
Auch erfahrene Musiker:innen müssen täglich üben. Prof. Hans-Peter Stenzl empfiehlt seinen Studierenden fünf bis acht Stunden Übezeit am Tag. Während Menschen in anderen Berufen ihre Arbeitszeit im Büro mit einem Team verbringen, sind Pianist:innen beim Üben allein.

Viele soziale Kontakte fallen für Pianist:innen schon deshalb weg, weil es vom Tagesablauf her nicht passt. Während andere um 17 Uhr Feierabend haben, treten Musiker:innen oft abends oder nachts auf. Dann wird es schwer, sich mit anderen Menschen zu treffen, die tagsüber arbeiten.


Diplom-Psychologin Heidi Brandi arbeitet auch mit Pianist:innen, bei denen das Arbeiten in den eigenen vier Wänden und Kindern im Haus zu Familienkrisen geführt hat. Ihre Arbeitszeiten und der hohe Leistungsdruck im Beruf können aber auch dazu führen, dass sich Pianist:innen im Vornherein schon gegen eine Partnerschaft oder Kinder entscheiden. Umso weniger Menschen haben die Betroffenen dann in ihrem direkten Umfeld.
Wenn es darum geht, eine Familie zu haben, kommen manche Pianist:innen in einen Konflikt zwischen ihren beruflichen und privaten Interessen.

Viele Übungsräume sind klein und dunkel. In der Zeit, in der die Pianist:innen dort sind, bekommen sie kaum etwas von der Außenwelt und anderen Menschen mit.




