Gestaltungsmittel der Fotografie und wie du sie einsetzt
Fotografieren kann jeder!
Klar, weil jeder heute ein Smartphone hat, mit dem er oder sie immer und überall Bilder schießen kann.Aber: Wie gestalte ich ein wirklich gutes Foto? Eines, das nicht nur ein zufälliger Schnappschuss ist, sondern besonders ausdrucksstark und interessant wirkt?
Welche Gestaltungsmittel gibt es?
05
Schärfentiefe
04
Licht und Schatten
03
Kameraperspektive
02
Einstellungsgröße
01
Format
Die so genannten „Gestaltungsmittel“ in der Fotografie helfen dir dabei, ein Foto ganz bewusst so zu gestalten, dass es diese Wirkung entfaltet. Dabei unterscheidet man verschiedene Gestaltungsmittel. Fünf davon sollen hier näher vorgestellt werden:
1 Bildformat
Das Bildformat
01
1 Bildformat
Hochformat
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen einem Bild im Hochformat und einem Bild im Querformat. Bilder im Hochformat zwingen den Blick des Betachtes in die Senkrechte und ermöglichen einen spannungsvollen Aufbau. Meistens wird bei einem Bild im Hochformat der Vordergrund stärker betont als bei einem Bild im Querformat.
1 Bildformat
Querformat
Ein Bild im Querformat entspricht unserer gewohnten Sehweise. Wenn wir unseren Blick umherschweifen lassen, sehen wir unsere Umgebung eher breit, sodass die horizontale Bewegung betont wird. Bilder im Querformat betonen eher den Hintergrund, und die Tiefe des Raums. Sie verschaffen im Vergleich zu einem Bild im Hochformat eher einen Überblick über die räumliche Situation.
2 Einstellungsgröße
02
Einstellungsgröße
2 Einstellungsgröße
Einstellungsgröße
Die Einstellungsgröße entscheidet, was von einer Person oder einem Objekt zu sehen ist, das du fotografierst. Stell die vor, du willst eine Freundin von dir fotografieren, die ganz weit entfernt von dir steht. Schrittweise fotografierst du sie, indem du sie immer näher ranzoomst und von jedem Schritt ein Foto machst, bis ihr Auge ganz groß zu sehen ist. Man unterscheidet folgende Einstellungsgrößen:
2 Einstellungsgröße
1. Totale / Halbtotale
1. Die Totale und auch die Halbtotale vermittelt einen guten Überblick über einen Ort. In diesem Fall wäre deine Freundin, die du fotografieren willst, nur eine kleine Figur auf dem Bild, wohingegen viel vom Raum oder der Landschaft um sie herum zu sehen wäre. Die Totale drückt Distanz aus, das heißt, der Betrachter oder die Betrachterin ist noch weit vom Geschehen entfernt. Bei der Halbtotalen ist der Betrachter etwas näher am Geschehen dran, handelnde Personen sind von Kopf bis Fuß in ihrer Umgebung zu sehen.
2 Einstellungsgröße
2. Halbnah
Sie ist ein Teilausschnitt, der noch eine Teilaussage über die unmittelbare Umgebung des Motivs zulässt. Personen werden etwa ab Kniehöhe aufwärts aufgenommen. Die Größe Halbnah wählt man dann, wenn man sowohl die Körpersprache als auch die Mimik der fotografierten Person zeigen möchte.
2 Einstellungsgröße
3. Nah
Die Größe des Bildausschnitts ist in etwa mit einem Porträtfoto vergleichbar. Das heißt, dass der Oberkörper deiner Freundin teilweise noch zu sehen ist, so ca. ab den Schultern aufwärts. Die Naheinstellung ist subjektiver und emotionaler als die Halbnah-Einstellung.
2 Einstellungsgröße
4. Groß-Aufnahme
Hier erscheint im Bild ein Objekt oder der Kopf der Freundin, die du fotografierst, formatfüllend als Hauptmotiv. Der Hintergrund ist nicht mehr wichtig, die Aussagekraft wird ausschließlich vom Objekt bestimmt. Bei Groß-Aufnahmen kann man am Gesicht die Mimik sehr gut ablesen.
2 Einstellungsgröße
5. Detail-Aufnahme
Die Detail-Aufnahme geht nochmal ein Stück näher an das Objekt oder die Person heran, die du fotografierst. Es ist eine gesteigerte Groß-Aufnahme. Hier werden Einzelheiten groß heraus gegriffen und zum Beispiel nur Teile des Gesichts, wie Mund, Auge usw., gezeigt.
3 Kameraperspektive
03
Die Kamera- perspektive
3 Kameraperspektive
Mit der Kameraperspektive ist der Punkt gemeint, von dem aus du dein Foto machst.
Man unterscheidet folgende Kameraperspektiven:
Untersicht
Normalsicht
Froschperspektive
Bei der Froschperspektive liegt der Kamerastandpunkt sehr tief – so, als würde ein Frosch, der auf dem Boden sitzt, ein Foto von etwas machen, das viel größer ist als er selbst. Eine solche Perspektive vermittelt meist den Eindruck von Ehrfurcht. Sie kann aber auch beängstigend sein, weil die dargestellte Person bzw. das Objekt riesig erscheint.
Bei einer Untersicht befindet sich die Kamera tiefer als gewohnt, aber nicht ganz so weit unten wie bei der Froschperspektive. Von unten aufgenommene Personen erscheinen selbstbewusst, stark, überlegen. Das Objekt wird groß, mächtig oder unheimlich.
Die Normalsicht bezeichnet die Kameraperspektive, die sich auf unserer gewohnten Augenhöhe befindet. Die Normalperspektive wirkt eher undramatisch und neutral.
3 Kameraperspektive
Aufsicht
Vogelperspektive
Bei dieser Perspektive befindet sich die Kamera überhalb der normalen Augenhöhe. Stell dir vor, du streckst deinen Arm weit nach oben aus, um deine Freundin zu fotografieren – so erhältst du eine leichte Draufsicht auf sie. Wenn du auf einen Stuhl oder eine Leiter steigst, um sie zu fotografieren, ist die Draufsicht schon stärker. Deine Freundin wird dadurch eher kleiner und zerbrechlicher wirken.
Stell dir vor, du bist ein Vogel und fliegst über deine Freundin hinweg. Wenn du sie von dort aus fotografieren würdest, wäre das die Vogelperspektive, also eine extreme Draufsicht. Sie ermöglicht einerseits eine große Übersicht, kann dem Dargestellten aber auch eine große Unterlegenheit geben. Die Person oder das Objekt wirkt zum Beispiel klein, ohnmächtig, unterlegen oder bedroht.
4 Licht und Schatten
04
Licht und Schatten
4 Licht und Schatten
Gegenlicht
Licht von vorne
Seitenlicht
Gegenlicht lässt die Umrisse von der Figur „leuchten“ (weiteres Vorder-oder Seitenlicht notwendig, um z.B. das Gesicht zu erkennen).
Licht von vorne lässt das Objekt schattenfrei erscheinen und wirkt weniger plastisch.
Das Seitenlicht wird oft in der Porträtfotografie eingesetzt, da durch die Schatten das Gesicht plastischer erscheint.
4 Licht und Schatten
Licht von unten
Licht von oben
Gerichtetes Licht
Das Unterlicht kommt von unterhalb der Kamera. Es wirkt meist unnatürlich und hat einen gruseligen, unheimlichen Effekt.
Das Oberlicht wird erzeugt von einer Lichtquelle oberhalb der Kamera. Ist es zu hoch, wirft es störende Schatten, zum Beispiel unter Augen und Nase.
Ein gerichtetes, hartes Licht (z.B. durch Strahler oder starken Sonnenschein) hebt durch Schattenbildung Formen und Strukturen hervor.
4 Licht und Schatten
Das optimale Licht für ein gut ausgeleuchtetes Foto ist eine Kombination aus mehreren Lichtquellen aus unterschiedlicher Höhe und aus verschiedenen Richtungen.
5 Schärfentiefe
05
Schärfentiefe
5 Schärfentiefe
Was ist "Schärfentiefe"?
Die Schärfentiefe ist ein Begriff, der aus der Fotografie mit einer „echten“ Kamera mit einem so genannten Objektiv stammt. Kurz gesagt kann man darüber bestimmen, was auf einem Foto scharf gestellt sein soll. Zum Beispiel kann ich ein Objekt im Vordergrund scharf darstellen und den Hintergrund verschwimmen lassen. Ich kann aber auch so fotografieren, dass das gesamte Bild scharf gestellt ist.
View +
5 Schärfentiefe
Je nachdem, welches Objekt im Bild fokussiert wird, kann man Schwerpunkte setzen:
Mittelgrund scharf
Vordergrund scharf
Hintergrund scharf
Jetzt bist du dran!
Und denke daran, die Gestaltungsmittel dabei bewusst einzusetzen!
01
Format
02
Einstellungsgröße
03
Kameraperspektive
04
Licht und Schatten
05
Schärfentiefe
Und denke daran, die Gestaltungsmittel dabei bewusst einzusetzen!
01
Format
02
Einstellungsgröße
03
Kameraperspektive
04
Licht und Schatten
05
Schärfentiefe
Gestaltungsmittel Fotografie
i.sangenstedt
Created on February 4, 2021
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Gestaltungsmittel der Fotografie und wie du sie einsetzt
Fotografieren kann jeder!
Klar, weil jeder heute ein Smartphone hat, mit dem er oder sie immer und überall Bilder schießen kann.Aber: Wie gestalte ich ein wirklich gutes Foto? Eines, das nicht nur ein zufälliger Schnappschuss ist, sondern besonders ausdrucksstark und interessant wirkt?
Welche Gestaltungsmittel gibt es?
05
Schärfentiefe
04
Licht und Schatten
03
Kameraperspektive
02
Einstellungsgröße
01
Format
Die so genannten „Gestaltungsmittel“ in der Fotografie helfen dir dabei, ein Foto ganz bewusst so zu gestalten, dass es diese Wirkung entfaltet. Dabei unterscheidet man verschiedene Gestaltungsmittel. Fünf davon sollen hier näher vorgestellt werden:
1 Bildformat
Das Bildformat
01
1 Bildformat
Hochformat
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen einem Bild im Hochformat und einem Bild im Querformat. Bilder im Hochformat zwingen den Blick des Betachtes in die Senkrechte und ermöglichen einen spannungsvollen Aufbau. Meistens wird bei einem Bild im Hochformat der Vordergrund stärker betont als bei einem Bild im Querformat.
1 Bildformat
Querformat
Ein Bild im Querformat entspricht unserer gewohnten Sehweise. Wenn wir unseren Blick umherschweifen lassen, sehen wir unsere Umgebung eher breit, sodass die horizontale Bewegung betont wird. Bilder im Querformat betonen eher den Hintergrund, und die Tiefe des Raums. Sie verschaffen im Vergleich zu einem Bild im Hochformat eher einen Überblick über die räumliche Situation.
2 Einstellungsgröße
02
Einstellungsgröße
2 Einstellungsgröße
Einstellungsgröße
Die Einstellungsgröße entscheidet, was von einer Person oder einem Objekt zu sehen ist, das du fotografierst. Stell die vor, du willst eine Freundin von dir fotografieren, die ganz weit entfernt von dir steht. Schrittweise fotografierst du sie, indem du sie immer näher ranzoomst und von jedem Schritt ein Foto machst, bis ihr Auge ganz groß zu sehen ist. Man unterscheidet folgende Einstellungsgrößen:
2 Einstellungsgröße
1. Totale / Halbtotale
1. Die Totale und auch die Halbtotale vermittelt einen guten Überblick über einen Ort. In diesem Fall wäre deine Freundin, die du fotografieren willst, nur eine kleine Figur auf dem Bild, wohingegen viel vom Raum oder der Landschaft um sie herum zu sehen wäre. Die Totale drückt Distanz aus, das heißt, der Betrachter oder die Betrachterin ist noch weit vom Geschehen entfernt. Bei der Halbtotalen ist der Betrachter etwas näher am Geschehen dran, handelnde Personen sind von Kopf bis Fuß in ihrer Umgebung zu sehen.
2 Einstellungsgröße
2. Halbnah
Sie ist ein Teilausschnitt, der noch eine Teilaussage über die unmittelbare Umgebung des Motivs zulässt. Personen werden etwa ab Kniehöhe aufwärts aufgenommen. Die Größe Halbnah wählt man dann, wenn man sowohl die Körpersprache als auch die Mimik der fotografierten Person zeigen möchte.
2 Einstellungsgröße
3. Nah
Die Größe des Bildausschnitts ist in etwa mit einem Porträtfoto vergleichbar. Das heißt, dass der Oberkörper deiner Freundin teilweise noch zu sehen ist, so ca. ab den Schultern aufwärts. Die Naheinstellung ist subjektiver und emotionaler als die Halbnah-Einstellung.
2 Einstellungsgröße
4. Groß-Aufnahme
Hier erscheint im Bild ein Objekt oder der Kopf der Freundin, die du fotografierst, formatfüllend als Hauptmotiv. Der Hintergrund ist nicht mehr wichtig, die Aussagekraft wird ausschließlich vom Objekt bestimmt. Bei Groß-Aufnahmen kann man am Gesicht die Mimik sehr gut ablesen.
2 Einstellungsgröße
5. Detail-Aufnahme
Die Detail-Aufnahme geht nochmal ein Stück näher an das Objekt oder die Person heran, die du fotografierst. Es ist eine gesteigerte Groß-Aufnahme. Hier werden Einzelheiten groß heraus gegriffen und zum Beispiel nur Teile des Gesichts, wie Mund, Auge usw., gezeigt.
3 Kameraperspektive
03
Die Kamera- perspektive
3 Kameraperspektive
Mit der Kameraperspektive ist der Punkt gemeint, von dem aus du dein Foto machst. Man unterscheidet folgende Kameraperspektiven:
Untersicht
Normalsicht
Froschperspektive
Bei der Froschperspektive liegt der Kamerastandpunkt sehr tief – so, als würde ein Frosch, der auf dem Boden sitzt, ein Foto von etwas machen, das viel größer ist als er selbst. Eine solche Perspektive vermittelt meist den Eindruck von Ehrfurcht. Sie kann aber auch beängstigend sein, weil die dargestellte Person bzw. das Objekt riesig erscheint.
Bei einer Untersicht befindet sich die Kamera tiefer als gewohnt, aber nicht ganz so weit unten wie bei der Froschperspektive. Von unten aufgenommene Personen erscheinen selbstbewusst, stark, überlegen. Das Objekt wird groß, mächtig oder unheimlich.
Die Normalsicht bezeichnet die Kameraperspektive, die sich auf unserer gewohnten Augenhöhe befindet. Die Normalperspektive wirkt eher undramatisch und neutral.
3 Kameraperspektive
Aufsicht
Vogelperspektive
Bei dieser Perspektive befindet sich die Kamera überhalb der normalen Augenhöhe. Stell dir vor, du streckst deinen Arm weit nach oben aus, um deine Freundin zu fotografieren – so erhältst du eine leichte Draufsicht auf sie. Wenn du auf einen Stuhl oder eine Leiter steigst, um sie zu fotografieren, ist die Draufsicht schon stärker. Deine Freundin wird dadurch eher kleiner und zerbrechlicher wirken.
Stell dir vor, du bist ein Vogel und fliegst über deine Freundin hinweg. Wenn du sie von dort aus fotografieren würdest, wäre das die Vogelperspektive, also eine extreme Draufsicht. Sie ermöglicht einerseits eine große Übersicht, kann dem Dargestellten aber auch eine große Unterlegenheit geben. Die Person oder das Objekt wirkt zum Beispiel klein, ohnmächtig, unterlegen oder bedroht.
4 Licht und Schatten
04
Licht und Schatten
4 Licht und Schatten
Gegenlicht
Licht von vorne
Seitenlicht
Gegenlicht lässt die Umrisse von der Figur „leuchten“ (weiteres Vorder-oder Seitenlicht notwendig, um z.B. das Gesicht zu erkennen).
Licht von vorne lässt das Objekt schattenfrei erscheinen und wirkt weniger plastisch.
Das Seitenlicht wird oft in der Porträtfotografie eingesetzt, da durch die Schatten das Gesicht plastischer erscheint.
4 Licht und Schatten
Licht von unten
Licht von oben
Gerichtetes Licht
Das Unterlicht kommt von unterhalb der Kamera. Es wirkt meist unnatürlich und hat einen gruseligen, unheimlichen Effekt.
Das Oberlicht wird erzeugt von einer Lichtquelle oberhalb der Kamera. Ist es zu hoch, wirft es störende Schatten, zum Beispiel unter Augen und Nase.
Ein gerichtetes, hartes Licht (z.B. durch Strahler oder starken Sonnenschein) hebt durch Schattenbildung Formen und Strukturen hervor.
4 Licht und Schatten
Das optimale Licht für ein gut ausgeleuchtetes Foto ist eine Kombination aus mehreren Lichtquellen aus unterschiedlicher Höhe und aus verschiedenen Richtungen.
5 Schärfentiefe
05
Schärfentiefe
5 Schärfentiefe
Was ist "Schärfentiefe"?
Die Schärfentiefe ist ein Begriff, der aus der Fotografie mit einer „echten“ Kamera mit einem so genannten Objektiv stammt. Kurz gesagt kann man darüber bestimmen, was auf einem Foto scharf gestellt sein soll. Zum Beispiel kann ich ein Objekt im Vordergrund scharf darstellen und den Hintergrund verschwimmen lassen. Ich kann aber auch so fotografieren, dass das gesamte Bild scharf gestellt ist.
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5 Schärfentiefe
Je nachdem, welches Objekt im Bild fokussiert wird, kann man Schwerpunkte setzen:
Mittelgrund scharf
Vordergrund scharf
Hintergrund scharf
Jetzt bist du dran!
Und denke daran, die Gestaltungsmittel dabei bewusst einzusetzen!
01
Format
02
Einstellungsgröße
03
Kameraperspektive
04
Licht und Schatten
05
Schärfentiefe
Und denke daran, die Gestaltungsmittel dabei bewusst einzusetzen!
01
Format
02
Einstellungsgröße
03
Kameraperspektive
04
Licht und Schatten
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Schärfentiefe