Die Beziehung zwischen didaktischen Gestaltungsmustern und digitalen off-task Verhalten
Eine Fallstudienanalyse an beruflichen Schulen
Otto-Friedrich-Universität Bamberg, Judith Wittig
22:07 AM
Problemaufriss
- Chancen und Herausforderungen durch Einsatz von Technologie
- sinkende Aufmerksamkeit und Leistung durch parallele Mediennutzung
- Ablenkung oder Unterbrechung während des Lernprozesses
- Re-Design von traditionellen Lehr-Lern-Situationen erforderlich
- höheres Engagement und Mitarbeit der SuS durch mobile Technologien
- Förderung digitale Kompetenzen als Berufsvorbereitung
19,4%
der Unterrichtszeit verbringen die Lernenden mit digitalen off-task Aktivitäten.
+info
Rosen, Carrier & Cheever, 2013, Webb & Cox 2004, Jahnke et al. 2014, Glass & Kang 2018
McCoy 2020
22:07 AM
Wann ist off-task Verhalten problematisch?
Motive von off-task Aktivitäten
- Priorisierung von Zielen und kognitive Kontrollfähigkeit führt zur Entscheidung im Gehirn, welcher Aufgabe nachgegangen wird
- Multitasking und task-switching kann durch die Nutzung von Technologie erhöht werden
- Kontakt mit sozialen Umfeld halten
- Informationssuche
- Unterhaltung
+info
Ragan et al. 2014, Kay et al. 2017
Gazzaley & Rosen 2016, Hofer 2007
Forschungsfragen und vorläufige Propositionen
Wie und warum tritt off-task Verhalten von Lernenden im Unterricht mit digitalen Bildungstechnologien an beruflichen Schulen auf?
Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede hinsichtlich didaktischer Gestaltungsmuster und off-task Verhalten lassen sich an den untersuchten beruflichen Schulen finden?
Propositionen:
Gering ausgeprägte motivationale Lernvoraussetzungen können als Prädiktoren für off-task Verhalten herangezogen werden.
Ineffektive Klassenführung kann zu einer Verstärkung der off-task Verhaltensweisen führen.
Nicht adäquate Integration digitaler Bildungstechnologien kann mit erhöhten off-task Verhalten im Unterricht einhergehen.
Mangelndes Interesse und Nützlichkeitserleben können off-task Verhaltensweisen begünstigen.
Flanigan et al. 2023
Fried 2008; Rakoczy et al. 2010
Kay & Lauricella 2011; Fütterer et al. 2022
Eccles & Wigfield 2002
22:06
Modell digitales off-task Verhalten
- Lernemotionen
- Selbstwirksamkeit
- Motivation
- kognitive Aktivierung
- konstruktive Unterstützung
- effektive Klassenführung
- Aktions- und Sozialformen
- Technologieintegration
- Handlungs- und Kompetenzorientierung
digitales off-task Verhalten
Kontextfaktoren: Lehrende, Peers, Schule,...
Didaktisches Design
Unterrichts-qualität
Individuelle Lernvoraus-setzungen
u.a. Praetorius et al. 2020; Qian & Li 2017; Kay, Benzimra & Li 2017; Flanigan et al. 2023; Gerholz, Ciolek & Wagner 2020; Kay & Lauricella 2011
22:03 AM
Forschungs-strategie
Fallstudienforschung nach Yin (2014)
22:11 AM
Aufbau der Fallstudien
Digitale Bildungstechnologien in der Schule
Digitale Bildungstechnologien in der Schule
Kontext
Fall 1 Klasse A
Fall n Klasse X
Fall
Analyseeinheiten
Lehrkraft Lernsituation Lernende
Lehrkraft Lernsituation Lernende
22:06 AM
Design
Auswertung
- multiple-case design
- embedded design
- cross-case analysis
- pattern matching
Datenaufbereitung
- Qualitative Inhaltsanalyse
- Quantitative Datenanalyse
- Dokumentenanalyse
Datenerhebung
Fallstudienanalyse
- Unterrichtsmaterial
- teilstrukturierte Interviews
- Post Fragebogen
- Forschungsgegenstand sollte durch die Besonderheit der Mulikriteralität kontextsensitiv erfasst werden.
- komplexe Wirkmechanismen
- Vollständigkeit der Erhebung aller Faktoren nicht realisierbar
- Konzentration entlang der Propositionen
- Wenige Studien in der Lehr-Lernforschung insb. im Kontext digitaler Bildungstechnologien
- Triangulation (Theorie, Daten, Methoden) zur Validierung und Generalisierung
Lamnek 2010; Borchardt & Göthlich 2007; Flyvbjerg 2006; Yin 2009
22:11 AM
Datenanalyse
Mixed Methods Embedded Design
Pattern Matching
Digitale Bildungstechnologien in der Schule
- Suche nach gemeinsamen Mustern z.B. geringes Interesse, Leerlaufzeiten, Langeweile als Faktoren für off-task Verhalten
- Vergleich von empirischen Mustern mit theoretisch angenommenen Mustern
- Basis der Einzelfallbeschreibungen
11 Fälle = 11 Klassen
11 Lehrkräfte 11 Lernsituationen 209 Lernende
Cross Case Synthesis
- Gegenüberstellung der Fälle und Analyse hinsichtlich Gemeinsamkeiten und Unterschieden
- Sicherstellung der Betrachtung einzelner Fälle aus unterschiedlichen Perspektiven
Yin 2014, S.143 ff.
22:05 AM
Beschreibung der Einzelfälle
Entlang der theoretischen Replikation
Yin (2014)
Kollaborative Unterrichtsmethoden fördern die aktive Auseinandersetzung mit den Lerninhalten und können somit off-task Verhalten verringern.
Eine zielgerichtete Integration von digitalen Bildungstechnologien kann zu geringeren off-task Verhalten im Unterricht führen.
22:04 AM
Kay & Lauricella 2011; Fütterer et al. 2022
Kay et al. 2017; Sinha et al. 2015
Faktoren für digitales off-task Verhalten
Integration der Tablets im Unterricht Medienperspektive
- keine regelmäßige Integration der Tablets im Unterricht
- Technologieeinsatz häufiger auf niedrigen Integratonsstufen
Handlungsperspektive
- zielgerichter Einsatz zur Visualisierung
- kollaborative Arbeitsphasen tragen zu einer erhöhten Beteiligung der Lernenden bei
Didaktisch-es Design
Theoretischer Hintergrund:
- Organisationsformen
- Methoden
- Sozialformen
Kunter & Trautwein 2013
LERN-Modell
- Integration der digitalen Bildungstechnologien
Gerholz et al. 2020
effiziente Gruppenarbeiten
- Anreizstruktur
- Aufgabenstruktur
Slavin 1983
Info >>
Eine effektive Klassenführung fördert eine störarme Lernumgebung und kann somit das off-task Verhalten der Lernenden verhindern.
Die Berücksichtigung der Grundbedürfnisse nach SDT tragen zur Verringerung von off-task Verhaltensweisen bei.
22:04 AM
Flanigan et al. 2023
Fried 2008; Rakoczy et al. 2010
Faktoren für digitales off-task Verhalten
Merkmale der Unterrichts-qualität
Konstruktive Unterstützung
- Vorhandensein von lernförderliche Beziehungen als Einflussfaktor auf off-task Verhaltensweisen
- Geringe Autonomie- und Kompetenzwahrnehmung beobachtbar in Klassen mit erhöhten off-task Verhalten
kognitive Aktivierung
- Verständnisprobleme, welche in Verbindung mit geringer Anstrengungsbereitschaft
- zu niedriges Schwierigkeitsniveau oder bloße Wiederholung von Lerninhalten
effektive Klassenführung
- Leerlaufphasen als häufigste Ursache für off-task Verhalten
- Unterrichtsstörungen führen zu geringerer Konzentration
Theoretischer Hintergrund
Maßnahmen zur Prävention von Störungen
Kounin 1970
- Effektive Klassenführung
- Kognitive Aktivierung
- Konstruktive Unterstützung
Klieme et al. 2001
Tiefenstrukturen
Info >>
Die motivationalen und affektiven Lernvoraussetzungen können als Prädiktoren für geringeres off-task Verhalten herangezogen werden.
Langeweile als indirekter Wirkfaktor, welcher die Entscheidung für off-task Verhaltensweisen beeinflusst.
22:04 AM
Eccles & Wigfield 2002
Bolkan & Griffin 2017
Faktoren für digitales off-task Verhalten
geringe Motivation (Wert-Komponente)
- mangelndes persönliches oder situatives Interesse an den Lerninhalte
- nicht wahrgenommene Nützlichkeit der Lerninhalte für den privaten oder beruflichen Alltag
geringe Motivation (Erwartungs-Komponente)
- geringe schulische Selbstwirksamkeit
Lern- und Leistungsemotionen
- Langeweile als häufiger Indikator für off-task Verhalten
- geringe Lernfreude
geringe Anstrengungsbereitschaft
Individuelle Lernvoraus-setzungen
Theoretischer Hintergrund
Selbstbestimmungstheorie
Deci & Ryan 2000
Lern- und Leistungsmotivation
Spinath et al. 2012
Erwartungs-Wert-Theorie der Lern- und Leistungsmotivation
Eccles & Wigfield 2002
Info >>
22:13 AM
Zentrale Ergebnisse (so far)
- off-task Verhalten als Resultat von mehreren Wirkfaktoren oder einem Wirkgefüge
- Leerlaufzeiten, mangelndes Interesse, geringe Nützlichkeit als meistgenannte Faktoren für off-task Verhalten
- negative Zusammenhänge mit schwachen Effektstärken zwischen den Ebenen des digitalen off-task Modells und Ablenkung
Bestimmung der Fallanzahl Durchführung der cross-case-synthesis
Ausblick
Thank you!
https://www.linkedin.com/in/judithwittig/
wipaed_bamberg
judith.wittig@uni-bamberg.de
22:13 AM
Diskussionsfragen
Alternative Kategorisierung anhand der Ebenen des Engagements?
Individuelle Lernvoraussetzungen, welche zu off-task Verhalten führen
- emotional (Dis-)Engagement: (mangelndes) Interesse, Nützlichkeit
- behavioral (Dis-)Engagement (off-task Aktivitäten)
- kognitives (Dis-)Engagement (geringe Anstrengungbereitschaft)
Fredricks et al. 2005
off-task Verhalten
on-task Verhalten Engagement
Literaturverzeichnis
Bolkan, S. & Griffin, D. J. (2017). Students’ use of cell phones in class for off-task behaviors: The indirect impact of instructors’ teaching behaviors through boredom and students’ attitudes. Communication Education, 66(3), 313–329.
Borchardt, A. & Göthlich, S.E., 2007. Erkenntnisgewinnung durch Fallstudien. In: Albers, S., Klapper, D., Konradt, U., Walter, A. & Wolf, J. (Hrsg.). Methodik der empirischen Forschung. Wiesbaden: Gabler, S.33–48. Deci, E. L. & Ryan, R. M. (2000). The "what" and "why" of goal pursuits: Human needs and the self-determination of behavior. Psychological Inquiry, 11(4), 227-268. Eccles, J., & Wigfield, A. (2002). Motivational Beliefs, Values and Goals. Annual Review of Psychology, 53 (1), p. 109-132. Flanigan, A. E., Brady, A. C., Dai, Y., & Ray, E. (2023). Managing Student Digital Distraction in the College Classroom: A Self-Determination Theory Perspective. Educational Psychology Review, 35(2), 60. https://doi.org/10.1007/s10648-023-09780-y Flyvbjerg, B. (2006). Five Misunderstandings About Case-Study Research. Qualitative Inquiry, 12(2), 219-245. Fried, C. B. (2008). In-class laptop use and its effects on student learning. Computers & Education 50 (3), p. 906-914. Fütterer, T., Scheiter, K., Cheng, X., Stürmer, K. (2022). Quality beats frequency? Investigating students’ effort in learning when introducing technology in classrooms. Contemporary Educational Psychology, 69, Article 102042. https://doi.org/10.1016/j.cedpsych.2022.102042 Gazzaley, A. & Rosen, L. (2016). The distracted mind: ancient brains in a high-tech world. Cambridge: MA: MIT Press. Gerholz, K., Ciolek, S., & Wagner, A.C. (2020). Digitalisation of Design Research – A case study to illustrate the use of digital technologies and tools for collaboration in Design Research projects. EDeR - Educational Design Research, 4(1), 1-17. Glass, A.L. & Kang, M. (2018). Dividing attention in the classroom reduces exam performance. In: Educational Psychology, 39(3), 395-408. Hofer, M. (2007). Goal conflicts and self-regulation: A new look at pupils' off-task behaviour in the classroom. Educational Research Review, 2(1), 28-38.
Literaturverzeichnis (2)
Jahnke, I ., Norqvist, L ., & Olsson, A . (2014) . Digital Didactical Designs of Learning Expeditions . In C . Rensing; S. De Freitag; T. Ley & P. Muñoz-Merino (Eds.), Open Learning and Teaching in Educational Communities.(p. 165-178). Cham: Springer . Kay, R., Benzimra, D., & Li, J. (2017). Exploring Factors That Influence Technology-Based Distractions in Bring Your Own Device Classrooms. Journal of Educational Computing Research, 55(7), 974-995. Kay, R. H., & Lauricella, S. (2011). Unstructured vs. structured use of laptops in higher education. Journal of Information Technology Education Innovations in Practice, 10(1), p. 33–41.
Klieme, E. (2006): Empirische Unterrichtsforschung: aktuelle Entwicklungen, theoretische Grundlagen und fachspezifische Befunde. Einführung in den Thementeil. In: Zeitschrift für Pädagogik 52 (2006) 6, S. 765-773. Kounin, J. S. (1970). Discipline and Group Management in Classrooms. New York: Holt, Rinehart and Winston. Kunter, M., & Trautwein, U. (2013). Psychologie des Unterrichts.Paderborn: Schöningh. Lamnek, S., 2010. Qualitative Sozialforschung, 5., überarbeitete Aufl., Weinheim, Basel: Beltz Verlag. McCoy, B. R. (2020). Gen Z and Digital Distractions in the Classroom: Student Classroom Use of Digital Devices for Non-Class Related Purposes. Journal of Media Education, 11(2), 5–23. Pekrun, R. (2006). The control-value theory of achievement emotions: Assumptions, corollaries, and implications for educational research and practice. Educational Psychology Review, 18 (4), 315-341. Praetorius, A.-K., Klieme, E., Kleickmann, T., Brunner, E., Lindmeier, A., Taut, S., Charalambous, C.(2020). Towards developing a theory of generic teaching quality. Origin, current status, and necessary next steps regarding the Three Basic Dimensions Model. In A.-K., Praetorius, J.,Grünkorn & E., Klieme (Eds.), Empirische Forschung zu Unterrichtsqualität. Theoretische Grundfragen und quantitative Modellierungen. (1. ed, pp. 15-36). Beltz Juventa.
Qian, Y. & Li, L. (2017). Student Off-Task Electronic Multitasking Predictors: Scale Development and Validation. Journal of the Scholarship of Teaching and Learning, 17(2), 53-73.
Literaturverzeichnis (3)
Rakoczy, K., Klieme, E., Lipowsky, F. & Drollinger-Vetter, B. (2010). Strukturierung, kognitive Aktivität und Leistungsentwicklung im Mathematikunterricht. Unterrichtswissenschaft, 38 (3), S. 229-246. Ragan, E., Jennings, S., Massey, J. & Doolittle P. (2014). Unregulated use of laptops over time in large lecture classes. Computers & Education 78 (2014), 78-86. Rosen, L. D., Carrier, L. D. & Cheever, N. A. (2013). Facebook and texting made me do it: Media-induced task-switching while studying. In Computers in Human Behavior, 29(3), 948–958. Sinha, S., Rogat, T., Adams-Wiggns, K., & Hmelo-Silver, C. (2015). Collaborative group engagement in computer-supported inquiry learning environment. International Journal for Computer Supported Collaborative Learning, 10, 273-307. Webb, M ., & Cox, M . (2004) . A Review of Pedagogy Related to Information and Communications Technology . In Technology, Pedagogy and Education, 13,(3), 235-286 . Yin, R.K. (2009). Case Study Research. Design and Methods. (4. Aufl.). Thousand Oaks u.a.: Sage.
Yin, R.K. (2014). Case Study Research. Design and Methods. (5. Aufl.). Thousand Oaks u.a.: Sage.
kognitive Aktivierung
"Ja dort,ich würde sagen wird, wo es ein bisschen schwerer geworden ist, hat man halt dann leicht Ablenkung gehabt. Dann ist man dann woanders drauf gegangen und dann war man aus dem Flow raus." "Oder zum Beispiel jetzt bei Symmetrie, wir kennen das Thema ja schon und lenken uns wahrscheinlich bei dem mehr ab, aber wenn das ein neues Thema wäre, dann wollen wir das ja alles verstehen und so und dann passen wir ja mehr auf."
Kollaboratives Arbeiten
Codierregel:
SuS bescheiben Unterrichtssituationen, in welchen kollaborative Unterrichtsmethoden stattgefunden hat.
Ankerbeispiel: "Ich fand die Gruppenarbeit sehr schön (...) dass man gemeinsam war, dass man einfach wenn man zum Beispiel nicht alleine auf die Lösung gekommen ist, dass man jemanden um sich herum hatte, dass ich dann z.B. zu meinen Gruppenmitglieder sagen konnte, wie seht ihr das, ich komme nicht drauf, kannst du mir da helfen und ich finde, wir haben das wirklich alle und da würde ich für uns alle sprechen sehr gut geholfen so gut wir konnten und das fand ich war das Highlight für mich." (P_9-1-2)
Anstrengungsbereitschaft
"So wie soll ich sagen hat man kein Bock mehr auf unterrichtsmäßig und dann lenkt man sich halt ab. "
Visualisierung von Lerninhalten
"Ich finde es spannender, wenn man etwas erklärt mit so einem Video. Bei uns hat unsere Lehrerin einfach alles mündlich erklärt, aber ich hätte das interessanter gefunden, wenn wir zum Beispiel ein Video darüber geschaut hätten. Also nicht unbedingt ein Video, aber auch eine kleine Präsentation darüber. Also etwas, das meine Aufmerksamkeit … Wie heißt das?"
Langeweile
Codierregel:
Aussagen der SuS, in welchen sie schildern, dass die Lernsituation langweilig war.
Ankerbeispiel:
"Also Spaß gemacht hat er nicht war schon langweilig? Das muss man aber auch ehrlich sagen das Thema finde ich gut. Aber. Ja. War jetzt nicht so der Burner." (P_9-3-1)
Kompetenzunterstützung
"Es wird auch wenn es falsch ist auch nicht erklärt warum, dann wird jemand anderes drangenommen."
Autonomiewahrnehmung
"Wir machen gefühlt alles zusammen im Unterricht. Wir machen nicht mal selbst was richtig. Also ist jetzt mein Eindruck. Wir machen viel mit dem Lehrer zusammen."
individuelle Förderung
Definition:
Die bestmögliche Passung von Unterrichtsangebot und Schülervoraussetzungen. (Fischer 2014) Codierregel:
SuS schildern die Möglichkeit nach individuellen Lernstand, Lerntempo und Schwierigkeitsniveau zu arbeiten.
SuS schildern erlebte Lernszenarien mit Binnendifferenzierung.
Ankerbeispiel:
P_4-1-2: "Wir wurden in Gruppen aufgeteilt, haben da eine Art Wettbewerb gemacht. Es gab grüne Kärtchen, gelbe Kärtchen und rote Kärtchen. Grün war die einfachste Stufe (unverständlich), gelb war die mittlere Stufe, dafür hat man 2 Punkte bekommen und rot die schwere Stufe und da hat man 3 Punkte bekommen. Und jeder konnte sich verschieden nach seinem Niveau ein Kärtchen aussuchen und die Aufgaben bearbeiten."
Lernstandskontrolle
Codierregel:
SuS erwähnen Arbeitsphasen mit dem Tablet, in welchen der eigene Lernstand oder Lernfortschritt kontrolliert oder mit anderen verglichen werden konnte.
Ankerbeispiel:
"Das war so nochmal wie sagt man so Energieschub - OK, was hab ich noch nicht richtig, dass ich zum Beispiel noch nicht zur nächsten Aufgabe komme oder cool, ich hab das schon richtig gesagt, ich konnte dann gleich zur nächsten Aufgabe, das war wirklich cool." (P_9-1-1)
Ablenkungspotential
Codierregel:
Aussagen zu dem eingeschätzten Ausmaß der Ablenkung durch die Tablets im Unterricht. z.B. durch Tablets sind die SuS vermehrt abgelenkt im Vergleich zum taditionellen Unterricht. Ankerbeispiel:
"...Rein theoretisch, man kann richtig gut mit dem Tablet arbeiten, aber man lässt sich halt gleichzeitig auch sehr schnell ablenken, zum Beispiel mit Spielen auf dem Tablet oder anderen Sachen, aber ansonsten im Großen und Ganzen das mit dem Tablet erleichtert einem schon einiges, also ich kann auch Sachen nachgucken, aber sonst im Großen und Ganzen finde ich Tablet ist mehr Ablenkung als Arbeit, was man investiert." (P_13-3-4)
off-task Aktivitäten
Codierregel:
Aussagen, welche beschreiben, welchen off-task Aktiväten nachgegangen wird z.B. Kommunikation, Informationssuche, Entertainment. (Kay et al. 2017) Ankerbeispiel:
"Ja, also, da, oft haben Leute Spiele gespielt und Youtube geguckt oder so..." (P_13-3-3)
Interesse
"Extrem glaube ich. Wenn man sich interessiert, kann man sich sehr gut auf das Thema konzentrieren, wenn man das Thema überhaupt nicht interessant findet, dann kann man sich, glaube ich, sehr schnell und sehr gut ablenken.
Ursachen für off-task Verhalten
Codierregel:
SuS benennen Ursachen dafür, warum sie im Unterricht abgelenkt waren oder sich aktiv abgelenkt haben. Ankerbeispiel:
"In den Momenten zum Beispiel, in denen man anfängt zu denken, dass es langweilig ist. Oder wenn man nicht gefördert, z.B., weil einer liest und nicht aktiv bei einer Sache dabei ist. Oder man die Aufgabe nicht versteht, weil erst versteht man alle, dann eine wieder nicht und dann hat man irgendwann keine Motivation mehr, wenn man dann auch noch nicht so gut in Mathe ist. Und denkt „okay, keine Lust mehr“ – man gibt dann einfach auf…" (P_4-3-1)
Präventions- und Interventionsmöglichkeiten
Codierregel:
Aussagen über angewandte Strategien oder Vorschläge zur Verhinderung oder Intervention von off-task Aktivitäten werden genannt.
Ankerbeispiel:
"Und wenn ich das irgendwie konsequent zu unterbinden da, da werde ich meines Lebens nicht mehr froh. Also wir haben, wir haben kein pädagogisches Netzwerk und wir haben keinen Zugriff auf die auf die Geräte, das ist unser Problem." (L_11)
Langeweile
"Wenn es mir mal langweilig wird, mache ich einfach mein Tablet und gucke einfach (...) entweder auf leise Videos oder ein paar Spiele."
Anstrengungsbereitschaft
Definition:
SuS haben sich angestrengt die Inhalte zu verstehen. (Fredricks, Blumenfeld & Paris 2004)
Codierregel:
SuS berichten von Anstrengungen, welche sie unternehmen, um Lerninhalte zu verstehen.
SuS erwähnen die Tablets als Faktor für mehr Anstrengungsbereitschaft.
Ankerbeispiel:
P_6-1-1: "...manchmal verstehe ich nicht alles und dann informiere ich mich selbst und schaue mir Videos an und frage auch immer mehrmals nach, bis ich es dann hundert Prozent verstehe."
Leerlaufphasen
"Und wenn man fertig ist (…) hat er oder sie keine anderen Aufgaben mehr und dann setzt man sich hin, weiß nicht, was man machen muss, dann redet man (…) und lenkt sich ab und ja (…) schaut YouTube und so."
Effektive Klassenführung
"Also von den Schülern und so weiter und ich lasse mich manchmal vielleicht ablenken, weil wenn da viele Schüler zum Beispiel Scheiße bauen oder so dann und wenn man nicht weiterkommen kann, ich guck dann Youtube oder so und warte, bis es ruhig ist oder bis die Lehrerin wieder anfängt."
Nützlichkeit
Definition: Die Nützlichkeit wird dadurch bestimmt, wie gut eine Aufgabe mit aktuellen und zukünftigen Zielen, z. B. Karrierezielen, in Verbindung steht. (Eccles et al. 1983) Codierregel: Das Unterrichtsthema erwies sich für die SuS als nützlich für den beruflichen oder privaten Alltag. Die SuS erkennen die Nützlichkeit der Verwendung der Tablets, als eine Zukunftskompetenz.
Ankerbeispiel:
P_9-1-1: "Ja, also ich denke, das wird mir in meinem späteren Leben sehr viel, häufig sogar, noch begegnen..."
P_9-1-1: "... gerade das Digitale wird immer mehr und deswegen denke ich und finde ich es auch gut, dass es in den Schulen beigebracht wird, wie man mit solchen Techniken arbeitet, dass es im Berufsleben später leichter wird..."
Integration der Tablets
"Ich finde, die Lehrkräfte haben manchmal nicht die ganzen Möglichkeiten vom Tablet ausgenutzt. Also wir hätten einfach die Möglichkeit, vom Tablet mehr zu nutzen. Das macht es dann auch viel interessanter und man kann auch viel mehr machen und den Unterricht einfach besser gestalten, also interessanter gestalten eher gesagt."
Kollaboratives Arbeiten
"Weil wir so konzentriert auf unsere Arbeit waren. Wir waren sehr konzentriert drauf und wir müssen es in zwei Tagen fertig und deswegen waren wir nicht abgelenkt und wir wollten es so schnell und gut wie möglich machen."
Selbstwirksamkeit
"Oder man die Aufgabe nicht versteht, (...) dann hat man irgendwann keine Motivation mehr, wenn man dann auch noch nicht so gut in Mathe ist. Und denkt „okay, keine Lust mehr“ – man gibt dann einfach auf."
soziale Einbindung
Definiton:
Das Bedürfnis nach Verbundenheit bezieht sich auf das Bedürfnis der Lernenden, sich sozial mit ihrer Umgebung verbunden zu fühlen, z. B. mit ihren Mitschülern und Lehrern. (Ryan & Deci 2000)
Codierregel:
SuS berichten von lernförderlichen Austausch und unterstützenden Interaktionen.
SuS berichten über soziale Beziehungen zu Lehrkräften oder Mitschülern und Mitschülerinnen.
Ankerbeispiel:
"Wir hatten zum Beispiel kleinere Gruppen und haben uns dann auch noch gegenseitig geholfen und das hat mir mega geholfen. Wir haben dann geschaut, wie geht das jetzt und haben dann alle Prüfungsaufgaben durchgearbeitet." (P_6-1-1)
Integrationsstufen
Definition: Digitale Technologien werden als direkter Ersatz für traditionelle Lehrmittel verwendet, ohne dass sich die Funktionalität ändert.
Codierregel:
Aussagen, welche den Tablet-Einsatz auf der Stufe Lancieren beschreiben.
Ankerbeispiel:
"Für die wir eigentlich benutzen, wir machen mittlerweile noch sehr viel was wir mit dem normalen Stift machen können, obwohl mit dem Tablet mehr Potenzial da ist." (P_12-2-1)
digitale Selbstwirksamkeit
Definition:
SuS besitzen ein Zutrauen in die eigene Kompetenzen im Umgang mit Tablets. (Spannagel & Bescherer, 2009).
Codierregeln:
Aussagen, welche die eigenen digitalen Fähigkeiten einschätzen und begründen.
Ankerbeispiel:
"Also ich würd sagen, weil ich bin ja auch jedes Mal am Handy und das Ding ist, wir haben ja auch alle fast iPhones und diese Tablets sind ja auch iPads und hat das gleiche wie mein Handy, nur halt in größer und dann weiß ich schon wo ich drauf klicken muss wie ich, was ich halt machen muss und ja." (P_12-3-1)
Integration der Tablets
"Oder vielleicht auch einfach, weil dieses Mal schon auch öfters genutzt wurde, sonst steht halt ab und zu auch einfach da oder als Notiz App quasi aber wenn es aktiv da gebraucht wird, mit Kahoot oder dann ist vielleicht der Wille, etwas anderes zu machen, nicht zu hoch."
Lernklima/Disziplin
Definition: Lehrkraft schafft ein positives, störungsfreies Lernklima und es gibt klare Regeln im Klassenzimmer.
Codierregel:
Aussagen, welche die Klassenführung und das Lernklima beschreiben und Maßnahmen, welche getroffen werden, um für ein positives, störungsfreies Lernumfeld zu sorgen.
Ankerbeispiel:
"Es ist laut und so. Also es ist schwer, die Lehrerin zu verstehen und manchmal sie macht nichts dagegen..." (P_12-2-2)
Sektionstagung Dresden
Judith Wittig
Created on April 17, 2024
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Die Beziehung zwischen didaktischen Gestaltungsmustern und digitalen off-task Verhalten
Eine Fallstudienanalyse an beruflichen Schulen
Otto-Friedrich-Universität Bamberg, Judith Wittig
22:07 AM
Problemaufriss
19,4%
der Unterrichtszeit verbringen die Lernenden mit digitalen off-task Aktivitäten.
+info
Rosen, Carrier & Cheever, 2013, Webb & Cox 2004, Jahnke et al. 2014, Glass & Kang 2018
McCoy 2020
22:07 AM
Wann ist off-task Verhalten problematisch?
Motive von off-task Aktivitäten
+info
Ragan et al. 2014, Kay et al. 2017
Gazzaley & Rosen 2016, Hofer 2007
Forschungsfragen und vorläufige Propositionen
Wie und warum tritt off-task Verhalten von Lernenden im Unterricht mit digitalen Bildungstechnologien an beruflichen Schulen auf? Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede hinsichtlich didaktischer Gestaltungsmuster und off-task Verhalten lassen sich an den untersuchten beruflichen Schulen finden? Propositionen: Gering ausgeprägte motivationale Lernvoraussetzungen können als Prädiktoren für off-task Verhalten herangezogen werden. Ineffektive Klassenführung kann zu einer Verstärkung der off-task Verhaltensweisen führen. Nicht adäquate Integration digitaler Bildungstechnologien kann mit erhöhten off-task Verhalten im Unterricht einhergehen. Mangelndes Interesse und Nützlichkeitserleben können off-task Verhaltensweisen begünstigen.
Flanigan et al. 2023
Fried 2008; Rakoczy et al. 2010
Kay & Lauricella 2011; Fütterer et al. 2022
Eccles & Wigfield 2002
22:06
Modell digitales off-task Verhalten
digitales off-task Verhalten
Kontextfaktoren: Lehrende, Peers, Schule,...
Didaktisches Design
Unterrichts-qualität
Individuelle Lernvoraus-setzungen
u.a. Praetorius et al. 2020; Qian & Li 2017; Kay, Benzimra & Li 2017; Flanigan et al. 2023; Gerholz, Ciolek & Wagner 2020; Kay & Lauricella 2011
22:03 AM
Forschungs-strategie
Fallstudienforschung nach Yin (2014)
22:11 AM
Aufbau der Fallstudien
Digitale Bildungstechnologien in der Schule
Digitale Bildungstechnologien in der Schule
Kontext
Fall 1 Klasse A
Fall n Klasse X
Fall
Analyseeinheiten
Lehrkraft Lernsituation Lernende
Lehrkraft Lernsituation Lernende
22:06 AM
Design
Auswertung
Datenaufbereitung
Datenerhebung
Fallstudienanalyse
Lamnek 2010; Borchardt & Göthlich 2007; Flyvbjerg 2006; Yin 2009
22:11 AM
Datenanalyse
Mixed Methods Embedded Design
Pattern Matching
Digitale Bildungstechnologien in der Schule
11 Fälle = 11 Klassen
11 Lehrkräfte 11 Lernsituationen 209 Lernende
Cross Case Synthesis
Yin 2014, S.143 ff.
22:05 AM
Beschreibung der Einzelfälle
Entlang der theoretischen Replikation
Yin (2014)
Kollaborative Unterrichtsmethoden fördern die aktive Auseinandersetzung mit den Lerninhalten und können somit off-task Verhalten verringern.
Eine zielgerichtete Integration von digitalen Bildungstechnologien kann zu geringeren off-task Verhalten im Unterricht führen.
22:04 AM
Kay & Lauricella 2011; Fütterer et al. 2022
Kay et al. 2017; Sinha et al. 2015
Faktoren für digitales off-task Verhalten
Integration der Tablets im Unterricht Medienperspektive
- keine regelmäßige Integration der Tablets im Unterricht
- Technologieeinsatz häufiger auf niedrigen Integratonsstufen
HandlungsperspektiveDidaktisch-es Design
Theoretischer Hintergrund:
Kunter & Trautwein 2013
LERN-Modell
Gerholz et al. 2020
effiziente Gruppenarbeiten
Slavin 1983
Info >>
Eine effektive Klassenführung fördert eine störarme Lernumgebung und kann somit das off-task Verhalten der Lernenden verhindern.
Die Berücksichtigung der Grundbedürfnisse nach SDT tragen zur Verringerung von off-task Verhaltensweisen bei.
22:04 AM
Flanigan et al. 2023
Fried 2008; Rakoczy et al. 2010
Faktoren für digitales off-task Verhalten
Merkmale der Unterrichts-qualität
Konstruktive Unterstützung
- Vorhandensein von lernförderliche Beziehungen als Einflussfaktor auf off-task Verhaltensweisen
- Geringe Autonomie- und Kompetenzwahrnehmung beobachtbar in Klassen mit erhöhten off-task Verhalten
kognitive Aktivierung- Verständnisprobleme, welche in Verbindung mit geringer Anstrengungsbereitschaft
- zu niedriges Schwierigkeitsniveau oder bloße Wiederholung von Lerninhalten
effektive KlassenführungTheoretischer Hintergrund
Maßnahmen zur Prävention von Störungen
Kounin 1970
Klieme et al. 2001
Tiefenstrukturen
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Die motivationalen und affektiven Lernvoraussetzungen können als Prädiktoren für geringeres off-task Verhalten herangezogen werden.
Langeweile als indirekter Wirkfaktor, welcher die Entscheidung für off-task Verhaltensweisen beeinflusst.
22:04 AM
Eccles & Wigfield 2002
Bolkan & Griffin 2017
Faktoren für digitales off-task Verhalten
geringe Motivation (Wert-Komponente)
- mangelndes persönliches oder situatives Interesse an den Lerninhalte
- nicht wahrgenommene Nützlichkeit der Lerninhalte für den privaten oder beruflichen Alltag
geringe Motivation (Erwartungs-Komponente)- geringe schulische Selbstwirksamkeit
Lern- und Leistungsemotionen- Langeweile als häufiger Indikator für off-task Verhalten
- geringe Lernfreude
geringe AnstrengungsbereitschaftIndividuelle Lernvoraus-setzungen
Theoretischer Hintergrund
Selbstbestimmungstheorie
Deci & Ryan 2000
Lern- und Leistungsmotivation
Spinath et al. 2012
Erwartungs-Wert-Theorie der Lern- und Leistungsmotivation
Eccles & Wigfield 2002
Info >>
22:13 AM
Zentrale Ergebnisse (so far)
- off-task Verhalten als Resultat von mehreren Wirkfaktoren oder einem Wirkgefüge
- Leerlaufzeiten, mangelndes Interesse, geringe Nützlichkeit als meistgenannte Faktoren für off-task Verhalten
- negative Zusammenhänge mit schwachen Effektstärken zwischen den Ebenen des digitalen off-task Modells und Ablenkung
Bestimmung der Fallanzahl Durchführung der cross-case-synthesisAusblick
Thank you!
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wipaed_bamberg
judith.wittig@uni-bamberg.de
22:13 AM
Diskussionsfragen
Alternative Kategorisierung anhand der Ebenen des Engagements?
Individuelle Lernvoraussetzungen, welche zu off-task Verhalten führen
Fredricks et al. 2005
off-task Verhalten
on-task Verhalten Engagement
Literaturverzeichnis
Bolkan, S. & Griffin, D. J. (2017). Students’ use of cell phones in class for off-task behaviors: The indirect impact of instructors’ teaching behaviors through boredom and students’ attitudes. Communication Education, 66(3), 313–329. Borchardt, A. & Göthlich, S.E., 2007. Erkenntnisgewinnung durch Fallstudien. In: Albers, S., Klapper, D., Konradt, U., Walter, A. & Wolf, J. (Hrsg.). Methodik der empirischen Forschung. Wiesbaden: Gabler, S.33–48. Deci, E. L. & Ryan, R. M. (2000). The "what" and "why" of goal pursuits: Human needs and the self-determination of behavior. Psychological Inquiry, 11(4), 227-268. Eccles, J., & Wigfield, A. (2002). Motivational Beliefs, Values and Goals. Annual Review of Psychology, 53 (1), p. 109-132. Flanigan, A. E., Brady, A. C., Dai, Y., & Ray, E. (2023). Managing Student Digital Distraction in the College Classroom: A Self-Determination Theory Perspective. Educational Psychology Review, 35(2), 60. https://doi.org/10.1007/s10648-023-09780-y Flyvbjerg, B. (2006). Five Misunderstandings About Case-Study Research. Qualitative Inquiry, 12(2), 219-245. Fried, C. B. (2008). In-class laptop use and its effects on student learning. Computers & Education 50 (3), p. 906-914. Fütterer, T., Scheiter, K., Cheng, X., Stürmer, K. (2022). Quality beats frequency? Investigating students’ effort in learning when introducing technology in classrooms. Contemporary Educational Psychology, 69, Article 102042. https://doi.org/10.1016/j.cedpsych.2022.102042 Gazzaley, A. & Rosen, L. (2016). The distracted mind: ancient brains in a high-tech world. Cambridge: MA: MIT Press. Gerholz, K., Ciolek, S., & Wagner, A.C. (2020). Digitalisation of Design Research – A case study to illustrate the use of digital technologies and tools for collaboration in Design Research projects. EDeR - Educational Design Research, 4(1), 1-17. Glass, A.L. & Kang, M. (2018). Dividing attention in the classroom reduces exam performance. In: Educational Psychology, 39(3), 395-408. Hofer, M. (2007). Goal conflicts and self-regulation: A new look at pupils' off-task behaviour in the classroom. Educational Research Review, 2(1), 28-38.
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kognitive Aktivierung
"Ja dort,ich würde sagen wird, wo es ein bisschen schwerer geworden ist, hat man halt dann leicht Ablenkung gehabt. Dann ist man dann woanders drauf gegangen und dann war man aus dem Flow raus." "Oder zum Beispiel jetzt bei Symmetrie, wir kennen das Thema ja schon und lenken uns wahrscheinlich bei dem mehr ab, aber wenn das ein neues Thema wäre, dann wollen wir das ja alles verstehen und so und dann passen wir ja mehr auf."
Kollaboratives Arbeiten
Codierregel: SuS bescheiben Unterrichtssituationen, in welchen kollaborative Unterrichtsmethoden stattgefunden hat. Ankerbeispiel: "Ich fand die Gruppenarbeit sehr schön (...) dass man gemeinsam war, dass man einfach wenn man zum Beispiel nicht alleine auf die Lösung gekommen ist, dass man jemanden um sich herum hatte, dass ich dann z.B. zu meinen Gruppenmitglieder sagen konnte, wie seht ihr das, ich komme nicht drauf, kannst du mir da helfen und ich finde, wir haben das wirklich alle und da würde ich für uns alle sprechen sehr gut geholfen so gut wir konnten und das fand ich war das Highlight für mich." (P_9-1-2)
Anstrengungsbereitschaft
"So wie soll ich sagen hat man kein Bock mehr auf unterrichtsmäßig und dann lenkt man sich halt ab. "
Visualisierung von Lerninhalten
"Ich finde es spannender, wenn man etwas erklärt mit so einem Video. Bei uns hat unsere Lehrerin einfach alles mündlich erklärt, aber ich hätte das interessanter gefunden, wenn wir zum Beispiel ein Video darüber geschaut hätten. Also nicht unbedingt ein Video, aber auch eine kleine Präsentation darüber. Also etwas, das meine Aufmerksamkeit … Wie heißt das?"
Langeweile
Codierregel: Aussagen der SuS, in welchen sie schildern, dass die Lernsituation langweilig war. Ankerbeispiel: "Also Spaß gemacht hat er nicht war schon langweilig? Das muss man aber auch ehrlich sagen das Thema finde ich gut. Aber. Ja. War jetzt nicht so der Burner." (P_9-3-1)
Kompetenzunterstützung
"Es wird auch wenn es falsch ist auch nicht erklärt warum, dann wird jemand anderes drangenommen."
Autonomiewahrnehmung
"Wir machen gefühlt alles zusammen im Unterricht. Wir machen nicht mal selbst was richtig. Also ist jetzt mein Eindruck. Wir machen viel mit dem Lehrer zusammen."
individuelle Förderung
Definition: Die bestmögliche Passung von Unterrichtsangebot und Schülervoraussetzungen. (Fischer 2014) Codierregel: SuS schildern die Möglichkeit nach individuellen Lernstand, Lerntempo und Schwierigkeitsniveau zu arbeiten. SuS schildern erlebte Lernszenarien mit Binnendifferenzierung. Ankerbeispiel: P_4-1-2: "Wir wurden in Gruppen aufgeteilt, haben da eine Art Wettbewerb gemacht. Es gab grüne Kärtchen, gelbe Kärtchen und rote Kärtchen. Grün war die einfachste Stufe (unverständlich), gelb war die mittlere Stufe, dafür hat man 2 Punkte bekommen und rot die schwere Stufe und da hat man 3 Punkte bekommen. Und jeder konnte sich verschieden nach seinem Niveau ein Kärtchen aussuchen und die Aufgaben bearbeiten."
Lernstandskontrolle
Codierregel: SuS erwähnen Arbeitsphasen mit dem Tablet, in welchen der eigene Lernstand oder Lernfortschritt kontrolliert oder mit anderen verglichen werden konnte. Ankerbeispiel: "Das war so nochmal wie sagt man so Energieschub - OK, was hab ich noch nicht richtig, dass ich zum Beispiel noch nicht zur nächsten Aufgabe komme oder cool, ich hab das schon richtig gesagt, ich konnte dann gleich zur nächsten Aufgabe, das war wirklich cool." (P_9-1-1)
Ablenkungspotential
Codierregel: Aussagen zu dem eingeschätzten Ausmaß der Ablenkung durch die Tablets im Unterricht. z.B. durch Tablets sind die SuS vermehrt abgelenkt im Vergleich zum taditionellen Unterricht. Ankerbeispiel: "...Rein theoretisch, man kann richtig gut mit dem Tablet arbeiten, aber man lässt sich halt gleichzeitig auch sehr schnell ablenken, zum Beispiel mit Spielen auf dem Tablet oder anderen Sachen, aber ansonsten im Großen und Ganzen das mit dem Tablet erleichtert einem schon einiges, also ich kann auch Sachen nachgucken, aber sonst im Großen und Ganzen finde ich Tablet ist mehr Ablenkung als Arbeit, was man investiert." (P_13-3-4)
off-task Aktivitäten
Codierregel: Aussagen, welche beschreiben, welchen off-task Aktiväten nachgegangen wird z.B. Kommunikation, Informationssuche, Entertainment. (Kay et al. 2017) Ankerbeispiel: "Ja, also, da, oft haben Leute Spiele gespielt und Youtube geguckt oder so..." (P_13-3-3)
Interesse
"Extrem glaube ich. Wenn man sich interessiert, kann man sich sehr gut auf das Thema konzentrieren, wenn man das Thema überhaupt nicht interessant findet, dann kann man sich, glaube ich, sehr schnell und sehr gut ablenken.
Ursachen für off-task Verhalten
Codierregel: SuS benennen Ursachen dafür, warum sie im Unterricht abgelenkt waren oder sich aktiv abgelenkt haben. Ankerbeispiel: "In den Momenten zum Beispiel, in denen man anfängt zu denken, dass es langweilig ist. Oder wenn man nicht gefördert, z.B., weil einer liest und nicht aktiv bei einer Sache dabei ist. Oder man die Aufgabe nicht versteht, weil erst versteht man alle, dann eine wieder nicht und dann hat man irgendwann keine Motivation mehr, wenn man dann auch noch nicht so gut in Mathe ist. Und denkt „okay, keine Lust mehr“ – man gibt dann einfach auf…" (P_4-3-1)
Präventions- und Interventionsmöglichkeiten
Codierregel: Aussagen über angewandte Strategien oder Vorschläge zur Verhinderung oder Intervention von off-task Aktivitäten werden genannt. Ankerbeispiel: "Und wenn ich das irgendwie konsequent zu unterbinden da, da werde ich meines Lebens nicht mehr froh. Also wir haben, wir haben kein pädagogisches Netzwerk und wir haben keinen Zugriff auf die auf die Geräte, das ist unser Problem." (L_11)
Langeweile
"Wenn es mir mal langweilig wird, mache ich einfach mein Tablet und gucke einfach (...) entweder auf leise Videos oder ein paar Spiele."
Anstrengungsbereitschaft
Definition: SuS haben sich angestrengt die Inhalte zu verstehen. (Fredricks, Blumenfeld & Paris 2004) Codierregel: SuS berichten von Anstrengungen, welche sie unternehmen, um Lerninhalte zu verstehen. SuS erwähnen die Tablets als Faktor für mehr Anstrengungsbereitschaft. Ankerbeispiel: P_6-1-1: "...manchmal verstehe ich nicht alles und dann informiere ich mich selbst und schaue mir Videos an und frage auch immer mehrmals nach, bis ich es dann hundert Prozent verstehe."
Leerlaufphasen
"Und wenn man fertig ist (…) hat er oder sie keine anderen Aufgaben mehr und dann setzt man sich hin, weiß nicht, was man machen muss, dann redet man (…) und lenkt sich ab und ja (…) schaut YouTube und so."
Effektive Klassenführung
"Also von den Schülern und so weiter und ich lasse mich manchmal vielleicht ablenken, weil wenn da viele Schüler zum Beispiel Scheiße bauen oder so dann und wenn man nicht weiterkommen kann, ich guck dann Youtube oder so und warte, bis es ruhig ist oder bis die Lehrerin wieder anfängt."
Nützlichkeit
Definition: Die Nützlichkeit wird dadurch bestimmt, wie gut eine Aufgabe mit aktuellen und zukünftigen Zielen, z. B. Karrierezielen, in Verbindung steht. (Eccles et al. 1983) Codierregel: Das Unterrichtsthema erwies sich für die SuS als nützlich für den beruflichen oder privaten Alltag. Die SuS erkennen die Nützlichkeit der Verwendung der Tablets, als eine Zukunftskompetenz. Ankerbeispiel: P_9-1-1: "Ja, also ich denke, das wird mir in meinem späteren Leben sehr viel, häufig sogar, noch begegnen..." P_9-1-1: "... gerade das Digitale wird immer mehr und deswegen denke ich und finde ich es auch gut, dass es in den Schulen beigebracht wird, wie man mit solchen Techniken arbeitet, dass es im Berufsleben später leichter wird..."
Integration der Tablets
"Ich finde, die Lehrkräfte haben manchmal nicht die ganzen Möglichkeiten vom Tablet ausgenutzt. Also wir hätten einfach die Möglichkeit, vom Tablet mehr zu nutzen. Das macht es dann auch viel interessanter und man kann auch viel mehr machen und den Unterricht einfach besser gestalten, also interessanter gestalten eher gesagt."
Kollaboratives Arbeiten
"Weil wir so konzentriert auf unsere Arbeit waren. Wir waren sehr konzentriert drauf und wir müssen es in zwei Tagen fertig und deswegen waren wir nicht abgelenkt und wir wollten es so schnell und gut wie möglich machen."
Selbstwirksamkeit
"Oder man die Aufgabe nicht versteht, (...) dann hat man irgendwann keine Motivation mehr, wenn man dann auch noch nicht so gut in Mathe ist. Und denkt „okay, keine Lust mehr“ – man gibt dann einfach auf."
soziale Einbindung
Definiton: Das Bedürfnis nach Verbundenheit bezieht sich auf das Bedürfnis der Lernenden, sich sozial mit ihrer Umgebung verbunden zu fühlen, z. B. mit ihren Mitschülern und Lehrern. (Ryan & Deci 2000) Codierregel: SuS berichten von lernförderlichen Austausch und unterstützenden Interaktionen. SuS berichten über soziale Beziehungen zu Lehrkräften oder Mitschülern und Mitschülerinnen. Ankerbeispiel: "Wir hatten zum Beispiel kleinere Gruppen und haben uns dann auch noch gegenseitig geholfen und das hat mir mega geholfen. Wir haben dann geschaut, wie geht das jetzt und haben dann alle Prüfungsaufgaben durchgearbeitet." (P_6-1-1)
Integrationsstufen
Definition: Digitale Technologien werden als direkter Ersatz für traditionelle Lehrmittel verwendet, ohne dass sich die Funktionalität ändert. Codierregel: Aussagen, welche den Tablet-Einsatz auf der Stufe Lancieren beschreiben. Ankerbeispiel: "Für die wir eigentlich benutzen, wir machen mittlerweile noch sehr viel was wir mit dem normalen Stift machen können, obwohl mit dem Tablet mehr Potenzial da ist." (P_12-2-1)
digitale Selbstwirksamkeit
Definition: SuS besitzen ein Zutrauen in die eigene Kompetenzen im Umgang mit Tablets. (Spannagel & Bescherer, 2009). Codierregeln: Aussagen, welche die eigenen digitalen Fähigkeiten einschätzen und begründen. Ankerbeispiel: "Also ich würd sagen, weil ich bin ja auch jedes Mal am Handy und das Ding ist, wir haben ja auch alle fast iPhones und diese Tablets sind ja auch iPads und hat das gleiche wie mein Handy, nur halt in größer und dann weiß ich schon wo ich drauf klicken muss wie ich, was ich halt machen muss und ja." (P_12-3-1)
Integration der Tablets
"Oder vielleicht auch einfach, weil dieses Mal schon auch öfters genutzt wurde, sonst steht halt ab und zu auch einfach da oder als Notiz App quasi aber wenn es aktiv da gebraucht wird, mit Kahoot oder dann ist vielleicht der Wille, etwas anderes zu machen, nicht zu hoch."
Lernklima/Disziplin
Definition: Lehrkraft schafft ein positives, störungsfreies Lernklima und es gibt klare Regeln im Klassenzimmer. Codierregel: Aussagen, welche die Klassenführung und das Lernklima beschreiben und Maßnahmen, welche getroffen werden, um für ein positives, störungsfreies Lernumfeld zu sorgen. Ankerbeispiel: "Es ist laut und so. Also es ist schwer, die Lehrerin zu verstehen und manchmal sie macht nichts dagegen..." (P_12-2-2)