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Die Malerei der Gotik

Ulrich Winter

Created on March 16, 2021

Von der Glasmalerei zum Tafelbild

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Ritterkultur und Minnesang

Minnesang war innerhalb der höfischen Ritterkultur eine Konkurrenz hochadeliger Ritter untereinander, ein Wettkampf wie bei einem Turnier, vergleichbar einem Battle-Rap heutiger Tage. Allerdings wurde hier nicht der Gegner schlecht gemacht, sondern das Lied richtet sich an eine verehrte Dame der Gesellschaft, die verheiratet war und deren Schönheit und Tugend gepriesen wurde.

Ein Minnesänger stammt aus unserer Gegend: Wolfram von Eschenbach ist deshalb so berühmt, weil er den ersten Roman der deutschen Literatur verfasst hat. In diesem Ritterroman geht es um Parzival, der sich nach langen Irrungen vom einfältigen Jungen zum König und Hüter des Heiligen Grals, Symbol ritterlicher Werte, entwickelt.

Wolfram schrieb seinen Versroman vorwiegend auf der Burg Abenberg. Zu seinen Sponsoren zählten auch die mächtigen Grafen von Truhendingen, deren Wappen das des Landkreises Weißenburg bestimmt. Ihnen setzte er ein literarisches Denkmal. Er beschreibt die dramatische Hungersnot in einer belagerten Stadt so: Man hört hier niemals das Geräusch von Truhendinger Krapfen, die in einer Pfanne braten.

Neben diesen von Adligen als Teil der höfischen Freizeitkultur durchgeführten Minnesangwettkämpfe gab es aber auch noch die ausschließlich von Berufsdichtern und -sängern zur Unterhaltung vorgetragenen, zum Teil gesungenen Erzählungen. Diese Dichter, die für ihre Leistungen bezahlt wurden, bezeichnet man als Minnesänger.

Die Figur Parzival ist dem Gründungsmythos der britischen Nation entnommen. Er ist einer der Ritter der Tafelrunde, die König Artus um sich schart. Diese Ritter verkörpern höchste ritterliche Tugenden. Parzival ist einziger Überlebender der Tafelrunde und geleitet den tödlich verwundeten König Artus nach Avalon und versenkt dort im See dessen Schwert Excalibur. Hollywood hat diesen Stoff mehrmals verfilmt, Richard Wagner hat Wolframs Roman zur Vorlage einer seiner Opern genommen.

Ihre Dichtungen befassten sich in gereimter Form mit politischen, moralischen und religiösen Themen. Sie fordern zu ethisch richtigem Handeln auf, propagierten gängige Lebensweisheiten oder kritisierten das Zeitgeschehen.

Der Bekannteste unter der Vielzahl von deutschen Minnesängern ist Walther von der Vogelweide.

Die Malerei der Gotik

Des Himmels reine Wirklichkeit

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Von der Glasmalerei zur Tafelmalerei

Glasmalerei

Die gotische Architektur nördlich der Alpen schuf mit ihrer Skelettbauweise hohe, lichtdurchflutete Kirchenräume, in der Wandmalereien kaum mehr Platz hatten.

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Von der Glasmalerei zur Tafelmalerei

Glasmalerei

In den Kathedralen ersetzt die Glasmalerei der großen Kirchenfenster die Wandmalerei der Romanik.

Auch das farbige Glas übernimmt die Aufgabe, den Gläubigen die Geschichten der Bibel und der Heiligen zu vermitteln.

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Von der Glasmalerei zur Tafelmalerei

Glasmalerei

Die Glasmalerei ist in besonderem Maß dazu geeignet, den Eindruck zu erwecken, die Kirche sei das Abbild des apokalyptischen Jerusalems, der Stadt aus Glas und Edelsteinen, wie sie im letzen Buch der Bibel, der Offenbarung des Johannes, beschrieben wird.

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Von der Glasmalerei zur Tafelmalerei

Wandmalerei

Mit der Wandauflösung in den Sakralgebäuden hat die Freskomalerei an den Wänden wenig Fläche zur Verfügung.

Im Laufe der Gotik wird die Wandmalerei zugunsten der Tafelmalerei zurück gedrängt.

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Von der Glasmalerei zur Tafelmalerei

Buchmalerei

Bücher wurden mit der Hand auf Pergament (dünn geschabte Tierhäute) geschrieben und bemalt.

Mit der Verwendung des Papiers ab 1420 erfand man den Einblattholzschnitt, wobei jede Seite eines Buches wie ein Holzschnitt einzeln geschnitten und illustriert wurde.

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Buchmalerei

Bücher, die in den Schreibstuben der Klöster, den Scriptorien, geschrieben wurden, hatten in der Gotik vorwiegend sakrale Inhalte (Bibeln, Kommentare).

Es gab Spezialisten für jede Art der Darstellung: Für die Ranken, die Figuren, die Vögel usw.

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Buchmalerei

Ab dem 14. Jahrhundert gibt es Meisterwerkstätten, die außerhalb des Klosters auch Bücher mit weltlichen Themen herstellten (z. B. Manessische Liederhandschrift, entstanden von 1305 bis 1340).

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Buchmalerei

Die Meister verwendeten für ihreMalereien Wasserfarben mitnatürlichen, wasserlöslichen Pigmenten.

Die höfische und liturgische Buchmalerei erlebt ihre Blüte am Ende des Mittelalters.

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Buchmalerei

Mit der Ausbreitug des Buchdrucks ab 1420 verliert die Buchmalerei ihre Bedeutung.

Bücher können nun billiger und in größerer Stückzahl hergestellt werden und sorgen für einen Wissensdurst, der die Welt verändert.

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Tafelmalerei

Ursprünglich bezeichnet man als Tafelmalerei die Malerei auf Tafeln aus Holzbrettern.

Jetzt nennt man alle Malerei auf bewegbaren Untergründen so.

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Tafelmalerei

Wirkt die Malerei am Anfang noch sehr steif, werden die Figuren ab der Mitte des 14. Jahrhunderts in natürlicher Haltung und mit richtigen Größenverhältnissen (Proportionen) wiedergegeben.

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Von der Glasmalerei zur Tafelmalerei

Tafelmalerei

Ihre Gefühlsregungen drücken sie durch ihr Mienenspiel und ihre Gebärden aus.

Die Bedeutungsmalerei wandelt sich zunehmend zur Abbilddung der Wirklichkeit, wobei zuerst meist der religiöse Sinngehalt die Themen bestimmt.

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Tafelmalerei

Höhepunkte der gotischenTafelmalerei waren dievieltafeligen spätgotischenFlügelaltäre, auf denenThemen des Glaubensgutes in zusammenhängendenEinzelbildern dargestelltwurden.

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Tafelmalerei

Mit der Zeit wird der flache Goldhintergrund durch eine Raumdarstellung einer Landschaft oder eines Innenraumes abgelöst.

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Tafelmalerei

In der figürlichen Darstellung ist das Gewand (Kleidung) und die Gestaltung seiner Falten wichtiger als der Körper.

Man spricht daher von der gotischen Gewandfigur.

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Tafelmalerei

Auch in der Malerei war die Darstellung des Jüngsten Gerichtes ein beliebtes Motiv.

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Tafelmalerei

Die Erfindung der Ölmalerei ermöglichte feine Hell­-Dunkel­-Abstufungen der Farben.

Damit konnte die Stofflichkeit in den Bildern wiedergegeben werden.

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Von der Glasmalerei zur Tafelmalerei

Tafelmalerei

Der Raum in der Landschaft wird durch die Farbenluftperspektive dargestellt (kalte, kontrastschwache Farben im Hintergrund).

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Tafelmalerei

Mit den Brüdern Jan und Hubert van Eyck erreicht diese Art des Malens ihren Höhepunkt.

Ihr bekanntestes Werk ist der Genter Altar.

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Druckgrafik

Die Druckgrafik entsteht ebenfalls in der Gotik.

Holzschnitte und Kupferstiche entsprechen mit ihrerkräftigen Linienführung dem Zeitgeschmack.

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Druckgrafik

Nach der Erfindung des Buchdrucks mit beweglichenLettern diente der Holzschnitt zur Bebilderung der nun in großer Zahl herstellbaren Bücher.

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Von der Glasmalerei zur Tafelmalerei

Aber das markiert den Beginn einer neuen Zeit:

Die Kirche verliert ihr Bildungsmonopol.

Die Sonne dreht sich nicht mehr um die Erde.

Die Erde ist keine Scheibe mehr.

Und einer der nach Indien will, entdeckt Amerika.

Mit dem Zeitalter der Renaissance, in der der Mensch, wie schon in der Antike, wieder im Mittel des Universums steht, endet das Mittelalter und es beginnt die Neuzeit.

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Danke für die Aufmerksamkeit!

U. Winter

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