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Gleichberechtigung Frau und Mann
marimariapaola
Created on December 19, 2020
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Transcript
Gleichberechtigung Frau und Mann
Gleichberechtigung in der Vergangenheit
Stell dir folgendes vor: • Du heiratest und dein Auto und dein Geld gehören danach deinem Ehepartner. • Du heiratest und danach kann dein Ehepartner verbieten, dass du arbeiten gehst. • Du heiratest und darfst danach kein eigenes Konto mehr besitzen. Das kommt dir verrückt vor, oder? Jahrhunderte lang hatten Frauen viel weniger Rechte als Männer. Sie durften zum Beispiel keine Schulen oder Universitäten besuchen, keinen Beruf selber bestimmen und auch nicht wählen gehen. Am Ende des 18. Jahrhunderts entstand in vielen Ländern die Frauenbewegung. Frauen kämpften um die Gleichberechtigung in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft.
19. Jahrhundert: Schlechte Bildungschancen für Frauen
Im 19. Jahrhundert dachten die meisten Menschen, dass Männer "mehr wert" als Frauen waren und selbstverständlich mehr Rechte hätten. Werdende Eltern wünschten sich lieber einen Sohn anstatt eine Tochter. Männer galten als klüger und in den meisten Sektoren fähiger als Frauen. Typische "Frauenarbeit" waren Putzen, Waschen, Kochen und Kinderhüten.
Weimarer Republik: Erstmaliges Wahlrecht für Frauen
Das Wahlrecht für Frauen wurde in Deutschland erst 1918 eingeführt. Als im Jahr 1918 der Deutsche Kaiser abdankte und die Weimarer Republik ausgerufen wurde, durften die Frauen in Deutschland zum ersten Mal wählen, wenn sie über 20 Jahre alt waren. Damit hatten Männer und Frauen zum ersten Mal in der deutschen Geschichte dieselben politischen Rechte und Pflichten.
Frauen im Nationalsozialismus
Diese positiven Entwicklungen der Weimarer Republik kamen im Nationalsozialismus zu einem schnellen Ende: Als Idealbild hatten die Nazis Frauen, die viele Kinder zur Welt brachten und nur für ihre Familie da waren. Frauen mit acht Kindern wurde das Mutterkreuz verliehen.
GLEICHBERECHTIGUNGSGESETZ TRITT 1958 IN KRAFT
Seit dem Jahr 1949 stand im Artikel 3 des Grundgesetzes „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“. Erst als am 1. Juli 1958 das Gleichberechtigungsgesetz für Männer und Frauen in Deutschland gültig wurde, durften Ehefrauen auch nach der Heirat ein eigenes Konto besitzen. Seitdem musste eine Ehefrau ihren Ehemann nicht mehr um Erlaubnis bitten, wenn sie arbeiten wollte. Das Gleichberechtigungsgesetz war ein wichtiges Gesetz zur Gleichstellung von Frauen und Männern. Gleiche Rechte in allen Bereichen hatten Frauen und Männer damit aber noch nicht bekommen. Bis heute werden viele Frauen noch immer im Arbeitsleben oder in der Berufskarriere diskriminiert. Es gibt noch viel zu tun!
Allgemeine Erklärung der Menschenrechte
Gleichberechtigung bedeutet, dass alle Menschen die gleichen Rechte haben. Egal ob man ein Mann oder eine Frau ist, jung oder alt, und welche Hautfarbe, Herkunft oder Religion man hat. In den Menschenrechten der UNO aus dem Jahr 1948 ist dies festgelegt, aber auch im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, in der Verfassung Österreichs, der Schweiz und in vielen anderen Staaten. Viele Länder auf der Welt haben aber noch keine Gleichberechtigung. Besonders in islamischen Ländern werden Frauen stark diskriminiert.
Sind Frau und Mann in Deutschland gleichberechtigt?
"Männer und Frauen sind gleichberechtigt", heißt es im Artikel 3 des Grundgesetzes. Männer und Frauen sind also vor dem Gesetz gleich: Sie haben die gleichen Rechte und die gleichen Pflichten, wie beispielsweise das Zahlen von Steuern. Mädchen und Frauen besuchen heute die Schule, sie studieren und gehen arbeiten. Auch politische Posten sind heute oft von Frauen besetzt. Aber sind Frauen in Deutschland wirklich in allen Bereichen gleichberechtigt oder besteht noch Diskriminierung in der heutigen Gesellschaft?
Beruf: Schlechtere Bezahlung und Benachteiligung
Leider gibt es noch Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen: besonders im Beruf sind Frauen oft benachteiligt, und das nicht nur, wenn sie ein Kind bekommen. Frauen sind in allen Berufssektoren so gut wie ihre männlichen Kollegen, doch sie verdienen in Deutschland bis zu ein Viertel weniger Geld! Gründe für die schlechtere Bezahlung ist die Überzeugung, dass Frauen weniger produktiv sind als Männer, weil sie Mutter werden. Seit einiger Zeit gibt es in Deutschland und in anderen Ländern eine „Frauenquote“, damit der Anteil von Frauen und Männern gleich wird. Das gilt aber nur, wenn man eine staatliche Stelle hat. Unternehmen müssen das nicht respektieren. Sie entscheiden selbst, ob sie die Gleichstellung garantieren wollen oder nicht.
Job und Familie: Für viele Frauen schwierig zu vereinbaren
Tatsächlich ist es immer noch schwierig für Frauen, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Zum Glück ist es für moderne Paare heute ganz normal, dass Mann und Frau die Kindererziehung aufteilen: Väter können Erziehungsurlaub beantragen, um ihre Kinder zu betreuen. Eltern, die sich um ihr Baby kümmern und deshalb nicht arbeiten gehen können, erhalten vom Staat für maximal 14 Monate ein "Elterngeld" (im Allgemeinen entspricht das Elterngeld 67 Prozent des Gehalts). Das Großziehen von Kindern bringt viel Arbeit mit sich, findet aber zu wenig Anerkennung. Frauen, die aufgrund ihrer Kinder lange Zeit nicht gearbeitet haben, bekommen im Alter eine geringe Rente, weil Hausfrau- und Muttersein von der Gesellschaft nicht als "Arbeit" anerkannt wird - im Gegensatz zu einem Beruf, bei dem man offiziell Geld verdient.
Frauenrechte weltweit: Unterdrückung und Misshandlung
In manchen Ländern, wie z.B. China herrscht auf dem Papier Gleichberechtigung, aber die Meinung, dass Frauen weniger wert als Männer sind, ist noch immer stark. Die Gleichberechtigung der Geschlechter ist ein universelles Menschenrecht. Trotzdem werden weltweit Millionen von Frauen in ihrem alltäglichen Leben diskriminiert. Der Weltfrauentag wird weltweit am 8. März gefeiert und für Aktionen genutzt, die auf die Lage von Frauen aufmerksam machen: • Sie sind immer noch Opfer von Menschenhandel sowie körperlicher oder sexueller Gewalt. Immer noch sterben in einigen Ländern viele Frauen wegen schlechter Gesundheitsversorgung bei oder nach der Geburt eines Kindes. • Frauen sind öfter als Männer von Armut betroffen. • So haben zum Beispiel 19 Prozent aller Frauen und Mädchen weltweit im vergangenen Jahr körperliche Gewalt von ihrem Partner erfahren. Dennoch gibt es in 49 Ländern noch nicht einmal Gesetze, die diese Form der Gewalt bestrafen. • Ein anderes Beispiel: 15 Millionen Mädchen im Grundschulalter werden nie die Chance erhalten lesen oder schreiben zu lernen. Das sind 50 Prozent mehr als bei gleichaltrigen Jungen.
Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung
Weltweit gibt es bei der Gleichstellung von Frauen und Männern Fortschritte. Dennoch existieren immer noch Barrieren. Ziel der nachhaltigen Entwicklung ist es, das bis 2030 zu verbessern. Die 17 globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030, die im September 2015 in New York von den 193 Mitgliedern der Vereinten Nationen unterschrieben wurden, (17 Sustainable Development Goals (SDGs), die jeder Staat bis 2030 erreichen sollte), richten sich an alle: -die Regierungen, - die Zivilgesellschaft, - die Privatwirtschaft, - die Wissenschaft.
Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung
• Das Nachhaltigkeitsziel 5 der Agenda 2030 (eines der 17 globalen Ziele) postuliert die Gleichstellung der Geschlechter durch folgende Etappen: - Gleichstellung von Frauen und Männern in der Gesellschaft, - Beseitigung aller Formen der Diskriminierung, - Beendigung aller Formen von Gewalt gegen Frauen und Mädchen, - Frauen in Führungspositionen in Wirtschaft, Politik und öffentlichem Leben, - unbezahlte Pflege- und Hausarbeit anerkennen; - alle schädlichen Praktiken wie Kinderheirat, Zwangsheirat und Genitalverstümmelung beseitigen; - gleicher Zugang für Frauen und Männer zu wirtschaftlichen Ressourcen, Technologie und Finanzen. • Die Geschlechtergerechtigkeit steht im Mittelpunkt von 11 weiteren Zielen - hier nur zwei Beispiele: - gleiche Bildungschancen in SDGs 4; - gleiche Bezahlung von Männern und Frauen in SDGs 8.