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DACH-Spuren in Barcelona
alexandraeoialemany
Created on January 11, 2024
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Transcript
DACH-Spuren in Barcelona
Los!
Die Bachert-Glocke
Die vier Falken
Der verwundete Stern
Der deutsche Pavillon
Der Barcelona-Stuhl/Der Morgen
Uhrturm in Gràcia
Ein Gebäude im Fòrum
Windrose in der Barceloneta
Zwei Orgeln in Barcelona
Die Sagrada Família
Die Pietà an der Kathedrale
Die Bachert-Glocke
Der verwundete Stern
Uhrturm in Gràcia
Windrose in der Barceloneta
Zwei Orgeln
Die Pietà an der Kathedrale
Die vier Falken
Der deutsche Pavillon
Der Barcelona-Stuhl / Der Morgen
Ein Gebäude im Fòrum
Die Sagrada Família
In der Werkstatt in Gràcia entstand 1854-1857 eines von Billeters Meisterwerken: die astronomische Standuhr für das Parlament in Madrid, eine Auftragsarbeit. Die Uhr zeigt die Ortszeit in Madrid und in weiteren 20 Städten an, dazu kommen ein immerwährender Kalender, ein Thermometer, ein Barometer und ein Feuchtigkeitsmesser. Am faszinierendsten sind wohl aber die Mechanismen, die die Konstellation der Planeten, die Bewegung von Erde und Mond um die Sonne und den Wechsel der Jahreszeiten anzeigen. Neben vielen weiteren Funktionen hat Albert Billeter auch einen Kalender eingebaut, wo man bis zum Jahr 1939 das Datum mit dem entsprechenden Wochentag ablesen konnte. Dabei berücksichtigt das mechanische System den automatischen Sprung der Monate mit weniger als 31 Tagen und die Schaltjahre. In der Mitte des Kalenders hat Albert Billeter eine Plakete angebracht:"Inventado y construido por Albert Billeter en Gracia de Barcelona 1869". Die heute wie damals beeindruckende Uhr hat aber eine etwas traurige Geschichte. Im Jahr 1859 hatte Königin Isabella II die astronomische Uhr für das Parlament bestellt. Als Albert Billeter nach zehn Jahren Arbeit endlich fertig war, war Isabella II nicht mehr Königin und das Parlament wollte die Uhr nicht mehr kaufen. Trotz Ausstellungen, Bewunderern und Auszeichnungen fand sich einfach kein Käufer für die Uhr. Albert Billeter überließ die Uhr schließlich der Kunstschreinerei Moragas, die sie in den Räumen der Reial Acadèmia de Ciències i Arts deponierte. Zum Glück kaufte die Reial Acadèmia die Uhr dann später doch noch zu einem symbolischen Preis. So ist die Uhr in Barcelona geblieben und man kann dort dieses Meisterstück der Uhrmacherkunst immer noch bewundern.
Wenn man den riesigen Buchstaben aus Eisen am Zugang zur Barceloneta zum ersten Mal sieht, wird ihre Bedeutung nicht sofort klar. Erst wenn man weitere Buchstaben sucht und sie zusammensetzt, merkt man, dass es sich hier nicht um einzelne Buchstaben handelt, sondern um Wörter, die großflächig über das Gelände verteilt sind. Es sind die Namen der acht katalanischen Winde, die Lothar Baumgarten hier zu einer außergewöhnlichen Windrose arrangiert hat. Sie sind auf einem Areal von 400m2 verteilt, und zwar so, wie sie wehen. Besonders deutlich sieht man das auf dem Platz Pau Vila, wenn der Motorradparkplatz, der auf dem Kunstwerk angelegt wurde, nicht voll besetzt ist. Genauso wie der Kopf des Wetterhahns folgt die Anordnung der Buchstaben der Himmelsrichtung, aus der der Wind kommt. Deshalb sind die Namen der zwei Winde auf dem Platz in entgegengesetzter Richtung installiert: Tramuntana aus dem Norden kommend und Migjorn aus dem Süden kommend, angeordnet quasi über Kopf, wie eine Spielkarte. Die Illusion der Windrichtung wird durch einen optischen Trick noch verstärkt: Die ca. 1,50m großen Buchstaben sind auf der einen Seite etwas kleiner als auf der anderen. Wer weiter sucht, findet auch die anderen Winde, die uns in Katalonien eine frische oder eine warme Brise bringen: Gregal, Levant, Xaloc, Garbí, Ponent und Mistral. Die riesigen Buchstaben aus Eisen hat Lothar Baumgarten 1992 im Rahmen der Kulturolympiade in den katalanischen Boden eingefügt. Damit hat Barcelona wahrscheinlich die größte Windrose der Welt, die man sogar auf einem Satellitenbild erkennen kann.
Lothar Baumgarten wurde 1944 in Rheinsberg in Brandenburg geboren. Er studierte an der Staatlichen Akademie für bildende Künste in Karlsruhe und an der Kunstakademie Düsseldorf, wo Joseph Beuys eine Zeit lang sein Lehrer war. Er selbst lehrte von 1994 bis 2006 an der Universität der Künste in Berlin. Er lebte und arbeitete bis zu seinem Tod 2018 in Berlin und in New York. Seine erste Einzelausstellung hatte er 1972 in Düsseldorf in der Galerie Konrad Fischer. Er war seit 1972 mehrfach auf der Documenta vertreten und seine Werke waren oder sind im Guggenheim Museum New York, in der Tate Modern in London und der Fondation Cartier in Paris zu sehen. Lothar Baumgarten gilt als Pionier für die Einführung der Anthropologie in die Kunst und mit seinem Blick auf die Kunst anderer Kontinente war er seiner Zeit voraus.
Was hat eine Glocke zwischen dem Olympiastadion und dem Olympiaschwimmbad am Montjüic zu suchen? Und welchem Zweck dient ihr tägliches dreiminütiges Geläute um 12 und 19 Uhr, obwohl es keine Kirche in der Nähe gibt? Gestiftet wurde sie für die Olympischen Spiele 1992 von dem Bundesland Baden-Württemberg und verschiedenen deutschen Unternehmern, darunter auch der Autofabrikant Mercedes und die 1725 gegründete Glockengießerei Bachert in Heilbronn, in der die Glocke auch hergestellt wurde. Transportiert wurde sie von der deutschen Fluggesellschaft Lufthansa. Zusammen mit anderen Glocken sollte sie in der Abraham-Kirche im Olympischen Dorf aufgehängt werden. Aber mit ihren 6800kg und einem Durchmesser von über zwei Metern war ausgerechnet die Olympische Glocke zu groß und zu schwer, so dass sie schließlich ihren Platz auf dem Montjuïc fand. Nach Entwürfen der Architektin Beth Galí wurde dafür eigens ein 10m hoher Glockenstuhl aus Metall hergestellt. Eingraviert sind u.a. die Olympischen Ringe, der Name der Schutzpatronin von Barcelona, Mercè, und die Wappen von Barcelona und Baden-Württemberg. Außerdem ist das Wort Frieden in vielen verschiedenen Sprachen zu lesen, weshalb sie auch unter dem Namen Friedensglocke bekannt ist. Nachdem die Glocke während des Weltkongresses der Glöckner und der Glockenspieler im Juli 2017 noch einmal läutete, blieb sie zwei Jahr lang stumm: der Glockenstuhl wurde erneuert und die Glocke restauriert. Seit Dezember 2019 läutet die Bachert-Glocke wieder täglich um 12 Uhr und um 19 Uhr ein Angelus. Die Firma Bachert aus Heilbronn hat seit 1725 viele Glocken für historische Kirchen gegossen, wie z. B. für die Frauenkirche in Dresden. Aber auch in Katalonien kann man an vielen Orten das Glockengeläut der baden-württembergischen Gießerei hören: im Kloster Poblet, in der Basilika von Igualada und zwei der zehn Glocken in Montserrat wurden ebenfalls von der Firma Bachert gegossen: die Glocke Sant Jordi und die Glocke Sant Josep.
Wohl eines der berühmtesten Möbelstücke ist der „Stuhl Barcelonaˮ, welcher im Pavillon ausgestellt wird. Der Stuhl ist ein Meilenstein in der Geschichte des modernen Designs. Das Möbelstück von Mies van der Rohe und Lilly Reich diente als Sitzgelegenheit für das Königspaar anlässlich der Eröffnung des Pavillons 1929. Das Design gilt als Klassiker, unzählige Warteräume und Lobbys repräsentativer Gebäude sind mit ihm ausgestattet - noch heute. „Wenn das Design der Möbel die Struktur eines Bauwerkes nicht ergänzt, gibt es keine Harmonie im Innerenˮ. Dieser Grundsatz führte Mies van der Rohe fast zwangsläufig dazu, zu seinen Gebäuden auch das passende Mobiliar zu entwerfen.
Man kann sich heute kaum noch vorstellen, wie wichtig Uhren im öffentlichen Raum damals waren. Abgesehen davon, dass jede Stadt ihre eigene Zeit hatte, die sich an der lokalen mittleren Sonnenzeit orientierte, waren auch die Uhren innerhalb einer Stadt nicht aufeinander abgestimmt. So auch in Barcelona. 1891 führte die Stadt eine einheitliche Uhrzeit ein. Die Uhr an der Fassade der Reial Acadèmia zeigte ab dann die offizielle Uhrzeit, nach der alle anderen Uhren gestellt wurden und an denen sich Reisende orientieren konnten. Im Januar 1901 wurde für ganz Spanien eine einheitliche Zeitmessung eingeführt, die sich an der mittleren Sonnenzeit am Greenwich Meridian richtete und erstmals in 24 Stunden rechnete. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten beispielsweise Madrid und Barcelona eine Zeitverschiebung von einer halben Stunde.
Das Hauptgebäude des Forum 2004 in Barcelona, ist ein dreieckiges Volumen von den schweizerischen Architekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron. Von Anfang an wurde das Projekt als öffentlicher Raum und nicht als Gebäude betrachtet. Basierend auf der traditionellen Nutzung des öffentlichen Raums, aufgrund des mediterranen Klimas, der Bräuche und der Lebensweise. Die Architekten schlagen ein Projekt vor, das städtischen Raum generiert, ihn strukturiert und organisiert. Das Projekt wird als riesiges, eingeschossiges Gebäude präsentiert, das über dem Boden liegt und erzeugt darunter ein fließender und kontinuierlicher öffentlicher Raum. Der Boden selbst ist nicht horizontal, er folgt der Neigung der gesamten Forumplattform, der in einen sanften Anstieg zum Meer übergeht. Das Gebäude als Ganzes wird als Metapher für das Meer vorgeschlagen. Die Blautöne, der Einsatz metallischer Reflexe und Glas, zielen darauf ab, eine Meeresatmosphäre zu erzeugen, die das Gefühl vermittelt, ins Meer einzutauchen. Die Innenräume des Gebäudes gelten als hybride Räume, in denen die Grenzen dazwischen liegen. Innen und Außen immer auf der Suche nach Reflexionen und Blautönen. Im Erdgeschoss ist es schwer zu erkennen, wo das Gebäude endet und wo der öffentliche Raum beginnt.
Vermutlich auf Grund des großen Erfolgs ihrer Ausstellung in Stuttgart bekamen Lilly Reich und Ludwig Mies van der Rohe die künstlerische Leitung des deutschen Beitrags zur Weltausstellung 1929 in Barcelona. Für den offiziellen Empfang des Königs Alfonso XIII. und der deutschen Repräsentanten entwarfen sie gemeinsam einen lichtdurchfluteten Pavillon aus Stahl, Glas und Marmor sowie das passende Interieur, wie zum Beispiel den berühmten Barcelona-Sessel. Das Innovative waren dabei nicht die Materialien selbst, sondern wie Ludwig Mies van der Rohe und Lilly Reich durch Geometrie, Präzision und Klarheit des Aufbaus das Ideal der Moderne ausdrückten.Am Ende der Weltausstellung wurde der Pavillon abgebaut und die Materialien und Möbel verkauft. Die Bedeutung des Pavillons für das Werk Mies van der Rohes und seine Symbolkraft für die Architektur des 20. Jahrhunderts, führten schließlich dazu, dass die Stadt Barcelona den Pavillon zwischen 1983 und 1986 an der gleichen Stelle nach Originalplänen rekonstruieren ließ. 1986, zum 100. Geburtstag von Mies van der Rohe, wurde der Pavillon wiedereröffnet. Die Architekten Ignasi de Solà-Morales, Cristian Cirici und Fernando Ramos verwendeten für den Nachbau dieselben Materialien wie in den Originalplänen: römischen Traverin, grünen Marmor aus dem Alpengebiet, grünen Marmor aus Griechenland und goldfarbenen Onyx aus dem Atlasgebirge. Im Gebäude befinden sich einige Ausstellungsstücke, die das Wirken van der Rohes zeigen. Auch ein Dokumentationszentrum ist dem Pavillon angeschlossen.
Bei einem Besuch im Pavillon fällt sofort eine wunderschön in Szene gesetzte Bronzestatue ins Auge: es ist ein Nachguss der Figur „Der Morgen“ des Bildhauers Georg Kolbe. Im Pavillon von 1929 stand allerdings nur eine Nachbildung aus Gips derselben Figur. Wer das Original sehen möchte muss nach Berlin in die Cäciliengärten in Berlin-Schöneberg, wo auch die zweite Figur zu sehen ist: „Der Abendˮ.
Ulrich Rückriem wurde am 30. September 1938 in Düsseldorf geboren und lebt heute in Köln und London. Der Bildhauer und Konzeptkünstler ist berühmt für seine Arbeiten aus großen Steinblöcken. Ulrich Rückriem begann seine Bildhauer-Karriere mit einer Lehre als Steinmetz und arbeitete anschließend am Kölner Dom. Später studierte er an der Kölner Werkschule, war gleichzeitig Kunstlehrer an einem Gymnasium und freier Künstler. Anfangs arbeitete er noch mit Holz, aber bereits 1969 begann er mit Steinblöcken zu arbeiten. Schon 1972 nahm er erstmals an der wichtigsten deutschen Kunstmesse, der Documenta in Kassel, teil. Auch auf der Documenta 7, 8 und 9 und auf der Biennale in Venedig 1978 waren seine Werke zu sehen. Als Professor lehrte er an der Hochschule für bildende Künste Hamburg, an der Kunstakademie Düsseldorf und an der Städelschule in Frankfurt am Main. Die meisten seiner Skulpturen aus großen Steinblöcken oder massiven Bodenplatten sind als Kunst im öffentlichen Raum zu sehen, aber auch in Innenräumen wie im Reichstag in Berlin oder in der Neuen Nationalgalerie in Berlin. Auch in Spanien sind seine Werke im öffentlichen Raum zu finden. Die vier massiven Steinblöcke, die seit 1992 am Pla de Palau in Barcelona zu sehen sind, fertigte Urlich Rückriem schon im Jahr 1984 aus finnischem Granit. „ICH WILL DIE BALANCE VON MATERIAL UND ARBEITSPROZESS, FORM, MASSE UND ORT ˮ Ulrich Rückriem entwickelte schon früh eine spezielle Technik für seine Arbeit: er teilt Steinblöcke in kubische Formen und setzt sie anschließend wieder zusammen. Er schneidet, spaltet, bohrt, und poliert den Stein, bis dieser seine minimalistische Form erhält. Er konzentriert sich dabei auf das Material und die Beziehung des Steins zum Raum. Für seine Kunstwerke arbeitet er vor allem mit Steinblöcken aus Granit und Dolomit. Ulrich Rückriem lehnt die Interpretation seiner Werke ab. Deshalb verzichtet er konsequent auf Titel und gibt seinen Werken lediglich Bezeichnungen, die Material und Herstellungsprozess beschreiben. So heißt auch sein Werk in Barcelona "ohne Titel", obwohl es seiner Form nach auch "Die vier Falken" genannt wird.
Albert Billeter wurde 1815 in Männedorf bei Zürich geboren, arbeitete als Uhrmacher in Chaux-de-Fonds, verbrachte vermutlich einige Jahre in Italien und ließ sich dann in La Villa de Gràcia nieder, wo er mit seiner Familie praktisch sein ganzes Leben bis zu seinem Tod 1895 verbrachte. Seine Fabrik für Kirchturm- und Bahnhofsuhren sowie Uhren für Fabriken befand sich im Carrer Montseny. Noch immer kann man dort eine der vier Uhren am Turm seines Hauses sehen. Die Stadt Barcelona gab 1863 eine Uhr und zwei neue Glocken für den östlichen Glockenturm am Portal Sankt Ivo der Kathedrale in Auftrag. Albert Billeter baute das damals hochmoderne und präzise Uhrwerk, das noch heute funktioniert und auch heute noch eine der genauesten Uhren Barcelonas ist. Ablesen kann man die Uhrzeit allerdings nicht: ein weithin sichtbares Zifferblatt wäre viel zu groß geworden und hätte die Ästhetik der Kathedrale gestört. Aber wie erstmals am 4. November 1866 schlagen noch heute beide Glocken, die kleine Glocke Eulalia pünktlich zu jeder Viertelstunde und die große Glocke Honorata zur vollen Stunde.
Ob es Wanderlust oder die Suche nach Abenteuer war, die den deutschen Bildhauer Michael Lochner dazu bewogen hat, seine Heimat zu verlassen, um als Miquel Lluch in Barcelona am Bau der hiesigen Kathedrale mitzuwirken, wissen wir nicht. Auch wann und wo genau er geboren ist, ist unbekannt. Man weiß aber, dass er von 1483 bis zu seinem Tod 1490 in Barcelona lebte und mit seinem Gehilfen Johann Friedrich am Chorgestühl der Kathedrale arbeitete. Sein wichtigstes Werk aber ist das Flachrelief, das er für das Portal de la Pietat anfertigte. Bewegend ist sie anzusehen, die Mutter Gottes, die mit geschlossenen Augen und geneigtem Kopf den Arm ihres toten Sohnes hält. Auch wenn es sich nur um eine Kopie aus Harz handelt, - die wertvolle Holzschnitzerei ist seit einem Diebstahlversuch in Sicherheit gebracht - so kann man sich doch bei ihrem Anblick der Trauer nicht verwehren. 1488 arbeitete Lochner am Allerheiligen-Altar („Retaule de Tots Sants“) der Kathedrale, der in Teilen im Museum der Kathedrale ausgestellt ist, und am Altar der Kirche Sant Pere de Premià de Dalt (1487), der 1936 im Spanischen Bürgerkrieg zerstört wurde.
Dass die Orgel nicht nur für Kirchen bestimmt ist, sondern auch für Konzertsäle, erfahren wir in Barcelona gleich zwei Mal. Sowohl im Palau de la Música als auch im Palau Nacional stehen zwei Prachtexemplare der – wie Mozart sie nannte – „Königin der Musikinstrumente“. Beide Orgeln stammen aus der Orgelwerkstatt Walcker aus Ludwigsburg in Süddeutschland. Sie wurde 1780 von Johannes Eberhard Walcker gegründet. Die beiden Orgeln in Barcelona entstanden unter der Leitung von Eberhard Friedrich Walckers. Auch heute noch bauen seine Nachfahren, die Brüder Michael und Gerhard Walcker-Mayer in ihren Werkstätten Orgeln, die in alle Welt exportiert werden. Die Orgel ist ein kompliziertes Gebilde. Jeder, der einmal vor einem großen Exemplar gestanden hat und die unendliche Anzahl an Pfeifen gesehen hat, kann das bestätigen. Dabei beruht sie auf einem ganz einfachen Prinzip: wenn ich in eine leere Flasche blase, erklingt ein Ton. Diese Flaschen sind die Pfeifen und ihre unterschiedlichen Größen bestimmen ihren Ton. Bis zu 306 Kilo und über elf Meter lang kann die größte sein, während die kleinste nur sechs mm lang ist. Die Walcker-Orgel im Palau de la Música wurde 1907 für den neuen Palau de la Música in Auftrag gegeben und 1908 mit 4100 Pfeifen und 4 Manualen - die Tastaturen bei der Orgel - installiert. Man konnte 60 verschiedene Register ziehen, was bedeutet, dass in 60 verschiedenen Klangfarben gespielt werden konnte. Übrigens spielt man die Orgel auch mit den Füßen, die Organist*innen bewegen sich während des Spielens ständig hin und her und müssen auch körperlich fit sein. Wegen eines Wasserschadens in den 70er Jahren konnte die Orgel viele Jahre nicht gespielt werden. Mit finanzieller Unterstützung der Bürger*innen Barcelonas, die eine Pfeife „adoptierten“, konnte die Orgel 2002 restauriert werden. Die Arbeiten übernahm die in Papiol bei Barcelona ansässige Orgelwerkstatt Gerhard Grenzing in Zusammenarbeit mit der im märkischen Sieversdorf ansässigen Orgelwerkstatt Christian Scheffler. Seither erklingt sie wieder im vollen Glanze und lässt durch ihre Schwingungen die Herzen der Zuhörer*innen höher schlagen.
Ludwig Mies van der Rohe ist einer der bedeutendsten Architekten der Moderne und gilt als Vertreter des Minimalismus mit dem Leitmotiv „weniger ist mehr“. Sein Stil prägte Generationen von Architekten und wirkt auch heute noch nach. Ihm gelang es, durch Stahlträgerkonstruktionen große Räume ohne tragende Trennwände und Fassaden mit großen Glasflächen zu schaffen. Er selbst sprach auch von „Haut und Knochen-Architektur“. Seine beruflichen Anfänge machte er als Mauerer und Ornamentenzeichner in Aachen, wo er 1886 geboren wurde. Aber schon mit 19 Jahren zog es ihn nach Berlin, wo er an der Hochschule studierte, Möbel entwarf, in einem Architekturbüro an ersten Projekten arbeitete, 1907 sein erstes Haus baute und schließlich 1913 auch sein erstes Architekturbüro eröffnete. Ludwig Mies van der Rohe arbeitete mit der Innenarchitektin Lilly Reich eng zusammen und bis Ende der 30er Jahre waren sie auch privat ein Paar. 1926 ging Lilly Reich von Frankfurt nach Berlin, wo sie zusammen mit Ludwig Mies van der Rohe Ausstellungen organisierte und Inneneinrichtungen und Möbel entwarf, die funktional und schlicht sein sollten. Später wurden viele ihrer Entwürfe für Möbel oft allein Mies van der Rohe zugeschrieben.