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Klassengespräch

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Created on July 11, 2024

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Transcript

Wie ich die Depression von Emma mit der KLasse besprach

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Planung und EinverständnisMeine Schülerin Emma bat mich vor Kurzem um ein Gespräch. Sie erzählte mir von ihrer depressiven Erkrankung und dass sie, gemeinsam mit ihrer Psychotherapeutin und ihren Eltern, überlegt hatte, mit mir und ihren Mitschüler*innen darüber zu sprechen. Die Klasse zu informieren, war ihr ein wichtiges Anliegen. Dabei wollte ich sie gerne unterstützen und gemeinsam haben wir überlegt, dass ein Klassengespräch eine gute Möglichkeit wäre. Durch ein Klassengespräch sahen wir die Möglichkeit über die Erkrankung aufzuklären und Vorurteile abzubauen. Die Idee war zudem, dass die Schüler*innen durch das Gespräch dazu ermutigt werden, Emmas Situation zu verstehen und sie im Schulalltag zu unterstützen.

VorbereitungDa ich behutsam mit Emmas Situation umgehen und gleichzeitig das Bewusstsein und Verständnis ihrer Mitschüler*innen fördern wollte, erfordert so ein Gespräch gute Planung und Sensibilität. Die “ich bin alles”-Webseite fand ich im Vorfeld sehr hilfreich, um mich gut über das Thema Depressionen bei Jugendlichen zu informieren.

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Gespräche im Vorfeld

Einbindung des SchulpsychologenFür das Gespräch holte ich nach Absprache mit Emma unseren Schulpsychologen dazu. Das gab mir zusätzliche Sicherheit, das Thema Depression mit der Klasse zu besprechen und ihn bei der Beantwortung spezifischer Fragen einzubinden.

Elterngespräch und Gespräch mit EmmaZuerst habe ich mit Emma und ihren Eltern gesprochen, um zu überlegen, wie wir das Thema mit der Klasse besprechen können. In Absprache mit Emma und ihren Eltern konnte ich auch mit der Psychotherapeutin vorab ein Gespräch führen, das mit sehr weitergeholfen hat. Wir vereinbarten einen Zeitpunkt für das Klassengespräch, damit sich alle darauf vorbereiten konnten. Ich finde, es ist wichtig, solche Gespräche nicht spontan zu führen, sondern einen passenden, ruhigen Moment zu wählen.

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GesprächseinstiegIch begann das Gespräch, indem ich ankündigte, dass wir ein sehr wichtiges und ernstes Thema besprechen werden und dass ich von jedem Respekt und Aufmerksamkeit erwarte. In Absprache mit Emma informierte ich die Klasse von ihrer depressiven Erkrankung und erklärte, wie sich diese im Schulkontext zeigen kann. Wichtig war mir zu betonen, dass niemand Schuld an einer Depression hat. Emma ergänzte, inwiefern sich aufgrund der Depression Schwierigkeiten in der Schule und dem sozialen Miteinander in der Klasse ergeben. Ein Beispiel hierfür war, dass sich Emma in der Schule nicht mehr so gut konzentrieren und mitmachen kann, wodurch sie manche Sachen nicht mitbekommt. Auch berichtete sie, dass sie viel weniger Energie für die Hausaufgaben und das Lernen hat, weshalb ihre Noten schlechter werden. Sie erklärte außerdem, dass sie auch weniger Energie für Gespräche und Aktivitäten mit Mitschüler*innen hat, was manche vielleicht als ablehnend empfinden.

Gesprächseinstieg

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Diskussion

Unterstützungsmöglichkeiten Ich ermutigte die Klasse, Emma bestmöglich bei Schwierigkeiten im Unterricht zu unterstützen. Wir haben hier konkrete Ideen der Klasse gesammelt, was eine gute Möglichkeit war, die Klasse einzubinden. Wir sammelten gemeinsam Vorschläge, z.B. dass Mitschüler*innen Emma Mitschriften und Arbeitsblätter mitbringen, wenn sie mal nicht da ist; oder dass sie Emma in den Klassenverband gut einbinden und sie weiterhin auf sie zuzugehen. Das konnten sich alle gut vorstellen.

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Beantwortung von Fragen Während des Gesprächs beantwortete ich Fragen und verwies bei spezifischeren Anliegen auf unseren Schulpsychologen, der bei dem Gespräch anwesend war. Im Vorfeld hatte ich mit Emma besprochen, dass es für sie ok ist, Fragen ihrer Klassenkamerad*innen zu beantworten, sie aber auch sagen kann, wenn sie auf bestimmte Frage nicht eingehen möchte. Ich glaube, dass es für Emma sehr wichtig und auch hilfreich war, sich der Klasse gegenüber zu öffnen. Aber ich kann mir auch vorstellen, dass andere Betroffene lieber nicht persönlich von sich und ihrer Erkrankung erzählen wollen, was dann natürlich zu respektieren ist.

Sonderregelungen Ich sprach – auch in Absprache mit Emma - Sonderregelungen an und erklärte, warum diese nötig sind. Das war mir wichtig, denn es kann sein, dass sich andere benachteiligt fühlen, wenn ein*e Schüler*in z.B. weniger Aufgaben im Unterricht erledigen muss. Dem wollte ich damit vorbeugen.

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Abschluss & Ausblick

Am Ende betonte ich, dass die Schüler*innen mit den Infos, die sie über Emma erhalten haben, vertrauensvoll umgehen sollen. Gleichzeitig merkte ich auch an, dass sich die Schüler*innen jederzeit an mich oder den Schulpsychologen wenden können. Mir ist viel daran gelegen, hier fortlaufend eine Gesprächsbereitschaft zu signalisieren. Das Gespräch war ein wichtiger Schritt für die Klassengemeinschaft und hat nicht nur Emma, sondern uns allen gezeigt, wie wichtig Empathie und gegenseitige Unterstützung sind.