerzen, starke Ödeme (auch im Gesicht) und eine plötzliche Gewichtszunahme (>1kg/Woche).
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Quellen:
- Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). (2024). S2k Leitlinie: Hypertensive Erkrankungen in der Schwangerschaft (HES) – Diagnostik und Therapie (Version 7.0, gültig bis 16.07.2029). AWMF Register Nr. 015 018. URL: https://register.awmf.org/assets/guidelines/015-018l_S2k_Hypertensive-Erkrankungen-Schwangerschaft-HES-Diagnostik-Therapie_2024-07.pdf (Stand: 14.08.2025)
- Reddy, M., Fenn, S., Rolnik, D. L., Mol, B. W., da Silva Costa, F., Wallace, E. M., & Palmer, K. R. (2021). The impact of the definition of preeclampsia on disease diagnosis and outcomes: a retrospec-tive cohort study. American journal of obstetrics and gynecology, 224(2), 217.e1–217.e11. https://doi.org/10.1016/j.ajog.2020.08.019
- Verlohren, S. (2018). Neue Trends in der Diagnostik und Therapie der Präeklampsie. Frauenheilkunde up2date, 12(6), 547–558. https://doi.org/10.1055/a-0662-0880
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Ein reif geborenes Neugeborenes (Geburtsgewicht 3200g) wird in den ersten Lebensstunden überwacht. Die Mutter hatte einen Gestationsdiabetes, die Geburt verlief komplikationslos.
Erläuterung
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• Hyperbilirubinämie: Häufiges Stillen fördert eine gute Hydration und frühzeitige Mekoniumaus-scheidung, wodurch Bilirubin schneller eliminiert wird.
• Hypoglykämie: Besonders bei Kindern diabetischer Mütter stabilisiert frühes Stillen den Blut-zuckerspiegel.
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Quellen:
- American Academy of Pediatrics. (2023). Hyperbilirubinemia in newborns: Updated guidelines from the AAP. American Family Physician, 107(6), 661–664. https://www.aafp.org/pubs/afp/issues/2023/0600/practice-guidelines-hyperbilirubinemia-newborns.pdf
- Chertok, I. R., Raz, I., Shoham, I., Haddad, H., & Wiznitzer, A. (2009). Effects of early breastfeeding on neonatal glucose levels of term infants born to women with gestational diabetes. Journal of human nutrition and dietetics : the official journal of the British Dietetic Association, 22(2), 166–169. https://doi.org/10.1111/j.1365-277X.2008.00921.x
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Ein 2 Tage altes reif geborenes Neugeborenes zeigt seit einigen Stunden Trinkschwäche und leichte Hypothermie. In der Anamnese fällt ein protrahierter Blasensprung (> 18 h) bei bekannter Gruppe-B-Streptokokken-Kolonisation der Mutter auf.
Erläuterung
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- Unspezifische Symptome wie Trinkschwäche, Hypo- oder Hyperthermie, Lethargie oder Atem-störungen sowie ein gräuliches Kolorit können erste Zeichen einer frühen Neugeborenensepsis sein. Auch eine unspezifische Unruhe der Eltern «etwas stimmt nicht», muss unbedingt ernst genommen werden.
- Risikofaktoren sind u. a. langer Blasensprung (> 18 h) und GBS-Kolonisation der Mutter
- Therapieprinzip: Sofortige Hinzuziehung eines Neonatologen/ Kinderarztes, sofortige Diagnostik und empirische antibiotische Therapie, um das rasche Fortschreiten und die hohe Mortalität zu verhindern.
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Quellen:
- American Academy of Pediatrics. (2020). Group B Streptococcus disease: AAP updates guidelines for the management of at-risk infants. American Family Physician, 101(6), 378–380. https://www.aafp.org/pubs/afp/issues/2020/0315/p378.html
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Ein Neugeborenes ist in den ersten Lebensstunden unauffällig. Die Geburt verlief komplikationslos. Am 3. Tag bemerken die Eltern zu Hause Trinkschwäche, eine bläuliche Haut (Zyanose) und Atemnot.
Erläuterung
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Pulsoxymetrie-Messung der Sauerstoffsättigung vor Entlassung:
- Erfasst eine erniedrigte Sauerstoffsättigung auch bei noch symptomfreien Neugeborenen.
- Ist ein etabliertes Screening, um kritische angeborene Herzfehler frühzeitig zu entdecken.
Messung der Herzfrequenz mit dem Stethoskop vor Entlassung:
- Kann Herzrhythmusstörungen erkennen, erfasst aber keine unauffälligen Sauerstoffmangelzustände.
Blutzuckermessung vor Entlassung
- Dient dem Nachweis einer Hypoglykämie, nicht zur Erkennung von Herzfehlern.
Abhören der Herzgeräusche vor Entlassung
- Viele kritische Herzfehler verursachen zunächst keine auffälligen Herzgeräusche, daher unzuverlässig als alleiniges Screening.
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Quelle:
- Ewer, A. K., Middleton, L. J., Furmston, A. T., Bhoyar, A., Daniels, J. P., Thangaratinam, S., Deeks, J. J., & Khan, K. S. (2011). Pulse oximetry screening for congenital heart defects in new-born infants (PulseOx): A test accuracy study. The Lancet, 378(9793), 785–794. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(11)60753-8
Bonus
Eine 29-jährige Frau bringt ihr erstes Kind zur Welt. Sechs Wochen nach der Geburt berichtet sie, dass sie sich „oft müde und überfordert“ fühlt. Ihr Schlaf ist unruhig, teilweise bedingt durch das häufige nächtliche Aufwachen des Babys. Sie macht sich viele Sorgen, ob sie eine „gute Mutter“ ist, und weint gelegentlich ohne klaren Auslöser. Die Unterstützung durch ihren Partner empfindet sie als hilfreich, trotzdem fühlt sie sich manchmal allein gelassen.
Erläuterung
Bonus
Die Symptome weisen auf eine postpartale Depression hin. Entscheidend ist, dass die Beschwerden bereits rund sechs Wochen anhalten, also deutlich über die typische Baby-Blues-Phase (max. ca. 2 Wochen) hinaus. Auch die wiederkehrenden Schuldgefühle sind Warnsignale für eine beginnende oder eher milde postpartale Depression. Wochenbettpsychosen verlaufen meist akut, schwer und mit psychotischen Symptomen. Eine normale Anpassungsreaktion wäre wahrscheinlicher, wenn die Stimmung insgesamt stabil bliebe und keine deutliche Beeinträchtigung vorläge. In Industrieländern wie der Schweiz ist im ersten Jahr nach der Geburt der Suizid bei einer postpartalen Depression eine der Hauptursachen mütterlicher Todesfälle.
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Quellen:
- Stewart, D. E., & Vigod, S. (2016). Postpartum depression. The New England Journal of Medi-cine, 375(26), 2649–2657. https://doi.org/10.1056/NEJMcp1607649
- Yu, H., Shen, Q., Bränn, E., et al. (2024). Perinatal depression and risk of suicidal behavior. JAMA Network Open, 7(1), e2350897. https://doi.org/10.1001/jamanetworkopen.2023.50897
- Despotis, A., Harrison, S., Quigley, M. A., Alderdice, F., & Fellmeth, G. (2025). Suicidal ideation in the postpartum period: A population-based study of prevalence and risk factors using data from two national maternity surveys in England. Journal of Affective Disorders, 389, 119707. https://doi.org/10.1016/j.jad.2025.119707
- Gelabert, E., Plaza, A., Roca-Lecumberri, A., Bramante, A., Brenna, V., Garcia-Esteve, L., Lega, I., Subirà, S., Toscano, C., & Torres-Giménez, A. (2024). Suicide attempts during pregnancy and post-partum: A systematic review and meta-analysis. Maternal and Child Health Journal, 28(9), 1443–1453. https://doi.org/10.1007/s10995-024-03956-w
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Beipackzettel enthalten oft pauschale Warnungen und sind für eine differenzierte Bewertung in Schwangerschaft und Stillzeit nicht ausreichend. Verlässliche Informationen liefern evidenzbasierte Quellen wie die Webseite der Schweizerischen Akademie Perinatale Pharmakologie SAPPinfo.ch oder die deutsche Seite Embryotox.de sowie der fachliche Austausch mit Expert:innen. Eine Google-Suche ist hingegen nicht geeignet, da sie häufig unzuverlässige oder nicht überprüfte Inhalte liefert.
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Quelle: Amann, W., Winter, S., & Schaefer, C. (2021). Medikamentöse Therapie in Schwangerschaft und Stillzeit. Deutsches Ärzteblatt International, 118(1-02), 11-18. https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/pdf/10.1055/s-0034-1396224.pdf
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Präeklampsie ist definiert durch das erstmalige Auftreten einer arteriellen Hypertonie (≥140/90mmHg an mindestens 4 Stunden auseinanderliegenden Messungen) oder eine Blutdruckerhöhung > 160/110 mmHg in kürzerem Abstand nach der 20. Schwangerschaftswoche plus
- entweder eine Proteinurie oder
- eines der folgenden Organsymptome:
- Thrombozytopenie (< 100 000/µl)
- Nierenversagen (Kreatinin > 1,1 mg/dl oder Verdopplung)
- Leberfunktionsstörung (Transaminasen > 2× oberer Normwert)
- Lungenödem
- Neurologische Symptome (Sehstörungen, persistierende Kopfschmerzen)
Häufige Symptome sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Sehstörungen (Augenflimmern), rechtsseitige Oberbauchschmerzen, starke Ödeme (auch im Gesicht) und eine plötzliche Gewichtszunahme (>1kg/Woche).Weiter
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Ein reif geborenes Neugeborenes (Geburtsgewicht 3200g) wird in den ersten Lebensstunden überwacht. Die Mutter hatte einen Gestationsdiabetes, die Geburt verlief komplikationslos.
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• Hyperbilirubinämie: Häufiges Stillen fördert eine gute Hydration und frühzeitige Mekoniumaus-scheidung, wodurch Bilirubin schneller eliminiert wird. • Hypoglykämie: Besonders bei Kindern diabetischer Mütter stabilisiert frühes Stillen den Blut-zuckerspiegel.
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Ein 2 Tage altes reif geborenes Neugeborenes zeigt seit einigen Stunden Trinkschwäche und leichte Hypothermie. In der Anamnese fällt ein protrahierter Blasensprung (> 18 h) bei bekannter Gruppe-B-Streptokokken-Kolonisation der Mutter auf.
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Ein Neugeborenes ist in den ersten Lebensstunden unauffällig. Die Geburt verlief komplikationslos. Am 3. Tag bemerken die Eltern zu Hause Trinkschwäche, eine bläuliche Haut (Zyanose) und Atemnot.
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Pulsoxymetrie-Messung der Sauerstoffsättigung vor Entlassung:
- Ist ein etabliertes Screening, um kritische angeborene Herzfehler frühzeitig zu entdecken.
Messung der Herzfrequenz mit dem Stethoskop vor Entlassung:- Kann Herzrhythmusstörungen erkennen, erfasst aber keine unauffälligen Sauerstoffmangelzustände.
Blutzuckermessung vor Entlassung- Dient dem Nachweis einer Hypoglykämie, nicht zur Erkennung von Herzfehlern.
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Bonus
Eine 29-jährige Frau bringt ihr erstes Kind zur Welt. Sechs Wochen nach der Geburt berichtet sie, dass sie sich „oft müde und überfordert“ fühlt. Ihr Schlaf ist unruhig, teilweise bedingt durch das häufige nächtliche Aufwachen des Babys. Sie macht sich viele Sorgen, ob sie eine „gute Mutter“ ist, und weint gelegentlich ohne klaren Auslöser. Die Unterstützung durch ihren Partner empfindet sie als hilfreich, trotzdem fühlt sie sich manchmal allein gelassen.
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Bonus
Die Symptome weisen auf eine postpartale Depression hin. Entscheidend ist, dass die Beschwerden bereits rund sechs Wochen anhalten, also deutlich über die typische Baby-Blues-Phase (max. ca. 2 Wochen) hinaus. Auch die wiederkehrenden Schuldgefühle sind Warnsignale für eine beginnende oder eher milde postpartale Depression. Wochenbettpsychosen verlaufen meist akut, schwer und mit psychotischen Symptomen. Eine normale Anpassungsreaktion wäre wahrscheinlicher, wenn die Stimmung insgesamt stabil bliebe und keine deutliche Beeinträchtigung vorläge. In Industrieländern wie der Schweiz ist im ersten Jahr nach der Geburt der Suizid bei einer postpartalen Depression eine der Hauptursachen mütterlicher Todesfälle.
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