robert musil
1880 - 1942
Sex und Gewalt im Internat
einer der wichtigsten deutschsprachigen Romane um 1900
das Warten und Suchen, die Leere und Langeweile
Die Verwirrungen des Zöglings Törleß ist ein Pubertäts- und Internatsroman. Der antriebslose Internatsschüler Törleß schließt sich zwei halbstarken Mitschülern an. Diese entlarven ihren Kameraden Basini als Dieb, worauf es zu Demütigungen, Vergewaltigungen und Misshandlungen kommt.
„Es ist etwas Dunkles in mir, unter allen Gedanken, das ich mit den Gedanken nicht ausmessen kann, ein Leben, das sich nicht in Worten ausdrückt und das doch mein Leben ist.“
Inhalt
Der antriebslose Internatsschüler Törleß schließt sich zwei halbstarken Mitschülern an. Diese entlarven ihren Kameraden Basini als Dieb, worauf es zu Demütigungen, Vergewaltigungen und Misshandlungen kommt. Törleß ist nur halb dabei und beginnt eine eigene Affäre mit Basini. Schließlich bewegt er ihn dazu, sich zu stellen. Basini und Törleß müssen die Schule verlassen, die anderen kommen ungeschoren davon.
Schilderung homosexueller Gewaltexzesse
Machtstudie: Die beiden immer grausamer werdenden Klassenanführer benehmen sich wie Diktatoren.
Personenkonstellation
Basini
Reiting und Beineberg
Törleß
Spielsucht und Börsenspekulation
Riss in der Wirklichkeit
Kein mütterlicher Schutz
Liebe?
Beginnende Grausamkeiten
üben, wie es ist, einen Menschen ganz in der Hand zu haben
sexuelle Begegnungen
Sadistische Exzesse
Die drei bestellen Basini in die Dachkammer. Beineberg befiehlt ihm, sich auszuziehen, und bedroht ihn mit einem Revolver. Basini soll in eine Gasflamme starren und sich immer weiter vorneigen – doch dann fällt er um. Reiting lacht, Beineberg aber wird wütend und beginnt, Basini mit seinem Gürtel zu peitschen. Angewidert verlässt Törleß die Szene.
aus der Intrige
Reiting und Beineberg wollen nicht nur Basini der Klasse ausliefern, sondern auch Törleß als Mitschuldigen hinstellen. Törleß verspürt vor allem den Wunsch, aus diesem Intrigenspiel herauszukommen. Er sehnt sich nach Ruhe und nach Büchern und nach der Sicherheit seiner Eltern. Ihm fällt ein Brief von ihnen ein, in dem sie ihm geraten haben, Basini dazu zu bewegen, sich selbst zu stellen. Das erscheint Törleß nun wirklich als Lösung. Er legt dem schlafenden Basini einen Zettel in die Hand, auf dem steht, er solle sich beim Direktor anzeigen und bloß „B. und R.“ erwähnen, nicht ihn, Törleß. Dies sei seine einzige Chance, denn am folgenden Tag solle er der Klasse ausgeliefert werden.
strenge Untersuchung in der schule
Die Lehrer sind ratlos und überfordert, und der Direktor beschließt, dass das Internat nicht mehr der richtige Ort für den „überreizten“ Törleß sei: Er gehöre in die Privaterziehung, dann könne auch seine „geistige Nahrung“ besser überwacht werden. Gleichzeitig mit dem Brief des Direktors trifft auch ein Brief von Törleß bei seinen Eltern ein, ebenfalls mit dem Wunsch, das Internat zu verlassen.
Interpretationsansätze
Der Törleß ist die Geschichte einer Ichfindung. Der pubertierende Törleß sucht seine Identität und versucht, den Riss zu begreifen, der sich durch ihn selbst und durch die äußere Wirklichkeit zieht. Seine Welt, innerlich und äußerlich, verändert sich auf verwirrende und ihn überwältigende Weise.
Ein zentrales Motiv ist das Tor: Törleß hat immer wieder das Gefühl, vor einem verschlossenen Tor zu stehen. So ist auch sein Name ein englisch-deutsches Mischwort; es könnte mit „torlos“ übersetzt werden.
Die Nachtseite der rationalen Wirklichkeit ist im Roman in symbolischen Räumen verortet: So spielen sich die Geschehnisse um Basini in der geheimen, engen Dachkammer ab.
Robert Musil - Die Verwirrungen des Zöglings Törleß Toerless
Paola De Paolis
Created on September 25, 2023
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robert musil
1880 - 1942
Sex und Gewalt im Internat
einer der wichtigsten deutschsprachigen Romane um 1900
das Warten und Suchen, die Leere und Langeweile
Die Verwirrungen des Zöglings Törleß ist ein Pubertäts- und Internatsroman. Der antriebslose Internatsschüler Törleß schließt sich zwei halbstarken Mitschülern an. Diese entlarven ihren Kameraden Basini als Dieb, worauf es zu Demütigungen, Vergewaltigungen und Misshandlungen kommt.
„Es ist etwas Dunkles in mir, unter allen Gedanken, das ich mit den Gedanken nicht ausmessen kann, ein Leben, das sich nicht in Worten ausdrückt und das doch mein Leben ist.“
Inhalt
Der antriebslose Internatsschüler Törleß schließt sich zwei halbstarken Mitschülern an. Diese entlarven ihren Kameraden Basini als Dieb, worauf es zu Demütigungen, Vergewaltigungen und Misshandlungen kommt. Törleß ist nur halb dabei und beginnt eine eigene Affäre mit Basini. Schließlich bewegt er ihn dazu, sich zu stellen. Basini und Törleß müssen die Schule verlassen, die anderen kommen ungeschoren davon.
Schilderung homosexueller Gewaltexzesse
Machtstudie: Die beiden immer grausamer werdenden Klassenanführer benehmen sich wie Diktatoren.
Personenkonstellation
Basini
Reiting und Beineberg
Törleß
Spielsucht und Börsenspekulation
Riss in der Wirklichkeit
Kein mütterlicher Schutz
Liebe?
Beginnende Grausamkeiten
üben, wie es ist, einen Menschen ganz in der Hand zu haben
sexuelle Begegnungen
Sadistische Exzesse
Die drei bestellen Basini in die Dachkammer. Beineberg befiehlt ihm, sich auszuziehen, und bedroht ihn mit einem Revolver. Basini soll in eine Gasflamme starren und sich immer weiter vorneigen – doch dann fällt er um. Reiting lacht, Beineberg aber wird wütend und beginnt, Basini mit seinem Gürtel zu peitschen. Angewidert verlässt Törleß die Szene.
aus der Intrige
Reiting und Beineberg wollen nicht nur Basini der Klasse ausliefern, sondern auch Törleß als Mitschuldigen hinstellen. Törleß verspürt vor allem den Wunsch, aus diesem Intrigenspiel herauszukommen. Er sehnt sich nach Ruhe und nach Büchern und nach der Sicherheit seiner Eltern. Ihm fällt ein Brief von ihnen ein, in dem sie ihm geraten haben, Basini dazu zu bewegen, sich selbst zu stellen. Das erscheint Törleß nun wirklich als Lösung. Er legt dem schlafenden Basini einen Zettel in die Hand, auf dem steht, er solle sich beim Direktor anzeigen und bloß „B. und R.“ erwähnen, nicht ihn, Törleß. Dies sei seine einzige Chance, denn am folgenden Tag solle er der Klasse ausgeliefert werden.
strenge Untersuchung in der schule
Die Lehrer sind ratlos und überfordert, und der Direktor beschließt, dass das Internat nicht mehr der richtige Ort für den „überreizten“ Törleß sei: Er gehöre in die Privaterziehung, dann könne auch seine „geistige Nahrung“ besser überwacht werden. Gleichzeitig mit dem Brief des Direktors trifft auch ein Brief von Törleß bei seinen Eltern ein, ebenfalls mit dem Wunsch, das Internat zu verlassen.
Interpretationsansätze
Der Törleß ist die Geschichte einer Ichfindung. Der pubertierende Törleß sucht seine Identität und versucht, den Riss zu begreifen, der sich durch ihn selbst und durch die äußere Wirklichkeit zieht. Seine Welt, innerlich und äußerlich, verändert sich auf verwirrende und ihn überwältigende Weise. Ein zentrales Motiv ist das Tor: Törleß hat immer wieder das Gefühl, vor einem verschlossenen Tor zu stehen. So ist auch sein Name ein englisch-deutsches Mischwort; es könnte mit „torlos“ übersetzt werden. Die Nachtseite der rationalen Wirklichkeit ist im Roman in symbolischen Räumen verortet: So spielen sich die Geschehnisse um Basini in der geheimen, engen Dachkammer ab.