Flucht und AsylKinder und Jugendliche, die aus ihrem Heimatland fliehen mussten, sind oft stark belastet und besonders anfällig für die Entstehung einer psychischen Erkrankung wie der Depression. Viele der in Deutschland lebenden geflüchteten Kinder und Jugendliche haben in ihren Heimatländern Armut, Krieg, Verfolgung und Gewalt erlebt. Oft haben sie eine Bezugsperson verloren oder wurden zeitweise oder dauerhaft von ihr getrennt. Aus der Heimat fliehen zu müssen, stellt für viele Kinder und Jugendliche ein einschneidendes Erlebnis oder gar ein Trauma dar. Häufig ist die Flucht mit vielen Widrigkeiten und Gefahren verbunden. Obwohl Vieles bei der Ankunft im Zielland besser ist, wirken diese Belastungen nach, und oft ergeben sich neue Schwierigkeiten. Viele Familien haben einen unsicheren Aufenthaltsstatus, leiden unter finanziellen Schwierigkeiten und fühlen sich sozial isoliert in der neuen Heimat. Auch die Eltern der Kinder haben oft Belastendes oder Traumatisches erlebt. Das kann zu psychischen Erkrankungen bei den Eltern beitragen. All diese Faktoren können Depressionen bei den Kindern begünstigen.
SchulfaktorenAnhaltende Leistungsprobleme in der Schule wie schlechte Schulnoten, Versetzungsgefährdung oder allgemeine Zweifel, den Anforderungen zu genügen, lösen starken Stress aus. Hinzu kommen oft negative Rückmeldungen der Eltern und der Verlust von Ansehen bei den Gleichaltrigen. Das alles kann dazu führen, dass Kinder und Jugendliche sich selbst abwerten und starke Selbstzweifel entwickeln. Solche Gedankenspiralen können Schüler*innen psychisch sehr belasten und die Entstehung einer depressiven Erkrankung begünstigen. Auch ein negatives Klassenklima kann dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche depressive Symptome entwickeln. Z.B. bei schlechten Beziehungen zwischen den Schüler*innen oder wenn die Lehrer*innen-Schüler*innen-Beziehung dauerhaft von Konflikten geprägt ist und emotionale Unterstützung durch die Lehrkraft fehlt.
Einschneidende LebensereignisseDer Verlust einer nahestehenden Person, z.B. eines Elternteils, erhöht das Risiko für die Entstehung einer Depression im Kindes- und Jugendalter. Die negativen Konsequenzen von Verlusterlebnissen können sich noch verstärken, wenn ein Kind oder ein Jugendlicher an sich schon bereits ein niedriges Selbstwertgefühl hat, nicht gut mit Stress umgehen kann oder keine Unterstützung von außen erhält. Das Risiko, an einer Depression zu erkranken, erhöht sich außerdem, wenn Kinder und Jugendliche körperliche oder sexuelle Gewalt erleben – egal, ob außerhalb des Elternhauses oder als häusliche Gewalt. Dabei gilt: Man muss die Gewalt nicht einmal selbst direkt erleben; es reicht, Zeuge von Gewalt zu werden bzw. davon zu hören, dass anderen Gewalt angetan wird. Neben Gewalterfahrungen können auch emotionale und körperliche Vernachlässigungen zur Entwicklung einer Depression beitragen.
Alkohol-, Zigaretten- und DrogenkonsumAlkohol, Zigaretten und Drogen sind schädlich für die Gesundheit. Das gilt vor allem für Kinder und Jugendliche, deren Gehirn sich noch in der Entwicklung befindet. Außerdem steigern diese Substanzen die Wahrscheinlichkeit, dass sie eine Depression oder andere psychische Probleme entwickeln. Es ist auch bekannt, dass junge Menschen, die schon depressive Symptome zeigen, dann Alkohol, Drogen und Tabak konsumieren. Das ist eine ungünstige Art und Weise, um mit Problemen zurechtzukommen. Denn die Stimmung verbessert man so nur kurzfristig und die Probleme werden größer statt kleiner. Es gilt: Alkohol, Zigaretten oder Drogen können depressive Symptome noch verstärken.
Mobbing und soziale KonflikteMobbing unterscheidet sich von „normalen“ Streitereien, da es sich gezielt und über einen längeren Zeitraum gegen eine bestimmte Person richtet. Nicht nur Mobbing kann psychisch belasten und zu einer Depression beitragen, sondern auch generelle Schwierigkeiten im Kontaktaufbau und der Kontaktgestaltung mit Gleichaltrigen. Diese Schwierigkeiten beruhen meist auf negativen Gedanken und eingeschränkten sozialen Fähigkeiten, auf andere angemessen zu reagieren oder auf sie zuzugehen. Freundschaften und Liebesbeziehungen, die von Konflikten, Kritik und Ausschluss geprägt sind, können ebenfalls die Entstehung einer Depression begünstigen.
Familäre FaktorenDepressionen kommen in allen sozialen Schichten vor. Kinder und Jugendliche in sozial benachteiligten Familien haben aber ein höheres Risiko, an einer psychischen Erkrankung, wie der Depression, zu erkranken. Eine Erklärung dafür ist u.a. die stärkere Belastung, z.B. durch Arbeitslosigkeit oder einen beengten Wohnraum, ein dadurch angespanntes Familienklima und weniger Unterstützung durch andere.Auch eine Trennung oder Scheidung der Eltern kann zur Entstehung einer Depression im Kindes- und Jugendalter beitragen. Eine wichtige Rolle dabei spielen Ehe- und Familienkonflikte im Kontext der Trennung und ggf. auftretende finanzielle Sorgen bei Kindern alleinerziehender Eltern. Ein negatives Familienklima, z.B. kein harmonisches Miteinander, fehlender Zusammenhalt und viele Konflikte, können die Entstehung einer Depression begünstigen. Auch negatives elterliches Verhalten, wie etwa wenn Eltern reizbar, feindselig, aggressiv, ablehnend oder gar gewalttätig sind, erhöhen das Erkrankungsrisiko. Unangemessene Erziehungsstrategien, wie z.B. übermäßig streng kontrollierende Erziehung oder übertriebene und nicht nachvollziehbare Bestrafungen, können zur Entstehung einer Depression beitragen. Wenn positive Vorbilder fehlen, übernehmen Kinder oft die negativen Verhaltensweisen ihrer Eltern und sind z.B. wütend und aggressiv gegenüber Gleichaltrigen. Das kann zur Ablehnung durch Peers führen. Wenn Eltern an einer psychischen Erkrankung leiden, haben ihre Kinder ein erhöhtes Risiko, selbst an einer psychischen Störung zu erkranken. Ursache dafür sind u.a. genetische Einflüsse, die Weitergabe von ungünstigen Denkmustern oder indem Eltern ihre Kinder aufgrund der Erkrankung weniger unterstützen können als gewollt.
Belastungsfaktoren
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Flucht und AsylKinder und Jugendliche, die aus ihrem Heimatland fliehen mussten, sind oft stark belastet und besonders anfällig für die Entstehung einer psychischen Erkrankung wie der Depression. Viele der in Deutschland lebenden geflüchteten Kinder und Jugendliche haben in ihren Heimatländern Armut, Krieg, Verfolgung und Gewalt erlebt. Oft haben sie eine Bezugsperson verloren oder wurden zeitweise oder dauerhaft von ihr getrennt. Aus der Heimat fliehen zu müssen, stellt für viele Kinder und Jugendliche ein einschneidendes Erlebnis oder gar ein Trauma dar. Häufig ist die Flucht mit vielen Widrigkeiten und Gefahren verbunden. Obwohl Vieles bei der Ankunft im Zielland besser ist, wirken diese Belastungen nach, und oft ergeben sich neue Schwierigkeiten. Viele Familien haben einen unsicheren Aufenthaltsstatus, leiden unter finanziellen Schwierigkeiten und fühlen sich sozial isoliert in der neuen Heimat. Auch die Eltern der Kinder haben oft Belastendes oder Traumatisches erlebt. Das kann zu psychischen Erkrankungen bei den Eltern beitragen. All diese Faktoren können Depressionen bei den Kindern begünstigen.
SchulfaktorenAnhaltende Leistungsprobleme in der Schule wie schlechte Schulnoten, Versetzungsgefährdung oder allgemeine Zweifel, den Anforderungen zu genügen, lösen starken Stress aus. Hinzu kommen oft negative Rückmeldungen der Eltern und der Verlust von Ansehen bei den Gleichaltrigen. Das alles kann dazu führen, dass Kinder und Jugendliche sich selbst abwerten und starke Selbstzweifel entwickeln. Solche Gedankenspiralen können Schüler*innen psychisch sehr belasten und die Entstehung einer depressiven Erkrankung begünstigen. Auch ein negatives Klassenklima kann dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche depressive Symptome entwickeln. Z.B. bei schlechten Beziehungen zwischen den Schüler*innen oder wenn die Lehrer*innen-Schüler*innen-Beziehung dauerhaft von Konflikten geprägt ist und emotionale Unterstützung durch die Lehrkraft fehlt.
Einschneidende LebensereignisseDer Verlust einer nahestehenden Person, z.B. eines Elternteils, erhöht das Risiko für die Entstehung einer Depression im Kindes- und Jugendalter. Die negativen Konsequenzen von Verlusterlebnissen können sich noch verstärken, wenn ein Kind oder ein Jugendlicher an sich schon bereits ein niedriges Selbstwertgefühl hat, nicht gut mit Stress umgehen kann oder keine Unterstützung von außen erhält. Das Risiko, an einer Depression zu erkranken, erhöht sich außerdem, wenn Kinder und Jugendliche körperliche oder sexuelle Gewalt erleben – egal, ob außerhalb des Elternhauses oder als häusliche Gewalt. Dabei gilt: Man muss die Gewalt nicht einmal selbst direkt erleben; es reicht, Zeuge von Gewalt zu werden bzw. davon zu hören, dass anderen Gewalt angetan wird. Neben Gewalterfahrungen können auch emotionale und körperliche Vernachlässigungen zur Entwicklung einer Depression beitragen.
Alkohol-, Zigaretten- und DrogenkonsumAlkohol, Zigaretten und Drogen sind schädlich für die Gesundheit. Das gilt vor allem für Kinder und Jugendliche, deren Gehirn sich noch in der Entwicklung befindet. Außerdem steigern diese Substanzen die Wahrscheinlichkeit, dass sie eine Depression oder andere psychische Probleme entwickeln. Es ist auch bekannt, dass junge Menschen, die schon depressive Symptome zeigen, dann Alkohol, Drogen und Tabak konsumieren. Das ist eine ungünstige Art und Weise, um mit Problemen zurechtzukommen. Denn die Stimmung verbessert man so nur kurzfristig und die Probleme werden größer statt kleiner. Es gilt: Alkohol, Zigaretten oder Drogen können depressive Symptome noch verstärken.
Mobbing und soziale KonflikteMobbing unterscheidet sich von „normalen“ Streitereien, da es sich gezielt und über einen längeren Zeitraum gegen eine bestimmte Person richtet. Nicht nur Mobbing kann psychisch belasten und zu einer Depression beitragen, sondern auch generelle Schwierigkeiten im Kontaktaufbau und der Kontaktgestaltung mit Gleichaltrigen. Diese Schwierigkeiten beruhen meist auf negativen Gedanken und eingeschränkten sozialen Fähigkeiten, auf andere angemessen zu reagieren oder auf sie zuzugehen. Freundschaften und Liebesbeziehungen, die von Konflikten, Kritik und Ausschluss geprägt sind, können ebenfalls die Entstehung einer Depression begünstigen.
Familäre FaktorenDepressionen kommen in allen sozialen Schichten vor. Kinder und Jugendliche in sozial benachteiligten Familien haben aber ein höheres Risiko, an einer psychischen Erkrankung, wie der Depression, zu erkranken. Eine Erklärung dafür ist u.a. die stärkere Belastung, z.B. durch Arbeitslosigkeit oder einen beengten Wohnraum, ein dadurch angespanntes Familienklima und weniger Unterstützung durch andere.Auch eine Trennung oder Scheidung der Eltern kann zur Entstehung einer Depression im Kindes- und Jugendalter beitragen. Eine wichtige Rolle dabei spielen Ehe- und Familienkonflikte im Kontext der Trennung und ggf. auftretende finanzielle Sorgen bei Kindern alleinerziehender Eltern. Ein negatives Familienklima, z.B. kein harmonisches Miteinander, fehlender Zusammenhalt und viele Konflikte, können die Entstehung einer Depression begünstigen. Auch negatives elterliches Verhalten, wie etwa wenn Eltern reizbar, feindselig, aggressiv, ablehnend oder gar gewalttätig sind, erhöhen das Erkrankungsrisiko. Unangemessene Erziehungsstrategien, wie z.B. übermäßig streng kontrollierende Erziehung oder übertriebene und nicht nachvollziehbare Bestrafungen, können zur Entstehung einer Depression beitragen. Wenn positive Vorbilder fehlen, übernehmen Kinder oft die negativen Verhaltensweisen ihrer Eltern und sind z.B. wütend und aggressiv gegenüber Gleichaltrigen. Das kann zur Ablehnung durch Peers führen. Wenn Eltern an einer psychischen Erkrankung leiden, haben ihre Kinder ein erhöhtes Risiko, selbst an einer psychischen Störung zu erkranken. Ursache dafür sind u.a. genetische Einflüsse, die Weitergabe von ungünstigen Denkmustern oder indem Eltern ihre Kinder aufgrund der Erkrankung weniger unterstützen können als gewollt.