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MOBIL Schäffergasse - Kaiserschild Walls of Vision

Office Calle Libre

Created on September 10, 2024

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Als Auftakt des Projekts Kaiserschild Walls of Vision wurde eine Fassade an einem home4students-Studierendenwohnheim in der Schäffergasse 2 im 4. Wiener Bezirk gestaltet. In diesem Projekt werden Werke aus der Kunstsammlung der Kaiserschild-Stiftung von Street Artists neu interpretiert. Grundlage für diese Interpretation von Jana&JS ist das Gemälde „Dorfstraße mit Drehleierspieler“ von dem niederländischen Meister Adriaen van Ostade (1610-1685), das sich als Leihgabe in der Alten Galerie in Schloss Eggenberg in Graz befindet.

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Ein Projekt der

In freundlicher Kooperation mit

DIE NEUINTERPRETATION
von Jana&JS

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© Jana&JS

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DAS ORIGINAL
„Dorfstraße mit Drehleierspieler“ von Adriaen van Ostade (1610–1685)

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Tippe auf die Augen um die neuinterpretierte Darstellung zu sehen.

© Universalmuseum Joanneum/N. Lackner

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Fotografie & Stencil-Technik

Jana&JS schaffen polychrome Wandbilder mittels Stencil-Technik. Dabei werden Sprühschablonen verwendet, um auf einen Untergrund zu sprühen. Das Street Artist-Duo, das eine tiefe Leidenschaft für Fotografie hegt, nutzt ihre fotografischen Arbeiten als Grundlage für die Schablonen ihrer Werke. Die Neuinterpretation „Dorfplatz mit Ukulelespielerin“ basiert ebenfalls auf einer Fotografie von Jana&JS.

© Michael Stanzer

Kaiserschild-Stiftung

Die Kaiserschild-Stiftung wurde 2007 von HARIBO-Miteigentümer Dr. Hans Riegel (1923-2013) ins Leben gerufen und engagiert sich in den Bereichen Bildung, Forschung und Kunst. Im Bereich der Kunst widmet sich die Stiftung der Förderung der bildenden Kunst und der Bewahrung historischer Kultur. Sie ist bestrebt, Kunst- und Kulturgüter zu pflegen, zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Im Rahmen des Projekts Kaiserschild Walls of Vision werden Street Artists eingeladen, Werke neu, zeitgenössisch und in ihrem Stil zu interpretieren.

Lebensnahe Motive

© Hendrik/Pixabay

Van Ostade hat seine Heimatstadt Haarlem zeitlebens nicht verlassen und Motive aus seiner unmittelbaren Umgebung gewählt. Auch Jana&JS haben sich für „Dorfstraße mit Ukulelespielerin“ von ihrer unmittelbaren Umgebung inspirieren lassen. Der Dorfplatz in der Szene befindet sich in der kleinen Stadt, in dem die beiden Kunstschaffenden und einige der abgebildeten Personen leben.

Jana&JS

Die Street Artists

Jana & JS

© Martin Leixnering

Jana&JS, ein österreichisch - französisches Street Artist Duo, malt seit 2006 gemeinsam und erstellt polychrome Wandbilder. Diese entstehen durch den Einsatz von Schablonen, die überwiegend auf ihren eigenen fotografischen Arbeiten basieren. In ihren Kunstwerken verschmelzen urbane Landschaften und architektonische Details mit Porträts und thematisieren den Platz des Menschen in der modernen Stadt. Ihre Arbeiten betonen das existenzielle Unbehagen der Menschen und regen zu einem künstlerischen Dialog an.

Mit dem Projekt Kaiserschild Walls of Vision setzt die Kaiserschild-Stiftung ihre Kunstsammlung in neue Kontexte und bringt die so entstandenen Werke in den öffentlichen Raum. Street Artists werden dazu eingeladen, Werke aus der Kunstsammlung der Kaiserschild-Stiftung neu, zeitgenössisch und in ihrem Stil zu interpretieren. Die Kunstsammlung der Kaiserschild-Stiftung umfasst vor allem niederländische Altmeister, Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts sowie Grafiken. 30 Gemälde wurden der Alten Galerie in Schloss Eggenberg in Graz als Dauerleihgabe überlassen. Die vorhandene Kunstsammlung ist auf den Stifter Dr. Hans Riegel zurückzuführen, der ein große Leidenschaft für bildende Kunst hegte.

Ein Wandel der Perspektiven

© Michael Stanzer

Van Ostade präsentiert eine Szene, die von männlichen Akteuren geprägt ist und somit die gesellschaftliche Realität seiner Zeit widerspiegelt. Indem Jana&JS diese durch weibliche Akteurinnen ersetzt haben, wird die zunehmende Präsenz von Frauen in allen gesellschaftlichen Bereichen symbolisiert. Es zeigt eine Umkehrung traditioneller Rollen und eine Reflektion über die veränderten sozialen Strukturen. Dies spiegelt sich auch in der Umbenennung des Titels von „Dorfstraße mit Drehleierspieler“ zu „Dorfplatz mit Ukulelespielerin“ wider.

„Dorfstraße mit Drehleierspieler“von Adriaen van Ostade (1610–1685)

In diesem Werk ist vor einem schrägperspektivisch erfassten Bauernhaus ein Drehleierspieler zu sehen, um den ein kleines Publikum steht und der auf Gaben hofft. Andächtig hören Jung und Alt dem Drehleierspieler zu. Mehrere Kinder sind vor einem Haus mit typisch niederländischer Halbtür (im Norden auch Klöntür genannt), Hühnerleiter und Taubenverschlag zusammengelaufen. Sie gesellen sich zu den Erwachsenen als Zuhörende. Eine Musikdarbietung ist immer etwas Ungewöhnliches im Alltag des 17. Jahrhunderts. Es ist die Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg. Europa ist gezeichnet von geplünderten und zerstörten Landstrichen. Umherziehende Vagabunden, ausgediente Söldner zeichnen das Dorfbild. Die Drehleier ist das Instrument der Bettler und Landstreicher. Und doch sind jene, die musizieren, noch im Vorteil. Sie bekommen leichter ein Almosen als jene, die nur klagen. Adriaen van Ostade hat sich hier von der Hell-Dunkel-Manier Rembrandts beeinflussen lassen, dessen jüngerer Zeitgenosse er ist.

Musik als Symbol für Hoffnung

Die ursprüngliche Darstellung der Drehleier als Instrument der Bettler und Landstreicher spiegelt die harte Lebensweise der damaligen Zeit wider. Die rau klingende Drehleier zeigt, wie Musik dazu diente, schwierige Zeiten zu bewältigen.

©Barry/Flickr

Die Entscheidung, die Drehleier durch eine Ukulele zu ersetzen, zeigt einen bemerkenswerten Kontrast. Die Ukulele, mit ihrem hellen und fröhlichen Klang, bringt eine ganz andere Stimmung in die Darstellung. Diese ist bekannt für ihren hellen und fröhlichen Klang und stellt eine Botschaft der Hoffnung oder des Wandels dar.