Manche Patient:innengruppen tragen besondere Risiken in Bezug auf die Medikationssicherheit – z. B. durch notwendige individuelle Dosierungsanpassung, Kommunikationshürden oder komplexe Therapiesituationen.Gerade bei Kindern, älteren Menschen, Menschen mit Sprach- oder Verständnisschwierigkeiten sowie Personen mit Polypharmazie sind sorgfältige Prozesse besonders wichtig.
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Quellen:
WHO (2022): Medication Safety in High-Risk Situations – Technical Reporthttps://www.who.int/publications/i/item/medication-safety-in-high-risk-situations
Institute for Safe Medication Practices (ISMP). ISMP Targeted Medication Safety Best Practices for Hospitals. ISMP; 2024. https://www.ismp.org/guidelines/best-practices-hospitals.
Frage 2/5
Risiko Polypharmazie
2 / 5
Wussten Sie schon?
Risiko Polypharmazie
Polypharmazie bezeichnet die gleichzeitige Einnahme von fünf oder mehr Medikamenten und betrifft insbesondere ältere Menschen. In der Schweiz erhielten im Jahr 2021 mehr als die Hälfte der Personen über 75 Jahre fünf oder mehr Medikamente gleichzeitig verschrieben.
Polypharmazie ist nicht grundsätzlich problematisch. In vielen Fällen ist sie medizinisch sinnvoll und entspricht den Empfehlungen in Leitlinien, zum Beispiel bei Herzinsuffizienz oder Diabetes. Gleichzeitig steigt mit der Anzahl eingenommener Medikamente das Risiko für unerwünschte Wirkungen, Wechselwirkungen und Anwendungsfehler. Deshalb ist eine regelmässige und koordinierte Überprüfung der Gesamtmedikation wichtig, um die Sicherheit und Wirksamkeit der Therapie zu gewährleisten.
Auch Kinder können betroffen sein. Im Jahr 2021 waren sechs Prozent der unter 18-Jährigen in der Schweiz von Polypharmazie betroffen. Bei ihnen ist besondere Vorsicht geboten, da es weniger evidenzbasierte Daten für die sichere Anwendung von Medikamenten im Kindesalter gibt.
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Quelle: Twerenbold, S., Schur, N., Wittwer, N., Schneider, C., Marxer, C., Spöndlin, J., Schwenkglenks, M., & Meier, C. R. (2022). Helsana-Arzneimittelreport für die Schweiz 2022 Auswertungsergebnisse der Helsana Arzneimitteldaten aus den Jahren 2018 bis 2021. https://www.helsana.ch/de/helsana-gruppe/medien-publikationen/helsana-reports/arzneimittelreport.html
Frage 3/5
Risikogruppe Kinder
3 / 5
Wussten Sie schon?
Risikogruppe Kinder
Kinder gehören zu den besonders gefährdeten Patient:innengruppen im Medikationsprozess. Sie benötigen spezielle Dosierungsschemata, da sich ihre Körperfunktionen, die Wirkstoffverteilung und der Stoffwechsel deutlich von denen Erwachsener unterscheiden.
Zudem sind Kinder oft nicht in der Lage, Medikationsfehler zu erkennen oder zu kommunizieren. Auch Sprachbarrieren können eine Rolle spielen, etwa wenn Informationen über die Medikation über Eltern oder Betreuungspersonen vermittelt werden müssen.
Für viele Medikamente fehlen evidenzbasierte Standards für Kinder, da sie in klinischen Studien häufig unterrepräsentiert sind. Dies erschwert eine sichere und wissenschaftlich abgestützte Versorgung und erfordert besondere Aufmerksamkeit bei der Verordnung und Anwendung.
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Quelle: Promoting safety of medicines for children. (2007). World Health Organization (WHO). https://iris.who.int/bitstream/handle/10665/43697/9789241563437_eng.pdf?sequence=1
Hinweis: Swiss PedDose https://swisspeddose.ch/
Frage 4/5
Risiko Alter
4 / 5
Wussten Sie schon?
Risiko Alter
Mit zunehmendem Alter verändert sich die Funktionsweise des Körpers. Die Nierenfunktion nimmt ab, wodurch viele Medikamente langsamer ausgeschieden werden. Auch der Leberstoff-wechsel kann verlangsamt sein, was die Verstoffwechselung bestimmter Wirkstoffe beeinflusst. Zudem verändern sich der Anteil von Körperfett und Körperwasser, was Auswirkungen auf die Verteilung und Wirkung von Arzneimitteln haben kann. Diese physiologischen Veränderungen machen eine sorgfältige Dosierung und regelmässige Überprüfung der Medikation notwendig. Die Empfindlichkeit gegenüber Medikamenten verändert sich mit dem Alter, häufig nimmt sie zu. Dies macht es häufig notwendig, die Dosierung bei älteren Menschen zu reduzieren.
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Quelle: Reeve, E., Wiese, M. D., & Mangoni, A. A. (2015). Alterations in drug disposition in older adults. In Expert Opinion on Drug Metabolism and Toxicology (Vol. 11, Issue 4, pp. 491–508). Informa Healthcare. https://doi.org/10.1517/17425255.2015.1004310
Frage 5/5
Risiko Palliativversorgung
5 / 5
Wussten Sie schon?
Risiko Palliativversorgung
In der Palliativversorgung bedeutet Deprescribing das gezielte, geplante Absetzen von Medi-kamenten, die keinen unmittelbaren Nutzen mehr für das Befinden oder die Lebensqualität der Patient:innen haben. Besonders betroffen sind Präparate mit langfristiger präventiver Wirkung. Der Fokus liegt auf einer individualisierten, symptomorientierten Therapie – unnötige Belastungen durch Nebenwirkungen oder Einnahmeschema sollen reduziert werden, ohne neue Risiken zu schaffen.
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Quelle: Robinson-Barella, A., Richardson, C. L., Bayley, Z., et al. (2024). “Starting to think that way from the start”: approaching deprescribing decision-making for people accessing palliative care – A qualitative exploration of healthcare professionals views. BMC Palliative Care, 23, 221. https://doi.org/10.1186/s12904-024-01523-2
Bonusfrage
Wussten Sie schon?
Klingt selbstverständlich – aber wird im hektischen Alltag wirklich immer aufmerksam geprüft und klar kommuniziert? Die sichere Verabreichung von Medikamenten setzt aufmerksame Prüfung, klare Kommunikation und eine strukturierte Dokumentation voraus. Gerade bei Patient:innen mit besonderen Risiken sind verständliche Erklärungen, visuelle Hilfen und ggf. Dolmetschdienste entscheidende Schutzfaktoren.
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Quellen:
WHO (2023): Medication Safety in Transitions of Care https://www.who.int/publications/i/item/WHO-UHC-SDS-2019.9
ISMP: Reducing Medication Errors in Vulnerable Populations https://www.ismp.org
Quiz completed!
Bitte teilnehmen: Umfrage unter allen am Medikationsprozess beteiligten Fachpersonen
Medikationssicherheit Teil 1 - Risikogruppen
Stiftung Patientensicherheit Schweiz
Created on July 18, 2025
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Transcript
Teil 1
Fokus: Besondere Patient:innengruppen
Medikationsrisiken im Griff?
START!
Frage 1/5
Risiko Medikationsfehler
1 / 5
Wussten Sie schon?
Risiko Medikationsfehler
Manche Patient:innengruppen tragen besondere Risiken in Bezug auf die Medikationssicherheit – z. B. durch notwendige individuelle Dosierungsanpassung, Kommunikationshürden oder komplexe Therapiesituationen.Gerade bei Kindern, älteren Menschen, Menschen mit Sprach- oder Verständnisschwierigkeiten sowie Personen mit Polypharmazie sind sorgfältige Prozesse besonders wichtig.
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Quellen:- WHO (2022): Medication Safety in High-Risk Situations – Technical Reporthttps://www.who.int/publications/i/item/medication-safety-in-high-risk-situations
- Institute for Safe Medication Practices (ISMP). ISMP Targeted Medication Safety Best Practices for Hospitals. ISMP; 2024. https://www.ismp.org/guidelines/best-practices-hospitals.
Frage 2/5
Risiko Polypharmazie
2 / 5
Wussten Sie schon?
Risiko Polypharmazie
Polypharmazie bezeichnet die gleichzeitige Einnahme von fünf oder mehr Medikamenten und betrifft insbesondere ältere Menschen. In der Schweiz erhielten im Jahr 2021 mehr als die Hälfte der Personen über 75 Jahre fünf oder mehr Medikamente gleichzeitig verschrieben. Polypharmazie ist nicht grundsätzlich problematisch. In vielen Fällen ist sie medizinisch sinnvoll und entspricht den Empfehlungen in Leitlinien, zum Beispiel bei Herzinsuffizienz oder Diabetes. Gleichzeitig steigt mit der Anzahl eingenommener Medikamente das Risiko für unerwünschte Wirkungen, Wechselwirkungen und Anwendungsfehler. Deshalb ist eine regelmässige und koordinierte Überprüfung der Gesamtmedikation wichtig, um die Sicherheit und Wirksamkeit der Therapie zu gewährleisten. Auch Kinder können betroffen sein. Im Jahr 2021 waren sechs Prozent der unter 18-Jährigen in der Schweiz von Polypharmazie betroffen. Bei ihnen ist besondere Vorsicht geboten, da es weniger evidenzbasierte Daten für die sichere Anwendung von Medikamenten im Kindesalter gibt.
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Quelle: Twerenbold, S., Schur, N., Wittwer, N., Schneider, C., Marxer, C., Spöndlin, J., Schwenkglenks, M., & Meier, C. R. (2022). Helsana-Arzneimittelreport für die Schweiz 2022 Auswertungsergebnisse der Helsana Arzneimitteldaten aus den Jahren 2018 bis 2021. https://www.helsana.ch/de/helsana-gruppe/medien-publikationen/helsana-reports/arzneimittelreport.html
Frage 3/5
Risikogruppe Kinder
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Wussten Sie schon?
Risikogruppe Kinder
Kinder gehören zu den besonders gefährdeten Patient:innengruppen im Medikationsprozess. Sie benötigen spezielle Dosierungsschemata, da sich ihre Körperfunktionen, die Wirkstoffverteilung und der Stoffwechsel deutlich von denen Erwachsener unterscheiden. Zudem sind Kinder oft nicht in der Lage, Medikationsfehler zu erkennen oder zu kommunizieren. Auch Sprachbarrieren können eine Rolle spielen, etwa wenn Informationen über die Medikation über Eltern oder Betreuungspersonen vermittelt werden müssen. Für viele Medikamente fehlen evidenzbasierte Standards für Kinder, da sie in klinischen Studien häufig unterrepräsentiert sind. Dies erschwert eine sichere und wissenschaftlich abgestützte Versorgung und erfordert besondere Aufmerksamkeit bei der Verordnung und Anwendung.
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Quelle: Promoting safety of medicines for children. (2007). World Health Organization (WHO). https://iris.who.int/bitstream/handle/10665/43697/9789241563437_eng.pdf?sequence=1 Hinweis: Swiss PedDose https://swisspeddose.ch/
Frage 4/5
Risiko Alter
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Wussten Sie schon?
Risiko Alter
Mit zunehmendem Alter verändert sich die Funktionsweise des Körpers. Die Nierenfunktion nimmt ab, wodurch viele Medikamente langsamer ausgeschieden werden. Auch der Leberstoff-wechsel kann verlangsamt sein, was die Verstoffwechselung bestimmter Wirkstoffe beeinflusst. Zudem verändern sich der Anteil von Körperfett und Körperwasser, was Auswirkungen auf die Verteilung und Wirkung von Arzneimitteln haben kann. Diese physiologischen Veränderungen machen eine sorgfältige Dosierung und regelmässige Überprüfung der Medikation notwendig. Die Empfindlichkeit gegenüber Medikamenten verändert sich mit dem Alter, häufig nimmt sie zu. Dies macht es häufig notwendig, die Dosierung bei älteren Menschen zu reduzieren.
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Quelle: Reeve, E., Wiese, M. D., & Mangoni, A. A. (2015). Alterations in drug disposition in older adults. In Expert Opinion on Drug Metabolism and Toxicology (Vol. 11, Issue 4, pp. 491–508). Informa Healthcare. https://doi.org/10.1517/17425255.2015.1004310
Frage 5/5
Risiko Palliativversorgung
5 / 5
Wussten Sie schon?
Risiko Palliativversorgung
In der Palliativversorgung bedeutet Deprescribing das gezielte, geplante Absetzen von Medi-kamenten, die keinen unmittelbaren Nutzen mehr für das Befinden oder die Lebensqualität der Patient:innen haben. Besonders betroffen sind Präparate mit langfristiger präventiver Wirkung. Der Fokus liegt auf einer individualisierten, symptomorientierten Therapie – unnötige Belastungen durch Nebenwirkungen oder Einnahmeschema sollen reduziert werden, ohne neue Risiken zu schaffen.
Weiter
Quelle: Robinson-Barella, A., Richardson, C. L., Bayley, Z., et al. (2024). “Starting to think that way from the start”: approaching deprescribing decision-making for people accessing palliative care – A qualitative exploration of healthcare professionals views. BMC Palliative Care, 23, 221. https://doi.org/10.1186/s12904-024-01523-2
Bonusfrage
Wussten Sie schon?
Klingt selbstverständlich – aber wird im hektischen Alltag wirklich immer aufmerksam geprüft und klar kommuniziert? Die sichere Verabreichung von Medikamenten setzt aufmerksame Prüfung, klare Kommunikation und eine strukturierte Dokumentation voraus. Gerade bei Patient:innen mit besonderen Risiken sind verständliche Erklärungen, visuelle Hilfen und ggf. Dolmetschdienste entscheidende Schutzfaktoren.
Weiter
Quellen:- WHO (2023): Medication Safety in Transitions of Care https://www.who.int/publications/i/item/WHO-UHC-SDS-2019.9
- ISMP: Reducing Medication Errors in Vulnerable Populations https://www.ismp.org
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